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Das Wunder Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-20352-8

Erschienen:  16.10.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Irland Mitte des 19. Jahrhunderts: In einem kleinen Dorf, dessen Bewohner tief im katholischen Glauben verwurzelt sind, staunt man über ein leibhaftiges Wunder. Seit vier Monaten hat die kleine Anna O'Donnell keine Nahrung zu sich genommen und ist doch durch Gottes Gnade gesund und munter. Die unglaubliche Geschichte lockt viele Gläubige an, aber es gibt auch Zweifler. Schließlich beauftragt man die resolute englische Krankenschwester Lib Wright, das elfjährige Mädchen zu überwachen. Auch ein Journalist reist an, um über den Fall zu berichten. Werden sie Zeugen eines ausgeklügelten Schwindels oder einer Offenbarung göttlicher Macht?

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Emma Donoghue (Autorin)

Emma Donoghue, 1969 als jüngstes von acht Kindern in Dublin geboren, war von Geburt an von Büchern umgeben. Dafür sorgte der Beruf ihres Vaters – Literaturkritiker und Universitätsprofessor Denis Donoghue. Seit ihrem 23. Lebensjahr verdient Emma Donoghue, die an der University of Cambridge promovierte, selbst ihren Lebensunterhalt als Autorin, ohne sich einem bestimmten Genre verpflichtet zu fühlen. Mit dem mittlerweile auch verfilmten Roman »Raum« wurde sie zur internationalen Bestsellerautorin. Emma Donoghue lebt heute mit ihrer Partnerin und ihren beiden Kindern in Kanada.

Weitere Informationen zur Autorin und ihren Werken finden Sie unter emmadonoghue.com

Aus dem Englischen von Thomas Mohr
Originaltitel: The Wonder
Originalverlag: Little, Brown

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-20352-8

€ 17,99 [D] | CHF 22,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Wunderraum

Erschienen:  16.10.2017

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Wunder oder Betrug?

Von: Mikka Liest Datum: 25.01.2018

www.mikkaliest.de

In ihren Werken greift Emma Donoghue vielfältige diverse Themen auf, mit ebenso vielfältigen diversen Charakteren. Zum Teil sind ihre Bücher in der Gegenwart angesiedelt, zum Teil sind es auch historische Romane – so oder so hat sie jedoch ein Gespür für bemerkenswerte weibliche Charaktere, die sich nicht blindlings dem Frauenbild ihrer Zeit beugen.

"Das Wunder" spielt in Irland, Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Krankenschwester Lib Wright ist eine sogenannte 'Nightingale': eine Krankenschwester, die von der berühmten Florence Nightingale (gemeinhin betrachtet als Begründerin der modernen Krankenpflege) persönlich ausgebildet wurde.

Unter Leitung von 'Ms N.' hat Lib im Krimkrieg Dienst getan. Unter schwersten Bedingungen betreute sie im türkischen Scutari britische Soldaten, obwohl es vorne und hinten an Materialien und hygienischen Bedingungen fehlte. Diese Zeit hat Lib ohne Zweifel stärker gemacht, und sie ist sehr stolz darauf, eine Nightingals zu sein – manchmal sogar hochmütig.

Als sie beauftragt wird, für zwei Wochen ein kleines Mädchen zu beaufsichtigen, das angeblich seit vier Monaten keine Nahrung zu sich genommen hat, reagiert sie zunächst mit purer Verachtung für die Menschen im Umfeld des Kindes. Im Grunde ist sie ein sehr widersprüchlicher Charakter: für ihre Zeit ist sie eine moderne Frau, die an die Wissenschaft und die Eignung von Frauen für wissenschaftliche Berufe glaubt, andererseits hängt sie bestürzenden Vorurteilen nach.

Was manchen deutschen Lesern möglicherweise nicht bewusst ist: die Iren hatten im Laufe der Jahrhunderte immer wieder mit anti-irischem Rassismus zu kämpfen, und so standen sie in den Augen vieler Menschen auch im 19. Jahrhundert noch auf dem Status von Untermenschen, die durch ihr 'unreines Blut' und ihre 'grobschlächtige Physiognomie' dem Affen ähnlich seien.

