Blutiger Januar

Kriminalroman

(6)
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Januar 1973: Mitten in Glasgow erschießt am helllichten Tag ein Jugendlicher auf offener Straße eine junge Frau, bevor er sich selbst eine Kugel in den Kopf jagt. Detective Harry McCoy, dem der Mord am Tag zuvor im Gefängnis von einem psychotischen Gefangenen angekündigt wurde, steht vor einem Rätsel. Zumal der Gefangene selbst um die Ecke gebracht wird. McCoy nutzt seine alten Verbindungen zu Glasgows Unterwelt, um in den Ermittlungen voranzukommen, legt sich dabei aber schnell mit den Dunlops an, der mächtigsten Familie der Stadt. Und auch sein Boss pfeift ihn zurück. Aber McCoy lässt sich nicht beirren.

»Auf den Punkt geschrieben, packend und knallhart, düster und zutiefst befriedigend. Ein echter Pageturner!«

Bret Easton Ellis

Aus dem Englischen von Conny Lösch
Originaltitel: Bloody January
Originalverlag: Canongate
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-23402-7
Erschienen am  03. September 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Die Harry McCoy-Serie

Leserstimmen

Ein meisterhafter Noir-Krimi auf typisch schottische Art und Weise.

Von: Pink Anemone

17.02.2019

"Denn jede Stadt besteht aus einer Vielzahl von Städten. Mindestens zwei stehen einander feindlich gegenüber, die Stadt der Reichen und die der Armen." (Nach Platon) Der Januar im Jahr 1973 war ein Monat der in Glasgow in Erinnerung blieb, vor allem in Polizisten- und Ermittlerkreisen. Sechs Opfer in einer Woche. Die meisten Polizisten und Ermittler hatten keine Ahnung was da wirklich vor sich ging. Sechs Opfer, viele Verdächtige, aber keine Verhaftung. Nur einige wenige von ihnen wissen Bescheid - Detective Harry McCoy von der Glasgow Police Force ist einer von ihnen. Wir, die Leser, dürfen mit McCoy dabei sein, begeben uns in die 70er Jahre Glasgows, sehe wie alles begann und vor allem wie dieser blutige Januar endete... Damals in den 70ern, als Detectives noch in Anzügen, Hüten und Trenchcoats herum liefen, als Gangs noch als Clans bezeichnet wurden - zwar mit wesentlich mehr Stil als die heutigen Kriminellen, jedoch auch brutaler. Damals, als einem Musik von Rod Stewart und David Bowie genauso um die Ohren flogen, wie Pistolenkugeln aus den Knarren der rivalisierenden Clans. Tja, damals herrschten noch andere Gesetze und Regeln. Das Letztere gilt vor allem für Glasgow. Hier nimmt auch alles seinen Anfang und zwar mit einem Anruf aus dem Gefängnis. Howie Nairn, ein Krimineller, möchte unbedingt mit Detective McCoy sprechen - persönlich! Als dieser auf diesen Wunsch eingeht, sagt ihm dieser, dass am nächsten Tag ein Mädchen ermordet wird und McCoy soll dies unbedingt verhindern. Den Vornamen und wo das zukünftige Opfer höchstwahrscheinlich arbeitet sind die einzigen Infos die McCoy von ihm erhält. Er konnte diesen Mord nicht verhindern und das Mädchen wird erschossen. Das 1. Opfer von sechs und die Zeit läuft. Der Protagonist McCoy ist führender Detectiv und bewegt sich selbst am Rande der Legalität. Er ist Drogen, Alkohol und Nutten nicht abgeneigt und pflegt eine etwas bizarre Freundschaft mit einem Gangsterboss. Er selbst wurde seit der Kindheit vom Leben ordentlich durchgebeutelt, hat aber den Absprung auf die richtige Seite geschafft...mehr oder weniger. Er hat jedoch das Herz am rechten Fleck und einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, agiert meist besonnen und ruhig, außer er ist besoffen