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Das letzte Kind Thriller

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€ 8,99 [D] inkl. MwSt.
CHF 11,00*
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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-04819-8

Erschienen: 13.08.2010
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Er sucht verzweifelt seine Schwester. Er entdeckt die grausamen Verbrechen einer ganzen Stadt. Er ist völlig auf sich allein gestellt. ER IST ERST 13.

Es ist ein Jahr vergangen, seit die 12-jährige Alyssa verschwunden ist. Ihr Zwillingsbruder Johnny hat sich nie einsamer gefühlt. Sein Vater hat die Familie kurz nach dem Verschwinden der Tochter im Stich gelassen, seine Mutter flüchtet sich in eine Beziehung zu einem Mann, den Johnny verachtet. Der zuständige Detective will den Fall nicht schließen, obwohl seine eigene Familie an dieser Obsession zerbricht. Als ein zweites Mädchen verschwindet, weiß Johnny, dass er die beiden Mädchen finden muss. Dieser Junge ist ein moderner Huckleberry Finn und ein Detektiv, wie man ihn sich als Thriller-Leser nicht besser wünschen könnte. Dabei zeigt John Hart nicht nur Johnnys abgrundtiefe Einsamkeit, sondern erzählt eine enorm spannende Geschichte.

Ausgezeichnet mit dem IAN FLEMING STEEL DAGGER als bester Thriller des Jahres!

John Hart (Autor)

John Hart, geboren 1965 in North Carolina, arbeitete als Rechtsanwalt, bevor er sich seinen Traum erfüllte und seinen ersten Roman schrieb – »Der König der Lügen«. Es folgten »Der dunkle Fluss« und "Das letzte Kind", die beide mit dem renommierten Edgar-Allan-Poe-Award ausgezeichnet wurden. John Hart lebt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern in Rowan County, North Carolina.

Aus dem Amerikanischen von Rainer Schmidt
Originaltitel: The Last Child
Originalverlag: Thomas Dunne Book for Minotaur Books (St. Martin's Publishing Group), New York 2009

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-04819-8

€ 8,99 [D] | CHF 11,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: C. Bertelsmann

Erschienen: 13.08.2010

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Ein düsterer Thriller voller menschlicher Abgründe

Von: Mikka Liest Datum: 09.03.2015

mikkaliest.blogspot.de

Pro:
John Hart ist grandios darin, Atmosphäre zu erzeugen. Das beginnt schon in den ersten Szenen, in denen an sich wenig passiert: der kleine Johnny unternimmt eine lange Busfahrt und durchstreift dann den Wald, auf der Suche nach dem Nest eines Adlers, dessen Federn er für magisch hält. Aber schon auf diesen wenigen Seiten spürt man die stickige Hitze, begreift die verzweifelte Entschlossenheit von Johnny, der nur ein Kind ist und doch auch merkwürdig alt vor Kummer, und taucht ein in die düstere, beklemmende Welt dieses Buches. Trostlos, ernüchternd, klaustrophobisch... Das Buch ist voller dunkler Emotionen und dunkler Botschaften.

Das Verschwinden von Alyssa hat mehr als ein Leben zerstört. Ihr Bruder kann nicht loslassen, kann nicht akzeptieren, dass sie tot sein könnte, und er verrennt sich mehr und mehr in eine obsessive, gefährliche Suche nach ihr. Die Ehe ihrer Eltern hat die Tragödie nicht überstanden. Die Mutter kann den Verlust nicht ertragen, ohne sich durch Drogen und Alkohol zu betäuben, und dabei vergisst sie, sich um das Kind zu kümmern, das ihr noch bleibt. Sie flüchtet sich in eine Beziehung zu einem gewalttätigen Mann - will sie sich selbst bestrafen? Der Kommissar, der damals Alyssas Verschwinden untersucht hat, ist immer noch so besessen von dem Fall, dass darüber seine eigene Familie zerbricht.

Johnnys Leben ist ein Scherbenhaufen, aber er gibt die Hoffnung nicht auf, dass er seine Schwester lebend finden kann und dass dann alles wieder gut wird. Er beschattet freigelassene Sexualstraftäter, ohne sich um seine eigene Sicherheit zu kümmern. Es ist oft weniger der Kommissar, dem wir als Ermittler durch die Handlung folgen, sondern dieser mutige Junge. Dabei fand ich Johnny sehr sympathisch, und ich konnte gar nicht anders, als jeden Schritt des Weges mit ihm mitzufiebern. Zur Seite steht ihm sein bester Freund Jack, der raucht und trinkt wie ein Erwachsener und aufgrund seines verkrüppelten Arms ständig zum Opfer von Mobbing wird. Ihn fand ich sehr viel zwiespältiger als Johnny, aber ein guter Charakter war er dennoch.

Der Kommissar war mir manchmal sympathisch, und dann auch wieder nicht. Seine Entschlossenheit, Alyssa zu finden - und später ein anderes kleines Mädchen, das verschwindet - ist sicher löblich, aber seine Motive waren gelegentlich etwas fraglich. Aber es bestand nie ein Zweifel daran, dass er sich um Johnny sorgt wie um seinen eigenen Sohn.

Es gibt kaum einen Charakter, der nicht in irgendeiner Form von Verlust und Trauer gezeichnet ist, und gut und böse sind ab und an sehr relative Konzepte. Wir begegnen einem Mörder, den ich beim besten Willen nicht verurteilen konnte. Einem aufrechten Musterbürger ohne Gewissen oder Mitleid. Einer liebenden Mutter, die ihre Liebe ertränkt.

Das Buch IST ein Thriller, es IST spannend. Aber es ist eben keine gradlinige Reise von A nach Z, sondern ein verschlungener Umweg durch den Sumpf menschlichen Elends. Dabei ist es für mich ein Beweis für das Können des Autors, dass diese Reise nie schleppend wurde - oder bedrückender, als man als Leser aushalten kann. Es bleibt immer genug Hoffnung, dass man weiterliest.

Der Schreibstil ist fantastisch. Mal karg, mal beinahe poetisch, aber immer evokativ.

Kontra:
Die Geschichte ist streckenweise sehr verschachtelt, und zum Teil häufen sich die Zufälle etwas zu sehr, um noch 100%ig glaubhaft zu sein. Mich hat das eher weniger gestört - irgendwie hatte das etwas fast Mystisches, als würde das Schicksal dafür sorgen, dass Johnny der Wahrheit immer näherkommt -, aber ich denke, dass sich viele eingefleischte Krimileser daran stören könnten.

Das Tempo ist manchmal sehr gemächlich, und ich denke, man muss sich wirklich auf das Buch und seine über die reine Krimihandlung hinausgehenden Grundthemen einlassen, um es zu mögen. Meiner Meinung nach lohnt sich das aber.

Zusammenfassung:
Ein düsterer Thriller voller menschlicher Abgründe. Sicher keine leichte Lektüre, aber dennoch eine spannende Geschichte mit Sogwirkung.

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