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Dämmerschlaf Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-11374-2

Erschienen: 26.08.2013
Dieser Titel ist lieferbar.

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Vergnügliche Satire auf die Luxusprobleme der oberen Zehntausend von New York

Das New York der Roaring Twenties ist Schauplatz von Edith Whartons bösestem Roman. Klarsichtig und zum Schreien komisch porträtiert sie eine Gesellschaft, die mit lärmendem Partygetöse alle Sinnfragen übertönt. An mehr als einen leichten Dämmerschlaf ist hier nicht zu denken, denn wer schläft, sündigt nicht – und ist damit nur fader Zaungast einer rauschhaft betriebsamen Welt.

Den Stammplatz in New Yorks High Society zu behaupten ist ein aufreibender Fulltime-Job. Wer wüsste das besser als Pauline Manford? Diszipliniert unterwirft sie sich und das Leben «ihrer Lieben» dem Diktat der besseren Kreise. Trotzdem scheint der Verbleib in den schwindelnden Höhen der Wichtigkeit bedroht. Ist der «Mahatma», Paulines Entdeckung der letzten Saison, nun ein inspirierender Psychoguru oder ein Scharlatan mit einer Vorliebe für nacktes Fleisch? Wie lässt sich die Ehe von Paulines Sohn retten, dessen bildhübsche Frau gelangweilt von einer Karriere in Hollywood träumt? Immer schneller dreht sich für Pauline das Hamsterrad der gesellschaftlichen Verpflichtungen. Alles ist gut, solange der Terminkalender voll ist. Whartons Epochenporträt verrät verblüffende Parallelen zur heutigen Zeit.

  • Neuübersetzung

"Fabelhaft aktuell" - Deutschlandradio Kultur

»Ernüchternd, dass sich so wenig geändert hat in fast hundert Jahren; schön aber, dass dieser geschliffene, sprachfunkelnde Roman in einer ebenso geschliffenen Übersetzung wieder vorliegt.«

Frankfurter Rundschau, 24.08.2013

Edith Wharton (Autorin)

Edith Wharton (1862 - 1937) entstammte der New Yorker Patrizierschicht. Als Kind verbrachte sie längere Zeit in Frankreich, Deutschland und Italien, so dass sie, wie sie später meinte, Europa "unausrottbar im Blut" hatte. Sie genoss eine sorgfältige Erziehung, ihre frühen literarischen Neigungen wurden jedoch kaum gefördert; schriftstellerische Ambitionen ziemten sich für Töchter aus ihren Kreisen nicht. Edith Wharton übersiedelte nach einer schwierigen Ehe 1906 nach Paris. Sie widmete sich nun ganz ihrer dichterischen Aufgabe, schrieb Romane, Erzählungen, Reiseberichte, kulturhistorische Essays.
Ihre Vielseitigkeit und ihr Erzähltalent wurden mehrfach geehrt: 1921 erhielt sie den Pulitzerpreis, 1923 verlieh ihr die Yale University als erster Frau die Ehrendoktorwürde; es folgten die Goldene Medaille des National Institute of Arts and Letters und die Aufnahme in die American Academy of Arts and Letters. Edith Wharton gehört zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen Amerikas.


Andrea Ott (Übersetzerin)

Andrea Ott, geboren 1949, hat sich als Übersetzerin englischer und amerikanischer Literatur einen Namen gemacht. Für den Manesse Verlag hat sie Meisterwerke u.a. von Jane Austen, Anthony Trollope, Charlotte Bronte, Elizabeth Gaskell, Henry James, Edith Wharton und Upton Sinclair ins Deutsche gebracht.