und auf Drogen. Er muss hier ziemlich viel einstecken und läuft auch nicht gerade selten mit einem Kater und einem blauen Auge herum. Er trägt auch durchaus nachdenkliche Züge in sich und ist somit ein melancholischer Hard-boiled Detectiv wie er im Buche steht. Detectiv Wattie ist sein Partner, der ihm aufs Auge gedrückt wurde und diese Figur könnte kontrastreicher nicht sein. Wattie ist noch ziemlich grün hinter den Ohren, hat von der Straße und ihren eigenen Regeln und Gesetzen noch nicht viel Ahnung, ist idealistisch, noch hoch motiviert und agiert streng nach Lehrbuch. Das er so nicht weiter kommt wird ihm schnell klar und in McCoy hat er dafür den idealen Mentor gefunden. ">>Mal gucken wir weg, erstatten keine Anzeige oder drücken ein Auge zu, dafür liefern die uns irgendeinen beschissenen Sexualverbrecher aus, an den wir sonst nicht rankgekommen wären. Verstehst du? [...] Wir lassen ihn von der Bildfläche verschwinden, schicken ihn dorthin zurück, wo er herkam, und das Leben geht weiter seinen gewohnte Gang. Ist einfacher für alle.<<" (S. 103) Erzählt wird aus der Sicht von McCoy und daher enthält dieser Krimi auch melancholische Züge. Der Schreibstil ist typisch schottisch - flüssig und fesselnd, aber auch durchaus derb, rau und direkt. Dabei schafft es der Autor die Atmosphäre der 70er Jahre hervorragend einzufangen und gleichzeitig eine Milieustudie von damals zu kreieren. Hier taucht man wirklich in den tiefsten Moloch von Glasgow ab. Normalerweise habe ich genug von privat durchgebeutelten Ermittlern, bei denen die Privatprobleme den Kriminalfall überlagern und das ständige Mimimi mich spätestens nach der Hälfte des Buches nervt. Dem ist hier nicht so, da es hier zum Gesamtkonzept passt und alles auf unaufdringliche Weise miteinander verwoben wird. Obwohl dieser Krimi auch ruhige und melancholische Züge trägt, ist es spannend die Story und vor allem die Ermittlungen zu verfolgen, auch wenn zwischendurch viel geflucht, gesoffen und Drogen eingeworfen werden. Auch Gewalt ist hier an der Tagesordnung und das nicht zu knapp. Da der Schreibstil auch sehr plastisch ist, ist dieser Krimi nicht unbedingt für sensible Gemüter geeignet. Aber wie schon erwähnt - hier würde überhaupt nichts anderes passen. "Dieses Mal war das Geräusch gedämpft, kein Knall. Roter Dunst trat auf der anderen Seite des Kopfes aus, Knochensplitter, ein dicker Blutstrahl spritzte schräg empor. Er schwankte, die Augen ins Schädelinnere verdreht, und fiel auf die Knie, verharrte ungefähr eine Sekunde in dieser Haltung, dann kippte er vornüber." (S. 36) Fazit: Ich bin begeistert! Alan Parks hat mit seinem Debüt einen meisterhaften Noir-Krimi erschaffen und das auf typisch schottische Art und Weise. Diesen habe ich mit Freude verschlungen, um mich am Ende zufrieden zurückzulehnen. Wieder einmal muss ich erwähnen, dass schottische Autoren eine ganz eigene Art zu schreiben haben und ich liebe diesen Stil. Diesen Autor werde ich im Auge behalten und freue mich schon auf den nächsten Teil der McCoy-Reihe, denn nicht viele Autoren schaffen es, einen Noir-Krimi zu erschaffen, der einem in die damalige Zeit eintauchen und versinken lässt und man dadurch gleichzeitig einen klassischen Detectiv begleitet - rau, derb, authentisch. © Pink Anemone (mit Bildern, Autoren-Info, Buchtrailer und Leseprobe)

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Beeindruckendes Thrillerdebüt, das mit einer durchgehend düsteren Stimmung punktet.

