Arktischer Sommer

Roman

(2)
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Damon Galgut folgt dem britischen Autor E.M. Forster vom prüden England der Jahrhundertwende ins sinnliche Indien und zur Entstehung eines Meisterwerks.

Im Oktober 1912 nähert sich die SS City of Birmingham Indien. An Bord ist auch der 33-jährige Edward Morgan Forster, Autor von vier Romanen, die ihm in seiner Heimat bereits einigen Ruhm eingetragen haben. Nun ist er, beflügelt vom Erfolg seines jüngsten Werks »Wiedersehen in Howards End«, zu einer Reise ins Unbekannte aufgebrochen. Fern der Enge der englischen Kleinstadt Weybridge in Surrey zeichnet sich das Versprechen einer außergewöhnlichen Zukunft am Horizont ab. Und tatsächlich findet Forster – von der Sinnlichkeit Indiens gleichermaßen angelockt wie verstört – hier den Keim für einen großen Roman: ein diffuses erotisches Begehren und das Gefühl dräuenden Unheils unter einem gleißenden, leeren Himmel. Zwölf Jahre und zahllose innere Kämpfe werden diesem hoffnungsvollen Aufbruch folgen, bis daraus schließlich Forsters Meisterwerk »Auf der Suche nach Indien« entsteht.

"ein berührendes Lehrstück über den Würgegriff der Konvention und, - frei nach Freud - die grandiose Wirkung sexueller Sublimierung."

Die Rheinpfalz (10. Januar 2015)

Aus dem Englischen von Thomas Mohr
Originaltitel: Arctic Summer
Originalverlag: Atlantic Books
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-14338-1
Erschienen am  08. Dezember 2014
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Homosexualität vor einhundert Jahren - ein schmales Spezialthema *** Vorsicht Spoiler ***

Von: Detlef M. Plaisier

22.04.2015

<em>Der südafrikanische Autor Damon Galgut, Jahrgang 1963, wurde für zahlreiche internationale Literaturpreise nominiert und zählt zu den renommiertesten Autoren seines Landes.</em> <strong>Die Handlung</strong> Der junge Engländer Edward Morgan Forster fühlt sich im viktorianischen England der Jahrhundertwende eingezwängt in starre Konventionen und prüde Borniertheit. Er fühlt seit frühester Jugend, dass er nur Menschen des eigenen Geschlechts sexuell anziehend findet, braucht jedoch lange Zeit, um sich dies auch einzugestehen. Nach dem frühen Tod seines Vaters lebt er bei seiner Mutter, die er verehrt und liebt, deren einengende Bevormundung ihm aber auch zunehmend stört. Da erscheint die Aussicht, ein halbes Jahr mit Freunden durch die englische Kolonie Indien zu reisen, sehr attraktiv. Auf der Überfahrt lernt er einen Engländer kennen, der in Indien als Soldat stationiert ist, und der ihm in Gesprächen, die nicht über Andeutungen hinaus das Thema Homosexualität berühren, das sinnliche Indien in den verführerischsten Farben schildert. Schon während seines Studiums in England hatte Forster Freundschaft zu dem Inder Masood geschlossen, den er nun nach Jahren in seiner Heimat besuchen will. Von ihm erhofft er sich die Erfüllung seiner sexuellen Träume. Doch das begehrte Sehnsuchtsobjekt will nicht bis zum Äußersten gehen, und Forster erlebt etwas Innigeres als profanes Ausleben seiner Begierden. Allerdings hat sich der Freund verändert und der Aufenthalt gerät letztlich zum Desaster. Wieder im kühlen England, wo er einige Männer kennenlernt, denen seine Präferenzen nicht fremd sind, erreicht Forster mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges der Ruf nach Ägypten, wo er sich als Mitarbeiter des Roten Kreuzes nützlich macht, indem er verletzte Soldaten im Hospital besucht und befragt. Dort in Alexandria, das so gar nichts von der erhofften orientalischen Leichtigkeit für ihn bereithält, lernt er den jungen Straßenbahnschaffner Mohammed kennen und lieben. Doch auch diese Liebe ist letztlich nicht von Erfüllung gekrönt, da Mohammed heiratet und später schwer erkrankt und stirbt. <strong>Homosexualität und der Kampf um den perfekten Roman</strong> Der Autor E. M. Forster (1879 – 1970) ist vielleicht manchem Leser bekannt. ich kannte ihn zuvor nicht. Und auch das beherrschende Thema – seine Homosexualität und der Umgang damit – ist nichts, was mich brennend interessiert. Ebenso fand ich die sehr ausführlich geschilderten Kämpfe des Protagonisten um die Entstehung seines Indienromans oder anderer Werke, ebenso wie die Schilderung seines Indien-Aufenthaltes, oftmals langatmig und ebenso wie seine sexuellen Beschwernisse voll mit Redundanzen und Abschweifungen. <strong>Mein Fazit</strong> Empfehlen kann ich den Roman nur denjenigen, die sich explizit für die englische Kolonialherrschaft in Indien und Ägypten, oder für das Thema Homosexualität in der Zeit um den Ersten Weltkrieg interessieren. Kein großer Publikumsroman. Cornelia Lotter, Autorin dieser Rezension, schreibt im Autorenpool von [Der Mann für den Text] Detlef Plaisier.

