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«Packendes Porträt der Zwanzigerjahre voller legendärer Charaktere... eine überzeugende Satire auf die Konformität der amerikanischen Mittelschicht.» (The Guardian)

Sinclair Lewis ist der Chronist der US-amerikanischen Mittelschicht. Den Zwang zu Konsum und Konformismus, die Pervertierung des Amerikanischen Traums hat niemand so prägnant und dabei so amüsant beschrieben wie der Nobelpreisträger. Sein berühmter Roman "Babbitt" ergründet die Seele eines Mannes, dessen kapitalistische Überzeugungen Risse bekommen.

In seinem ereignislosen, durchschnittlichen Kleinstadtleben hat der Immobilienmakler George F. Babbitt sich recht bequem eingerichtet. Seine drei Kinder sind wohlgeraten, wenn sie auch meist nicht auf ihn hören; mit seiner Frau verbinden ihn liebgewonnene Gewohnheiten. Sein ganzes Streben ist auf gesellschaftliche Anerkennung und wirtschaftlichen Aufstieg gerichtet. Bis ihm eines Tages bewusst wird, dass er all dies so nie gewollt hat, und einen Ausbruchsversuch wagt. Mit feinem Spott, ironischem Witz und stets voller Sympathie für den charakterschwachen Protagonisten erzählt der Roman, wie Babbitt sein rebellisches Selbst wiederentdeckt.

»Das alles ist schon sehr sehr typisch für bestimmte Dinge, die wir im Moment in Amerika erleben.«


Aus dem Amerikanischen von Bernhard Robben
Originaltitel: Babbitt
Mit Nachwort von Michael Köhlmeier
eBook epub (epub), 1 s/w Abbildung
ISBN: 978-3-641-21476-0
Erschienen am  02. Oktober 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Babbitt

Von: EricaSta

21.01.2018

Babbitt... ...neu übersetzt passt der Roman in diese unsere jetzige Zeit Der Autor Harry Sinclair Lewis (* 1885 in Sauk Centre, Minnesota; † 1951 in Rom) war ein berühmter amerikanischer Schriftsteller, der sich durch seine gesellschaftskritischen satirischen Romane einen Namen machte. Ihm wurde 1930 als erstem Amerikaner der Nobelpreis für Literatur verliehen. Und ich lese dieses Büchlein - da im handlichen Kleinformat -, da es mir hochaktuell in die jetzige Zeit zu passen scheint. Und nicht zuletzt weil ich selbst von jeher rebellisch war und geblieben bin. Der Spießer ist bekanntlich ein hypochondrischer Egoist, und so trachtet er danach, sich überall feige anzupassen und jede neue Formulierung der Idee zu verfälschen, indem er sie sich aneignet. Ödön von Horváth (1901 - 1938), eigentlich Edmund von Horváth, deutsch schreibender österreichisch-ungarischer Schriftsteller und Dramatiker Quelle: Horváth, Der ewige Spießer, Propyläen, Berlin 1930 Inhalt Wir verfolgen quasi durch ein Schlüsselloch die Person, um die es sich dreht im Buch - Babbitt! Sein langweiliges spießiges Leben, seinen minutiös aufgedröselten Alltag. Der Immobilienhändler George Babbitt, der leibhaftig als angepasster Duckmäusers gezeichnet wurde, ist so deutlich beschrieben, dass er lebendig wird. In seinem Umfeld dreht sich alles um sein gequältes Angepasstsein, das Geschäft, die biedere Ehe und Babbitt passt sich beflissen der Philosophie seiner Mitmenschen an. Obwohl ihm zwischendurch bewusst ist, dass er unzufrieden und unglücklich dabei wird. Nebenbei erwähnt sei, dass Lewis mit dem Babbitt eine Begrifflichkeit schuf. Als Babbitt werden nämlich heute noch Spießbürger in Amerika bezeichnet. Vielleicht sogar auch als Beschimpfung benutzt und eingesetzt?! Der Roman Babbitt deutet zur Erscheinung des Romans auf die amerikanische Gesellschaft hin, zu einem wichtigen Moment der damaligen Modernisierung. Klar, inzwischen haben wir längst eine enorme industrielle und ebenfalls gesellschaftliche Revolution erlebt, wir sind in einer hochtechnisierten Welt - dennoch sind die dargestellten gesellschaftlichen Strukturen und psychologischen Mechanismen nach wie vor präsent. Ein toller Roman, ein Buch das man mögen muss und ich werde es öfter in die Hand nehmen. Dieses Buch sollte in keinem Bücherregal fehlen! Ich gebe sieben von sieben Lesezeichen

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Aktuell und zeitlos: Babbitt