Von: Wolfgang Brunner - Buchwelten

19.11.2018

Es ist Januar 1973, als am helllichten Tag eine junge Frau auf offener Straße erschossen wird. Der Killer, ein junger Mann, jagt sich unmittelbar nach der Tat selbst eine Kugel in den Kopf. Detective Harry McCoy, dem der Mord am Tag zuvor von einem Gefängnisinsassen angekündigt wurde, versucht eine Verbindung zwischen dem Täter, dem Opfer und dem Gefangenen herzustellen. Er stößt dabei auf die Dunlops, bei der es sich um eine der mächtigsten Familie von Glasgow handelt. Und plötzlich werden McCoy Steine von seinem eigenen Vorgesetzten in den Weg gelegt … . „Blutiger Januar“ ist ein düsterer Thriller, der einen von der ersten Seite an packt. Alan Parker ist mit seinem Debüt ein wahnsinnig rasanter und vor allem stimmungsvoller Krimi gelungen, der einen nicht mehr loslässt. Bei „Blutiger Januar“ handelt es sich um den ersten Teil einer geplanten Reihe um den Ermittler Harry McCoy, der durch seine Charakterzeichnung sehr interessant und authentisch wirkt. McCoy ist nämlich nicht der typische Polizist, der auf legalen Wegen ermittelt, sondern mit ganz anderen Wassern gewaschen. Die „Unperfektheit“ des Protagonisten ist es aber gerade, die seine Figur äußerst sympathisch und lebensecht macht. Die Atmosphäre gestaltet sich während des gesamten Plots als äußerst düster und deprimierend. Die Beschreibungen sind nicht immer zimperlich, wenn McCoy Tatorte oder Bordelle besucht und unterstreichen die trostlose Stimmung nochmals. Man sieht eigentlich während des kompletten Romans eine Art Film Noir vor seinem inneren Auge und spürt die Missstände jener Zeit, die aber hervorragend in die Handlung mit eingebaut wurden, ohne je belehrend zu wirken. Hinzu kommt noch das geschilderte Privatleben McCoys, das meiner Meinung nach eigentlich noch viel mehr Tiefe hätte bekommen können und die Gesamtstimmung des Buches noch unterstreicht. Alan Parks schreibt sehr bildhaft. Besonders die Dialoge der Protagonisten haben es mir angetan, denn die sind sehr lebensecht und lesen sich so flüssig, dass man teilweise alles um sich herum vergisst und tatsächlich meint, ein Drehbuch für einen Film zu lesen. „Blutiger Januar“ liest sich definitiv nicht wie ein Debütroman, sondern eher wie ein routinierter Thriller von einem, der schon wesentlich mehr Erfahrung in Spannungsaufbau und Charakterzeichnung aufweist. Die Handlung stellt zwar nicht unbedingt eine Innovation um Thrillerbereich dar, aber es ist eindeutig der gelungene Schreibstil und die hervorragend vermittelte Atmosphäre der 70er Jahr, die dieses Buch zu etwas besonderem machen. Was mir auch sehr gut gefallen hat, war die Entwicklung des Protagonisten, dass er sich seinem Vorgesetzten widersetzte und auf eigene Verantwortung weitermachte. Sicherlich ist auch diese Idee keine neue, aber Alan Parks hat sie sehr gut und glaubwürdig umgesetzt. Für viele Leser könnte „Blutiger Januar“ aufgrund der Gewaltdarstellungen und sexueller Handlungen ein wenig unbequem sein, doch genau diese Zutaten machen ein „dreckiges Buch“ aus diesem Pageturner. Und diese Szenen passen schlichtweg in den gesamten Plot, so dass sie einen großen Teil der von mir angesprochenen düsteren Stimmung ausmachen. Parks behält dabei auch immer die Oberhand über seine Darstellungen und gleitet nie ins Niveaulose ab, selbst wenn die Beteiligten in Gossensprache reden. Das beherrscht definitiv nicht jeder Autor auf diese Art und Weise. Alan Parks hat mich mit seinem Debüt-Thriller absolut überzeugt und mich sofort zum Fan gemacht. Ich freue mich schon sehr auf die Weiterführung von McCoys Ermittlungen. Ich kann mich immer nur wiederholen, dass mich die Atmosphäre und die Hauptfigur von „Blutiger Januar“ von Anfang bis Ende in ihren Bann gezogen haben. Mord, Selbstmord, ausschweifende Sex- und Drogenpartys, Erpressung, Korruption, politische Verstrickungen und Gewalt – all diese Dinge finden sich in „Blutiger Januar“ und erschaffen eine vollkommen neue Welt im Kopf des Lesers. . Fazit: Beeindruckendes Thrillerdebüt, das mit einer durchgehend düsteren Stimmung punktet. © 2018 Wolfgang Brunner für Buchwelten

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Vita

Alan Parks studierte an der Universität von Glasgow Philosophie. Nach dem Studium arbeitete er als Creative Director bei London Records und später bei Warner Music, wo er für Acts wie All Saints, New Order, The Streets oder Gnarls Barcley zuständig war. Heute lebt er in Glasgow und London. Nach »Blutiger Januar« ist »Tod im Februar« sein zweiter Roman um Detective McCoy.

Zur AUTORENSEITE

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Pressestimmen

»Ein brillant geschriebener tougher Cop-Krimi.«

Ian Rankin

»Mit seinem exzellenten Debüt katapultiert sich Parks direkt an die Spitze der schottischen Noir-Autoren.«

The Times

»Zupackend, brutal und authentisch. Parks tritt das Erbe von William McIlvanney an.«

John Niven