Der Gott der Stadt

Roman

(5)
eBook epub
19,99 [D] inkl. MwSt.
19,99 [A] | CHF 24,00 * (* empf. VK-Preis)

Bestellen Sie mit einem Klick:

Oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler

Am Anfang steht der Tod. Jemand versinkt zwischen geborstenen Eisschollen und eine Leiche baumelt von der Decke eines Theaters. Die Todesfälle liegen Jahrzehnte auseinander, doch es ist der gleiche Todestag: der 16. Januar. Im Winter 1912 ertrank Georg Heym beim Schlittschuhlaufen, 1995 werden die Novizen einer elitären Schauspielschule im gerade wiedervereinten Berlin auf sein verrätseltes Faust-Fragment angesetzt. Angestachelt von ihrem Professor verstricken sie sich immer tiefer in den Gedankenlabyrinthen des genialischen Dichters. Der psychologische Druck steigt, Konkurrenz entflammt, Wahn und Wirklichkeit beginnen zu verschwimmen. Dann wird ein Toter auf der Probebühne der Schule gefunden. War es Mord, Selbstmord - oder doch ein Teufelspakt?

»So viel Lesevergnügen bei so viel stofflicher und gedanklicher Tiefe hat man selten.«

Olaf Przybilla / Süddeutsche Zeitung (03. September 2019)

eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-21721-1
Erschienen am  19. August 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Der Stoff, aus dem das Leben ist

Von: Bücherwurm aus 63454 Hanau

29.12.2019

Eine Lesung und ein Interview mit Christiane Neudecker bei den OPEN BOOKS der Frankfurter Buchmesse im Oktober 19 haben mich neugierig auf den Roman gemacht, und ich wurde nicht enttäuscht! Das Zusammentreffen von fünf jungen Menschen, die zwar ein gemeinsames Ziel haben, aber noch keine Vorstellung davon, wie und ob sie es erreichen können, in einer Stadt — Berlin 1996 — , die auch nicht weiß, was sie ist und sein will oder soll!, an einer Schauspielschule mit eingefahrenen Strukturen und eingefrorenen Professoren aus alten Ost-Zeiten, angesetzt auf die Arbeit an einem äußerst schwierigen expressionistischen Fragment von Georg Heym — das kann nicht gut gehen. Dieses Gefühl hat man von Beginn an, nicht nur, weil die Protagonistin uns sehr früh den Tod eines Mitbewerbers voraussagt, sondern weil alle Charaktere so verletzlich verfangen sind in ihrer jeweiligen Situation, dass eine erfüllende Zusammenarbeit, ein beglückendes Gelingen einfach nicht vorstellbar ist. Das gilt für die Regie-Eleven ebenso wie für die Professoren, ein jeder und eine jede kämpft mit den eigenen Dämonen, da braucht es gar keinen Georg Heym mehr! Der Titel des Romans „Der Gott der Stadt“ führt uns zwar nicht in Heyms Berlin von 1910, aber in eine Großstadt, die für junge, unerfahrene Menschen durchaus Erfahrungen bereithält, die sie in ihren Grundfesten erschüttern kann. Vor allem die Hauptfigur Katharina erlebt das, und Neudecker beschreibt deren Verwirrung so überzeugend, dass ich mich zurückversetzt gefühlt habe in die Anfangszeit meines Studiums vor vielen Jahren. Die Vielschichtigkeit der Handlung rund um Georg Heym, sein Faust-Fragment und seinen Tod, macht den Roman spannend. Er ist nicht nur ein Zeugnis der Nach-Wende-Zeit, sondern erlaubt uns für einen kurzen Zeitraum junge Menschen zu begleiten, die ihren Weg noch suchen und die sich mit ihrer Gefühlswelt Heyms Expressionismus nahe fühlen. Man muss Georg Heym nicht gelesen haben, um den Roman zu verstehen, schon gar nicht das ominöse „Fragment“, das 2012 in Berlin uraufgeführt wurde. Sein Gedicht „Der Gott der Stadt“ trifft aber einen Nerv auch noch 100 Jahre später, indem es die grundsätzliche Unbehaustheit des Menschen zum Thema macht, die er durch Erfolg, Ruhm und Macht zu überwinden meint. Wenn es die Götter denn zulassen.