Von: Birgit Böllinger

21.11.2017

Was für ein herrlich unterhaltsamer und bissiger Roman! 1922 veröffentlicht Sinclair Lewis, da bereits schon durch „Main Street“ (1920) ein an den Erfolg gewöhnter Autor, seine „Studie“ über den typischen amerikanischen Durchschnittsbürger aus der Mittelschicht – und landet damit wieder einen Bestseller, der sich aus dem Stand tausendfach verkauft. Und bis heute gelesen wird: „Babbitt“ ist – in mehr als einem Sinne – ein „Evergreen“. Denn man kann das Buch natürlich ganz reflektionsbefreit als wunderbare Satire lesen: Als überspitzte Darstellung eines Spießers, eines Opportunisten, der im Käfig seines Mittelstanddaseins gefangen ist. Huch, das könnte mein Kollege sein, der ständig über die nächste Gehaltserhöhung nachdenkt oder auch die Nachbarin, die so andächtig den nagelneuen SUV für ihre Minimaleinkäufe ausführt. Kurzum, „Babbitts“ wird es immer geben, ein unverwüstlicher Typ. Aber, mal ehrlich: Sind wir nicht alle ein wenig „Babbitt“? Fragen wir uns nicht manchmal, warum wir unseren Jobs nachgehen, die Kinder lieber aufs Gymnasium denn auf die Realschule schicken, für die Rente sparen, wählen, was wir wählen, sind, was wir sind? Sinclair Lewis gelang mit diesem „bürgerlichen Roman“ auch ein Lehrstück über die Macht der Masse: Selbst ein revoltierender Babbitt lässt sich letzten Endes wieder einfangen, wird resozialisiert, babbittisiert.

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Vita

Sinclair Lewis (1885-1951), geboren in einer Kleinstadt in Minnesota, studierte in Yale und arbeitete als Journalist und Lektor in New York, San Francisco und Washington. Seit dem Erfolg seines Romans «Main Street» konnte er von der Schriftstellerei leben. 1926 erregte er großes Aufsehen mit seiner Ablehnung des Pulitzerpreises, der ihm für seinen Roman «Arrowsmith» zuerkannt worden war; 1930 erhielt er als erster US-Amerikaner den Literaturnobelpreis.

Zur AUTORENSEITE

Bernhard Robben, geb. 1955, lebt in Brunne/Brandenburg und übersetzt aus dem Englischen, u. a. Salman Rushdie, Peter Carey, Ian McEwan, Patricia Highsmith und Philip Roth. 2003 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Stiftung Kunst und Kultur des Landes NRW ausgezeichnet, 2013 mit dem Ledig-Rowohlt-Preis für sein Lebenswerk geehrt.

zum Übersetzer

Michael Köhlmeier, geboren 1949 in Hard in Vorarlberg, studierte Germanistik, Politologie, Mathematik und Philosophie. Er ist für sein literarisches Werk wie für seine freien Nacherzählungen antiker Sagen bekannt. Köhlmeier lebt in Hohenems und Wien.

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Zitate

»Nicht nur ein hoch intelligenter und unterhaltsamer Roman und eine prächtige Charakterstudie. Darüber hinaus verfügt er über ein aufklärerisches Potential, das zum Verständnis gesellschaftlicher Prozesse bis heute erhellend ist.«

»Bernhard Robben hat seine Arbeit souverän gemeistert und eine vorzügliche Neuübersetzung vorgelegt. Damit ist ein Klassiker der amerikanischen Literatur in einer vorbildlich kommentierten Ausgabe zum Glück wieder zugänglich.“«

Süddeutsche Zeitung, Ulrich Rüdenauer (21. Dezember 2017)

»Neu übersetzt von Bernhard Robben zeigt sich, dass ›Babbitt‹ ein ungemein intelligenter, unterhaltsamer Roman ist, der weit über seine Epoche hinausstrahlt und Verbindungslinien bis in die Gegenwart aufzeigt.«

Der Tagesspiegel, Christoph Schröder (19. November 2017)

»Unglaublich genaue Realitätsabbildung. ... Das Beste, was Sinclair Lewis geschrieben hat. ... In der Übersetzung von Bernhard Robben klingt die Geschichte eines Immobilienmaklers in der Midlifecrisis, der versucht auszubrechen und es nicht hinkriegt, sehr sehr aktuell.«

»Liest man ›Babbitt‹, so ist dies so, als würde einem jemand die Augen öffnen. Denn der Roman wirkt wie ein Schlüsselwerk, mit dem man auf einmal alle anderen US-amerikanischen Romane und Filme besser versteht. Und der wunderbare Schreibstil lässt einen dabei regelrecht durch George Babbitts Weltsicht gleiten, deren Kernpunkte sich ohne weiteres auch auf unsere Gesellschaft übertragen lassen. Ein wirklich toller Roman.«

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