Der Sog der Schwerkraft

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Ein Road-Trip wie das Leben – durchgeknallt
und wunderschön

Nicks Vater hat sich aus dem Staub gemacht, seine Familie droht zu zerbrechen und sein bester Freund Scoot, der Freak, liegt im Sterben. Da taucht Jaycee Amato in Nicks Leben auf, das durchgeknallte Mädchen mit den Husky-Augen. Sie verspricht Scoot, ihm einen letzten Wunsch zu erfüllen, und nötigt Nick, dabei zu helfen. Und so machen sich die beiden ausgerüstet mit der Weisheit Yodas und den Geschichten von John Steinbeck auf einen Road-Trip, um Scoots unbekannten Vater zu finden. Eine schwierige und gleichzeitig wunderschöne Reise beginnt, auf der Nick reifer, reicher und weiser wird. Am Ende hat er zwar nicht Scoots Vater gefunden, dafür aber eine über den Tod hinausgehende Freundschaft und ... die große Liebe.

"wunderschön geschrieben!"

Börsenblatt Spezial (06. Februar 2014)

Aus dem Englischen von Catrin Frischer
Originaltitel: THE PULL OF GRAVITY
Originalverlag: Farrar, Straus & Giroux, US
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-08817-0
Erschienen am  31. März 2014
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

ein Entdecken verschiedener Wahrheiten, des eigenen Körpers, der Liebe und den Eigenheiten des Lebens.