So aufgeklärt Lib auch ist, so sehr schweift ihr Denken oft ab ins Gefilde unhaltbarer Vorurteile. Ich konnte ihren Zorn gegen bestimmte Bewohner des Dorfes meist sogar nachvollziehen, wie zum Beispiel bei den Eltern des Mädchens oder dem Dorfarzt – aber nicht ihre pauschalen Verurteilungen der irischen Natur.

Lib ist sich keineswegs bewusst, dass ihre Vorurteile ihr kritisches, analytisches Denken mindestens ebenso sehr beeinträchtigen, wie der Wunderglaube der Dorfbewohner sie blind macht für die mögliche Not eines kleinen Mädchens.

Daher war Lib mir nicht immer sympathisch, aber sie hat dennoch viele Eigenschaften, die ich bewundere, und sie macht im Laufe des Buches eine große persönliche Entwicklung durch. Wider eigenes Erwarten schließt sie die "kleine Betrügerin" ins Herz und freundet sich mit einem irischen Journalisten an, der ebenso wenig an ein Wunder glaubt wie sie und eine ähnlich scharfe Intelligenz aufweist. Gerade weil sie ein so widersprüchlicher Charakter ist, war sie für mich auch so spannend. Je mehr sie sich öffnet für andere Ansichten und andere Lebensarten, desto mehr erfährt man auch darüber, was Lib ursprünglich dazu bewogen hat, sich den Nightingales anzuschließen, und dadurch kann man sie auch immer besser verstehen.

Auch Anna, das kleine 'Fastenmädchen', ist in meinen Augen ein so interessanter wie zwiespältiger Charakter: zunächst wirkt sie, als sei sie von ihrer Mutter geradezu abgerichtet worden auf pittoreske Frömmigkeit. Den ganzen Tag betet sie und singt christliche Lieder, während die Besucher sich die Klinke in die Hand geben, um sie um ihren Segen zu bitten und eine Spende in die Sammelbüchse für die Armen zu werfen. Ich brauchte einige Kapitel, um ein Gefühl für Annas eigentliche Persönlichkeit zu bekommen, so wie auch Lib erst ratlos ist, was sie von dem Mädchen halten soll.

Spannend war das Buch für mich vor allem, weil ich mir nie absolut sicher war, ob sich das Wunder als echtes Wunder entpuppen würde, als ausgeklügelter Trick der Eltern – oder etwas ganz Anderes. Die Auflösung ist in meinen Augen glaubhaft, schlüssig und weitaus komplexer als erwartet, doch was sich ganz am Schluss als Folge dieser Auflösung ergibt, konnte mich nicht 100%-ig überzeugen.

Dennoch fand ich das Buch sehr lesenswert: die Geschichte ist zutiefst originell, wirft ein interessantes Licht auf die Lebensumstände der Iren im 19. Jahrhundert und lädt den Leser ein, mitzudenken und die Geschehnisse stets zu hinterfragen.

Den Schreibstil fand ich wunderbar. er liest sich flüssig und unterhaltsam, mit einer guten Balance zwischen 'authentisch für die Zeit' und 'gut lesbar für den modernen Leser'. Das ist bei historischen Romanen für mich immer eine Gratwanderung, die nicht jeder Autor beherrscht!

Fazit:
Irland, Mitte des 19. Jahrhundert. Die 11-jährige Anna nimmt angeblich seit vier Monaten nur Wasser zu sich – ein Wunder, oder ein billiger Trick ihrer Eltern? Krankenschwester Lib Wright, ausgebildet von der berühmten Florence Nightingale, wird damit beauftragt, der Sache auf den Grund zu gehen Gemeinsam mit einer anderen Schwester soll sie das Mädchen zwei Wochen lang Tag und Nacht bewachen, um sicherzustellen, dass sie nicht doch heimlich isst.

Lib ist überzeugt, den Schwindel binnen zwei Tagen aufdecken zu können, aber dem ist nicht so... Und je mehr sie das Mädchen ins Herz schließt, desto mehr zweifelt sie daran, was sie glauben soll.

