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Clara Rilke-Westhoff Eine Biografie

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-12310-9

Erschienen: 19.10.2015
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Eine ungewöhnliche Frau kämpft um ihren Platz in der Kunst.

Clara Rilke-Westhoff (1878-1954), Tochter aus Bremer Kaufmannsfamilie, war eine der Vorreiterinnen der Frauen in der Kunst. Wie ihre Weggefährtin Paula Modersohn-Becker brach sie mit den Konventionen ihrer Zeit und wählte eine Domäne, die bis dahin vor allem Männern vorbehalten war: die Bildhauerei. Sie geht nach München - um 1900 neben Paris die führende Kunststadt Europas - dann in die Künstlerkolonie Worpswede, arbeitet bei Max Klinger und wird Schülerin Auguste Rodins. Zurück in Worpswede begegnet sie Rainer Maria Rilke. 1901 heiraten die beiden. Zeitlebens leidet die Künstlerin unter dem Spannungsverhältnis ihrer Rolle als Ehefrau und Mutter und ihrem künstlerischen Schaffen. Heute stehen ihre Skulpturen Seite an Seite mit den Werken Rodins im Pariser Musée d‘Orsay.

Marina Bohlmann-Modersohn (Autorin)

Marina Bohlmann-Modersohn ist in Bremen geboren und arbeitete nach ihrem Studium an der Sorbonne für die Pariser Redaktion des »Spiegel«. Langjährige Arbeitsaufenthalte führten sie nach London, München und Hamburg. Marina Bohlmann-Modersohn ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt heute als freie Autorin bei Bremen.

eBook (epub)
mit 16 Seiten Bildteil

ISBN: 978-3-641-12310-9

€ 17,99 [D] | CHF 22,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

Erschienen: 19.10.2015

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Ein Leben für die Kunst

Von: Anne-Marit Strandborg Datum: 19.10.2016

https://anneslesetagebuch.wordpress.com/

Clara Henriette Sophie Westhoff ist 17 Jahre jung und möchte unbedingt nach München. Um 1900 gilt München neben Paris als führende Kunststadt Europas. Aber weiß Clara, welche Widerstände ihr begegnen werden? Auch wenn die Eltern ihre Liebe zur Malerei gefördert haben, Malerinnen sind in der Unterzahl. Noch dazu solche, die ihr Geld damit verdienen können. Das können die Herren der Schöpfung nicht zulassen.

"Ist ihr bewusst, wie groß die männliche Konkurrenz ist, wie verschworen die Bünde der Meistermaler, die malende junge Frauen als Dilettantinnen verhöhnen und ihnen das Tor zu einem Akademiestudium immer noch verschlossen halten? Kann sie sich ein Bild machen, wie schwierig die Lebensbedingungen speziell für Künstlerinnen sind und schließlich: Wie kaum vereinbar Leben und Kunst?"

Doch solche Fragen stellt sich die 17-Jährige noch nicht. Und so packt sie im Oktober 1895 ihre Koffer.
München lockt nicht nur Maler. Auch Musiker, Meister der Lebenskunst und Schriftsteller lassen sich hier nieder. Der junge Thomas Mann arbeitet für Albert Langen als Lektor und schreibt an seinem "Buddenbrooks".
Clara besucht hier die private Malschule von Friedrich Fehr und Ludwig Schmid-Reutte in der Theresienstr. 71. In Briefen nach Hause äußert sie sich abschätzig über Frauen, die nur für den Hausgebrauch malen wollen. Und sie erkennt schnell diejenigen, die eine künstlerische Karriere beabsichtigen.
Nach mehr als zwei Jahren kann sie dem Vater, der ihr Studium finanziert, noch nichts vorweisen. Nichts scheint ihr gut genug, um es ihm zu zeigen. Aber es zieht sie nun von München nach Worpswede.
Hier wird die mittlerweile 20-jährige Clara im Frühjahr 1898 Schülerin von Fritz Mackensen. Und ihr Berufswunsch malt sich hier ab: Bildhauer möchte sie werden.
Auf Paula Becker, die ebenfalls in Worpswede ist, macht Clara großen Eindruck:

"Da ging mir heute ein Licht auf bei Fräulein Westhoff. Die hat jetzt eine alte Frau modelliert, innig, intim. Ich bewundere das Mädel, wie sie neben ihrer Büste stand und sie antönte. Die möchte ich zur Freundin haben. Groß und prachtvoll anzusehen ist sie und so ist sie als Mensch und so ist sie als Künstler."

Die beiden Frauen haben früh den Aufbruch gewagt, haben studiert und wollen sich gegen alle Vorurteile und Widerstände in der Kunstwelt behaupten, wollen die Kunst zu ihrem Beruf machen.

Aus Briefausschnitten, die die Autorin für das Buch verwendet hat, erfahren wir, wie sehr die Frauen damals kreativ sein wollten, lernen wollten, etwas schaffen wollten. Sie gingen auf Reisen, zu Ausstellungen. Im Reisegepäck das Tagebuch der Marie Bashkirtseff, eine russische Malerin, deren Gemälde in Frankreich entstanden sind.

