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Das Echo der Bäume Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-15725-8

NEU
Erschienen:  19.03.2018
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„Ana, hör mir zu. Wir werden ein Spiel spielen, Okay? Alles, was du tun musst, ist, ganz nah bei mir zu bleiben, sehr nah. Wenn ich dann in die Grube falle, lässt du dich auch fallen. Mach einfach die Augen zu und halte deinen Körper ganz gerade. Aber es funktioniert nur, wenn wir beide genau im selben Moment fallen. Hast du verstanden?“ Dies sind die letzten Worte, an die sich die 10-jährige Ana erinnert, als sie vom Waldboden aufsteht. Sie hat durch einen Trick überlebt, doch ihr Vater und ihre Mutter sind tot. Es ist 1991, in der Nähe von Zagreb, in einem Land, in dem Nachbarn zu Feinden geworden sind. Ana gelingt die Flucht nach Amerika, zusammen mit ihrer kleinen Schwester Rahela, die noch ein Baby ist. Rahela wächst sorglos heran, doch Ana kann nicht vergessen. Bis sie eines Tages beschließt, zurückzukehren in das heutige Kroatien, an den Ort, der für sie noch immer voller Wunder ist und der einmal ihre Heimat war …

Sara Nović (Autorin)

Sara Nović, geboren 1987, studierte an der Columbia University Literatur und Übersetzung. Sie arbeitet als Lektorin beim "Blunderbuss"-Magazin und unterrichtet kreatives Schreiben. „Das Echo der Bäume“ ist ihr erster Roman, der sich auf Anhieb in 14 Länder verkauft hat. Sara Nović lebt in Philadelphia, Pennsylvania.


Judith Schwaab (Übersetzerin)

Judith Schwaab, geb. 1960 in Grünstadt, studierte Italienischen Philologie. Sie ist Lektorin und Übersetzerin von u.a. Debra Dean, Fernanda Eberstadt, Anthony Doerr.

Aus dem Englischen von Judith Schwaab
Originaltitel: Girl at War
Originalverlag: Random House USA

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-15725-8

€ 17,99 [D] | CHF 22,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

NEU
Erschienen:  19.03.2018

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Über das Weiterleben nach dem Krieg

Von: Buchfundbüro Datum: 03.05.2018

www.buchfundbuero.wordpress.com

In ihrem Debütroman Das Echo der Bäume erzählt Sara Nović von einer kroatischen Kindheit im Krieg und einem Neuanfang in den USA. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem auch die Frage, wie eine Rückkehr in die Normalität und ein Weiterleben mit der traumatischen Erinnerung möglich ist. 

Sommer 1991. Ana hat gerade ihren zehnten Geburtstag gefeiert, als der Krieg in ihre Heimatstadt Zagreb einfällt. Während die Tage nun zusehends von Bombenangriffen und Schreckensmeldungen aus dem Fernsehen bestimmt werden, versuchen sich Ana und ihre Freunde ihre kindliche Normalität weiterhin so gut es geht zu bewahren. Sie gehen zur Schule, machen auf dem Fahrrad die Stadt unsicher oder spielen auf den Sandsäcken der Barrikaden. Doch als brächte der Krieg allein nicht schon genug Sorgen mit sich, ist da auch noch die Sache mit Anas kleiner Schwester Rahela: Da der Säugling schwer nierenkrank und die medizinische Versorgung mehr als schlecht ist, beschließen die Eltern, das Mädchen vorübergehend zu einer Pflegefamilie in die USA zu geben und ihr so die lebensnotwendige OP zu ermöglichen.

