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Das Vermächtnis der Göttinnen Eine merkwürdige Geschichte aus den Weißen Karpaten
Roman

Kundenrezensionen (6)

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-13652-9

Erschienen: 21.09.2015
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Uraltes Wissen, von Müttern an Töchter weitergegeben - eine abenteuerliche Spurensuche

Verstreut in den Weißen Karpaten liegen einzelne Hütten, weit entfernt von allem. Es ist die Heimat der weisen Frauen, die ihr Wissen seit Generationen weiterreichen. Sie gelten als Göttinnen mit magischen Heilkräften und der Fähigkeit, die Zukunft vorherzusehen. Warum nur haben sie ihre eigene nicht gesehen?

Als Jugendliche muss Dora, die letzte der Göttinnen, miterleben, wie ihre Tante Surmena in die psychiatrische Klinik eingewiesen wird, und sie kehrt dem archaischen Leben den Rücken, verschreibt sich Fortschritt und Wissenschaft. Erst viel später, als die Archive der Staatssicherheit geöffnet werden, begreift sie, dass Surmena, wie auch die anderen Göttinnen, als regimefeindlich verfolgt worden war. Fassungslos deckt Dora bis dahin unbekannte Schicksale ihrer Familie auf. Eine Spur führt gar zu der von Himmler angelegten Hexenkartothek. Haben die Göttinnen etwa mit den Deutschen kollaboriert?

Ein mitreißender Roman über Macht, Korruption und Verrat in totalitären Regimen, über Rationalität und Magie.

Besprechung im WDR - wdr5.de

»Ein Buch, das Fiktion und Fakten virtuos verknüpft und Seite für Seite eine extreme Sogwirkung entwickelt.«

Deutschlandradio Kultur, Olga Hochweis (05.10.2015)

Kateřina Tučková (Autorin)

Kateřina Tučková wurde 1980 in Brünn geboren, studierte Kunstgeschichte, Literatur- und Sprachwissenschaft. Sie ist als Kuratorin, Sachbuchautorin und Schriftstellerin tätig. 2010 erhielt sie den wichtigsten Literaturpreis des Landes, den Magnesia Litera, für "Die Vertreibung der Gerta Schnirch"; für "Das Vermächtnis der Göttinnen" wurde sie mit dem Josef-Škvorecký-Preis, dem Tschechischen Bestsellerpreis und dem Magnesia Litera Publikumspreis ausgezeichnet. Das Buch stand wochenlang auf der Bestsellerliste und verkaufte sich 100.000 Mal in Tschechien. Kateřina Tučkovás Bücher werden in elf Sprachen übersetzt.

»Ein Buch, das Fiktion und Fakten virtuos verknüpft und Seite für Seite eine extreme Sogwirkung entwickelt.«

Deutschlandradio Kultur, Olga Hochweis (05.10.2015)

»... ein ungemein spannender, gut geschriebener und fundierter Faktenroman«

taz - die tageszeitung, Katharina Granzin (14.01.2016)

»ein echter Pageturner, der mit seinem esoterisch anmutenden Thema ganz unesoterisch und kreativ umgeht und dabei noch literarische Qualität und historische Wahrhaftigkeit bewahrt.«

literaturblatt für Baden-Württemberg, März/April 2016

»Der Roman zeigt die Vielschichtigkeit historischer Prozesse an Leib und Seele konkreter Personen. ... Bei aller dokumentarischen Genauigkeit: Magie bleibt.«

Fränkischer Tag, Carolin Herrmann (19.11.2015)

»ein meisterhafter Roman«

Prager Zeitung, Volker Strebel (22.10.2015)

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Aus dem Tschechischen von Eva Profousová
Originaltitel: Žítkovské bohyně
Originalverlag: Host

eBook (epub), 9 s/w Abbildungen

ISBN: 978-3-641-13652-9

€ 18,99 [D] | CHF 22,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: DVA Belletristik

Erschienen: 21.09.2015

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Frauenschicksale, Heilerinnen - spannend, historisch, ohnmächtig im Angesicht der Ungerechtigkeiten …

Von: Bücherfüllhorn Datum: 05.07.2016

https://buecherfuellhorn.wordpress.com

Die Geschichte beginnt mit einem heftigen Auftakt: Die Mutter der Hauptprotagonistin Dora wird getötet. Der Name von Dora’s Tante Surmena war für mich anfangs sehr gewöhnungsbedürftig. Sie ist eine Heilerin, und in der damaligen Zeit besaßen Heilerinnen Wissen, das für die Allgemeinheit unbekannt, und dadurch auch etwas mysteriöses und fremdes war. Aberglaube und Traditionen prägten diese Menschen.

