Der Distelfink

Roman

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Es passiert, als Theo Decker dreizehn Jahre alt ist. An dem Tag, an dem er mit seiner Mutter ein New Yorker Museum besucht, verändert ein schreckliches Unglück sein Leben für immer. Er verliert sie unter tragischen Umständen und bleibt allein und auf sich gestellt zurück, sein Vater hat ihn schon lange im Stich gelassen. Theo versinkt in tiefer Trauer, die ihn lange nicht mehr loslässt. Auch das Gemälde, das seit dem fatalen Ereignis verbotenerweise in seinem Besitz ist und ihn an seine Mutter erinnert, kann ihm keinen Trost spenden. Ganz im Gegenteil: Mit jedem Jahr, das vergeht, kommt er immer weiter von seinem Weg ab und droht, in kriminelle Kreise abzurutschen. Und das Gemälde, das ihn auf merkwürdige Weise fasziniert, scheint ihn geradezu in eine Welt der Lügen und falschen Entscheidungen zu ziehen, in einen Sog, der ihn unaufhaltsam mit sich reißt ...

"Dieses Buch lässt keinen kalt: Donna Tartts Roman „Der Distelfink“ [...] zeigt eine große Erzählerin, die so spannend wie eine Thrillerautorin schreibt."


Aus dem Amerikanischen von Rainer Schmidt, Kristian Lutze
Originaltitel: The Goldfinch
Originalverlag: Little, Brown and Company
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-12598-1
Erschienen am  10. März 2014
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Detailverliebte Darstellung der Handlung, wobei überraschende Wendungen stetig für einen spannenden Verlauf des epischen Dramas sorgen

Von: schnäppchenjägerin

11.05.2019

Theodore Decker verliert im Alter von dreizehn Jahren seine Mutter bei einem Terroranschlag, als sie gemeinsam ein Museum in New York besuchen. Unter Schock nimmt Theo ein Gemälde mit, von dem seine Mutter sehr beeindruckt war: "Der Distelfink" von Carel Fabritius aus dem 17. Jahrhundert. Der Vater, ein notorischer Trinker, hatte die Familie wenig zuvor verlassen, so dass Theo in New York alleine ist. Um eine Unterbringung durch die staatliche Fürsorge zu vermeiden, quartiert er sich bei einem Schulfreund und seiner wohlhabenden Familie ein, bis sein Vater plötzlich wieder aufschlägt und den Jungen mit nach Vegas nimmt. Dort gelangt der bisher vernünftige Schüler in falsche Kreise und kommt in Kontakt mit Drogen. Zwei Jahre später ist er zurück in New York und kann die Kleinkriminalität zunächst hinter sich lassen. Er lernt alte Möbel zu restaurieren und wird als Erwachsener Antiquitätenhändler. Aber auch in New York kann er die Finger nicht von den Opiaten lassen, veräußert nicht nur Antiquitäten, sondern auch Fälschungen und stößt immer wieder die Menschen vor den Kopf, die ihm wohlgesonnen sind. Begleitet wird Theo auf all seinen Stationen vom "Distelfink", auch wenn er - gerade als Jugendlicher - panische Angst hat, dass er wegen Kunstraubes belangt wird. Dennoch kann er das Gemälde einfach nicht zurückgeben, hatte jedoch nie die Absicht, sich damit zu bereichern. Der Roman erstreckt sich über mehrere Jahre und handelt überwiegend in New York. Er beschreibt die Entwicklung eines Jungen, der seine Mutter verliert, zu der er eine enge Verbindung hatte und in Erinnerung an sie, unerlaubt eine echte Kunstwerk an sich nimmt und aus Angst vor strafrechtlichen Konsequenzen nicht den Mut aufbringt, es rechtmäßig abzugeben. Dies wird allerdings nicht die einzige Fehlentscheidung in seinem Leben bleiben. Das Trauma seiner Kindheit hat Theo nie verarbeitet, betäubt sich mit Drogen, wird aber immer wieder von Angstzuständen eingeholt und hat eine niedrige Hemmschwelle in Bezug auf Betrügereien. Donna Tartt schreibt sehr detailliert, einzelne Ereignisse werden so ausufernd beschrieben, dass sie sich über unzählige Seiten erstrecken, auch wenn sie zeitlich nur einen winzigen Bruchteils des Romans ausmachen. Andererseits gibt es Zeitsprünge von mehreren Monaten oder Jahren, die dann nur rückblickend zusammengefasst werden. Trotz der Detailverliebtheit der Autorin ist das Buch nie ermüdend zu lesen. Die Schauplätze, an denen sich Theo aufhält oder die Wege, die er geht sind so anschaulich beschrieben, dass man sich selbst dorthin versetzt fühlt. Theos Entwicklung wirkt aufgrund seiner Erlebnisse und Erfahrungen sehr authentisch und auch seine Gefühlswelt, die oft traurig oder verwirrt ist, ist jederzeit verständlich. Man begleitet Theo als einsamen Teenager, der durch die äußeren Umstände fast unter die Räder gerät, in New York mit Unterstützung wieder auf den richtigen Weg gerät, dabei aber immer das verbotenerweise in seinem Besitz befindliche Gemälde mit sich herumschleppt, das mehr und mehr zur psychischen Belastung für ihn wird. Auch die Vergangenheit kann er nie ganz ausblenden, ist schreckhaft und geräuschempfindlich und entwickelt eine wahre Obsession in Bezug auf ein rothaariges Mädchen, das wie er den Terroranschlag überlebt hat. Auch wenn das Buch phasenweise etwas pointierter sein könnte, verfolgt man Theos Lebensweg, auf dem realistischerweise nicht immer viel passiert, gebannt, um zu erfahren, ob er sich am Ende von dem Gemälde befreien kann und glücklich werden wird. Durch Wendungen und Protagonisten, die Theo wiederholt begegnen, erhält der Roman immer wieder neuen Schwung und wird für eine nicht vorhersehbare Weiterentwicklung der Handlung gesorgt.

