Der Riss

Roman

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Kann das Leben einen so tiefen Riss bekommen, dass man durch ihn hinabstürzt und darin verschwindet? Ogi hat Schuld an dem Unfall, durch den seine Frau getötet wurde. Im Haus seiner Schwiegermutter vegetiert er nun schwer verletzt vor sich hin. Seine Welt schrumpft zu dem Bett, in dem er liegt. Im Inneren halten beunruhigende Gedanken an seine Frau ihn gefangen. Draußen verwandelt sich ihr üppiger Garten in einen welken Orten, entstellt von dunklen Löchern, die die Schwiegermutter wie besessen gräbt. Was verbirgt sich hinter der unheimlichen Obsession für den Garten? Ein so kafkaesker wie hypnotisierender Roman von den verstörenden Rissen, die Einsamkeit, Schuld und Entwurzelung im Leben hinterlassen können.

»Eine mutige, verstörende und von Licht und Schatten geprägte Erzählung.«

Galore (17. Mai 2019)

Aus dem Koreanischen von Ki-Hyang Lee
Originaltitel: The Hole
Originalverlag: Changbi
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-20995-7
Erschienen am  22. April 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Was für eine Überraschung!

Von: Gackelchensbooks

27.05.2019

Worum es geht: Ogi wacht im Krankenhaus auf, unfähig sich zu bewegen. Erst nach und nach wird ihm klar was passiert ist. Ein Autounfall und dadurch seine Frau verstorben. Während er anfangs nur Blinzeln kann, schafft er es mit der Hilfte seiner Schwiegermutter, immer mehr aus seiner Starre zu lösen. Während er noch versucht, sein altes Leben aufzugeben und sich mit seinem Neuen anzufreunden lernt er seine Schwiegermutter besser kennen. Doch je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, desto mehr kommt er ins Grübeln. Meine Meinung: Seit einer kurzen Weile bin ich fasziniert von koreanischer Literatur, und ich bilde mir ein, dass der Markt sich auch in die Richtung dreht. Oder ich bemerke einfach nur mehr Titel, weil ich danach Ausschau halte. Der Riss von Hye-Young war wohl ein Bestseller in Korea und ich sehr neugierig darauf. Zugegebenermassen konnte ich mir Anhand des deutschen Klappentextes kaum ein Bild machen. Ich bin froh, dass ich die Möglichkeit hatte das Buch zu lesen. Lasst euch nicht von dem lieblichen Cover ablenken, dieses Buch hat es in sich! "Düster" ,"Paranoid" ,"Psychothriller" ,"Horror", alles Beschreibungen die ich zum Buch gefunden haben. Wie im Fieberwahn habe ich fast das ganze Buch in einer Sitzung inhaliert. Unfähig zu irgendetwas, ausser Blinzeln, liegt der Geist ausgeliefert dar. Was tun wenn man so total abhängig ist? So abgeschottet von der Welt und in immerwährender Hoffnung, nicht vergessen zu werden. Ogi denkt viel zurück an seine Zeit mit seiner Frau, gibt dem Leser Puzzlestücke zum zusammensetzen. Je mehr man erfährt, desto düsterer scheint das Buch zu werden. Auf einmal fängt man an alles zu hinterfragen. Ging es urpsrünglich um einen Mann, der versucht seinem Schicksal zu entkommen, dreht es sich immer mehr zu düsterem Horror. Fast schon wie bei einem guten Thriller war ich die letzten Seiten gebannt. Ein Horror dargestellt, so subtil und nachvollziehbar, das es psychologisch sehr schlimm für mich war, bis zum Ende zu lesen. Definitiv eine Achterbahnfahrt der Emotionen. Neben dem Gefühl der Gefangenschaft, vor allem in sich selbst, wird auch die Trauer der Mutter um ihre Tochter sehr ausführlich beschrieben. Wie sich herausstellt braucht man nicht viel um Horror zu erschaffen. Der Mensch ist abartig, und Der Riss ist eine weitere Darstellung. Eines der Bücher die ich definitiv noch mehrere Male lesen werde. Der englische Titel des Buches ist "The Hole", welches sowohl auf ein richtiges Loch im Buch referiert, aber interessanterweise auch auf das koreanische Prefix schliesst “hole,” 홀 (hol) welche für Einsamkeit steht und öfters ( immer?) im Kontext mit "Verwitwert" verwendet wird. (habe ich irgendwo gelesen, ich garantier nicht, dass es 100% richtig ist). Starke Bilder die lange im Kopf bleiben. Ich hoffe auf weitere Titel der Autorin.