Rahela befindet sich bereits in der Obhut einer Hilfsorganisation, als Ana und ihre Eltern nach einem Besuch in Sarajevo in eine Straßensperre geraten. Was dann folgt, ist an Grausamkeit und Brutalität kaum zu überbieten. Gemeinsam mit weiteren Gefangenen wird die Familie von serbischen Soldaten zu einer Grube in einem Waldstück getrieben. Nur der Geistesgegenwart des Vaters – der sie im richtigen Moment auffordert, sich tot zu stellen – ist es dabei zu verdanken, dass Ana die Gruppenhinrichtung als Einzige überlebt. Wie aber kann ein Weiterleben nach der Katastrophe gelingen? Lässt sich das Trauma  – und mit ihm das Schuldgefühl der Überlebenden – irgendwann überwinden?  Dies sind die zentralen Fragen, die Nović zum Ausgangspunkt ihres Romans macht.
Stück für Stück rekonstruiert sie im Verlauf der Handlung die Lebensgeschichte ihrer Protagonistin. So erfährt der Leser, dass diese unmittelbar nach der Ermordung der Eltern Unterschlupf in einem nahe gelegenen Dorf fand und sich dort einer bewaffneten Untergrundarmee anschloss. Er erfährt auch, wie Ana nach ihrer Rückkehr nach Zagreb mithilfe ihres Patenonkels und einer UNO-Mitarbeiterin außer Landes geschafft und schließlich von den amerikanischen Pflegeeltern ihrer Schwester adoptiert wurde.

Zehn Jahre später scheint Ana in ihrem neuen Leben angekommen zu sein. Sie studiert, hat einen fürsorglichen Freund und ein freundschaftliches Verhältnis zu ihren Adoptiveltern Laura und Jack. Doch der Schein trügt. Denn hinter der Fassade der vermeintlichen Normalität kämpft Ana mit den Geistern ihrer Vergangenheit. Während ihre Schwester, die bereits als Baby in die USA kam, kaum Erinnerungen an das frühere Leben in Kroatien besitzt, fühlt sich Ana innerlich regelrecht zwischen zwei Welten zerrissen. Das Gefühl, "anderswo hinzugehören", ist ihr ständiger Begleiter. 

Wie eine unsichtbare Wand schiebt sich die Vergangenheit dabei zwischen Ana und ihre Umwelt. In Amerika muss Ana so immer wieder schmerzhaft erfahren, wie unbegreiflich das von ihr Erlebte für Menschen ist, die selbst nie mit der Gewalt des Bürgerkrieges in Berührung gekommen sind, wie schwer es für Außenstehende zu verstehen ist, warum sich selbst ein Kriegsgebiet  "immer noch wie Heimat anfühlen kann." Das Sprechen über die eigene Biografie, über ihre Erinnerungen, Sorgen und Ängste, wird zum Ding der Unmöglichkeit. So entwirft Ana alternative Kindheitsgeschichten: Statt um heulende Sirenen und verschwundene Angehörige geht es darin um Klingelstreiche und Spiele in Luftschutzkellern, bis Zagreb ihren Zuhörern "am Ende wie ein spaßiger Rummelplatz erscheinen musste." 

Doch je älter Ana wird, desto unerträglicher wird auch das Gefühl, dass in ihrem amerikanischen Umfeld niemand – nicht einmal sie selbst – wirklich weiß,  wer sie eigentlich ist. In der Hoffnung, der eigenen Identität wieder näherzukommen, fasst sie so eines Tages den Entschluss nach Kroatien zu fahren und sich dort auf die Spuren der eigenen Geschichte zu begeben. In Zagreb trifft Ana ihren alten Freund Luka wieder, mit dem sie nach und nach die Orte ihrer Kindheit aufsucht. Anas Reise in die Vergangenheit beschreibt Nović dabei als den verspäteten Abschied von einem Zuhause, das unwiederbringlich zerstört ist – in der Erinnerung aber mit all seinen Facetten, den grausamen wie den schönen, fortbesteht.

Mit klarer, anschaulicher Sprache gelingt es Nović, in ihrem Roman die Schrecken des Krieges und seine traumatischen Folgen greifbar zu machen, ohne dabei in unnötigen Gewaltvoyeurismus zu verfallen. Auf einfühlsame Weise lässt sie den Leser in  Das Echo der Bäume am Schicksal einer jungen Frau teilhaben, die in der Gegenwart nicht ankommen und der Vergangenheit nicht entfliehen kann. Dass Nović dabei einfache Lösungen zur Aufhebung dieses Konfliktes gar nicht erst anbietet, zählt dabei zu den Stärken des Romans – macht er doch auf diese Weise die Langlebigkeit und Tiefe der Verletzungen der Überlebenden des Krieges umso spürbarer. 

Ein wundervolles Buch, das man gelesen haben sollte

Von: Kikis Bücherkiste Datum: 27.03.2018

www.facebook.com/kikisbuecherkiste

Vielen Dank an das Bloggerportal und an den btb Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, was aber in keiner Weise meine Meinung beeinflusst.

