Das Haus der Verlassenen

Roman

(2)
eBook epubNEU
6,99 [D] inkl. MwSt.
CHF 9,00 * (* empf. VK-Preis)

Bestellen Sie mit einem Klick:

Oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler

Sussex, 1956. Als die junge Ivy Jenkins schwanger wird, schickt ihr liebloser Stiefvater sie fort – ins St. Margaret's Heim für ledige Mütter. Sie wird den düsteren, berüchtigten Klosterbau nie mehr verlassen ...

Sechzig Jahre später stößt die Journalistin Sam in der Wohnung ihrer Großeltern auf einen flehentlichen Brief Ivys. Er ist an den Vater ihres Kindes adressiert – aber wie ist er in den Besitz von Sams Großvater gelangt? Sam beginnt die schreckliche Geschichte von St. Margaret's zu recherchieren. Dabei stößt sie auf finstere Geheimnisse, die eine blutige Spur bis in die Gegenwart ziehen. Und die tief verstrickt sind mit ihrer eigenen Familiengeschichte.


Aus dem Englischen von Carola Fischer
Originaltitel: The Girl in the Letter
Originalverlag: Headline UK
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-23572-7
Erschienen am  01. Februar 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Erschütternde Einsichten

Von: Ulrike Frey aus 45721 Haltern am See

10.02.2019

Das Cover zeigt ein hohes Tor, dahinter einen herrschaftlichen Park und ein großes Haus, das sowohl ein Schloss als auch ein Kloster sein kann. Mit ihrem Roman "das Haus der Verlassenen" zeigt uns Emily Gunnis wie mit ledigen Müttern in den 50ern und 60ern in entsprechenden Mutter-Kind-Heimen und Armenhäusern umgegangen werden konnte. Sicherlich sind nicht alle Heime so wie das von Nonnen geführte St. Margaret's (ein fiktiver, von der Autorin erfundener Ort), doch gab es in Irland und auch in England noch genug Heime, die wie im 19. Jahrhundert geführt wurden. Über die Magdalene Laundries schreibt Wikipedia: "Irische Magdalene Wäscherei, Die Magdalene Laundries in Irland, auch Magdalenen- Anstalten genannt, waren Haftanstalten, die normalerweise vom römisch-katholischen Orden verwaltet wurden und vom 18. bis zum späten 20. Jahrhundert betrieben wurden. Sie wurden angeblich zur Unterbringung gefallener Frauen" geführt, von denen schätzungsweise 30.000 in diesen Einrichtungen in Irland eingesperrt waren. 1993 wurde auf dem Klostergelände einer der Wäschereien ein Massengrab mit 155 Leichen entdeckt. Dies führte zu Medienoffenbarungen über die Operationen der geheimen Institutionen. Im Jahr 2013 erging eine förmliche staatliche Entschuldigung, und die irische Regierung richtete ein Entschädigungssystem für Überlebende in Höhe von 50 Millionen Pfund Sterling ein. Die religiösen Orden, die die Wäschereien betrieben haben, haben Forderungen von Aktivisten abgelehnt, dass sie finanziell zu diesem Programm beitragen. ..." Es ist erschütternd, wie abhängig diese Frauen von den Nonnen waren. Selbst die frisch geborenen Kinder nahm man ihnen weg. Die Unterbringung mussten sie abarbeiten wie Sklaven, wenn die Familie nicht genug Geld hatte oder nicht zahlen wollte. In dem Roman geht es um das St. Margaret's Heim, in das die unbedarfte Ivy 1956 von ihrem Onkel geschickt wird Dies geschieht mit Unterstützung eines Priesters und des Hausarztes. Sie hatte sich in einen Mitschüler verliebt und wurde schwanger. Leider will dieser aber wohl nichts mehr von ihr wissen, was sie erst merkt, als er auf ihre Briefe aus dem Heim nicht antwortet. Sie lernt das Leben von der härtesten Seite kennen, darf nicht sprechen und wenn den Nonnen etwas nicht passt, gibt es Hiebe. Die schlimmste Strafe erfährt sie, als sie ihr Baby nicht zur Adoption freigeben will. Eines Tages lernt sie die 6-jährige Elvira kennen und versucht, sich so gut wie möglich um sie zu kümmern. Noch weiß sie nicht, weshalb ein Kind dieses Alters sich in dem Heim aufhält. Elvira muss genau soviel und hart arbeiten wie die anderen Frauen. Ivy liebt sie wie ihr eigenes Kind. Sie tut alles, um ihr eine Freundin zu sein. Nachdem sie festgestellt hat, was mit diesen Kindern, zu denen Elvira gehört, passiert, fasst sie einen Entschluß: Sie verhilft ihr zur Flucht, nachdem sie ihr mitgeteilt hat, dass sie draußen jemanden hat, an den sie sich wenden kann - Elviras eigene Zwillingsschwester. Die junge, bisher erfolglose Journalistin Samantha, getrennt lebend und Mutter einer 4-jährigen Tochter, lebt 2017 bei ihrer Oma. Diese ist Witwe eines Antiquitätenhändlers und findet Briefe von Ivy. Samantha macht sich auf die Suche, nicht ahnend, in welches Wespennest sie sticht. Emily Gunnis schlägt uns mit ihrem Buch in den Bann, sie hat eine wunderbare Art, die Vorkommnisse zu erzählen. Das Buch ist unterteilt in 46 Kapitel, die zwischen den Zeiten 1956 bis 2017 immer wieder hin- und herspringen. Dies bringt auch die Spannung auf die Spitze und wir erleben immer wieder neue Erkenntnisse, obwohl wir denken, schon alles zu wissen. Das Buch wird am 01.03.2019 beim Verlag Heyne veröffentlicht. Ich danke Jellybooks und dem Sponsor Heyne, dass ich es bereits vorher lesen durfte.

