Das Jahr der Katze

Roman

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Ein ungewöhnlicher Thriller in der Tradition eines Cormac McCarthy oder Quentin Tarantino und das faszinierende Panorama einer bizarren japanischen Unterwelt, die noch immer die Traditionen der Samurai-Zeit beschwört, auch wenn ihre goldene Zeit längst der Vergangenheit angehört.

Früher verstand sie sich als eine ehrenwerte Gesellschaft. Heute ist japanische Yakuza zunehmend eine Organisation gewöhnlicher Krimineller, verwickelt in Drogenhandel und schmutzige Immobiliendeals. Staat und Polizei haben die jahrhundertelange Toleranz und Koexistenz aufgekündigt und der Yakuza den Kampf angesagt. Da kommt es äußerst ungelegen, dass Fumio Onishi bei einer Aktion im Auftrag der Yakuza in Berlin eigenmächtig übers Ziel hinausgeschossen ist. Auf der Flucht vor den deutschen Behörden hat Onishi sich zwar mit seiner deutschen Freundin Nikola nach Tokio absetzen können. Doch hier erwartet der Yakuza-Boss Takeda ein unmissverständliches Opfer von ihm...

Hat Christoph Peters in seinen Romanen "Mitsukos Restaurant" und "Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln" die helle, ebenso faszinierende wie manchmal skurrile Seite der Kultur Japans beleuchtet, taucht er nach "Der Arm des Kraken" auch in seinem zweiten Roman um Fumio Onishi ein in die Abgründe des Reichs der aufgehenden Sonne - in einen zutiefst widersprüchlichen Kosmos voll rätselhafter Traditionen zwischen höchster Eleganz und Kultiviertheit einerseits und blinder Grausamkeit und fragwürdigen Atavismen andererseits, in eine Unterwelt, die ebenso geprägt ist von dem alten Ethos der Samurai wie von irritierenden Werten, fremdartigen Ritualen und verstörender Gewalt.

»Einer der ganz seltenen Romane, der Krimifans und Literaturliebhaber zu versöhnen weiß.«

Denis Scheck / WDR 2 (28. Oktober 2018)

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ISBN: 978-3-641-16362-4
Erschienen am  03. September 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Zwischen Tradition und Moderne

Von: Elke Heid-Paulius,Elke Heid-Paulus

31.01.2019

Man muss den Vorgänger „Der Arm des Kraken“ nicht zwingend gelesen haben, aber es hilft, die Beziehung zwischen dem Yakuza-Killer und dessen Freundin Nikola zu verstehen. Onishi fühlt sich für sie verantwortlich, seit er in Berlin/Prenzlauer Berg eigenmächtig ein Blutbad unter der vietnamesischen Mafia angerichtet hat, bei dem Nikolas Freund Yukio ums Leben gekommen ist. Sie verlassen Berlin und verstecken sich in der Wohnung eines Freundes in Tokio. Die beiden sind aber nicht nur auf der Flucht vor den Vietnamesen sondern auch vor der Yakuza-Organisation Nekodoshi-gumi. Deren Anführer Takeda schätzt es überhaupt nicht, dass seine Organisation sowohl die Aufmerksamkeit der deutschen Polizei als auch die der vietnamesischen Rivalen erregt, hat er doch genug mit organisationsinternen Streitereien zu tun, bei denen es um die Neuausrichtung der „Geschäftsfelder“ geht. Unterstützung findet Onishi bei seinem alten Lehrer Harara, einem Meister der Kampfkunst, der die traditionellen Denkweisen, orientiert am Kodex der Samurai hochhält und verkörpert. Denkweisen, die weder in eine moderne Industriegesellschaft noch in eine globalisierte Verbrechenswelt passen, weshalb auch Meister Harara in das Visier der Nekodoshi-gumi gerät. Es sind diese Gegensätze, die „Das Jahr der Katze“ zu einem reizvollen und spannenden Roman machen. Peters erzählt sie aus zwei Perspektiven: einerseits der auktoriale Erzähler, der Onishi und Nikola auf ihren Fluchtwegen in Tokio begleitet, andererseits der Ich-Perspektive Hararas, der über Disziplin, Tradition und Zen monologisiert und philosophiert. Inwieweit dieses Denken (noch) zeitgemäß ist, mag jeder Leser für sich entscheiden. Zumindest werden wir dadurch darauf hingewiesen, unser Bild von Japan zu hinterfragen. Wer nun glaubt, dies ginge alles zu Lasten des Tempos, sei beruhigt. Es gibt jede Menge Action, vor allem ausgiebige Schwertgefechte. Wir sind ja im Land der Samurai – wobei dies offenbar das Zugeständnis des Autors an die Klischees in den Köpfen seiner Leser ist.,Man muss den Vorgänger „Der Arm des Kraken“ nicht zwingend gelesen haben, aber es hilft, die Beziehung zwischen dem Yakuza-Killer und dessen Freundin Nikola zu verstehen. Onishi fühlt sich für sie verantwortlich, seit er in Berlin/Prenzlauer Berg eigenmächtig ein Blutbad unter der vietnamesischen Mafia angerichtet hat, bei dem Nikolas Freund Yukio ums Leben gekommen ist. Sie verlassen Berlin und verstecken sich in der Wohnung eines Freundes in Tokio. Die beiden sind aber nicht nur auf der Flucht vor den Vietnamesen sondern auch vor der Yakuza-Organisation Nekodoshi-gumi. Deren Anführer Takeda schätzt es überhaupt nicht, dass seine Organisation sowohl die Aufmerksamkeit der deutschen Polizei als auch die der vietnamesischen Rivalen erregt, hat er doch genug mit organisationsinternen Streitereien zu tun, bei denen es um die Neuausrichtung der „Geschäftsfelder“ geht. Unterstützung findet Onishi bei seinem alten Lehrer Harara, einem Meister der Kampfkunst, der die traditionellen Denkweisen, orientiert am Kodex der Samurai hochhält und verkörpert. Denkweisen, die weder in eine moderne Industriegesellschaft noch in eine globalisierte Verbrechenswelt passen, weshalb auch Meister Harara in das Visier der Nekodoshi-gumi gerät. Es sind diese Gegensätze, die „Das Jahr der Katze“ zu einem reizvollen und spannenden Roman machen. Peters erzählt sie aus zwei Perspektiven: einerseits der auktoriale Erzähler, der Onishi und Nikola auf ihren Fluchtwegen in Tokio begleitet, andererseits der Ich-Perspektive Hararas, der über Disziplin, Tradition und Zen monologisiert und philosophiert. Inwieweit dieses Denken (noch) zeitgemäß ist, mag jeder Leser für sich entscheiden. Zumindest werden wir dadurch darauf hingewiesen, unser Bild von Japan zu hinterfragen. Wer nun glaubt, dies ginge alles zu Lasten des Tempos, sei beruhigt. Es gibt jede Menge Action, vor allem ausgiebige Schwertgefechte. Wir sind ja im Land der Samurai – wobei dies offenbar das Zugeständnis des Autors an die Klischees in den Köpfen seiner Leser ist.