»Ernüchternd, dass sich so wenig geändert hat in fast hundert Jahren; schön aber, dass dieser geschliffene, sprachfunkelnde Roman in einer ebenso geschliffenen Übersetzung wieder vorliegt.«

Frankfurter Rundschau, 24.08.2013

»Klarsichtig und herrlich ironisch lässt Edith Wharton die Fassade der Roaring Twenties in ihrem Roman bröckeln.«

Dorstener Zeitung, 26.08.2013

»Die Neuübersetzung von Andrea Ott lässt den Klassiker wieder aufleben – als Sittengemälde, das anschaulich von Dekadenz und vermeintlichem Glamour erzählt.«

Gong / Bild + Funk, 13.09.2013

»Wharton hält die Sachlage in einem Halbdunkel, das in seiner Diskretion ebenso reizvoll ist wie durch den Spielraum, den es der Vorstellungskraft des Lesers verschafft.«

NZZ Online (CH), 24.09.2013

»Wie Edith Wharton diese Gesellschaftskritik vor dem Leser in Form einer großen Komödie ausbreitet, ist nichts weniger als elegant.«

Wiener Zeitung (A), 05.10.2013

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Aus dem Amerikanischen von Andrea Ott
Originaltitel: Twilight Sleep

Mit Nachwort von Verena Lueken

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-11374-2

€ 9,99 [D] | CHF 12,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Manesse

Erschienen: 26.08.2013

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Dämmerschlaf

Von: buchleserin Datum: 03.11.2013

„Dämmerschlaf“ von Edith Wharton erschien bereits schon 1927 unter dem Titel „Twilight Sleep“.
Auf Deutsch erschien der Roman 1931 unter dem Titel "Die oberen Zehntausend".
„Dämmerschlaf“ ist eine Satire auf das Leben der oberen Zehntausend der New Yorker in den Zwanziger Jahren.
Schauplatz ist der Geschichte ist New York in den goldenen Zwanzigern.
Pauline Manford ist eine vielbeschäftigte Frau der New York High Society. Sie hat einen vollen Terminkalender und hat sogar eine eigene Sekretärin, die dafür sorgt, dass Pauline ihre Termine einhalten kann. Alles wird genau geplant und wenn ihre Tochter sie zwischendurch mal sprechen möchte, wird sie irgendwo zwischen Maniküre, Yoga oder anderes dazwischengeschoben.
Pauline hat jede Menge gesellschaftliche Verpflichtungen.

Mit viel Sarkasmus beschreibt Edith Wharton das Leben der New Yorker High Society in den Zwanziger Jahren.
Die Aufmachung des Buches ist sehr gelungen. Es ist leinengebunden, mit einem Lesebändchen und das Cover ist ganz ansprechend gestaltet und passt sehr gut zum Buch.
Der Schreibstl ist flüssig und lässt sich angenehm lesen.
In „Dämmerschlaf“ müssen verschiedene Familienangelegenheiten geklärt werden.
Die Charaktere sind gut beschrieben. Hauptfigur ist Pauline Manford.
Pauline lebt nach ihrem Terminkalender. Jede Minute ist verplant. Doch bleibt da noch genug Zeit für die Familie? Sie muss ihren Platz in der High Society behaupten und das ist nicht so einfach. Pauline hat sehr viele Verpflichtungen und solange alles geplant ist und der Terminkalender voll, geht es ihr gut. Ihre Familie ist davon weniger begeistert. Paulines Ehemann ist Anwalt und sehnt sich nach etwas Ruhe und Geborgenheit. Er ist überhaupt nicht an den gesellschaftlichen Verpflichtungen und Dinner mit irgendwelchen Persönlichkeiten interessiert und versucht immer einer Ausrede zu finden, um nicht teilzunehmen.
Ihre Tochter Nona und Paulines Schwiegertochter Lita tanzen bis in die Nacht. Nona ist in der Familie der Ansprechpartner, alle kommen immer mit ihren Problemen zu ihr. Der Mann den sie liebt ist verheiratet und die Ehefrau willigt nicht in die Scheidung ein.
Lita ist gelangweilt von ihrem Leben und träumt von einer Karriere in Hollywood. Sie ist nur glücklich, wenn sie tanzen kann.
Ein wenig gelangweilt war ich auch. Mich konnte das Buch leider nicht ganz so fesseln. Die Handlung plätscherte so dahin und einige Kapitel waren mir einfach zu langatmig geschrieben.
Dennoch fand ich das Buch ganz unterhaltsam.
Parallelen zur heutigen Zeit gibt es natürlich auch.
Menschen hetzten von einem Termin zum nächsten, verplanen jede Minute und können mit Freizeit nichts anfangen.