Lesen Sie weiter

Wenn Thalia zum Dämon wird

Von: Circlestones Books Blog

30.10.2019

„Sie werden seine Welt betreten und durch seine Abgründe schreiben. Sie werden seine Zerrissenheit spüren, seine Qualen, sein Genie. Sie werden seinen Dämonen begegnen – und ihren eigenen.“ (Zitat Seite 115) Inhalt Nur fünf freie Plätze gibt es jährlich für das Regiestudium der Erwin Piscator Hochschule für Schauspielkunst in Berlin. 1995 geht für die einundzwanzigjährige Katharina Nachtrab ein Traum in Erfüllung, sie wird aufgenommen. Der berühmte Regisseur Korbinian Brandner, Professor an dieser Hochschule, wird den Lehrgang als Mentor selbst unterrichten. Am 16. Januar 1912 war der expressionistische Lyriker Georg Heym beim Schlittschuhlaufen auf der Havel ertrunken, als er seinen Freund rettete. Am 16. Januar 1996 soll Heyms Faust-Fragment aufgeführt werden. Jeder der fünf Regiestudenten erhält von Brandner nur einige Sätze zur Bearbeitung und muss die eigene Szene mit den jeweils anderen vier Mitgliedern der Gruppe als Schauspieler auf die Bühne bringen. Doch zunächst müssen sie die Zusammenhänge finden und eine intensive Spurensuche beginnt. Doch statt der Aufführung gibt es am 16. Januar 1996 auf der Probebühne einen Toten. Thema und Genre Dieser Roman spielt in der Welt des Theaters und zeigt die Extremsituationen für junge Schauspieler und Regisseure, den enormen Druck schon während der Ausbildung. Das Buch handelt von Ehrgeiz und Träumen sich künstlerisch zu verwirklichen, von Grenzen, die dabei überschritten werden. Es geht um Realitäten, die sich verwischen und in Besessenheit enden. Hier ist Faust das Kernthema, Mephisto, Mystik, Georg Heym und sein Fragment. Die Handlung spielt 1996 in Berlin, wo die Wende das Ost-West-Denken noch lange nicht beendet hat und die politische Vergangenheit noch sehr präsent ist. Charaktere Die Autorin zeichnet jeden ihrer unterschiedlichen Charaktere stimmig und nachvollziehbar bis ins Detail und mit einer Vielfalt von unterschiedlichen Eigenschaften, was mit zur Spannung und Faszination dieses Romans beiträgt. Brandner, der geniale Regisseur, der die Schwächen seiner Schüler schonungslos beim Namen nennt, ein Dämon, der gegen die eigenen Dämonen kämpft. Katharina, Tadeusz, Schwarz, Francois und Nele fühlen sich bald als Gruppe, doch das Faust-Fragment macht sie zu ehrgeizigen Konkurrenten, obwohl sie als Team zusammenarbeiten müssten. Handlung und Schreibstil Die Geschichte ist vielschichtig, denn jeder der Protagonisten kämpft nicht nur um den eigenen künstlerischen Erfolg, der schon in diesem ersten Studienjahr von der Schulleitung laufend hinterfragt wird, sondern auch gegen die eigenen Dämonen, Ereignisse, die ihr bisheriges Leben geprägt haben und ihr Verhalten noch immer beeinflussen. Die Handlung beginnt mit einem Prolog, der gleichzeitig Rückblende und Vorschau ist und endet mit einem kurzen Epilog. Die einzelnen Kapitel sind in fünf übergeordneten Hauptteilen zusammengefasst. Katharina ist die Ich-Erzählerin, doch die Autorin wechselt die Erzählperspektive und zeigt in einzelnen Kapiteln auch die Gedanken und Handlungen der anderen Hauptprotagonisten auf, eine geniale Vorgehensweise, um dem Leser weitere Informationen zu geben, die Katharina nicht wissen kann. Dies gibt der Handlung einen unwiderstehlichen Sog und Spannung. Fazit Ein atmosphärisch dichter, vielschichtiger und spannender Roman. Nicht nur die Handlung, auch die Sprache fasziniert. Lebendige Schilderungen, Metapher als Verweise auf Georg Heyms Lyrik, Symbole und Charaktere zwischen realer Zerrissenheit und Besessenheit für die Kunst überzeugen. Ein Buch und Leseerlebnis, das begeistert.

