Dating

Eine Kulturgeschichte

(4)
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Früher hat man nicht gedatet. Erst als Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts allein in die Städte aufbrachen, um dort zu leben und zu arbeiten, änderte sich das. Die Geschichte des Datings ist also auch eine Geschichte des Feminismus. Und eine Geschichte ökonomischer Realitäten, die das Date schon immer maßgeblich beeinflusst haben und es bis heute tun. Moira Weigel hat die erste Kulturgeschichte des Datings geschrieben. Darin spricht sie über die ersten Kinos und besorgte Eltern, über Sex im Auto, Online Dating und was Romantik mit harter Arbeit zu tun hat.


Aus dem Englischen von Anna-Nina Kroll
Originaltitel: Labor of Love - The Invention of Dating
Originalverlag: Farrar, Straus & Giroux
eBook epub (epub), 1 s/w Abbildung
ISBN: 978-3-641-21335-0
Erschienen am  12. März 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Dieses Buch ist weit mehr als ein Dating-Ratgeber

Von: Peter aus Köln

02.08.2019

Hierbei handelt es sich nicht um einen klassischen Dating-Ratgeber, sondern eher um ein analytisches Werk aus der Vogelperspektive. Es wird die Geschichte zwischen Mann und Frau analysiert und wie sich die Annäherungsversuche beider Geschlechter im Laufe der Zeitgeschichte geändert bzw. entwickelt haben. Moira Weigel geht auch auf Filme, Serien und bekannte Romane ein und zieht die Inhalte daraus in ihr Werk mit ein. Auch das Thema der Emanzipation und die Entstehung des Feminismus sowie seine Folgen werden thematisiert. Insgesamt definitiv ein sehr ansprechendes Buch, das weit mehr als ein "Dating-Ratgeber" ist, sondern vielmehr eine spannende und teilweise augenöffnende Zeitreise durch die historische Entwicklung der Liebe zwischen Mann und Frau.

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Vielschichtig und erhellend

Von: Lesen - was sonst?

02.10.2018

Ausgehend von ihren eigenen Erfahrungen breitet die Autorin eine Kulturgeschichte des Datings aus. Umfassend, intelligent und kurzweilig werden die Balzrituale von Männlein und Weiblein in den verschiedenen Epochen beschrieben. Doch es bleibt nicht bei blossen Beschreibungen. Die Autorin geht einen Schritt weiter und bewertet die jeweils geltenden sozialen Do's und Dont's in Bezug auf die Bedeutung für die beiden Geschlechter. Sie zeigt auf, dass Dating für Frauen meist mit mehr Arbeit und für Männer meist mit mehr Vergnügen einherging. Die Autorin zeigt ebenfalls die Entwicklungen und Strömungen auf, die in den nicht-heterosexuellen, nicht-weissen, nicht-Mittelklasse-Schichten entstanden und wie durch sie die Mainstream-Kultur des Datings beeinflusst wurden. Erhellend waren ihre Ausführungen über die Auswirkungen von AIDS auf die Datingkultur, erschreckend die Schilderungen zu verschiedenen Dating-Apps, die heute gängig sind. Die Autorin bewertet auch eine ganze Reihe von in ihrer Zeit häufig gelesenen Ratgebern in Liebesdingen für Männer und Frauen. Die meisten kommen dabei nicht gut weg. Es ist der Autorin ein Anliegen, auf die unterschwellige Frauenfeindlichkeit der meisten Dating-Tools hinzuweisen. Sie setzt sich dafür ein, dass gesellschaftliche Veränderungen (in Richtung umfassender Krankenversicherungen, Verbesserungen zum Mutterschaftsschutz etc.) notwendig seien, um zu mehr echter Gleichberechtigung beider Geschlechter zu kommen. Das Buch hält, was es verspricht und hat mir das eine oder andere Aha-Erlebnis beschert.

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Vita

Moira Weigel wurde 1984 in Brooklyn geboren, arbeitet an ihrer Doktorarbeit und lehrt an der Yale University. Ihre Texte werden u.a. in Die Welt, The Guardian, The Nation und n+1 veröffentlicht, sie hat Henrich von Kleist und Werner Herzog ins Englische übersetzt. Heute lebt sie mit ihrem Mann in San Francisco und nach Jahren der persönlichen Recherche in Sachen Dating, hat sie nun die erste Kulturgeschichte des Datings geschrieben.

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