Anschlag von rechts

Nach einer wahren Begebenheit

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Mitten unter uns: Rechtsextremismus heute

Irgendwo in einer Kleinstadt mitten in Deutschland treffen sich drei Freunde auf ein Feierabendbier. In den sozialen Netzwerken haben sie sich schon an ausländerfeindlichen Pöbeleien beteiligt. Nun werden sie zu Verbrechern, denn wenige Stunden später werfen sie einen Molotowcocktail in eine Flüchtlingsunterkunft. Die Bewohner, darunter auch Kinder, entkommen nur knapp.

Reiner Engelmann recherchiert die Hintergründe dieser schrecklichen Tat. Er analysiert die Beweggründe und er befragt die Opfer, die sich in Deutschland endlich sicher gefühlt hatten. Dabei wird deutlich: rechtes Gedankengut und Fremdenfeindlichkeit sind in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen und viel zu lange unbeachtet geblieben.

»Brandaktuelles Thema. Der sachliche Ton, in dem [der Autor] das menschenverachtende Tun von drei jungen Leuten beschreibt, macht das Geschehen noch erschreckender.«

Süddeutsche Zeitung (02. Januar 2018)

eBook epub (epub), 10 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-641-20689-5
Erschienen am  22. Mai 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Anschlag von rechts

Von: Kristine liest

22.01.2018

Nüchtern, emotionslos, eigentlich wie ich mir eine Gerichtsakte vorstelle, schreibt Reiner Engelmann über einen feigen Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim. Dieser Stil hebt "Anschlag von rechts" von anderen Jugendbüchern ab und passt sehr gut zum Inhalt, der nicht darauf abzielt, ein spannungsgeladener Roman zu sein. Beginnend mir einem Prolog und einem "Vorboten" genannten Kapitel wird der Leser in das Buch geführt. Vorboten findet man überall seit längerer Zeit und es liegt mehr denn je an jedem einzelnen von uns, diese nicht zu übersehen, sondern laut dagegen anzugehen. Daran anschließend lesen wir von fünf Schicksalen, von Menschen, die aus ihrer Heimat aus den unterschiedlichsten Gründen geflohen sind. In Teil 2 des Buches sind wir Zeugen der Tat und lernen die drei Täter kennen, drei Menschen, die logischerweise dem Klischee eines Wutbürgers zu 100% entsprechen. Im letzten Teil begleiten wir die Gerichtsverhandlung und erfahren das Urteil. Bezeichnend, wie diese drei rassistischen Täter von ihrem Umfeld gesehen wurden: "Es seien im Grunde doch ganz anständige Leute. Nett, hilfsbereit, zur Stelle, wenn man sie brauchte." ( S. 162) Im Nachwort geht Reiner Engelmann auf die unterschiedlichen Ursachen und Gründe ein, die Menschen dazu bringen können, ihr eigentliches Leben und ihre Existenz aufzugeben und ins Ungewisse zu fliehen - absolut lesenswert und wichtig. Abgeschlossen wird "Anschlag von rechts" mit einem ausführlichen Glossar, in dem rechtsextreme Symbole und Codes erklärt werden, sowie Musik und Bekleidung. "Ein Zeitzeuge, der den Holocaust überlebt hat, sagte mir einmal, Konzentrationslager seien nicht von heute auf morgen wie Pilze aus dem Boden geschossen. Viele kleine Dinge seien es gewesen, die sich im Laufe der Jahre aufgetürmt hätten. Das Schlimmste sei der Hass gewesen." ( S. 170) Fazit:

