Das sechste Erwachen

Roman

(5)
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Durch die Schwärze des Universums gleitet ein einsames, aber dafür umso gewaltigeres Raumschiff – die Dormire. An Bord befinden sich 2000 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder. Stirbt ein Crewmitglied, wird es umgehend durch seinen eigenen Klon ersetzt. Doch dann erwacht der Klon von Maria Arena vorzeitig und über und über mit Blut befleckt. Marias Erinnerungen wurden gelöscht, sie weiß nur noch, dass sie getötet wurde – ebenso wie der Rest der Crew. Schnell ist den Klonen klar, dass sich an Bord der Dormire ein Mörder aufhält, und wenn sie ihn nicht schnell finden, wird er wieder zuschlagen ...

»Selten wurde in den letzten Jahren eine Erzählung so wendungsreich und packend inszeniert.«

Buchrezicenter.filmbesprechungen.de (19. Juni 2018)

Aus dem Amerikanischen von Bernhard Kempen
Originaltitel: Six Wakes
Originalverlag: Orbit
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-22179-9
Erschienen am  11. Juni 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Guten Morgen, Sonnenschein!

Von: Kaisu

12.08.2018

“Es ist unrechtmäßig, von einer Person mehr als einen Klon gleichzeitig herzustellen. Jeder Klon ist eine Person. Das Klonen soll zur Lebensverlängerung genutzt werden, nicht zur Vervielfältigung. Wenn ein Klon von eigener Hand oder durch andere vervielfältigt wird, hat der jüngste Klon Anspruch auf die Identität, während die anderen nicht maßgeblich sind.” Internationale Zusatzbestimmungen verabschiedet 9.Oktober 2282 (Buchbeginn) Wir befinden uns in einer fernen Zukunft. Einer äußerst weit entfernten möglichen Zukunft. Das grellgelb leuchtende Display zeigt den 25. Juli 2493 an. Laute Geräusche dringen an unser Ohr. Doch wir können sie nicht greifen. Zu dicht in die dicke Masse der Regenerationsflüssigkeit, aus der sich unser Körper schälen muss. Hartnäckig hält sie uns in der Kapsel fest. Bevor sie sich endlich von uns löst und in die Freiheit entlässt. Eine Freiheit voller schwebendem Blut und toter Körper. Wo um alles in der Welt waren wir gerade aufgewacht? Nun, wenn wir es nüchtern betrachten: In einem Schlachtfeld. Mitten im All. Auf einem Raumschiff namens Dormire, mit dem Ziel zweitausend Menschen auf einem neuen Planeten anzusiedeln. Zum Glück sind dabei nur sechs Menschen ums Leben gekommen. Wobei, das stimmt nicht wirklich. Keine Menschen, Klone wurden ermordet und zwar genau die, die das Schiff zusammen mit der künstlichen Intelligenz IAN auf Kurs halten. Wer hat also ein Interesse daran, dass die Mission scheitert? Oder haben die Crewmitglieder ein Koller bekommen und sind ausgerastet? “Warum glaube ich, dass der Haufen Scheiße gerade noch etwas größer geworden ist?” (S.54) Praktischerweise kann sich die Crew problemlos neu erschaffen. Eine frische Klon-Crew berät sich also über die Situation. Zunächst recht sachlich und mit kühlem Kopf, bis man feststellen muss, dass wichtige Back-Up Dateien fehlen. Es ist also ihr letzter Körper. Sie sind wieder sterblich. Als ob das nicht genug wäre, kommt noch ein i-Tüpfelchen obendrauf: Sie können entsprechend auch nicht auf die Vergangenheit zugreifen und wissen nicht wer der Mörder ist. Dieser könnet jederzeit wieder zur Tat schreiten. Es gehören schließlich nur sechs Personen zum Täterkreis. Wer jetzt denkt, dass die Handlung schnell abgearbeitet ist und der Täter durch ein simples Ausschlussverfahren ermittelt werden kann, der täuscht. Natürlich stellt man Vermutungen an und kürt seinen Täter, achtet auf Details um IHN oder SIE vor den anderen zu finden. Voll logisch! Allein dafür, dass die Autorin dieses Feeling erzeugen kann, gibt einen fetten Pluspunkt. Hinzukommt, dass sie einem ordentlich Steine in den Weg legt. Nach und nach lernen wir nämlich die einzelnen Charaktere kennen. Ihre Vergangenheit und was sie auf das Schiff geführt hat. Das bringt ordentlich Schwung in den Ermittlungsradar. “Ich mache mir Sorgen um dieses Schiff. Hier haben alle ihre Geheimnisse, die sie den anderen nicht verraten. Auch du hast ein solches Geheimnis, und ich weiß, was es ist.” (S.283) Stück für Stück nähert man sich dem Finale und bekommt dieses dann auch schlüssig und nachvollziehbar präsentiert. Dabei hatte man auch nie das Bedürfnis, Seiten zu überspringen oder quer zu lesen. Alle Information saugt man förmlich wie ein Schwamm auf, um nichts zu verpassen. Langeweile kommt dabei an keiner Stelle auf. Gesellschaftskritik kommt dabei genauso zu Wort, wie Gedanken über das menschliche Dasein und unsere Macht, die wir nur allzu gerne den Maschinen überlassen. Teilweise ohne es zu ahnen. Nicht jede Szene oder Dialog ist perfekt und kommt ohne Floskeln aus, trotzdem kann ich für dieses Buch einen Lesetipp aussprechen. Auch für Leser_innen, die kein oder kaum Science Fiction lesen. Denn, dass man sich im All, tausende Kilometer von der Erde entfernt befindet, spürt man kaum.

