Der Kormoran

Thriller

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Sankt Petersburg: Eine junge Frau verschwindet spurlos. Stockholm: Ein Hackerangriff legt das Mobilfunknetz lahm. Russlandexperte Max Anger ermittelt!

Paschie, Mitarbeiterin einer schwedischen Denkfabrik, verschwindet in Sankt Petersburg spurlos. Zeitgleich legt ein Hackerangriff das schwedische Mobilfunknetz lahm. Max Anger, Paschies Freund und Kollege, unterbricht die Nachforschungen zu seiner Familiengeschichte, um sie zu suchen. Ihm bleibt nicht viel Zeit, will er die Frau, die er liebt, lebend wiedersehen. Denn Paschie ist einem gefährlichen Mann in die Quere gekommen. Als Max entdeckt, dass es eine Verbindung zwischen Paschies Verschwinden, dem Hackerangriff und seiner eigenen Vergangenheit gibt, ist es fast zu spät …

»Martin Österdahl ist ein furioser Erstling gelungen, temporeich, raffiniert, politisch aktuell und eine Freude für alle, die Spaß an Verschwörungstheorien haben. Gerade die Mischung aus Geschichte und Gegenwart, den Spielorten Schweden und Russland, privatem und öffentlichem hat mich das Buch nicht aus den Händen legen lassen. […] Ein Krimi, der sich lohnt, für alle, die politische Thriller lieben, sich für Geschichte interessieren und keine Scheu vor Brutalität haben ….«

Ulrike Bieritz / rbb inforadio (11. Juli 2018)

Aus dem Schwedischen von Leena Flegler
Originaltitel: Be inte om nåd (Max Anger 1)
Originalverlag: Bokförlaget Forum, Sweden 2016
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-20695-6
Erschienen am  01. Juni 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Packender Thriller

Von: Chrissi66

04.11.2018

Der Autor Martin Österdahl ist aufgewachsen in London und Stockholm. Er hat Russisch und Osteuropäische Geschichte studiert. Über zwanzig Jahre hat er für TV-Produktionen gearbeitet und war Programmdirektor eines schwedischen Fernsehsenders. Beschreibung des Buches: „Der Kormoran“ ist das Erstlingswerk von Martin Österdahl. Das Buch ist 2018 als Taschenbuch im blanvalet-Verlag mit 574 Seiten erschienen. Auf dem Titelbild kann man Stockholm erkennen. Das Bild ist in Blau/Schwarz gehalten. Kurze Zusammenfassung: Der Thriller spielt im Februar/März 1996, kurz vor den russischen Präsidentschaftswahlen. Der Russland-Experte Max Anger sucht seine Freundin Paschie, die, wie er, bei der schwedischen Denkfabrik Vektor arbeitet. In Sankt Petersburg verlieren sich ihre Spuren. Eigentlich war Max damit beschäftigt, seine Familiengeschichte zu erforschen, aber die Angst um seine Freundin, lässt ihn auf eine gezielte Suche nach ihr gehen. Nachdem auch noch das Mobilfunknetz Opfer eines Hackerangriffes geworden ist, stellt sich langsam heraus, dass es sich hier um zusammengehörige Puzzleteile zu handeln scheint. Mein Leseeindruck: Ein Thriller, der es in sich hat. Nachdem ich zunächst nur langsam in dieses Buch eingestiegen bin, weil ich immer nur wenige Kapitel am Stück gelesen habe, hat sich meine Leselust gesteigert, als ich lange Sequenzen am Stück lesen konnte. Man muss diesen Thriller tatsächlich am Stück lesen, sonst verwirren einen die vielen Szenewechsel. Die Kapitel sind meist nur 3-7 Seiten lang, hier variiert meist die Sichtweise, so dass man sehr konzentriert lesen muss, um die einzelnen Zusammenhänge zu begreifen. Zu den kurzen Kapiteln, die im Jahr 1996 spielen, gibt es auch noch Rückblicke in das Jahr 1944, Stockholm. Die geschichtlichen Hintergründe sind hier real, wie so vieles in diesem Roman. Das macht die Stärke dieses Thrillers aus. Neben der geheimnisvollen Familiengeschichte des Protagonisten, Geheimagenten, dem Ost-West Konflikt und des Kalten Krieges sind auch weitere politische und geschichtliche Aspekte in dieses Buch eingeflossen. Aus diesem Grund habe ich neben dem Lesen dieses Romans ab und an auch die realen geschichtlichen Hintergründe „nachlesen müssen“. Auch wenn in diesem Thriller wieder zahlreiche Charaktere auftauchen, so verliert man eigentlich nie den Überblick. Die Szenen sind sehr bildhaft beschrieben, an manchen Stellen schauert es einen gewaltig, da sind starke Nerven gefragt. Man kann diese Szenen allerdings an einer Hand abzählen, so dass ich dieses Buch nicht als „blutrünstig“ bezeichnen würde, sie gehören durchaus auch in einem Thriller. Fazit: Dieser Thriller ist packend. Er hat reale geschichtliche Hintergründe und es spielt ein Familienschicksal eine tragende Rolle. Das alles zusammen ergibt ein sehr lesenswertes und spannendes Buch.