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Ein Mann wie James Hobart ... *hach*

Von: Birgit Pirker

21.02.2019

„Der Distelfink“ von Donna Tartt ist eine tolle Charakterstudie über das Leben eines 13-jährigen Jungen, dessen Entwicklung wir in den folgenden 15 Jahren begleiten. Hier wird die ganze Bandbreite menschlicher Gefühle und sozialer Begierden ausgelotet. Theo Decker ist 13 Jahre alt, als er seine Mutter auf tragische Weise verliert. Die Beiden waren gerade im Metropolitan Museum of Arts als eine gewaltige Explosion hunderte Menschen in den Tod reißt. Theo gehört zu den wenigen Überlebenden! Auf der Suche nach einem Ausweg aus dem zerstörten Museum nimmt er geistesabwesend das Gemälde „Der Distelfink“ von Carel Fabritius an sich, von dem seine Mutter, die jetzt irgendwo unter Schutt und Asche liegt, zuletzt so geschwärmt hat. Dieses kleine aber sehr wertvolle Gemälde ist von da an Theos heiligster Besitz und seine einzige Erinnerung an ein schönes Leben. Theo gerät zunehmend auf die schiefe Bahn: Nach dem Umzug nach Las Vegas zu seinem alkohol- und spielsüchtigen Vater findet er Halt in einer fragwürdigen Freundschaft zu einem wilden russischen Jugendlichen, der Theo in die Abgründe von Drogen und Kriminalität zieht. Ursprünglich hatte Donna Tartt gar nicht beabsichtigt, ihren Roman in der Kunstwelt anzusiedeln, erst die Zerstörung der Buddhastatuen in Bamiyan im Jahre 2001 gaben ihr den Anstoß dazu. Wenn auch außergewöhnlich, finde ich das Umfeld dennoch perfekt gewählt um den Spannungsbogen aufzuzeigen, in dem Theo sich bewegt. Der Umgang mit den Kunstwerken und auch das Restaurieren und Handeln von alten Möbeln machen eine sehr spezielle und schöne Stimmung. Zudem hat die Autorin einen sehr ausschweifenden und blumigen Schreibstil, der vor Details nur so trotzt. Dadurch kommt es zwar an manchen Stellen zu Längen, die für den Leser aber sehr gut zu überstehen sind. In dieser Geschichte gibt es sehr viele sympathische Protagonisten, die mir lange Zeit im Kopf geblieben sind, aber ehrlich gesagt gehört unsere Hauptfigur Theo Decker nicht dazu. Vermutlich mag das zum Einen an dem sehr verharmlosten Umgang mit dem Thema Drogen liegen, den ich so gar nicht nachvollziehen konnte. Zum Anderen aber auch am dargestelltem Charakter des jungen Mannes. Würde dieser persönlich vor mir stehen, ich würde ihn eher als aufgesetzt bzw. unecht und fahrig empfinden. Für mich war das jedoch kein Grund, das Buch deswegen schlechter zu beurteilen. Wer mir sehr zu Herzen gegangen ist, ist die Figur des James Hobart, der den 18-jährigen Theo nach seiner Rückkehr von Las Vegas nach New York bei sich aufnimmt und zu seinem Lehrherren und Ziehvater wird. Ein Gentleman wie er im Buche steht mit vielen liebevollen Zügen und Eigenheiten. So stell ich mir einen Großvater vor! Ein wahnsinnig toller Mann! Auch mit diesem Buch konnte mich Donna Tartt wieder von ihrem Können überzeugen. „Der Distelfink“ ist ein würdiger Vertreter der modernen Literatur und wurde nicht umsonst 2014 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

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Vita

Donna Tartt wurde in Greenwood, Mississippi, geboren. Während ihres Studiums am Bennington College begann sie mit der Arbeit an ihrem ersten Roman »Die geheime Geschichte« und schrieb sich damit unter die wichtigsten zeitgenössischen Autorinnen Amerikas.
Ihr neuer Roman »Der Distelfink« belegte gleich Platz 1 der New York Times-Bestsellerliste, stand wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste, wurde mit dem renommierten Pulitzer-Preis ausgezeichnet und begeistert Leser und Kritiker: »Umwerfend! Ein grandioser Roman, der daran erinnert, wie schön es ist, sich voll und ganz in ein Buch zu vertiefen und dafür nächtelang durchzulesen.« (New York Times) Donna Tartt lebt heute abwechselnd in Charlottesville, Virginia, und Manhattan.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

"Man kann diesen Roman drehen und wenden, wie man will: Er ist ein Meisterwerk."