Lesen Sie weiter

Der Stoff aus dem Albträume sind

Von: Die Art der Ida Gratias aus Bayern

25.11.2018

Ein wahrlich gelungenes Debut von Emily Gunnis, einer jungen Autorin aus Brighton! Der spannende Plot ihres Romans ist der Feind eines jedes manikürten Fingernagels, der Spannungsboden ist so scharf gespannt, dass er Diamanten schneiden könnte, und doch gelingt es Gunnis, ihn bis zur letzten Romanseite zu halten. Ihre Figuren sind gut gezeichnet, die erzählten Geschichten für den Leser nachvollziehbar und intelligent miteinander verknüpft, dazu kommen noch die verschiedenen Zeitebenen, von 1956 bis 2017, und die unterschiedlichen Erzählperspektiven. Wer das schon bei seinem Erstling so perfekt beherrscht, auf den werden zurecht von der britischen Kritik Lobeshymnen gesungen, denn das alles zeugt von einer sehr talentierten Erzählerin. Dabei hat sie mit den jahrzehntelangen, systematischen "erzieherischen Maßnahmen", in den von Nonnen (die de Sade als Rollenmodelle so mancher Protagonistin seiner Romane hätten dienen können) geführten Mutter-und-Kind-Heimen, den sogenannten Magdalenenheimen, ja, benannt nach Maria-Magdalena, der katholischen Sünderin schlechthin, kein beliebiges Thema gewählt. Da gäbe es leichteren Stoff, allen voran, weil sie ihn nie nur als Hintergrundbild für "crime & suspense" benutzt, sondern sich der Sensibilität des Themas bewusst ist. Die Grausamkeit hier hat Methode und läßt niemanden kalt. Der Leser kann hier nicht die bequeme Position des bloßen Zuschauers einnehmen, der sich durch gut inszenierten Mord und Totschlag für ein paar Stunden unterhalten läßt, und wenn er das Buch zur Seite legt, ist wieder alles gut. Hier ist nichts mehr gut, denn die Opfer in Gunnnis Geschichte stehen für die unzähligen wahren Opfer der katholischen Moralerziehung, denen in Irland aber auch in Großbritannien genau das Beschriebene angetan wurde. Als Romanautorin versteht sie es gekonnt, auf der gesamten Klaviatur der Gefühle ihrer Leser zu spielen: Sie erzeugt tiefes Mitleiden mit den zahllosen Frauen und Kinder, Entsetzen über die Grausamkeit der Täter und Täterinnen, Erschrecken über die gesellschaftliche Macht der Institution Kirche bis in die Familie hinein und Wut über die Ungerechtigkeit der nicht erfolgten Strafverfolgung.   Bitte mehr davon!

Lesen Sie weiter
Alle anzeigen

Vita

Emily Gunnis arbeitete lange beim Fernsehen, unter anderem als erfolgreiche Drehbuchautorin. »Das Haus der Verlassenen« ist ihr Debutroman. Die Tochter der internationalen Bestsellerautorin Penny Vincenzi lebt mit ihrer Familie im südenglischen Sussex.

Zur AUTORENSEITE