Mein Eindruck:

Zitat (S. 33)
„Als Begleiterscheinung der modernen Kriegsführung hatten wir das besondere Privileg, uns die Zerstörung unseres Landes im Fernsehen anschauen zu können.“

Ich möchte gleich am Anfang erwähnen, dass die Autorin mit diesem Buch absolut nicht wertend in Bezug auf die Nationalitäten der sich damals bekriegenden Seiten ist. Die Autorin gibt in ihrem Buch lediglich mit ein paar Fakten und einer Geschichte, die so hätte passieren können, einen kleinen Einblick in den damaligen Krieg. Was, wie ich finde, ihr sehr gut gelungen ist.

Ich habe das Buch vorgestern beendet und ich muss zugeben, ich bin immer noch sehr aufgewühlt von Anas Geschichte. Eine Geschichte über eine Kindheit, die überschattet ist von Krieg, Hunger, Tod und Verlust. Aber es ist auch eine Geschichte über eine Studentin, die nach einem Vortrag in New York auf der Suche nach ihren Erinnerungen, dem Heimatgefühl und einer Freundschaft ist.

Sara Novic führte mich mit ihrem gefühlvollen Schreibstil auf sanfte Art und Weise durch das Buch und ich war erstaunt, wie schnell ich durchgelesen hatte. Die Seiten flogen nur so dahin, so sehr hat mich das Buch von der ersten Sekunde an gefesselt. Hat mich mit nach Zagreb gezogen und mir gezeigt, wie es für ein Kind sein kann in einem Kriegsgebiet zu leben, ihn hautnah zu erleben und um sein Leben kämpfen zu müssen. Durch die bildlichen „Effekte“ des Schreibstils sah ich selbst jeden einzelnen Stein auf dem Boden, jeden Keller und jeden Baum so deutlich vor mir, als ob ich selbst dabei gewesen wäre und durch Zagrebs Straßen lief oder durch das „Geheimhaus“.

Ana mochte ich von Anfang an. Ein Mädchen voller Lebensfreude, das gerne mit ihrem besten Freund Luka Fußball spielt, mit dem Rad durch Zagreb fährt und ihre kleine Schwester Rahela abgöttisch liebt. Die Autorin hat Ana so viel Leben eingehaucht, das man das Gefühl hatte, man geht mit ihr gemeinsam zur Schule, fährt mit ihr Fahrrad oder sitzt im Auto neben ihr, als sie mit ihren Eltern nach Sarajevo fährt. Dadurch fiel es mir nicht schwer, mich in sie hineinzuversetzen, mich mit ihr zu freuen, mit ihr gemeinsam wütend zu sein oder in ihren schwersten Stunden mit ihr zu weinen. Ab und an kam natürlich auch der Mutterinstinkt hoch und ich hätte sie dann am liebsten in den Arm genommen und getröstet und ihr gesagt „sve ce biti u redu“ – es wird alles wieder gut. Unabhängig davon, ob sie 10 Jahre alt ist oder auch schon 20 und nachts nicht schlafen wollte, weil sie Angst vor den immer wiederkehrenden Alpträumen hatte.

Aber nicht nur Ana wurde mit viel Liebe dargestellt, sondern auch Luka, Anas bester Freund und auch Anas Eltern. Sie waren mir alle sehr sympathisch und ich schloss sie genauso schnell wie Ana in mein Herz. Man fühlte sich, als ob man mit zur Familie gehörte und mit ihnen am Tisch saß.

Dadurch, dass die Autorin mitunter serbokroatische Wörter und Begriffe miteinfließen hat lassen, hat es das Buch für mich noch authentischer gemacht. Das Cover und der Titel sind absolut passend zum Buch und gut gewählt. Ich finde, es spiegelt die Stimmung des Buches perfekt wider.

Fazit:
Ein wundervolles Buch über ein Mädchen, dass sehr schnell erwachsen werden musste und sich später auf die Suche nach Erinnerungen und sich selbst begibt, um endlich abschließen zu können. Ein authentisches und gefühlvolles Buch, das man gelesen haben sollte und daher eine absolute Leseempfehlung von mir.

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