Sie versuchten, nebenher Geld zu verdienen, um sich weiterzubilden. Auch wenn das bedeutete, Auftragsarbeiten zu erledigen.

1900 kommt Rilke nach Worpswede. Er ist unglücklich, da ihn seine Liebe Lou Andreas-Salomé verlassen hat. Hier lernt er Paula Becker und Clara Westhoff kennen. Er besucht Ausstellungen, die Hamburger Kunsthalle. "Mir ist, ich lerne jetzt erst Bilder schauen", schreibt er in sein Tagebuch. Und er beschließt, in Worpswede zu bleiben.

Die Biografie ist sehr interessant geschrieben. Besonders aufgewertet wird sie durch die vielen Briefzitate. Die geben einen ganz privaten Einblick in das Leben der Künstler, die hier auftauchen. Ob es nun die Freundschaft zwischen Clara Westhoff und Paula Becker betrifft oder die jeweiligen Ehen der Frauen mit ihren Männern, die so ganz unterschiedlich verlaufen. Paula ist finanziell abgesichert durch ihren Mann, kann sich also ganz ihrer Kunst hingeben. Die Freundschaft zu Clara bekommt einen Riss, als diese Rainer Maria Rilke heiratete und Mutter wurde. Von Rilke erfahren wir, wie schwer er es mit seiner Familie hat. Weder er noch Clara haben Arbeit. Er möchte aber, dass sie beide in ihrer jeweiligen Kunst tätig sein können.
Wird es ihnen gelingen? Oder bleibt es für sie zu Lebzeiten eine brotlose Kunst? Das lest selbst.

Die Frau im Schatten

Von: Jules Barrois Datum: 20.05.2016

https://julesbarrois.wordpress.com

„Wer ist sie, in was drückt sie sich aus, an welchen Freuden, Wünschen, Hoffnungen erkennt sie sich?“, fragte Rilke, um seine Ehefrau Clara Henriette Sophie Rilke, geb. Westhoff zu verstehen. Gelungen ist es ihm nicht.
Clara Rilke-Westhoff, geboren am 21. November 1878 in Bremen und gestorben am 9. März 1954 in Fischerhude) war eine deutsche Bildhauerin und Malerin. Sie wurde zu einer der Vorreiterinnen der Frauen in der Kunst. Wie ihre enge Freundin und Weggefährtin Paula Modersohn-Becker brach sie mit den Konventionen ihrer Zeit und wählte eine Domäne, die bis dahin vor allem Männern vorbehalten war: die Bildhauerei, dieses schwere Handwerk mit hartem Marmor, Kalk- oder Sandstein, festem Lehm, flüssiger Bronze.
Jetzt nähert sich Marina Bohlmann-Modersohn (verheiratet mit dem Enkel des Malers Otto Modersohn) in einer ebenso spannenden wie aufschlussreichen Biographie dieser faszinierenden Persönlichkeit aus einer ebenso faszinierenden Zeit mit all ihren Prägungen. „Sehen Sie, Fräulein, es gibt zwei Arten von Malerinnen: die einen möchten heiraten und die anderen haben auch kein Talent.“ (Seite 9)
So zeichnet die Autorin nicht nur den Lebensweg der Künstlerin nach, sondern bringt uns tiefe Einblicke in das Leben der damaligen Künstler wie Rainer Maria Rilke, Paula Becker-Modersohn, Otto Modersohn, Rodin und viele andere. Und sie zeigt uns die Denk- und Arbeitsweise wie auch die Lebensumstände dieser Menschen und ihrer damaligen Zeit. Sie beleuchtet alle Lebensstationen: Die ertrotzte Ausbildung unter anderem in München, Leipzig und Paris, die Freundschaft mit Paula Modersohn-Becker, die Ehe mit Rainer Maria Rilke, die Trennung sowie die künstlerischen und menschlichen Krisen. Es ist der Kampf einer ehrgeizigen Künstlerin, die mit großen Zielen gestartet ist, aber schlussendlich doch an den Umständen scheiterte.
Entstanden ist ein stilles Porträt, ohne Klischees, sensibel und diskret. Vor allem gefällt mir, dass Marina Bohlmann-Modersohn nicht urteilt, sondern durch ihr sehr gut recherchiertes Material den Leser sich sein eigenes Bild machen lässt. Sie zitiert aus den verschiedenen Briefwechseln von Clara Westhoff: mit den Eltern, mit Paula Modersohn-Becker, Briefe des Ehepaars Rilke untereinander und auch die Briefe Rilkes an seine Mutter. Dadurch kommt man Clara Westhoff sehr nahe und erkennt unter welchen Bedingungen sich die künstlerische Entwicklung von Clara Westhoff-Rilke vollzog und welche Schwierigkeiten sie dabei als Frau, Ehefrau und Künstlerin zu bewältigen hatte.
Diese Biographie ist nicht nur für Kunstinteressierte interessant. Ich kann diese ungemein kenntnisreiche, hoch spannende und sehr differenzierte Biografie jedem empfehlen, der diese Zeit und ihr Leben besser kennen lernen möchte.

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