Als Erwachsene recherchiert Dora für eine Diplomarbeit viel über „die Göttinnen von Zitkova“, und kann in alten und frei gegebenen Archiven nach Unterlagen ihrer Tante suchen, die im Sommer 1955 als regimefeindliche Person (Gefährdung der Gesellschaft) eingestuft wurde. Sie wurde damals „unschädlich“ gemacht und in eine Anstalt eingewiesen; so wie man Regime-Gegner zu dieser Zeit halt „ausgeschaltet“ hat. Im Buch werden viele hinterhältige Ungerechtigkeiten und auch Unmenschlichkeiten geschildert, so dass es einem beim Lesen richtig eng ums Herz werden konnte. Tatsächlich gibt es solche Polizeiakten, Situationsberichte, Beobachtungsprotokolle und Gutachten heute in tschechischen und slowakischen Archiven zum nachforschen.

Diese Geschichte schildert stellvertretend, wie hilflos die Verfolgten waren. Wie hilflos auch die Familien zusehen mussten, an die Ohnmacht, wie man mit dem Gedanken an diese Ungerechtigkeiten leben kann. Ärzte, die zum Regime gehörten und „unerwünschte Personen“ die in Anstalten eingeliefert und den Ärzten ausgeliefert wurden, und niemals mehr zurück kehrten.

Schließlich werden die Nazis auf die „Göttinnen“ aufmerksam. Den SS Hexen-Sonderauftrag gab es wirklich. Das Interesse kam auf, weil die Göttinnen „germanische“ Traditionen pflegten.

Fazit:
Ich habe das Buch zu lesen begonnen und konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Der Schreibstil und Erzählton haben mir sehr gut gefallen und ich würde gerne mehr von dieser Autorin lesen. In der Geschichte war besonders der Teil aufwühlend, als die Göttinnen verfolgt wurden und der überraschende Teil, der historischen Bezug auf Himmlers Hexenkartothek nimmt. Frauenschicksale. Außerdem zeigt die Geschichte die Ohnmacht der Bürger in einem paranoiden System. So wie ich es im Nachwort verstanden habe, existierten diese Frauen wirklich, und es gibt auch einen Zeitungsbericht „Bohyne na Zitkove“, der im Buch auf Seite 151 teilweise abgebildet ist.

Dieses Buch ist genau der Grund, warum ich gerne lese. Und auch gerne mal etwas anderes lese. Die Überraschung, das Thema und die Frauenschicksale in diesem Buch, die im großen und ganzen von wahren Begebenheiten erzählen, faszinieren mich. Der Blick hinter den Horizont lohnt sich, gerade in der Literatur.


Gekonnte Vermischung von Fiktion und Realität

Von: Wissenstagebuch Datum: 17.04.2016

https://wissenstagebuch.wordpress.com/

Žítková (dt. Schitkowa) ist nicht gerade der Nabel der Welt: Ein einsames Dorf in den Weißen Karpaten an der tschechischen Grenze zu Slowenien, die Älteren häufig Analphabeten, der Selbstgebrannte wird getrunken wie Wasser, dass die Leibeigenschaft abgeschafft wurde, hat man fünfzig Jahre zu spät mitbekommen.
Und gerade dieser unwirtlichen Gegend widmet die Ethnografin Dora Idesovà ihr gesamtes Leben. Sie ist hier aufgewachsen, großgezogen von ihrer schrulligen, immer alten Tante Surmena, einer der letzten Heilerinnen (und manchmal auf Wahrsagerinnen) des Ortes – Göttinnen nennen sie diese Frauen hier. Dora ist als Wissenschaftlerin skeptisch, aber weiß auch um die Besonderheiten, die das Leben in Žítková mit sich bringt. Ihr gesamtes Erwachsenenleben widmet sie den Göttinnen und stößt immer wieder auf ihre eigene Familiengeschichte: Warum wurde ihre Tante verhaftet nur um dann jahrelang in der Psychiatrie festgehalten zu werden und dort zu sterben? Warum erschlug ihr Vater ihre Mutter mit der Axt? Warum wurde sie auf dem Internat bis aufs Blut gequält? Und wer hat ein Interesse daran, die Göttinnen von Žítková in Verruf zu bringen? Dora stößt bei ihren Archivbesuchen weit in die letzten Jahrhunderte vor und erfährt dabei viel über ihre Vorfahrinnen, die als Hexen auf dem Scheiterhaufen starben und über ihre Familie, auf die sowohl Nationalsozialisten als auch Kommunisten immer ein Auge hatten.

