Der Gott der Stadt

Roman

(6)
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Am Anfang steht der Tod. Jemand versinkt zwischen geborstenen Eisschollen und eine Leiche baumelt von der Decke eines Theaters. Die Todesfälle liegen Jahrzehnte auseinander, doch es ist der gleiche Todestag: der 16. Januar. Im Winter 1912 ertrank Georg Heym beim Schlittschuhlaufen, 1995 werden die Novizen einer elitären Schauspielschule im gerade wiedervereinten Berlin auf sein verrätseltes Faust-Fragment angesetzt. Angestachelt von ihrem Professor verstricken sie sich immer tiefer in den Gedankenlabyrinthen des genialischen Dichters. Der psychologische Druck steigt, Konkurrenz entflammt, Wahn und Wirklichkeit beginnen zu verschwimmen. Dann wird ein Toter auf der Probebühne der Schule gefunden. War es Mord, Selbstmord - oder doch ein Teufelspakt?

»So viel Lesevergnügen bei so viel stofflicher und gedanklicher Tiefe hat man selten.«

Olaf Przybilla / Süddeutsche Zeitung (03. September 2019)

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ISBN: 978-3-641-21721-1
Erschienen am  19. August 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Ein spannender, vielschichtiger Roman

Von: Goldene Seiten

27.03.2020

Berlin nach der Wende, fünf jungen Student*innen beginnen ihre Ausbildung an einer renommierten Schule als Regisseur*innen. Sie sind auserwählt, aus einer Vielzahl von Bewerber*innen und haben vom ersten Tag an das Gefühl, etwas Besonderes zu sein, zusätzlich stehen sie aber auch unter dem Druck, den Erwartungen gerecht zu werden. Sie werden von dem Regieguru Korbinian Brandner unterrichtet. Dieser stellt sie vor eine große Herausforderung, die jede*r von ihnen an die eigenen Grenzen bringt. Jede*r erhält einen Satz aus dem Faustfragment von Georg Heym und daraus sollen sie gemeinsam eine Inszenierung auf die Beine stellen. Jede*r versucht diesen Satz mit Haut und Haar zu ergründen, Genie und Wahnsinn liegen hier nah beieinander. Katharina (Hauptfigur und Icherzählerin) ist von Nürnberg in das wiedervereinigte Berlin gezogen und beschreibt die dortige Stimmung nach der Wende sehr eindrucksvoll. Nele ist eine hübsche Schauspielerin, die von einem berühmten Kollegen samt Kind sitzengelassen wurde und nun versucht in der Regie Fuss zu fassen. Francois kommt aus Frankreich, hat Heimweh, ist einsam und lenkt sich mit Essen ab. Er holt sich Unterstützung von Satanisten, um sich seinen Satz des Faustfragments zu erschließen. Und dann ist da noch Schwarz, er konsumiert Drogen aller Art und versucht auf diesem Wege mit seinem Leben fertig zu werden. Tadeusz ist der Neffe von dem berühmten Professor Brandner, der die Fünf unterrichtet. Ihn und Brandner verbindet eine geheimnisvolle Familiengeschichte. Man kann schon an den fünf Figuren erahnen, wie vielschichtig dieser Roman ist. Auf den fast 700 Seiten wurde es nie langweilig und oft richtig spannend. Über Georg Heym und sein Fausfragment habe ich vor diesem Buch nichts gewusst, das hat das Buch aber nicht weniger spannend gemacht. Inzwischen habe ich ein wenig recherchiert und nachgelesen und bin seitdem noch beeindruckter davon, wie Christiane Neudecker hier Fiktion und Wirklichkeit verwoben hat.

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Der Stoff, aus dem das Leben ist