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Zu distanziert

Von: Nomadenseele

17.04.2015

Das Buch ging überhaupt nicht an mich. Das lag sicherlich an dem Thema Homosexualität, mehr aber noch an der Machart des Romans, die verhinderte, dass sich irgendein Bezug entwickeln konnte. Die Geschichte verliert sich in Belanglosigkeiten wie das Besuchen irgendwelcher Höhlen, die Gesellschaften in Indien enthalten auch nicht gerade das pralle Leben – wahrscheinlich schildert der Roman die Begebenheiten so hyperrealistisch, dass es so langweilig wirkt, wie die Realität nun einmal meistens ist. Die Beziehungen zu den anderen Männern entwickeln sich nicht richtig, meistens steht man ohnehin nur im Briefkontakt. Genauso fremd blieb mir Forrester selber, welcher über keinerlei Emotionen verfügt, sieht man davon ab, dass er einem Inder zugeneigt ist. Einen Konflikt, der sich aus der Reibung gesellschaftliche Erwartungen – Innenleben ergeben sollte, konnte ich nicht ausmachen. Fazit Die Distanz zwischen dem Buch und mir war einfach zu groß, um es mit Genuss lesen zu können. Eine unterkühlte Handlung mit emotionslosen Figuren mag ich nicht lesen. Ich halte dem Autor allerdings zu Gute, dass er sich eng an die Biographie gehalten hat.

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Vita

Damon Galgut wurde 1963 in Pretoria geboren. Bereits mit siebzehn Jahren verfasste er seinen ersten Roman, „A Sinless Season“. Mittlerweile zählt er zu den renommiertesten Autoren Südafrikas. Für seinen Roman „Der gute Doktor“ wurde er für den Man Booker Prize nominiert, einen der bedeutendsten internationalen Literaturpreise. Der Roman wurde als „bestes Buch des Jahres“ mit dem Commonwealth Writers Prize ausgezeichnet. Auch der nachfolgende Roman "Der Betrüger" wurde für zahlreiche Literaturpreise nominiert, und mit "In fremden Räumen" stand der Autor erneut auf der Shortlist des Man Booker. Damon Galgut lebt in Kapstadt, wenn er nicht gerade auf Reisen ist.

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Pressestimmen

„Galgut schildert den Zusammenbruch aller Sicherheiten als großes, zorniges Erwachen. Schön.“

blu (29. Dezember 2014)

„Ein listig-literarisches Spiel, das viel Vergnügen bereitet und doch zu denken gibt.“

Kurier am Sonntag (04. Januar 2015)

„sprüht nur so von sexuellem Verlangen und tropischer Hitze“

Siegessäule (27. November 2014)

"Galgut gelingt nicht nur ein schillerndes Porträt, sondern auch ein aktuelles Drama über die Unmöglichkeit der Liebe in Zeiten der Repression."

Sonntagszeitung (CH) (11. Januar 2015)