Das Tor

Roman

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Im post-revolutionären Orient bestimmt das Tor über das Schicksal der Menschen

Ein nicht näher benanntes Land im Nahen Osten: Seit der Niederschlagung der Revolution brauchen die Bürger für jede noch so kleine Kleinigkeit in ihrem Leben – sei es die Überweisung zum Arzt oder die Erlaubnis, Brot zu kaufen – die Genehmigung des Staates. Um die zu erhalten, müssen sie sich vor einem riesigen Tor anstellen, das angeblich jeden Tag nur einer gewissen Anzahl an Anträgen stattgibt. In Wirklichkeit aber öffnet sich das Tor niemals, und die Schlange der Menschen, die in der glühenden Hitze warten, wird länger und länger, ihre Verzweiflung immer größer. Und doch will keiner von ihnen die Hoffnung aufgeben, dass das Tor eines Tages aufgehen wird ...

»Das Tor ist eine eindrucksvolle Erzählung über einen Unterdrückungsapparat, in dem Sprache, Gesetze und Wartezeiten so tödlich sind wie Gewehrsalven.«

Marten Hahn, Deutschlandfunk Kultur "Lesart" (22. April 2020)

Aus dem Arabischen von Larissa Bender
Originaltitel: (The Queue)
Originalverlag: Dar Altanweer
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-25039-3
Erschienen am  13. April 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Beängstigend und realistisch!

Von: Lines Books

03.09.2020

Auf dieses Buch bin ich durch Zufall aufmerksam geworden. Das Cover fand ich unglaublich toll und auch der Klappentext klang verdammt gut. Ich erhoffte mir eine außergewöhnliche Dystopie. Der Einstieg ins Buch war ehrlich gesagt nicht ganz so leicht, durch die vielen Namen musste ich mir erst einmal einen Überblick verschaffen. Als mir das schließlich gelungen war hatte ich keinerlei Probleme der Handlung zu folgen. Dieses Buch ist definitiv keine Leichte Kost. Es ist ein Buch welches Zeit braucht. Ein Buch welches man nicht nebenher einfach durchlesen kann. Zwar handelt es sich hier um eine Dystopie doch diese ist so unglaublich realistisch. Sie zeigt die Folgen der Unterdrückung, sie zeigt die Folgen eines Regimes. Sie zeigt klar und deutlich auf was mit den betroffenen Menschen geschieht. Tja und dann ist da noch das Tor. Für jede Kleinigkeit brauchen die Bürger eine schriftliche Bestätigung. Doch das Tor öffnet sich einfach nicht. Die Menschenmengen wachsen immens an und es scheint kein Ende in Sicht zu sein. Tagelang harren die Menschen in der brütenden Hitze aus in der Hoffnung das sich das Tor doch noch öffnet. Das ganze nahm mich emotional sehr mit, die verschiedenen Schicksale der Menschen gingen mir sehr nahe. Es war fast zu viel. Ich konnte es kaum ertragen. Es war ein stetes hin und her zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit. Dieses Buch ist eine Dystopie die ich so noch nie gelesen habe. Die ganze Thematik macht das ganze so unglaublich realistisch und beängstigend. Dieses Buch ist keine Dystopie im eigentlichen Sinne, sie ist definitiv anders aber dennoch absolut lesenswert. Das einzige was mir leider nicht allzu gut gefallen hatte war das Ende, denn es hörte einfach auf. Ich hatte aber noch einige Fragen und fand somit dieses Ende nicht ausreichend. Aber dennoch passte das Gesamtpaket einfach. Deshalb kann ich euch dieses Buch nur empfehlen. Ich würde euch aber bitten vorher die Leseprobe zu lesen, denn der Stil der Autorin ist doch etwas gewöhnungsbedürftig und nicht alltäglich. ➡️ Fazit: Mit "Das Tor" gelingt Basma Abdel Aziz eine außergewöhnliche Dystopie die sehr bewegend und emotional ist. Diese Dystopie ist unglaublich realistisch, das ganze ist durchaus vorstellbar und genau das macht sie so beängstigend.