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Ein spannender wie ungewöhnlicher Thriller

Von: http://hallo-buch.de/peters-jahrderkatze.html

02.01.2019

Nachdem der japanische Mafiosi Fumio Onishi seinen Auftrag in Berlin so richtig vermasselt hat, flieht er mit seiner deutschen Freundin Nikola nach Tokyo. Dort soll er sich seinem Auftraggeber, dem lokalen Mafiachef Takeda stellen. Der jähzornige und meist betrunkene Yakuza-Boss verlangt von Onishi ein Opfer für sein Versagen. Doch der ist hierzu nicht bereit. So beginnt Onishi eine kleine Rebellion gegen Takeda, der sich einige weitere Mitglieder anschließen – einschließlich des Schwertmeisters Harada, der eine ganz besondere Haltung vertritt: Er glaubt, dass die Yakuza unter Takeda ihre althergebrachten Traditionen verrät und immer mehr in die “normale” Kriminalität abdriftet. Und das geht für ihn gar nicht… Nach seinen Romanen über die japanische Kochkunst “Mitsukos Restaurant” und den japanischen Ofenbau “Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln” ist “Das Jahr der Katze” nun der zweite Yakuza-Thriller von Christoph Peters. Schon in “Der Arm der Krake” beschäftigte sich der Autor mit einem Yakuza-Killer, der alte japanische Traditionen ganz im Sinne der Kriegerkaste der Samurai pflegte. Jetzt taucht Peters erneut tief in die kriminelle Welt der japanischen Mafia ein, die zwar kulturelle Traditionen wie höchste Eleganz im Kampf oder gänzliche Ergebenheit gegenüber den Autoritäten hochhält, aber letztendlich doch nur in sehr profane und grausame kriminelle Machenschaften verstrickt ist. Dabei wechselt er immer wieder die Perspektive zwischen der jungen Deutschen Nikola, die die Ereignisse mit einer erhellend naiven Außensicht verfolgt, und der Sicht des alten konservativen Yakuza- Schwertmeisters und Consiglieres Harada. In dieser widersprüchlichen Unterwelt aus uraltem Ethos, exzentrischen Werten, grausamen Ritualen und miesen Verbrechen erzählt Christoph Peters einen ungewöhnlichen und spannenden Thriller.

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Vita

Christoph Peters wurde 1966 in Kalkar geboren. Er ist Autor zahlreicher Romane und Erzählungsbände und wurde für seine Bücher mehrfach ausgezeichnet, unlängst z. B. mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg (2016) und dem Wolfgang-Koeppen-Preis (2018). Christoph Peters lebt heute in Berlin. Zuletzt erschienen von ihm bei Luchterhand der Erzählungsband "Selfie mit Sheikh" (2017) sowie der Roman "Das Jahr der Katze" (2018).

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28. März 2019

Lesung

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Pressestimmen

»Bis zum messerscharfen Schluss baut Peters einen Spannungsbogen, der sich trotz gelegentlicher Action-Szenen überwiegend aus Fragen der Geisteshaltung nährt.«

Hannes Hintermeier / Frankfurter Allgemeine Zeitung (05. November 2018)

»Ein ungewöhnlicher Thriller.«

Monika Dobler / Augsburger Allgemeine (06. Oktober 2018)

»Peters jongliert in seinem ›Culture-Clash‹-Thriller gekonnt mit Genremustern aus japanischen Gangsterfilmen. Es geht aber auch um den Konflikt zwischen Tradition und Moderne, Gehorsam und Emanzipation.«

Magdeburger Volksstimme (06. Oktober 2018)