Von: Schattenkämpferin

05.09.2015

Von einem Tag auf den anderen beschließt Nicks Vater, seinen übergewichtigen Hintern von der Couch zu schälen und sich auf eine Pilgerreise zu begeben. Nick findet, dass sein Dad ihn und seine Mutter im Stich lässt, und nicht nur sie, sondern auch Nicks besten Freund Scoot, der mit einer schweren Krankheit zu kämpfen hat, die ihn mittlerweile jeden Tag aus dem Leben reißen könnte. Zwar versucht sein Vater, per Mail Kontakt mit Nick zu halten, doch für Nick reicht das nicht, zumal Scoot immer einen wichtigen Pfeiler in seinem Vater hatte – denn Scoots eigener Erzeuger hat sich schon früh aus dem Staub gemacht, als sich herausstellte, dass sein Sohn eher geringe Überlebenschancen hat. Als dann plötzlich Jaycee auftaucht und Scoot ausgerechnet verspricht, ihm seinen letzten Wunsch zu erfüllen und für ihn seinen leiblichen Vater zu finden, glaubt Nick, er sei im falschen Film. Doch Jaycee lässt nicht locker, sodass Nick irgendwann einwilligt, sich mit ihr auf die Suche zu machen. Dass er an dem überdrehten Mädchen durchaus auch großen Gefallen findet, ist bei dieser Entscheidungsfindung nicht ganz irrelevant. Also stürzt sich der 15-Jährige in ein Abenteuer, das nicht nur ihn an seine Grenzen bringt und so manche Überraschung – in positiver und negativer Hinsicht – bereithält. Heutzutage hervorstechende Jugendromane zu schreiben, die dem Leser im Gedächtnis bleiben und gut unterhalten können, ist wirklich keine leichte Aufgabe. Gae Polisner versucht ihr Bestes und spricht in "Der Sog der Schwerkraft" zahlreiche Themen an, mit denen man sich als Heranwachsender mehr oder minder gezwungenermaßen beschäftigen muss. Da geht es nicht nur um Liebe, sondern auch um das Verlassenwerden, um das Kennenlernen des eigenen Körpers, um Verluste und Gewinne und darum, dass man eben manchmal nicht der Superheld ist, sondern sich im unteren Drittel der sozialen Nahrungskette befindet. Besonders die Tatsache, dass die Charaktere keine überragend strahlenden Persönlichkeiten sind, macht sie so sympathisch und authentisch – auch wenn sie im Großen und Ganzen recht blass bleiben. Vor allem Protagonist Nick bewegt sich hart an der Grenze, während Scoot und Jaycee immer wieder zwischendurch ihre Glanzmomente und können mit ihrer Liebeswürdigkeit überzeugen. Leider tröstet das nur bedingt über die eher handlungsarme Geschichte hinweg, denn Nick ist größtenteils mit sich selbst beschäftigt, obwohl sein bester Freund im Sterben liegt. Möglicherweise ist dies aber auch ein lebensnaher Verteidigungsmechanismus, um sich nicht mit dem bevorstehenden Verlust befassen zu müssen, der direkt auf das Weggehen seines Vaters zu folgen droht. Zwar begeben sich Jaycee und Nick auf eine Reise, die führt allerdings nicht – wie man bei einem Road-Trip vermuten würde – quer durch Amerika, sondern nur in einen nahegelegenen Ort. Und die Fahrt mit dem Bus kann man auch nicht unbedingt als Abenteuer bezeichnen, auch wenn sich auf dem Rückweg ein kleiner Schreckmoment ereignet – den beide jedoch quasi mit einem Schulterzucken abtun und dann seelenruhig weiterschlafen. Gae Polisners Roman hat also durchaus einige Schwachstellen und ist als Gesamtwerk nicht wirklich rund. Trotzdem können Nick und Jaycee sicherlich den einen oder anderen Leser auf ihre Seite ziehen und ihnen auf den 256 Seiten ganz annehmbare Unterhaltung liefern. Für Erwachsene ist dieser Jugendroman wahrscheinlich eher nichts und eignet sich höchstens als nette Lektüre für zwischendurch. Einzig die angesprochenen Themen könnten möglicherweise für etwas Nachhall sorgen und zumindest die anzusprechende Zielgruppe kann bestimmt den einen oder anderen Rat fürs Leben daraus ziehen. Insgesamt ist dieses Debüt ein solides Stück Literatur, das ernste und spaßige Szenen miteinander verbindet, doch viel mehr als ein wenig Zeitvertreib bleibt am Ende leider nicht übrig. Trotzdem dürfte dieser Roman nicht der letzte sein, den Gae Polisner veröffentlicht, denn die Stimmen in Amerika waren durchweg positiv und lobpreisend – vielleicht klappt das auch mit dem nächsten Roman, der ins Deutsche übersetzt wird. Potential ist vorhanden und der Grundsatz kann sich ebenfalls lesen lassen. Es bedeutet womöglich einfach nur ein bisschen mehr Arbeit, um auch den deutschen Kritiker wirklich zu überzeugen. Fazit: In ihrem Debütroman "Der Sog der Schwerkraft" greift Gae Polisner viele Themen auf, mit denen sich Heranwachsende so auseinander setzen müssen. Die authentischen, wenn auch etwas blassen Charaktere bringen dem Leser das Leben als Jugendlicher nahe, auch wenn die Geschichte selbst nicht viel Handlung mit sich bringt. Ein wirkliches Road-Movie darf man hier nicht erwarten, aber doch ein Entdecken verschiedener Wahrheiten, des eigenen Körpers, der Liebe und den Eigenheiten des Lebens. Eine nette Lektüre für zwischendurch, die nicht unbedingt konstant unterhält, aber durchaus ihre Anhänger finden kann. Wertung: 3,5 von 5 Schwertpaaren Handlung: 3 / 5 Charaktere: 4 / 5 Lesespaß: 3.5 / 5 Preis/Leistung: 3.5 / 5

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Gute Ansätze aber etwas wenig Handlung

