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Das weiße Feld Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-20305-4

Erschienen:  11.09.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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"Eine raffiniert gewobene Familiensaga" (Libération) - ausgezeichnet mit dem Prix Renaudot des Lycéens 2016.

Sie heißen Magdalena, Libusa und Eva und teilen dasselbe Schicksal: Sie wachsen jeweils ohne ihren leiblichen Vater auf. Aber statt an diesem Schicksal, das in den Augen ihrer Umgebung ein regelrechter Makel ist, zu zerbrechen, entwickeln sie jede auf ihre Art einen unbändigen Freiheitswillen: Magdalena, die mit ihrer Mutter Marie aus dem braun gewordenen Wien flieht. Libusa, die mit ihrer Neugierde auf die Außenseiter der uniformierten Gesellschaft ihre Umgebung in Atem hält. Und Eva, die als Linkshänderin pädagogische Umerziehungsprogramme sabotiert und von fernen Ländern träumt. Alle drei eint die Zuneigung zu ihrer ebenso mürrisch-verschlossenen wie unbeirrbar selbstbewussten, beinahe überlebensgroßen Großmutter "Maman Maire", die sich als Hebamme im Dorf unentbehrlich zu machen verstand.

In einem Panoptikum unvergesslicher Charaktere - auf männlicher Seite: ein größenwahnsinniger Apparatschik, ein dichtender Tagträumer, ein patriarchalisch-humaner Bauer – entfaltet sich eine Familiengeschichte, deren großes Geheimnis erst auf den letzten Seiten seine Auflösung findet.

»Die Verhältnisse in der Tschechoslowakei über mehrere Generationen bilden die Kulisse für einen dicht erzählten Familienroman mit unerwarteter Wendung.«

Katja Lückert, NDR Info, Lesezeit (27.09.2017)

Lenka Hornakova-Civade (Autorin)

Lenka Horňáková-Civade wurde 1971 in der Tschechoslowakei in der Provinz Mähren geboren und wanderte 1991 nach Frankreich aus. Sie studierte an der Sorbonne Ökonomie und Philosophie. Heute lebt sie als Malerin und Schriftstellerin in Südfrankreich. Das weiße Feld ist ihr erster in französischer Sprache geschriebener Roman.

»Die Verhältnisse in der Tschechoslowakei über mehrere Generationen bilden die Kulisse für einen dicht erzählten Familienroman mit unerwarteter Wendung.«

Katja Lückert, NDR Info, Lesezeit (27.09.2017)

Aus dem Französischen von Hanna van Laak
Originaltitel: Giboulées de Soleil
Originalverlag: Alma Editeur

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-20305-4

€ 15,99 [D] | CHF 19,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Blessing

Erschienen:  11.09.2017

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Ein unglaublich gutes Buch

Von: Ponine T. Datum: 05.01.2018

nichtnocheinbeautyblog.blogspot.de/

Sie heißen Magdalena, Libusa und Eva und teilen dasselbe Schicksal: Sie wachsen jeweils ohne ihren leiblichen Vater auf. Aber statt an diesem Schicksal, das in den Augen ihrer Umgebung ein regelrechter Makel ist, zu zerbrechen, entwickeln sie jede auf ihre Art einen unbändigen Freiheitswillen: Magdalena, die mit ihrer Mutter Marie aus dem braun gewordenen Wien flieht. Libusa, die mit ihrer Neugierde auf die Außenseiter der uniformierten Gesellschaft ihre Umgebung in Atem hält. Und Eva, die als Linkshänderin pädagogische Umerziehungsprogramme sabotiert und von fernen Ländern träumt. Alle drei eint die Zuneigung zu ihrer ebenso mürrisch-verschlossenen wie unbeirrbar selbstbewussten, beinahe überlebensgroßen Großmutter "Maman Maire", die sich als Hebamme im Dorf unentbehrlich zu machen verstand ...


Dieses Buch habe ich letztes Jahr beim bloggerportal bestellt und am ersten Tag des neuen Jahres wirklich in einem Zug verschlungen. Das liegt nicht nur daran, dass es mit 195 Seiten wirklich angenehm kurz ist, sondern an diesem unglaublichen Sog, den es schon nach wenigen Seiten entwickelt. Die Geschichte wird der Reihe nach aus den Perspektiven von Magdalena, Libusa und Eva erzählt, und umfasst die Jahre 1938 bis 1988. Alle drei sind also nicht, wie der Klappentext es vermuten lässt, Schestern, sondern die jeweilige Tochter der Vorgängerin. Und das weiße Feld ist die freie Fläche in der Geburtsurkunde, in der der Name des Vaters stehen müsste, aber auch verschiedenen Gründen jeweils nicht stehen kann.


