Der Winter unseres Missvergnügens

Roman

(3)
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Die ultimative Abrechnung mit dem menschenverachtenden US-Kapitalismus

John Steinbecks letzter Roman ist ein bis heute gültiges Lehrstück über Geld und Moral: Sein Protagonist Ethan Hawley, Hätschelkind der Finanzaristokratie von Long Island, muss sich um materielle Dinge nicht sorgen – bis ihn die Pleite seines Vaters plötzlich zwingt, auf eigenen Beinen zu stehen. Um Frau und Kinder ernähren zu können, tritt er eine schlechtbezahlte Stelle als Verkäufer in einem Lebensmittelladen an. Rasch erkennt jedoch er, dass redliches Tagwerk einen Mann nicht weiterbringt. Unter dem Einfluss seiner Frau und dem seines Bankberaters entledigt er sich aller Menschlichkeit und steigt zum skrupellosen Geschäftsmann auf, der ohne Rücksicht auf andere nur den eigenen Vorteil sucht.

»Eine gnadenlos klarsichtige, literarisch komplexe Darstellung des moralischen und kulturellen Niedergangs der USA während der Eisenhower-Ära. ... Der Ausgang bleibt dramatisch ungewiss. Sicher ist hingegen, dass die Nobel-Akademie ... im Jahr 1962 eine gute Entscheidung getroffen hat.«

Süddeutsche Zeitung, Kristina Maidt-Zinke (27. November 2018)

Aus dem Amerikanischen von Bernhard Robben
Originaltitel: The Winter of our Discontent
Mit Nachwort von Ingo Schulze
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-21738-9
Erschienen am  15. Oktober 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Der Winter unseres Missvergnügens (Review)

Von: Arcadi Magazin

19.12.2018

John Steinbeck ist in den USA ein wohlbekannter Name, denn immerhin gewann er als Autor 1962 den Nobelpreis für Literatur und gehörte im 20. Jahrhundert zu den erfolgreichsten Autoren. In seinem Werk „Der Winter unseres Missvergnügens“, das eine aufwendige Neuauflage des Manesse Verlages darstellt, nimmt uns der Autor mit auf eine Lehrreise über Geld und Moral. Wie weit würdest du gehen? Ethan Hawley, Mann aus einer ehemals angesehenen Familie aus Baytown, ist aufgrund seines Vaters verarmt und muss in einem Laden als Verkäufer arbeiten, der ihm früher sogar selbst gehört hatte. Da er seinen Familie mehr bieten möchte, überlegt er sich, wie er schnell an Geld kommen kann. Ethan ist ein innerlich getriebener Mann. Zwischen seiner Familie, er hat Frau und Kinder, seinem Chef, seinem Banker und einigen weiteren Charakteren ist er hin und her gerissen. Auf ihn wirken unterschiedliche Einflüsse und als die Freundin seiner Frau ihm offenbart, dass ein Kartensatz gezeigt habe, dass er in naher Zukunft zu Reichtum kommen würde, sind alle Dämme gebrochen und Ethan ist bereit, moralische Hemmungen abzulegen. Fazit Steinbeck hat eine durchweg unterhaltsame Geschichte geschaffen. Der Hauptcharakter Ethan ist eine äußerst sympathische Person, der man ihre unmoralischen Handlungen überhaupt nicht übel nehmen kann. Geschickt werden Handlungen zu gezeigt, dass sich die Konsequenzen erst später ergeben und auflösen. Man könnte sogar so weit gehen, dass hier ein ausufernder Kapitalismus kritisiert wird. Die Personen wurden durch das Geld allesamt verdorben, hinter ihren Masken verfolgen alle Personen ihre Ziele, auch wenn sie gute Miene zu bösem Spiel machen. Lesenswert!