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Stalinismus, Klaviersonaten, Kannibalismus

Von: Mikka Gottstein

03.10.2018

Martin Österdahl legt mit seinem Debütroman einen komplexen Politthriller vor, der Ereignisse in der schwedisch-russischen Geschichte mit Verschwörungstheorien und handfester Thrillerspannung kombiniert. Geheimagenten und Kräfte, die im Zuge der russischen Präsidentschaftswahlen von 1996 das glorreiche Stalinreich zur Auferstehung führen wollen. Hacker mit unbekannter Agenda, die im gleichen Jahr in Schweden den Totalausfall eines weitverbreiteten Mobilfunknetztes verursachen. Eine schwedische Denkfabrik, die zeitgleich Entwicklungen in der jüngeren Geschichte Russlands beobachtet. Bombenanschläge. Pferdewetten. Ehebruch. Das Buch geizt nicht mit Themen und scheint historisch gut recherchiert denn die Geschichte erstreckt sich über mehrere Zeitebenen. Eine Rolle spielt zum Beispiel ein sowjetischer Luftangriff auf Stockholm im Jahr 1944, dessen Hintergründe im realen Leben unklar sind, der sich aber nahtlos in die Geschehnisse des Buches eingliedert. Eine Leitmotiv, das für die Thriller-Handlung an sich wenig Bedeutung hat, aber im Hintergrund für eine Atmosphäre des Grauens sorgt, ist der Holodomor, eine schwere Hungersnot in der Ukraine in den Jahren 1932 und 1933, die viele Millionen Opfer forderte. Die historische Bewertung der Hungersnot ist umstritten: bestenfalls fatales Ergebnis der Zwangskollektivierung, schlimmstenfalls von der Politik Stalins vorsätzlich verursacht, um den Widerstand der Ukraine zu brechen. Martin Österdahl schließt sich anscheinend der Meinung des Menschenrechtlers Raphael Lemkin an, der den Holodomor „das klassische Beispiel eines sowjetischen Genozids“ nannte. Durch die Einbindung historisch belegter Ereignisse gewinnt das Buch an Tiefgang und Glaubwürdigkeit. Aber. Aber… Wo wir gerade von Glaubwürdigkeit sprechen… Der Antagonist ist so böse, als habe der Autor eine Checkliste der Grausamkeiten abgehakt. Für die Handlung vollkommen unerheblich, ist er natürlich auch noch Kannibale – was auf die Spitze getrieben wird, indem er besonders das Fleisch von kleinen Kindern sehr schmackhaft findet. Unnötig. Hannibal Lecter lässt grüßen. Die Protagonisten auf Seiten der Guten können hingegen mit Vielseitigkeit und interessanten Hintergrundgeschichten punkten. Nur ein bisschen jung ist Max Anger mit seinen 26 Jahren für all das, was er in seinem Leben schon getan und erreicht haben soll – überhaupt ist er ein Held, der nicht fehl am Platze wäre in einem Hollywood-Blockbuster, und das bringt mich zum Schreibstil. Der Schreibstil ist souverän, die Geschehnisse werden sehr cineastisch beschrieben. Das ist sowohl eine Stärke als auch eine Schwäche des Buches. Eine Stärke deshalb, weil man sich alles wunderbar vorstellen kann, das sorgt für lebendiges Kopfkino und Spannung. Eine Schwäche, weil einige Szenen in einem Kinofilm sicher bombastisch wirken würden – sogar atemberaubend! –, in meinen Augen aber einfach nicht realistisch sind. Da fällt der Widersacher zum Beispiel mit einem Sonderkommando von 50 Leuten in ein kleines Dorf mitten im Nirgendwo ein (soweit ist das noch schlüssig begründet und historisch fundiert) und richtet ein Massaker an – aber erst lässt er einen Konzertflügel aufstellen und spielt virtuos eine Mozartsonate. Da die Dörfler anscheinend noch nie einen Flügel gesehen haben, muss der Sturmtrupp den wohl mitgebracht haben. Wie habe ich mir das vorzustellen, steht der im Lastwagen zwischen Kalaschnikows und Munitionskisten? Bestimmt ganz großes Kino, aber im Buch? Nein. Aber ich will nicht nur meckern, denn im Grunde ist “Der Kormoran” ein intelligent geschriebener Thriller mit interessanten Wendungen. Jedoch braucht die Geschichte sehr lange, bis sie in die Gänge kommt – den Anfang empfand ich als echte Durststrecke! Gegen Ende ist dann auf einmal Action, Action, Action angesagt, da werden alle Register gezogen und man sieht quasi schon den Kinotrailer vorm inneren Auge. FAZIT “Der Kormoran” ist ein komplexer Politthriller mit einer Vielzahl von Themen, erzählt auf mehreren Zeitebenen. Historisch ist das gut recherchiert: geschickterweise bindet der Autor Ereignisse ein, die im echten Leben niemals vollends aufgeklärt wurden. So weit, so gut – nur war mir der Antagonist viel zu übertrieben böse und dadurch zu flach. Echte Menschen haben nicht NUR böse Eigenschaften. Manche Dinge fand ich auch nicht sehr glaubhaft, aber ich habe den Verdacht, dass sie im Kino großartig wirken würden. Vielleicht hatte der Autor das Drehbuch schon im Hinterkopf?