Im Nachwort steht, dass „Dämmerschlaf“ nicht als Edith Whartons stärkster Roman gilt.
Ganz überzeugen konnte mich „Dämmerschlaf“ auch nicht. Ein wenig unterhaltsam fand ich das Buch, aber ich war nicht so sehr begeistert.
Die Aufmachung des Buches ist jedenfalls sehr gelungen.

Ich bin immer noch fasziniert von diesem Werk

Von: Mareike Datum: 14.09.2013

Man begleitet Familie Manford durch den rasenden Alltag einer Upper Class – Familie. Pauline, die Mutter von Nona und Jim, ist so beschäftigt mit esoterischen Gurus, Verjüngungskuren und dem Organisieren von Wohltätigkeitsvereinen (Egal, ob für oder gegen die Abtreibung), dass für die eigenen Lieben nur kurze Termine zwischen zwei unumstößlichen Verpflichtungen Zeit bleibt. Sie scheint nur am Rande mitzuerleben, wie sich ihr Sohn und dessen Frau sich auf eine Krise zubewegen, ihr Ehemann sich zweifelhaften Vergnügungen und ihre Tochter ihren Tagträumen über ihren verheirateten Cousin hingibt. Alle leben in ihren eigenen engen Bahnen und nur selten gibt es kurze, sehr hektische Berührungspunkte zwischen den Familienmitgliedern.
Unaufhörlich drehen sich aber die Räder und die Stimmung wird zunehmend bedrohlicher. Man merkt nur langsam an kleinen Veränderungen, dass man unweigerlich auf eine Katastrophe, den großen Knall, zusteuert. Doch die Figuren nähern sich dem Abgrund wie in Trance – im Dämmerschlaf.
Gleichzeitig durchzieht das ganze Buch einen unglaublich subtilen Humor, der die Sinnlosigkeit der Handlungen und Termine schonungslos offenbart. So geht man lieber zur “Beinmuskulatur-Kräftigung” als die Treppe zu benutzen. Nein, man verweigert sich der Treppe und der aktiven körperlichen Bewegung lieber komplett – es könnte die teuren Behandlungen beeinträchtigen! Man erfindet lieber Vereine zur Bekämpfung von Familienproblemen in der Dritten Welt, als seiner Tochter fünf Minuten zu zuhören. Diese fünf Minuten, die ja dann keinen Eintrag im Kalender finden würden, wären verschwendete Zeit, in einer streng getakteten Alltag.
Der Verweis auf die heutige Zeit ist berechtigt. Nicht selten erwartet man, dass jemand ein iPhone zückt oder sagt: “Schick mir einfach eine Mail.” So unglaublich vertraut ist einem der enge Terminkalender, der Optimierungswahn der Frauen und der soziale Druck nach Perfektion in allen Lebensbereichen.

Fazit: Für mich ist Wharton wundervolle Entdeckung aus der Jahrhundertwenden-Literatur. “Dämmerschlaf” ist eines ihrer späten Werke, die den selben hoffnungslos dekadenten Glamour atmen wie Fitzgeralds “Der große Gatsby”, Baums “Menschen im Hotel” oder Parkers “New Yorker Geschichten”. Art Deco, Jazz, Bubiköpfe und verrucht rote Lippen: Ich verliebe mich immer mehr in die Zeit und deren Autoren. Ihr zynischer Blick auf ihre Zeitgenossen finde ich sehr spannend und unterhaltsam. Die Paralellen zu unserer Zeit – gerade in “Dämmerschlaf” sind kaum von der Hand zu weisen. Darum bin ich sehr dankbar, dass ich auf dieses Buch gestoßen bin. Weitere Werke sind bereits auf meiner Wunschliste. Man muss die Zeit und diesen zynischen Stil wirklich mögen. Also ein Buch, dass ich einem eher speziellen Publikum empfehlen würde – dem aber uneingeschränkt.

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