Blutiger Januar

Kriminalroman

(7)
eBook epub
12,99 [D] inkl. MwSt.
CHF 16,00 * (* empf. VK-Preis)

Bestellen Sie mit einem Klick:

Oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler

Januar 1973: Mitten in Glasgow erschießt am helllichten Tag ein Jugendlicher auf offener Straße eine junge Frau, bevor er sich selbst eine Kugel in den Kopf jagt. Detective Harry McCoy, dem der Mord am Tag zuvor im Gefängnis von einem psychotischen Gefangenen angekündigt wurde, steht vor einem Rätsel. Zumal der Gefangene selbst um die Ecke gebracht wird. McCoy nutzt seine alten Verbindungen zu Glasgows Unterwelt, um in den Ermittlungen voranzukommen, legt sich dabei aber schnell mit den Dunlops an, der mächtigsten Familie der Stadt. Und auch sein Boss pfeift ihn zurück. Aber McCoy lässt sich nicht beirren.

»Auf den Punkt geschrieben, packend und knallhart, düster und zutiefst befriedigend. Ein echter Pageturner!«

Bret Easton Ellis

Aus dem Englischen von Conny Lösch
Originaltitel: Bloody January
Originalverlag: Canongate
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-23402-7
Erschienen am  03. September 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Die Harry McCoy-Serie

Leserstimmen

Ein kalter Monat

Von: Misty

03.06.2019

Nach meinem letzten geschichtlichen Krimi inmitten der K.u.K-Zeit, bin ich nun in die 70er Jahre gesprungen und fühlte mich auch zu dieser Zeit recht gut zuhause. Das liegt zunächst einmal daran, dass Alan Parks es versteht eine sehr glaubhafte Atmosphäre zu schaffen. Die ist zwar bei diesem Buch fast ausschließlich düster, aber man bekommt wirklich einen authentischen Einblick in das Leben inmitten der Armutsviertel Glasgows - und das noch dazu in einem bitterkalten Winter. Die Stimmung ist also meist recht gedrückt und nicht selten erscheint gerade auch das zerrüttete Leben der Hauptfigur McCoy recht hoffnungslos. Für mich passte diese Ausgangslage jedenfalls sehr gut, obwohl es zugegeben nicht gerade die Neuerfindung des Rades darstellt einen zerrüttenen Kommissar aka Detective zu haben, der trotz seiner eigenen seelischen Abgründen verbissen an einem Fall dran bleibt und sich von seiner unfehlbaren Intuition leiten lässt. Also ein Halleluja hörte man von mir während des Lesens nicht, aber ich fand den Fall und seine Aufschlüsselung durchaus solide und ohne logische Mängel. Die Figuren und ihre Handlungen sind zudem recht ambivalent und nicht ins klassische Gut vs. Böse Schema zu stecken. Kaum ein Vorgehen funktionierte ohne Kompromisse und war somit wirklich nah am wahren Leben dran und eine solche Vorgehensweise schätze ich von Autoren immer sehr, zumal es zugleich die Spannung sehr erhöht wenn sich weitere, kleine Probleme bzw. Zwickmühlen für die Figuren ergeben. Zwar gibt es in der Geschichte einige wenige blutige Momente und natürlich dem Genre entsprechend Leichen, aber ich würde dieses Buch trotzdem den meisten Krimilesern empfehlen, da die brutalen Szenen keineswegs ausarten oder zu grausam auftreten. Fazit: Ein solider, spannender Krimi der für mich vor allem wegen seiner düsteren und authentischen Stimmung punkten konnte.

Lesen Sie weiter

Ein meisterhafter Noir-Krimi auf typisch schottische Art und Weise.