Lesen Sie weiter
Alle anzeigen

Vita

Christiane Neudecker, geb. 1974, studierte Theaterregie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch und lebt als freie Schriftstellerin und Diplom-Regisseurin in Berlin. Seit 2001 arbeitet sie mit dem Künstlerkollektiv phase7 zusammen, u.a. am Forum Neues Musiktheater, bei den Internationalen Festspielen Bergen oder dem New Vision Arts Festival Hongkong. Für die Deutsche Oper Berlin verfasste sie das Libretto zu »Himmelsmechanik - eine Entortung«. Christiane Neudecker wurde für ihre Romane und Kurzgeschichten mit zahlreichen Literaturpreisen gewürdigt. Ihr neuer Roman »Der Gott der Stadt« (2019) wurde bereits im Vorfeld mehrfach ausgezeichnet, die zuletzt erschienene »Sommernovelle« (2015) erreichte die SPIEGEL-Bestsellerliste und war NDR Buch des Monats.

www.christianeneudecker.de

Zur AUTORENSEITE

Events

26. Feb. 2020

Lesung und Gespräch

Berlin | Lesungen
Christiane Neudecker
Der Gott der Stadt

06. März 2020

Lesung

20:00 Uhr | Berlin | Lesungen
Christiane Neudecker
Der Gott der Stadt

07. März 2020

Lesung

19:30 Uhr | Nürnberg | Lesungen
Christiane Neudecker
Der Gott der Stadt

13. März 2020

Lesung

19:00 Uhr | Oberhausen | Lesungen
Christiane Neudecker
Der Gott der Stadt

Videos

Links

Pressestimmen

»›Der Gott der Stadt‹ ist Heym-Hommage, Faust-Überschreibung, Künstler- und Bildungsroman und Autobiographie, aber vor allem ist es ein Berlin-Roman.«

Martin Halter / Frankfurter Allgemeine Zeitung (29. Oktober 2019)

»Christiane Neudeckers Fähigkeit, Georg Heyms Literatur, deutsche Geschichte und ihre Erzählung um die fünf Regiestudenten zu verweben, ist faszinierend.«

Damaris Diener / MDR Kultur (05. Oktober 2019)

»Christiane Neudecker zieht die teuflische Schlinge aus Obsession und Machtspielen immer enger, bis man auf der letzten Seite atemlos auftaucht. Brillant!«

Julia Schmitz / tip Berlin (08. August 2019)

»Eine spannende Mischung aus einer Geschichte über das Erwachsenwerden, einem Krimi (jemand erhängt sich im Theater) und einem Spiel mit den literarischen Vorlagen.«

Peter Romir / Nürnberger Nachrichten (15. August 2019)

»Bei der Lektüre ist das Lachen einer herrlich durchtriebenen Schriftstellerin zu hören, die in ihrem literarischen Hexenofen einige Gewissheiten in Flammen aufgehen lässt.«

Carsten Otte / SWR2 (01. Dezember 2019)

»Christiane Neudeckers neuer Roman ist ein 670-seitiger mitreißender literarischer Pageturner.«

Gérard Otremba / Rolling Stone (24. Oktober 2019)

»Ein fesselnder und vielschichtiger Roman«

Irene Binal / Ö1 (06. Oktober 2019)

»Darüberhinaus versteht es Neudecker grandios, sowohl den Ensemblegeist der Truppe zu beschwören, als auch die Intrigen und Machtspiele untereinander in brutaler Detailfreudigkeit zu skizzieren.«

Reinhard Kalb / Nürnberger Zeitung (20. August 2019)

»Neudeckers Prosapoesie beeindruckt, weil sie die Sprach- und Motivebenen kunstvoll miteinander verknüpft, ohne mit dem literarischen Geflecht anzugeben. «

Carsten Otte / taz (16. November 2019)

»Eine der interessantesten und spannendsten Autorinnen der Gegenwart – eine, die sich in keine Schubladen pressen lässt und die Leser immer wieder überrascht.«

Julia Hofmann / BR Fernsehen (12. September 2019)

Weitere E-Books der Autorin