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Eine Dystopie nicht für Jedermann

Von: Der Büchernarr

02.05.2020

Dass dieses Buch im Jahre 2013 veröffentlicht wurde ist natürlich ebenso zufällig wie der Schauplatz in einem fiktiven arabischen Staat. Natürlich. Ein geschickt gewählter Schachzug der ägyptischen Autorin, um Niemandem auf die Füße zu treten. Die Schlange Die Idee der Dystopie ist schön schräg und über aller Maßen absurd. Vor allem, wenn es darum geht, eine Kugel aus dem Körper eines Menschen zu entfernen. Eine Kugel, die sich der Protagonist während der Unruhen eingefangen, die nie stattgefunden haben. Und damit zum Staatseigentum wurde, das nicht von einem x-beliebigen Arzt in einem x-beliebigen Krankenhaus entfernt werden darf. Das klingt nach willkürlicher Bürokratie. Und das ist gewollt. Und so warten die Menschen nicht nur für Stunden, sondern für Tage und Wochen. Das Traurige ist, dass eine solche Abstrusität wirklich vorstellbar ist. Es ist absehbar, dass es nicht wirklich um die Warteschlange vor dem Tor geht, sondern um die Menschen und die Beziehungen, die sie untereinander aufbauen. Und selbst das Tor als solches wird nur zur Randerscheinung und steht bis zum Ende lediglich symbolisch für die Bürokratie, die Willkür und die Unterdrückung. Allerdings bleiben die Figuren auf Distanz und berühren den Leser nicht auf emotionaler Ebene. Ich denke, dass diese “bürokratische Sprache” ein Stilmittel ist, um das Gesamtsystem besser darzustellen und die dargestellte Unterdrückung zu verstärken. Propaganda mit der einen Zeitungen und dem einen Fernsehsender wird ebenso dargestellt, wie massive Einschnitte in die Freiheiten des Alltags. Dabei überschreitet die Autorin bewusst realistische Grenzen, wodurch das Buch einen überzogenen, schwarzenhumorigen Anstrich erhält. Fazit Ich denke nicht, dass diese Dystopie in einem Atemzug mit Orwells 1984 genannt werden wird, aber “Das Tor” zeigt sehr eindrücklich, wie eine Unterdrückung der Bevölkerung durch Willkür und Propaganda vollzogen und von ihr erduldet wird oder besser werden muss. Der Sprachstil dürfte allerdings nicht jedem zusagen, so dass ich das Buch nicht grundsätzlich jedem empfehlen mag, zumal Dystopien für so manchen Leser etwas zu schwer sein dürfte. Wer allerdings gerne in düstere Zukünfte schaut, sollte unbedingt einen Blick wagen.

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Vita

Basma Abdel Aziz wurde 1976 in Kairo, Ägypten, geboren. Sie arbeitet als Künstlerin, Schriftstellerin und Psychiaterin, wobei sie auf die Behandlung von Folteropfern spezialisiert ist. In ihrer Heimat setzt sie sich unermüdlich für den Kampf gegen Unterdrückung und Verletzung der Menschenrechte ein. Für ihr literarisches Schaffen wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet. Die Autorin lebt in Kairo.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Eine aussagekräftige Kritik autoritärer Systeme und ihrer menschenverachtenden Mechanismen.«

Raphael Smarzoch, Deutschlandfunk, Sendung "Büchermarkt" (29. Juli 2020)

»Basma Abdel Aziz entwickelt in ihrem Romanerstling ein bedrückendes Szenario. Eine gültige Darstellung des Lebens unter einer totalitären Willkür-Herrschaft.«

»Abdel Aziz, die auch als Psychiaterin arbeitet, erzählt trocken und mit hintergründigem Humor, wie einem die Absurditäten einer Diktatur jede Luft zum Atmen nehmen.«

Martina Läubli, NZZ am Sonntag (CH) (31. Mai 2020)

»Ein bisschen kafkaesk und klug, ein sehr spannendes, sehr lesenswertes Buch.«

»Spannend und mit viel Gespür für die lokalen Verhältnisse geschrieben, zeigt sich das Buch überraschend zeitlos (...). Ein mutiger und unangepasster Roman.«

Kieler Nachrichten (05. Mai 2020)