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Der Riss: Was wenn dein Leben nie wieder deines ist?

Von: Chochi Rain

23.05.2019

Der Universitätsprofessor Ogi verliert bei einem Verkehrsunfall nicht nur sein Frau, sondern auch seine Freiheit. Gelähmt und ohne Möglichkeit zu sprechen ist er seinem Vormund hilflos ausgeliefert. Es ging alles so schnell. Plötzlich tauchte der Laster wie aus dem nichts auf und dann erinnert sich Ogi nur noch an das Gefühl zu fallen. Schwerelosigkeit, bis sein Wagen auf dem Boden aufschlägt und zerschält. Tage später wacht er aus dem Koma auf um zu erfahren, dass seine Frau den Unfall nicht überlebt hat, er eventuell nie wieder laufen, seine Arme nicht benutzen und seinen Kiefer nicht benutzen kann. Aber, versichern ihm seine Ärzte, mit regelmäßigem Training und nach wenigen Operationen, sollte Ogi wieder ganz der Alte sein. Für die Zwischenzeit ist seine Schwiegermutter, seine einzige lebende Verwandte, sein gesetzlicher Vormund und damit für seine Pflege zuständig. Schnell treibt sie eine Pflegekraft auf und setzt sich dafür ein, dass Ogi wieder nach Hause kommen kann. Doch wie er schnell bemerkt scheint seine Schwiegermutter ihre eigenen Ziele zu verfolgen und diese sehen nicht vor, dass Ogi wieder das Haus verlässt. Koreanischer Roman mit düsterer Note Der Riss ist bereits Hye-Young Pyuns neunter Roman. In seinem Mittelpunkt steht Ogi, der abwechselnd davon berichtet, wie es ihm in der Gegenwart, nach seinem Unfall ergeht, und wie er vorher sein Leben gelebt hat. Dabei inszeniert Pyun die beiden Handlungsstränge parallel. Während Ogi aus dem Koma erwacht und voller Hoffnung ist, beschreibt sie gleichzeitig wie er seine Frau kennengelernt hat und die beiden ihre gemeinsame Zukunft begonnen haben. Von dort an beginnt der Roman immer mehr abzutauchen in die Geheimnisse, die Ogi und seine Frau umgeben haben. All die kleinen Probleme, über die sie nicht sprachen und die vielen unerfüllten Träume, die sie in ihrem Garten vergraben haben. Und so wie Ogis Gedanken immer düsterer werden, wird auch seine Gegenwart schleichend erfüllt von einem Gefühl der Hoffnungslosigkeit, welches durch das seltsame Verhalten der Schwiegermutter noch unterstreicht wird. Dir beiden Handlungen kommen dabei an einen Punkt, wo unklar ist ob die Vergangenheit die Gegenwart beeinflusst, oder die Gegenwart dafür sorgt, dass Ogi beginnt an die dunklen Ereignisse seines Lebens zu denken. Eindringliche Erzählung Der Roman, in seiner eindringlichen und plastischen Erzählweise, ist definitiv nichts für schwache Nerven und hinterlässt den Leser nach jedem Kapitel mit einer gewissen Rastlosigkeit und der Frage, was denn nun noch an Aufdeckungen folgen können. Dabei sind es die kleinen Gesten und Worte, die Pyuns Figuren so intensiv wirken lassen und in ihrer Erzählweise an Filme wie Requiem for a Dream erinnern. Ein wirklich gelungener Roman, das hohe Niveau der koreanischen Literatur einmal mehr beweist.

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Vita

Hye-young Pyun wurde 1972 in Seoul geboren. Nach drei Universitätsabschlüssen arbeitete sie als Büroangestellte, bevor sie 2000 mit einer Kurzgeschichte debütierte, die in Korea sofort große Beachtung fand. Für ihr Werk wurde sie mit den renommiertesten Literaturpreisen Südkoreas ausgezeichnet, darunter dem Dong-in Literary Award 2011, Yi-sang Literaturpreis 2014 und den Hyundae Munhak Award 2015. Sie veröffentlicht Kurzgeschichten u.a. im New Yorker und Harper's Magazine. Sie lebt in Seoul, Korea.

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