Die Autorin schildert sehr direkt das Leben von Frauen, die ihr Leben in die eigene Hand nehmen und den tonangebenden Männern trotzen - unter anderem eben auch damit, dass sie sich sehr bewusst für ihre unehelichen Kinder entscheiden und dadurch in Kauf nehmen, selbst Nachteile zu erfahren oder Ehen schließen zu müssen. Die Männer kommen samt und sonders nicht gut weg. Sie sind feige, üebrheblich oder gewalttätig - und wenn sie doch einmal Verletzlichkeit zeigen, dann müssen sie daran letztlich zugrunde gehen. Die Frauen dagegen werden als Charaktere gezeichnet, die zwar einerseits diesen Männern ausgeliefert zu sein scheinen, dabei aber das Heft in der Hand behalten. Vier sehr unterschiedliche und dennoch ähnliche Frauen, die ich in der Literatur sehr selten finde. Ein wahnsinnig guter Einstieg in dieses Lesejahr, das hoffentlich so weitergeht!

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Unsichtbare Muster

Von: Niamh O'Connor Datum: 04.02.2018

chicklitscout.wordpress.com

Das weiße Feld von Lenka Hornáková-Civade erzählt von vier Frauen: Marie, deren Tochter Magdalena, der Enkelin Libuce und der Urenkelin Eva. Geschildert werden die Ereignisse in drei Teilen, jeweils aus der Perspektive von einer der drei Jüngeren, die eines gemeinsam haben: Sie sind unehelich geboren, und das ist in dem kleinen mährischen Ort, in dem sie leben, ein schwerer Makel. Marie war mit der 1929 in Wien geborenen Magdalena in die Tschechoslowakei zurückgekehrt, nachdem der Arzt, bei dem sie gearbeitet hatte, mit seiner Familie vor den Nazis geflohen war.
Magdalena verbringt den zweiten Weltkrieg in relativer Sicherheit und Abgeschiedenheit als Magd auf dem Gutshof der deutschstämmigen Familie Feldmann. Nach dem Krieg müssen die Feldmanns die Tschechoslowakei aufgrund der Benes-Dekrete verlassen, Magdalena bleibt mit ihrer Tochter Libuce zurück. 1968, zur Zeit des Prager Frühlings, ist diese eine junge Frau, und auch sie bekommt eine uneheliche Tochter. Als diese Tochter, Eva, gerade erwachsen geworden ist, fällt 1989 der Eiserne Vorhang, und der Westen, den Marie und Magdalena ein halbes Jahrhundert zuvor verlassen hatten, rückt endlich wieder in erreichbare Nähe.

Meine Meinung: Ich mag Bücher, die persönliche Lebensgeschichten vor dem Hintergrund geschichtlicher Ereignisse erzählen, vorausgesetzt, diese sind realistisch dargestellt, und das ist hier der Fall. Die Autorin lebt zwar in Frankreich und hat den Roman auf Französisch geschrieben, aber sie ist hinter dem Eisernen Vorhang aufgewachsen, und im Nachwort sagt sie selbst, es handle sich zwar um keine Autobiographie, aber der Roman erzähle auch von ihr.

Eine Geschichte über uneheliche Kinder ist immer auch eine Geschichte über Patchworkfamilien, auch wenn dieser Begriff so gar nicht zur Atmosphäre des Romans passt. Marie, Magdalena und Libuce heiraten und bekommen noch weitere Kinder. Die Ehemänner kommen im Roman allesamt nicht gut weg, und für mich war es schwer, als Leserin mitansehen, was die Frauen sich alles gefallen lassen und was sie vor allem auch ihren Töchtern abverlangen. Marie und Magdalena betonen immer wieder, wie wichtig die Freiheit sei, aber das, was sie als Freiheit bezeichnen, ist in meinem Verständnis nur die Fähigkeit, viel zu ertragen und nicht daran zu zerbrechen. Aus heutiger Perspektive wirkt das alles fast unverständlich, aber trotzdem hat mich das Buch sehr schnell gefangen genommen. Den Reiz hat für mich auch ausgemacht, dass die drei unehelichen Töchter als junge Mädchen und Frauen zu Wort kommen, die über ihre Träume, Hoffnungen und Sehnsüchte berichten, während sie als Mütter in den Erzählungen ihrer Töchter als pragmatisch, streng und unerbittlich erscheinen. Die Lebensgeschichten der Frauen sind dabei stimmig erzählt, sie folgen den unsichtbaren Mustern, die auch in der Realität häufig dafür sorgen, dass die nächste Generation das Leben der vorhergehenden nachspielt. Mein Fazit: Eine faszinierende und berührende Geschichte über eine Welt, die – hoffentlich – der Vergangenheit angehört.

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