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Ein Kammerspiel der besonderen Art

Von: Der Büchernarr (Frank)

25.06.2018

Im Grunde genommen handelt es sich bei diesem Science-Fiction-Roman um ein Kammerspiel der besonderen Art. Die Kammer: Ein Raumschiff. In der Kammer: Sechs Besatzungsmitglieder, eine hochentwickelte KI und 2500 Kolonisten, die sich gerade im Kryoschlaf befinden. +++ Ungewöhnliche Passagiere +++ Ist es ein Traum, auf einem Raumschiff zu einem unbekannten Planeten zu fliegen, um diesen zu kolonisieren? Nein, ist es nicht, weshalb sich an Bord der Dormire nicht die besten Wissenschaftler und intelligenten Köpfe der Erde befinden, sondern Verbrecher jeglicher Couleur, denen Straffreiheit in der neuen Heimat zugesagt wurde. Das gilt auch für die sechs Besatzungsmitglieder, die plötzlich erwachen und ein vollkommenes Chaos vorfinden. Inklusive einer defekten KI und dem Fehlen jeglicher Logeinträge der letzten Jahre. Das besondere bei den Besatzungsmitgliedern: Es handelt sich um Klone, die aktiviert werden können, wenn der Körper stirbt. +++ Puzzle +++ Somit wurde eine interessante Ausgangssituation geschaffen, denn der Leser weiß ebenso wenig wie die Besatzungsmitglieder und die KI, was eigentlich vorgefallen ist. Nach und nach werden Puzzleteile gesammelt und das Geschehen analysiert, wobei jeder zum Kreis der Verdächtigen gehört. Lafferty versteht es, sehr geschickt dem Leser nach und nach die Hintergründe dieser außergewöhnlichen Geschichte zu präsentieren und weiß mit zahlreichen Wendungen und einigen Rückblicken den Spannungsbogen kräftig zu spannen. +++ Gesellschaft +++ Das Buch entwickelt sich immer mehr zu einem spannenden Thriller, der den Leser in seinen Bann ziehen kann. Natürlich bleibt das Buch sich seines Hintergrunds (nämlich der Science Fiction) treu und schafft es eindrücklich die unterschiedlichen Genres zu verbinden. Was übrig bleibt: Ein spannendes Buch mit einigen gesellschaftlichen Fragestellungen. Neben den Spannungsmomenten bleibt es nicht aus, sich mit der Thematik des menschlichen Klonens zu befassen. Die Autorin schafft es, die Fragen in den Raum zu werfen, wie weit die Menschheit gehen darf, ohne aber selbst Stellung zu beziehen. Es bleibt dem Leser überlassen, sich selbst eine Meinung zu diesem doch sensiblen Thema zu bilden. +++ Fazit +++ Was für ein gelungener und spannungsreicher Science Fiction Roman. Er kann auf jeder Ebene überzeugen und ist für jeden empfehlenswert, der sich gern spannungsreicher Literatur zuwendet. Es sind die Erzählung und die Charaktere, die die Seele des Buchs ausmachen und gar nicht mal so sehr das Science Fiction. Somit kann ich bedenkenlos diesem Buch eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen.

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Vita

Mur Lafferty ist Autorin, Podcast-Produzentin, Gamerin, und Geek. Sie machte sich mit Podcasts wie I Should Be Writing und The Angry Robot einen Namen, und gewann den John W. Campbell Award for Best New Writer. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Durham, North Carolina.

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