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Der Illuminator Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-04081-9

Erschienen: 14.06.2010
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: Taschenbuch

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England, um 1380. Um ihren Söhnen das Erbe zu sichern, lässt sich Lady Kathryn auf einen Handel mit dem mächtigen Abt von Broomholm ein: Auf Kosten der Abtei nimmt sie den Buchmaler Finn und dessen Tochter Rose bei sich auf. Was Lady Kathryn jedoch nicht weiß: Finn arbeitet heimlich an einer streng verbotenen Übersetzung der Bibel ins Englische –, der Sprache des gemeinen Volkes. Mit diesem Frevel schafft er sich mächtige Feinde, die sie beide in höchste Gefahr bringen. Denn eines Tages wird ein Priester getötet …

Davon träumen die Leser: ein historischer Stoff, der auf wahren Ereignissen beruht, höchst farbenprächtig und opulent erzählt!

Gefährliche Liebschaft in schillernder Vergangenheit Rezension zu "Der Illuminator"

Brenda Vantrease (Autorin)

Brenda Vantrease promovierte an der Middle Tennessee State University in englischer Literatur. Sie arbeitete viele Jahre als Englischlehrerin und Bibliothekarin. Doch ihre wahre Leidenschaft galt der englischen Geschichte und Literatur. Ausgiebig bereiste sie Großbritannien und Irland. Sie schrieb zahlreiche Essays. Die englische Ketzerin ist nach Der Illuminator und Die Schriftenhändlerin ihr dritter großer historischer Roman. Brenda Vantrease lebt in Nashville, Tennessee.

Aus dem Amerikanischen von Gloria Ernst
Originaltitel: The Illuminator
Originalverlag: St. Martin's Press 2005

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-04081-9

€ 8,99 [D] | CHF 11,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Limes

Erschienen: 14.06.2010

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Ein Mord im Rahmen der frühen Reformation

Von: Rissa Datum: 10.03.2017

lesezeit.tevalon.de

Inhalt
Norfolk, England, im Jahr 1379: Lady Kathryn ist Witwe und Mutter von Zwillingssöhnen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Doch sie hat finanzielle Sorgen, denn ihr kleines Landgut wirft kaum Gewinn ab.
Als sich ihr die Möglichkeit bietet, einen Illuminator und dessen Tochter auf Kosten des Kirche bei sich aufzunehmen, nimmt sie das Angebot des Abtes gerne an.
Finn, der Illuminator, ist aber kein gehorsamer Diener der katholischen Kirche, er sympathisiert mit den Lollarden und arbeitet nebenbei an der Illumination von Wycliffes Bibelübersetzung.
Kurz nach Finns Ankunft wird ein Priester erschlagen in der Nähe von Blackingham Manor aufgefunden. Wer kann für diesen Mord verantwortlich sein?

Meine Meinung
Wer hier von einem Krimi ausgeht, liegt falsch, denn um die Ermittlung des Täters geht es hier weniger. Vielmehr dient der Mord dazu, die Geschichte ins Rollen zu bringen und die Personen vor schwierige Entscheidungen zu stellen.
Geschichtlicher Hintergrund für diesen Roman bilden die Bibelübersetzung Wycliffes und die beginnende Reformation durch die Lollarden sowie die Politik von John of Gaunt, dem Onkel des jungen Königs.
Hauptperson ist weniger der Illuminator Finn, was man bei dem Titel des Buches wahrscheinlich erwarten würde, sondern vielmehr Lady Kathryn. Eigentlich eine sympathische Frau, ist sie entsprechend ihrer Zeit in ihrer Denkweise festgefahren, Vorurteile bestimmen ihr Verhältnis zu anderen Menschen. Auch der Bezug zum Geld scheint ihr nur im Ansatz bewusst zu sein, sieht sie doch nicht, wie schwierig es für ihre Leibeigenen ist, die Kopfsteuer zu zahlen. Diese Einstellung wirkt zwar authentisch, ich kann mir gut vorstellen, dass der Adel sich wenig um die Belange der Untergebenen gekümmert hat, doch hatte ich dadurch so meine Probleme mit Kathryn.
Finn dagegen ist das absolute Gegenteil. Er stellt sich gegen Konventionen, greift ein, wenn er es für nötig erachtet, er sieht Unrecht, wenn er ihm begegnet und tut sein Möglichstes, neue Ideen zu verbreiten. Er ist hilfsbereit, und der Stand oder die Herkunft einer Person bedeuten ihm wenig. Er sieht den Menschen, wie er ist.
Wieso sich ausgerechnet zwischen den beiden Personen eine Beziehung entwickelt, hat sich mir nicht direkt erschlossen. Da sie auch eher oberflächlich beschrieben ist und eher Taten als Gefühle beschrieben werden, wusste ich bis zum Schluss nicht, was ich davon halten sollte. Auch an anderen Stellen sind Schilderungen eher sachlich und kühl, so dass ich mich wenig angesprochen gefühlt und sogar gelegentlich gelangweilt habe.
Erwartet hatte ich einen Roman, in dem Liebesgeschichte und die Geschichte um die Bibelübersetzung etwa gleich gewichtet sind, doch stattdessen entwickelt sich die Geschichte ganz anders als gedacht. Stellenweise sind die Schilderungen ziemlich brutal, doch durch die sachlichen Beschreibungen der Tatsachen haben mich diese Szenen wenig berührt. Auch das Ende war dann ganz anders, als ich noch zur Mitte hin erwartet hätte, was einerseits positiv ist, weil ich dadurch überrascht wurde, andererseits aber ein leicht unbefriedigendes Gefühl zurückgelassen hat.
Andere Personen entspringen zum Teil den typischen Klischees, schon beim ersten Auftreten bekommt man eine Ahnung, welche Rolle sie wohl spielen werden.
Auch einen kleinen Einschlag in die Fantasy gibt es hier: Eine junge Küchenmagd kann Seelen in Form eines farbigen Schimmers sehen. Dies ist aber für die Handlung nebensächlich, der Roman hätte auch sehr gut ohne dies funktioniert und mir dann möglicherweise auch besser gefallen.

Fazit
Zwar konnte mich der Roman erzählerisch nicht berühren, doch war der Inhalt interessant und das Ende völlig unerwartet, so dass ich auf die Fortsetzung neugierig geworden bin. Wer über die Schwächen hinwegsehen kann, könnte seine Freude mit diesem Roman haben.

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