Von: Bücherwurm aus 63454 Hanau

29.12.2019

Eine Lesung und ein Interview mit Christiane Neudecker bei den OPEN BOOKS der Frankfurter Buchmesse im Oktober 19 haben mich neugierig auf den Roman gemacht, und ich wurde nicht enttäuscht! Das Zusammentreffen von fünf jungen Menschen, die zwar ein gemeinsames Ziel haben, aber noch keine Vorstellung davon, wie und ob sie es erreichen können, in einer Stadt — Berlin 1996 — , die auch nicht weiß, was sie ist und sein will oder soll!, an einer Schauspielschule mit eingefahrenen Strukturen und eingefrorenen Professoren aus alten Ost-Zeiten, angesetzt auf die Arbeit an einem äußerst schwierigen expressionistischen Fragment von Georg Heym — das kann nicht gut gehen. Dieses Gefühl hat man von Beginn an, nicht nur, weil die Protagonistin uns sehr früh den Tod eines Mitbewerbers voraussagt, sondern weil alle Charaktere so verletzlich verfangen sind in ihrer jeweiligen Situation, dass eine erfüllende Zusammenarbeit, ein beglückendes Gelingen einfach nicht vorstellbar ist. Das gilt für die Regie-Eleven ebenso wie für die Professoren, ein jeder und eine jede kämpft mit den eigenen Dämonen, da braucht es gar keinen Georg Heym mehr! Der Titel des Romans „Der Gott der Stadt“ führt uns zwar nicht in Heyms Berlin von 1910, aber in eine Großstadt, die für junge, unerfahrene Menschen durchaus Erfahrungen bereithält, die sie in ihren Grundfesten erschüttern kann. Vor allem die Hauptfigur Katharina erlebt das, und Neudecker beschreibt deren Verwirrung so überzeugend, dass ich mich zurückversetzt gefühlt habe in die Anfangszeit meines Studiums vor vielen Jahren. Die Vielschichtigkeit der Handlung rund um Georg Heym, sein Faust-Fragment und seinen Tod, macht den Roman spannend. Er ist nicht nur ein Zeugnis der Nach-Wende-Zeit, sondern erlaubt uns für einen kurzen Zeitraum junge Menschen zu begleiten, die ihren Weg noch suchen und die sich mit ihrer Gefühlswelt Heyms Expressionismus nahe fühlen. Man muss Georg Heym nicht gelesen haben, um den Roman zu verstehen, schon gar nicht das ominöse „Fragment“, das 2012 in Berlin uraufgeführt wurde. Sein Gedicht „Der Gott der Stadt“ trifft aber einen Nerv auch noch 100 Jahre später, indem es die grundsätzliche Unbehaustheit des Menschen zum Thema macht, die er durch Erfolg, Ruhm und Macht zu überwinden meint. Wenn es die Götter denn zulassen.

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Vita

Christiane Neudecker, geb. 1974, studierte Theaterregie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch und lebt als freie Schriftstellerin und Diplom-Regisseurin in Berlin. Seit 2001 arbeitet sie mit dem Künstlerkollektiv phase7 zusammen, u.a. am Forum Neues Musiktheater, bei den Internationalen Festspielen Bergen oder dem New Vision Arts Festival Hongkong. Für die Deutsche Oper Berlin verfasste sie das Libretto zu »Himmelsmechanik - eine Entortung«. Christiane Neudecker wurde für ihre Romane und Kurzgeschichten mit zahlreichen Literaturpreisen gewürdigt. Ihr neuer Roman »Der Gott der Stadt« (2019) wurde bereits im Vorfeld mehrfach ausgezeichnet, die zuletzt erschienene »Sommernovelle« (2015) erreichte die SPIEGEL-Bestsellerliste und war NDR Buch des Monats.

www.christianeneudecker.de

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Events

09. Nov. 2020

Lesung

16:15 Uhr | Paderborn | Lesungen
Christiane Neudecker
Der Gott der Stadt

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Pressestimmen

»›Der Gott der Stadt‹ ist Heym-Hommage, Faust-Überschreibung, Künstler- und Bildungsroman und Autobiographie, aber vor allem ist es ein Berlin-Roman.«

Martin Halter / Frankfurter Allgemeine Zeitung (29. Oktober 2019)

»Christiane Neudeckers Fähigkeit, Georg Heyms Literatur, deutsche Geschichte und ihre Erzählung um die fünf Regiestudenten zu verweben, ist faszinierend.«

Damaris Diener / MDR Kultur (05. Oktober 2019)

»Christiane Neudecker zieht die teuflische Schlinge aus Obsession und Machtspielen immer enger, bis man auf der letzten Seite atemlos auftaucht. Brillant!«

Julia Schmitz / tip Berlin (08. August 2019)

»Eine spannende Mischung aus einer Geschichte über das Erwachsenwerden, einem Krimi (jemand erhängt sich im Theater) und einem Spiel mit den literarischen Vorlagen.«

Peter Romir / Nürnberger Nachrichten (15. August 2019)

»Bei der Lektüre ist das Lachen einer herrlich durchtriebenen Schriftstellerin zu hören, die in ihrem literarischen Hexenofen einige Gewissheiten in Flammen aufgehen lässt.«

Carsten Otte / SWR2 (01. Dezember 2019)

»Christiane Neudeckers neuer Roman ist ein 670-seitiger mitreißender literarischer Pageturner.«

Gérard Otremba / Rolling Stone (24. Oktober 2019)

»Ein fesselnder und vielschichtiger Roman«

Irene Binal / Ö1 (06. Oktober 2019)

»Darüberhinaus versteht es Neudecker grandios, sowohl den Ensemblegeist der Truppe zu beschwören, als auch die Intrigen und Machtspiele untereinander in brutaler Detailfreudigkeit zu skizzieren.«

Reinhard Kalb / Nürnberger Zeitung (20. August 2019)

»Neudeckers Prosapoesie beeindruckt, weil sie die Sprach- und Motivebenen kunstvoll miteinander verknüpft, ohne mit dem literarischen Geflecht anzugeben. «

Carsten Otte / taz (16. November 2019)

»Eine der interessantesten und spannendsten Autorinnen der Gegenwart – eine, die sich in keine Schubladen pressen lässt und die Leser immer wieder überrascht.«

Julia Hofmann / BR Fernsehen (12. September 2019)

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