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Vita

Martin Österdahl, aufgewachsen in Stockholm und London, hat BWL, Zentral- und Osteuropäische Geschichte und Russisch (Master of Science) studiert. Er arbeitete über zwanzig Jahre für TV-Produktionen und war gleichzeitig Programmdirektor eines schwedischen Fernsehsenders. Mit seiner deutschstämmigen Frau und den drei gemeinsamen Kindern lebt er in der Nähe von Stockholm.

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Pressestimmen

»Ein wirklich vielversprechendes Krimi-Debüt, hochspannend, gut geschrieben. Macht Lust auf weitere Österdahl-Krimis.«

Ruhr Nachrichten (18. Juli 2018)

»Spannend, aber nichts für schwache Mägen.«

Die Presse (19. August 2018)

»Martin Österdahl ist ein intelligent und detailreich geschriebener, filmisch anmutender Thriller gelungen …«

Neue Rundschau (08. August 2018)

»Ein mehr als abendfüllender Thriller, atmosphärisch dicht und voller dramatischer Wendungen.«

Bücher Magazin (18. Juli 2018)

»Die Hauptstory wird zügig und spannend vorangetrieben […]. Anspruchsvollen Krimi aus bewährter schwedischer Produktion.«

DER SONNTAG (19. August 2018)

»Dieser Polit-Thriller ist ein spannendes Debüt, das Lust auf mehr Werke des Autors macht. Absolut empfehlenswert.«

Mainhatten Kurier (14. August 2018)

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