Von: Pink Anemone

17.02.2019

"Denn jede Stadt besteht aus einer Vielzahl von Städten. Mindestens zwei stehen einander feindlich gegenüber, die Stadt der Reichen und die der Armen." (Nach Platon) Der Januar im Jahr 1973 war ein Monat der in Glasgow in Erinnerung blieb, vor allem in Polizisten- und Ermittlerkreisen. Sechs Opfer in einer Woche. Die meisten Polizisten und Ermittler hatten keine Ahnung was da wirklich vor sich ging. Sechs Opfer, viele Verdächtige, aber keine Verhaftung. Nur einige wenige von ihnen wissen Bescheid - Detective Harry McCoy von der Glasgow Police Force ist einer von ihnen. Wir, die Leser, dürfen mit McCoy dabei sein, begeben uns in die 70er Jahre Glasgows, sehe wie alles begann und vor allem wie dieser blutige Januar endete... Damals in den 70ern, als Detectives noch in Anzügen, Hüten und Trenchcoats herum liefen, als Gangs noch als Clans bezeichnet wurden - zwar mit wesentlich mehr Stil als die heutigen Kriminellen, jedoch auch brutaler. Damals, als einem Musik von Rod Stewart und David Bowie genauso um die Ohren flogen, wie Pistolenkugeln aus den Knarren der rivalisierenden Clans. Tja, damals herrschten noch andere Gesetze und Regeln. Das Letztere gilt vor allem für Glasgow. Hier nimmt auch alles seinen Anfang und zwar mit einem Anruf aus dem Gefängnis. Howie Nairn, ein Krimineller, möchte unbedingt mit Detective McCoy sprechen - persönlich! Als dieser auf diesen Wunsch eingeht, sagt ihm dieser, dass am nächsten Tag ein Mädchen ermordet wird und McCoy soll dies unbedingt verhindern. Den Vornamen und wo das zukünftige Opfer höchstwahrscheinlich arbeitet sind die einzigen Infos die McCoy von ihm erhält. Er konnte diesen Mord nicht verhindern und das Mädchen wird erschossen. Das 1. Opfer von sechs und die Zeit läuft. Der Protagonist McCoy ist führender Detectiv und bewegt sich selbst am Rande der Legalität. Er ist Drogen, Alkohol und Nutten nicht abgeneigt und pflegt eine etwas bizarre Freundschaft mit einem Gangsterboss. Er selbst wurde seit der Kindheit vom Leben ordentlich durchgebeutelt, hat aber den Absprung auf die richtige Seite geschafft...mehr oder weniger. Er hat jedoch das Herz am rechten Fleck und einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, agiert meist besonnen und ruhig, außer er ist besoffen und auf Drogen. Er muss hier ziemlich viel einstecken und läuft auch nicht gerade selten mit einem Kater und einem blauen Auge herum. Er trägt auch durchaus nachdenkliche Züge in sich und ist somit ein melancholischer Hard-boiled Detectiv wie er im Buche steht. Detectiv Wattie ist sein Partner, der ihm aufs Auge gedrückt wurde und diese Figur könnte kontrastreicher nicht sein. Wattie ist noch ziemlich grün hinter den Ohren, hat von der Straße und ihren eigenen Regeln und Gesetzen noch nicht viel Ahnung, ist idealistisch, noch hoch motiviert und agiert streng nach Lehrbuch. Das er so nicht weiter kommt wird ihm schnell klar und in McCoy hat er dafür den idealen Mentor gefunden. ">>Mal gucken wir weg, erstatten keine Anzeige oder drücken ein Auge zu, dafür liefern die uns irgendeinen beschissenen Sexualverbrecher aus, an den wir sonst nicht rankgekommen wären. Verstehst du? [...] Wir lassen ihn von der Bildfläche verschwinden, schicken ihn dorthin zurück, wo er herkam, und das Leben geht weiter seinen gewohnte Gang. Ist einfacher für alle.<<" (S. 103) Erzählt wird aus der Sicht von McCoy und daher enthält dieser Krimi auch melancholische Züge. Der Schreibstil ist typisch schottisch - flüssig und fesselnd, aber auch durchaus derb, rau und direkt. Dabei schafft es der Autor die Atmosphäre der 70er Jahre hervorragend einzufangen und gleichzeitig eine Milieustudie von damals zu kreieren. Hier taucht man wirklich in den tiefsten Moloch von Glasgow ab. Normalerweise habe ich genug von privat durchgebeutelten Ermittlern, bei denen die Privatprobleme den Kriminalfall überlagern und das ständige Mimimi mich spätestens nach der Hälfte des Buches nervt. Dem ist hier nicht so, da es hier zum Gesamtkonzept passt und alles auf unaufdringliche Weise miteinander verwoben wird. Obwohl dieser Krimi auch ruhige und melancholische Züge trägt, ist es spannend die Story und vor allem die Ermittlungen zu verfolgen, auch wenn zwischendurch viel geflucht, gesoffen und Drogen eingeworfen werden. Auch Gewalt ist hier an der Tagesordnung und das nicht zu knapp. Da der Schreibstil auch sehr plastisch ist, ist dieser Krimi nicht unbedingt für sensible Gemüter geeignet. Aber wie schon erwähnt - hier würde überhaupt nichts anderes passen. "Dieses Mal war das Geräusch gedämpft, kein Knall. Roter Dunst trat auf der anderen Seite des Kopfes aus, Knochensplitter, ein dicker Blutstrahl spritzte schräg empor. Er schwankte, die Augen ins Schädelinnere verdreht, und fiel auf die Knie, verharrte ungefähr eine Sekunde in dieser Haltung, dann kippte er vornüber." (S. 36) Fazit: Ich bin begeistert! Alan Parks hat mit seinem Debüt einen meisterhaften Noir-Krimi erschaffen und das auf typisch schottische Art und Weise. Diesen habe ich mit Freude verschlungen, um mich am Ende zufrieden zurückzulehnen. Wieder einmal muss ich erwähnen, dass schottische Autoren eine ganz eigene Art zu schreiben haben und ich liebe diesen Stil. Diesen Autor werde ich im Auge behalten und freue mich schon auf den nächsten Teil der McCoy-Reihe, denn nicht viele Autoren schaffen es, einen Noir-Krimi zu erschaffen, der einem in die damalige Zeit eintauchen und versinken lässt und man dadurch gleichzeitig einen klassischen Detectiv begleitet - rau, derb, authentisch. © Pink Anemone (mit Bildern, Autoren-Info, Buchtrailer und Leseprobe)

Lesen Sie weiter
Alle anzeigen

Vita

Alan Parks studierte an der Universität von Glasgow Philosophie. Nach dem Studium arbeitete er als Creative Director bei London Records und später bei Warner Music, wo er für Acts wie All Saints, New Order, The Streets oder Gnarls Barcley zuständig war. Heute lebt er in Glasgow und London. Nach »Blutiger Januar« ist »Tod im Februar« sein zweiter Roman um Detective McCoy.

Zur AUTORENSEITE

Conny Lösch

Conny Lösch hat in Frankfurt am Main Anglistik und Philosophie studiert, lebt seit vielen Jahren in Berlin und hat unter anderem Bücher von Don Winslow, Tracey Thorn und Jon Savage aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.

zum Übersetzer

Videos

Pressestimmen

»Ein brillant geschriebener tougher Cop-Krimi.«

Ian Rankin

»Mit seinem exzellenten Debüt katapultiert sich Parks direkt an die Spitze der schottischen Noir-Autoren.«

The Times

»Zupackend, brutal und authentisch. Parks tritt das Erbe von William McIlvanney an.«

John Niven

Weitere E-Books des Autors