Die Autorin bringt den Leser immer wieder ins Zweifeln. 'Eigentlich kann es doch kein Wunder sein! – aber Anna scheint tatsächlich nichts zu essen... Nein, es muss ein Trick dahinter stecken!' Das sorgt für eine ständige Grundspannung, und dazu kommt die interessante Entwicklung der Charaktere, die sich nach und nach als komplexer und zwiespältiger entpuppen, als man anfangs vermuten würde.

Ganz nebenbei bekommt man einen Einblick in den gegen Iren gerichteten Rassismus der Zeit, der zumindest in meiner Schule im Geschichtsunterricht vollkommen unter den Tisch fiel.

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Nicht so gut wie der Debütroman, aber dennoch lesenswert!

Von: Janine Gimbel Datum: 22.04.2018

schreiblust-leselust.de/

Irland, Mitte des 19. Jahrhunderts: Die Geschichte eines 11 Jahre alten Mädchens sorgt für Aufsehen. Die kleine Anna O’Donnell hat seit vier Monaten nichts gegessen. Lediglich etwas Wasser nimmt sie zu sich. Die Katholiken im Ort und anderswo glauben sofort an ein Wunder, Pilger kommen in Scharen, um das Mädchen zu sehen. Die Krankenschwester Elizabeth Wright, genannt Lib, wird mit der Ordensschwester Michael dazu engagiert, zwei Wochen Tag und Nacht auf das Kind aufzupassen, um herauszufinden, ob es wirklich seit vier Monaten nichts gegessen hat und wie das möglich sein kann. Lib glaubt natürlich sofort an einen Schwindel. Es sollte doch einfach sein, Anna und ihre Familie innerhalb nur eines Tages zu überführen.

Emma Donoghue sorgte in 2012 mit ihrem fantastischen Roman „Raum“ für Aufsehen. In 2017 wurde dieser sogar verfilmt. Da ist es mehr als Zeit, dass der nächste Roman erscheint. „Das Wunder“ ist allerdings anders als „Raum“, obwohl man zugeben muss, dass auch hier die Handlung im Wesentlichen in einem winzigen Raum stattfindet. Lib lernt Anna als zartes, aber halbwegs gesund aussehendes Kind kennen. Es deutet nichts darauf hin, dass Anna wirklich seit vier Monaten nichts gegessen hat. Es muss ein Schwindel sein, es bleibt nur noch die Frage, wie das Kind an Nahrung kommt. Gut 80% des Romans befassen sich weitgehend eintönig mit diesem Umstand. Es passiert wirklich nicht viel. Und dennoch ist „Das Wunder“ kein schlechter Roman. Denn er ist nett geschrieben und nachdem man nach etwa einem Drittel oder der Hälfte der Geschichte die Eintönigkeit bemerkt, möchte man doch gerne wissen, wie die Geschichte ausgeht.

Eines sollte man bei der Lektüre allerdings nicht scheuen: Bibelzitate, Psalme, Lobsang und immer wieder Verweise auf Wunder des katholischen Glaubens. Die Geschichte ist voll davon und die Zeit, die Anna nicht mit Essen verbringt, kann sie beten und rezitieren. Das passt zur Geschichte, denn Glaube spielt eine sehr wichtige Rolle im Leben der Menschen des kleinen irischen Dorfes. Lib, die Protagonistin, kann damit allerdings wenig anfangen, denn der Glaube hat in ihrem Leben keinen Platz. Sie glaubt an die Medizin, ihre Beobachtungsgabe und ihre Unabhängigkeit. Dennoch lässt sie sich innerhalb der zwei Wochen, die sie Anna besuchen soll, mit etwas anstecken, das Glaube schon nahekommt.

Die Auflösung verläuft dann sehr gradlinig und rasch, es ist fast schade. Man hätte vielleicht mehr aus der Thematik machen können. Letztlich bleibt „Das Wunder“ deutlich hinter dem Erstling der Autorin zurück, ist aber dennoch lesenswert. Aufgemacht ist der Roman übrigens auch wunderschön!

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