"Zehn Jahre mussten wir auf das nächste Buch der geheimnisvollen Donna Tartt warten. Hat es sich gelohnt? Himmel, ja!

Rebecca Casati, Harper's Bazaar Deutschland (12. Februar 2014)

„Donna Tartt gehört zu den ganz Großen der amerikanischen Literatur und ist doch eine Unbekannte: Jetzt liegt ihr neuer, grandioser Roman vor.“

Süddeutsche Zeitung (12. März 2014)

"Tartt schreibt Bücher, die so wahrhaftig wirken, dass die Protagonisten den Leser weit über die Lektüre hinaus begleiten."

"Ihr neuer Roman ,The Goldfinch' ist ein Wunder der Literatur."

„Warten auf Donna […] lohnt sich jedes Mal.“

BRIGITTE (12. März 2014)

"Kein Zweifel: Hier ist eine Meisterin am Werk."

Basler Zeitung (10. März 2014)

"Meisterlich: Frisch mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet ist der Kunstraubkrimi und Psychobildungsroman „Der Distelfink“ der amerikanischen Autorin Donna Tartt. Beste amerikanische Erzähltradition mit rasanter Dramaturgie."

Frankfurter Rundschau (28. April 2014)

"Ein kleiner Vogel, gemalt von einem alten Meister, steht im Zentrum dieses Romans einer großen Meisterin der Literatur."

BRIGITTE (09. April 2014)

"Ich sag's lieber gleich: dies ist das Buch des Jahres. Was auch immer noch kommen mag:es muss sich an den Erfahrungen der Lektüre des Distelfinks messen."

"Es ist ein gewaltiges, überwältigendes und trotz seines Umfangs nie langweiliges Buch."

„Wie Theo […] erwachsen wird, liest sich auf 1000 Seiten irrsinnig spannend. Ein modernen ,Oliver Twist‘.“

freundin (12. März 2014)

„Aber nichts [...] ist so atemberaubend wie die Welt ihrer Bücher, und die Integrität, mit der sie ihren eigenen Kosmos bewahrt. Also schweigen auch wir. Und lesen.“

Rebecca Casati, Harper's Bazaar Deutschland (12. Februar 2014)

"Eine literarische Stimme, die man nicht mehr vergisst: Donna Tartt."

"Man könnte sagen, dieser Roman sei konventionell erzählt [...] Trotzdem ist er ein Meisterwerk."

"Tartts Gründlichkeit und Einfallsreichtum spürt man beim Lesen [...] Man ahnt, wie viel sie ausprobieren und verwerfen musste, um zu der dichten Erzählung zu gelangen, die den Distelfinken ausmacht."

"Sie macht den größten Malern Konkurrenz."

„Ein Buch, wie ein Barock-Gemälde. […] Bestseller-Verdacht ist durchaus gegeben.“

Süddeutsche Zeitung (08. März 2014)

„Das nächste große Ding nach Dickens [...] ist ein erzählerisches Kunststück par excellence. Donna Tartt ist ein Meisterwerk gelungen.“

„,Der Distelfink‘ ist der dritte Roman der US-amerikanischen Autorin Donna Tartt [...] – atmosphärisch dicht und meisterhaft geschrieben.“

„Donna Tartts Roman ,Der Distelfink‘ ist ein hinreißendes Meisterwerk […] Ein wunderbares Buch über Freundschaft, Liebe und – die Kunst.“

",Der Distelfink' ist Kunstkrimi und Milieustudie, ein Roman, für den man nächtelang wach bleibt."

SonntagsZeitung, Schweiz (04. Mai 2014)

"Donna Tartt hat einen wunderbaren Roman geschrieben, intelligent, vielschichtig, genau beobachtet und von einer außergewöhnlichen Sprachkraft. Eines der großen Bücher der Saison."

NDR Kultur

"...das Buch ist fantastisch gut gechrieben - ich genieße jeden einzelnen Satz."

Jojo Moyes in FOCUS (21. Juli 2014)

»Ich habe Donna Tartts “Der Distelfink” geradezu verschlungen – ein Roman so opulent, faszinierend und intensiv wie ein Werk von Charles Dickens.«

Ian Rankin

"Kunstvoll, fast wie auf einem Bild von Chagall, lässt die Autorin immer neue Facetten, Details und Motive aufleuchten."

Lippische Landeszeitung (02. Januar 2015)

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