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sehr bewegend

Von: Lari heldenlama

05.06.2017

Diese Rezension fällt mir sehr schwer, weil mich dieses Thema sehr bewegt und es mir schwer fällt keine Wertung über die Menschen abzugeben die hier beschrieben wurden. Reiner Engelmann erzählt stellvertretend für abertausende von Flüchtlingen die Geschichten von Frozan einem 11 jährigen Mädchen aus Afghanistan, Mathuk aus Somalia, Akilah aus Syrien, Familie Khosa aus Pakistan und Mary aus Simbabwe – sie alle wuchsen zwischen Krieg und Bomben auf. Terror, Tod und Bomben waren ihre täglichen Begleiter. Sie alle haben den weiten Weg aus ihrem Heimatland überlebt und sind sicher in P. angekommen. Es tat wirklich weh zu lesen, mit welcher Selbstverständlichkeit schon kleine Kinder über den Tod gesprochen haben und was für schreckliche Schicksale sie durchlebt haben. Reiner Engelmann hat dieses Thema sehr sensibel aufgegriffen und wertfrei berichtet. Er urteilt weder über die Täter noch über die Opfer, er erzählt ihre Geschichten und hinterlässt einen aufgewühlten, betroffenen Leser mit einer eigenen Meinung. Parallel zu den Opfern lernen wir auch die Täter und ihr Umfeld kennen. Sehr viel passiert hier über sozialen Netzwerken, dort gibt es sehr viele Hasskommentare und Parolen, rechte Musik wird ausgetauscht und eigentlich jedem Ausländer der Tod gewünscht. Ich hatte allerdings von vorn herein den Eindruck, dass sie gar nicht richtig wissen was für Folgen ihr Verhalten hat, dass sie teilweise einfach nur Mitläufer sind, die irgendwo dazugehören wollen. Hier hat das Elternhaus versagt, sich nicht gekümmert, erste Warnsignale nicht ernst genommen oder schlichtweg nicht sehen wollen! Ich fände es wichtig, dass dieses Buch sowohl an Eltern als auch an Schulen gleichmaßen ausgegeben wird, damit die Menschen rechtzeitig aufgeweckt werden, damit sie sehen und verstehen und vorallem noch eingreifen können bevor es zu spät ist! Die nächsten Teile beschreiben die Gerichtsverhandlung und die Gespräche mit ihren Anwälten. Der letzte Teil dann geht um die Urteilssprechung. Im Anhang finden wir eine sehr detaillierte Auflistung von Begriffen oder Symbolen die mit dem Thema Nationalsozialismus und Fremdenhass zu tun haben. Gerade für Eltern finde ich den Abschnitt sehr aufschlussreich! Für mich war das Buch sehr interessant und ich bin nur so über Seiten geflogen und habe es in Rekordzeit beendet. Der Schreibstil ist sehr angenehm und für Jugendliche sicher leicht zugängig. Das heikle Thema wurde sehr sensibel ohne in eine bestimmte Richtung zu drängen bearbeitet und regt zum Nachdenken an.

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Vita

Reiner Engelmann wurde 1952 in Völkenroth geboren. Nach dem Studium der Sozialpädagogik war er im Schuldienst tätig, wo er sich besonders in den Bereichen der Leseförderung, der Gewaltprävention und der Kinder- und Menschenrechtsbildung starkmachte. Für Schulklassen und Erwachsene organisiert Reiner Engelmann regelmäßig Studienfahrten nach Auschwitz. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Anthologien und Bücher zu gesellschaftlichen Brennpunktthemen.

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Zitate

»Ein absolut lesenswertes Buch mit einer Geschichte, die nicht unberührt lässt und nachhallt!«

»Ein interessanter Diskussionsstoff, aufklärend und wachrüttelnd! Meine 5 Sterne Leseempfehlung nicht nur für Jugendliche!«

»Ich kann es (das Buch) nur jedem ans Herz legen.«

»Akribisch nimmt der Autor die Tat unter die Lupe und schafft eine Diskussionsgrundlage für eine nachhaltige Auseinandersetzung.«

TOPIC (Jugendmagazin) (04. Dezember 2017)

»Ein aufrüttelndes Jugendbuch, dass sowohl schockiert, als auch aufklärt. Es sollte viel mehr solcher Bücher geben.«

»Beeindruckendes Protokoll einer schrecklichen Tat.«

»Eine nüchtern erzählte Geschichte, die trotzdem oder gerade deswegen berührt und unter die Haut geht, aufrüttelt und viel Stoff zum Nachdenken bietet.«

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