Von: Lovely Mix

14.06.2015

Nachdem sich Nicks Vater davon gemacht hat, ist seine Familie dabei, auseinander zu brechen. Dann liegt auch noch sein bester Freund Scoot im Sterben. Plötzlich taucht dieses Mädchen mit Augen wie ein Husky, Jaycee Amato, auf. Sie hart dem Scoot versprochen, ihn seinem letzten Wunsch zu erfüllen. Und dafür braucht sie Nick. Beide machen sich ausgerüstet mit der Weisheit von Yoda und der Geschichte von John Steinbeck auf einen Road-Tripp, um Scoots Vater zu finden. Auf dieser schwierigen, aber wunderschönen Reise wird Nick reifer, reicher und weiser und findet die große Liebe. Meinung „Damit will ich sagen, sosehr ich auch versuche, das Ganze einzugrenzen, war es vielleicht doch nicht nur eine Sache, die mich zu Jaycee Amato und dem verrücktesten Wochenende meines Lebens geführt hat.“ (S. 13) Schreibstil Der Schreibstil war sehr locker und jugendlich. Das passte perfekt, denn die Geschichte wird uns in diesem Fall von Nick selbst erzählt. Ich konnte mich super schnell in das Buch finden und es hat Spaß gemacht, Nick und Jaycee zu begleiten. Charaktere und Geschichte Nick’s Vater liegt seit Jahren nur noch auf der Couch und wird immer schwerer und schwerer. Bis er eines Tages beschließt, aufzustehen und hunderte von Meilen bis nach New York zu laufen. Nick findet er lässt ihn und die Familie im Stich und weigert sich, seine Mails zu lesen. Und besonders findet er, dass er den Scoot im Stich lässt. Der Scoot ist sein bester Freund und leidet an einer unheilbaren Krankheit, wegen der er jeden Tag sterben könnte. Der Vater von Scoot hat sich früh aus dem Staub gemacht, weil er damit nicht klar kam und Nick’s Vater war eine Art Ersatz. Mitten in dieser turbulenten und schweren Zeit lernt er Jaycee kennen, die etwas eigenwillig und sehr quirlig ist. Sie hat Scoot versprochen, gemeinsam mit Nick seinen Vater zu finden. Gemeinsam machen sich die zwei auf zu einem Trip. Dieser ist für mich aber, wie im Klappentext angekündigt, nicht wirklich ein Road-Tripp. Die zwei fahren fünf Stunden in einem Bus nach Rochester und wieder zurück. Dort übernachten sie zwei Tage und das wars. Es war also eher ein Kurztrip, statt ein Abenteuer auf der Reise quer durch die Staaten. Leider fand ich das ganze auch sehr Handlungsarm, es passiert nicht wirklich viel auf diesen 250 Seiten. Ein abenteuerlicher und das Leben umkrempelnder Road-Trip sucht man leider vergebens. Die Charaktere sind alle etwas blas geblieben. Nick ist ziemlich mit sich selbst beschäftigt, einer der Gründe, warum nur wenig Handlung passiert. Vielleicht ist das aber auch seine Art Schutzmechanismus vor dem Verlassen werden. Jaycee und Scoot bringen dagegen Farbe in das Ganze bleiben aber insgesamt auch blas. Gut gefallen hat mir allerdings, dass alle drei nicht zu diesen typischen, klischeehaften Highschool-Teens gehören, wie man sie sonst oft antrifft. Sondern eher die Aussenseiter sind, aber auch hier ohne das Gae Polisner groß in die Klischee-Kiste gegriffen hat. Gae Polisner hat versucht, viele für die Zeit der Jugend typische und wichtige Themen zu verarbeiten. Wie das Auseinandersetzen mit dem eigenen Körper, die erste Liebe, Verlassen werden und Kennenlernen. Vielleicht war es einfach in allem etwas zu viel und der rote Faden ging dadurch verloren. Gut gefallen haben mir aber die Yoda-Zitate und das die Beiden auf ihrem Trip das Buch Of Mice and Men von John Steinbeck lesen. Fazit Gae Polisner konnte mich lediglich mit dem Schreibstil zu Hundertprozent überzeugen. Die Charaktere waren für mich blas, aber im Grundsatz dennoch gut gelungen. Ganz ohne Klischees. Mir hat es etwas an Handlung und vor allem, am versprochenem Road-Tripp gefehlt. Alles in allem für Erwachsene eher eine nette Lektüre für Zwischendurch. Das Buch ist eines der Jugendbücher, die vermutlich nur diese Zielgruppe genießen und Tieferes daraus ziehen kann. Im Gesamt sind die Ansätze aber gut und deshalb gibt es drei von fünf Herzen.

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Vita

Gae Polisner ist Ehefrau, Mutter und Rechtsanwältin und nebenbei auch noch Schriftstellerin. Sie lebt mit ihrem Mann, ihren zwei Jungs und zwei Nymphensittichen auf Long Island, New York. Der Sog der Schwerkraft ist ihr erster Jugendroman, aber wenn es nach den euphorischen Stimmen der Kritiker geht, ganz bestimmt nicht ihr letzter.

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Pressestimmen

"Eine fesselnde Geschichte über die Freundschaft [...]. Sehr schön zu lesen."

BLLV Nord (04. Juli 2014)