Die „merkwürdige Geschichte aus den Weißen Karpaten“ beginnt tatsächlich merkwürdig. Die Protagonistin Dora Idesovà wirkt spröde, irgendwie aus der Zeit gefallen, keine Hobbies, keine Freunde, ab und zu eine lustlose Bekanntschaft – Du lebst ja wie ein Geist. Auch ihr Heimatdorf in den Weißen Karpaten ist alles andere als der Nabel der Welt. Und hier soll man einen spannenden Roman ansiedeln? – Ja, auf jeden Fall. Ein paar Seiten braucht man, um sich in Protagonistin und Montagetechnik einzufinden, doch dann beginnt man mitzufiebern. Wer ist hier mit wem verwandt und was fanden sowohl Nationalsozialisten als auch Kommunisten an den alten Frauen, die in ihren ärmlichen Hütten Glieder einrenkten und Kräutertränke brauten? Beim Lesen schlägt man sich unweigerlich auf die Seite der alten Heilerinnen, das macht die Perspektive. Doch im Rückblick ist bemerkenswert, dass das Buch genau das nicht macht. Waren sie Heilerinnen oder Scharlatane? Vielleicht etwas von beidem? Oder muss vielmehr jede Frau für sich betrachtet werden? Genossen sie die Aufmerksamkeit der Nationalsozialisten? Wären sie ebenso bekannt, wenn diese nicht begonnen hätten, ihre Geschichten aufzuschreiben? Während das eine Regime sie protegierte, versuchte das andere sie auszulöschen.

Schön ist, dass die tschechischen Namen der Orte und Personen auch in der deutschen Übersetzung beibehalten und dort, wo es der geschichtliche Verlauf erfordert, eingedeutscht wurden. Es ist nur eine Kleinigkeit, aber so hat man als Leser den Eindruck, diesem fremden Winkel ein Stückchen näher zu kommen. Manchmal wird jedoch auch zwischen deutschen und tschechischen Namen hin und her gesprungen, sodass man glatt verpassen kann, wenn es sich in der Beschreibung um ein und denselben Ort handelt. Eine Karte der Weißen Karpaten wäre sehr hilfreich gewesen. So ist es wirklich erhellend, wenn man sich im Internet Karten der Gegend anschaut, um ein Gefühl für die Entfernungen zu bekommen. Doras Stammbaum abzudrucken war im Gegensatz dazu unerlässlich, denn während die Protagonistin sich schnell merkt, mit wem sie wie verwandt sein muss, kommt man als Leser manchmal kaum hinterher.

Was man bereits beim Anblick des bis ins 17. Jahrhundert zurückreichenden Stammbaums ahnt, wird beim Lesen schnell zur Gewissheit: Die Autorin Tučková arbeitet für einen Roman außergewöhnlich akkurat und mit viel Liebe zum Detail. Schon während man die Hauptfigur Dora bei ihren ersten Recherchen in die tschechischen Archive begleitet, beginnt man sich zu fragen, wo hier die Grenze zwischen Realität und Fiktion verläuft, welche Dokumente sich so oder so ähnlich tatsächlich finden und welche der Figuren wohl tatsächlich Kräuter in den Wäldern gesucht haben. Als Leser freut man sich daher aufrichtig über den Epilog, in dem die Autorin Klarheit darüber schafft, wie sie bei ihrer Recherche vorgegangen ist und wie viel Fantasie in ihrem Roman steckt. Hier wird die Brücke von den ersten bekannten Göttinnen in die Jetztzeit geschlagen. Beginnt man dann, einige der Namen und Begriffe durch die Suchmaschinen laufen zu lassen, ist man erstaunt, wie viele historische Personen die Autorin in ihre Handlung eingeflochten hat.

Fazit: Kateřina Tučková gelingt es, Realität und Fiktion derart gekonnt mit einander zu vermischen, dass man als Leser gleich selbst ins nächste Archiv losziehen möchte, um mehr über die Göttinnen der Weißen Karpaten herauszufinden.

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