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Nun ward der Winter unseres Missvergnügens…

Von: Exlibris JMalula

17.12.2018

Eine Kleinstadt auf Long Island zu Zeiten Eisenhowers. Dank des anhaltenden Wirtschaftsaufschwungs entwickelt sich im Schatten des Kalten Krieges der Kapitalismus, die Blüten der Wohlstandsgesellschaft sollen die Traumata der vergangenen Weltkriege vertreiben, das Streben nach Reichtum und Macht wird zur höchsten Tugend deklariert, der moralische und kulturelle Untergang in Kauf genommen. Ethan Hawley, Spross einer der ältesten und angesehen Familien des Ortes, die jedoch durch Misswirtschaft und Fehlinvestitionen inzwischen verarmt ist, fristet sein Dasein als angestellter Verkäufer in einem Lebensmittelladen, dessen Besitzer zu allem Überdruss ein eingewanderter Italiener ist. Einzig das prächtige, alte Familienanwesen, das Haus seines Vaters und Großvaters, ist als Bastion vergangener Zeiten geblieben. Während sich Ethan mit dem „Alltag seines Missvergnügens“ abgefunden hat und ganz „alte Schule“ ethische Werte und Bildung hochhält, wird er von außen immer wieder und zunehmend dringlicher mit der Unansehnlichkeit seiner gegenwärtigen Existenz konfrontiert. Nicht zuletzt sind es seine Frau und die halbwüchsigen Kinder, die ihn drängen Moral und Anstand hintenanzustellen und unlautere Mittel in Kauf zu nehmen, um die Familie wieder zu Wohlstand und Ansehen zu führen. Das Netz der Versuchungen um Ethan verdichtet sich immer mehr und sein innerer Zwiespalt spitzt sich zu: „Einmal angenommen, ich würde für eine begrenzte Zeit nicht nur einige wenige, sondern sämtliche Regeln abschaffen: Könnten sie dann nicht, sobald das Ziel erreicht war, allesamt wieder in Kraft treten? (...) Wurde eines der großen Vermögen, die wir bestaunen, je ohne Rücksichtlosigkeit erlangt? Mir fällt keines ein.“ „Der Winter unseres Missvergnügens“, veröffentlicht 1961, war das letzte Werk John Steinbecks und nicht zuletzt Anlass für die Verleihung des Literaturnobelpreises, den Steinbeck 1962 erhielt. Der Manesse-Verlag hat nun diesen lange in Vergessenheit geratenen Roman in einer Neuübersetzung und sehr ästhetischer Aufmachung wieder ans Licht geholt. Großartig dabei auch das Nachwort von Ingo Schulz, das insbesondere auf die zahlreichen literarischen Bezüge von der Bibel über Shakespeare bis Melville erhellend eingeht. An diesem Werk zeigt sich, was große Literatur ausmacht – eine vorausschauende, klarsichtige Darstellung der Verhältnisse der Zeit, literarisch so umgesetzt, dass eine zeitlose Betrachtung ermöglicht wird. Und so scheint das Thema des Romans auch bei heutiger Lektüre aktueller den je.

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Vita

John Steinbeck

John Steinbeck wurde 1902 in Kalifornien geboren. Sein 1919 begonnenes Studium der Naturwissenschaften beendete er nach fünf Jahren ohne Abschluss, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. In seinen Büchern thematisierte Steinbeck vor allem die Lebensverhältnisse einfacher Arbeiter und sozial schwächer Gestellter. Zu seinen bekanntesten Werken zählen dabei die Novelle »Von Mäusen und Menschen« sowie die beiden Romane »Früchte des Zorns« und »Jenseits von Eden«. 1962 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. John Steinbeck verstarb 1968 in New York. Er gilt bis heute als einer der erfolgreichsten und beliebtesten Autoren der USA.

Zur AUTORENSEITE

Bernhard Robben, geb. 1955, lebt in Brunne/Brandenburg und übersetzt aus dem Englischen, u. a. Salman Rushdie, Peter Carey, Ian McEwan, Patricia Highsmith und Philip Roth. 2003 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Stiftung Kunst und Kultur des Landes NRW ausgezeichnet, 2013 mit dem Ledig-Rowohlt-Preis für sein Lebenswerk geehrt.

zum Übersetzer

Ingo Schulze

Ingo Schulze, 1962 in Dresden geboren, studierte von 1983 bis 1988 klassische Philologie in Jena. Anschließend war er bis 1990 Dramaturg am Landestheater Altenburg, dann in einer Zeitungsredaktion tätig. Diese Arbeit führte ihn 1993 für ein halbes Jahr nach Sankt Petersburg. Seither lebt er als freier Autor in Berlin. Für sein erstes Buch, "33 Augenblicke des Glücks", wurde Ingo Schulze 1995 mit dem Alfred-Döblin-Förderpreis, dem Ernst-Willner-Preis des Ingeborg-Bachmann- Wettbewerbs sowie dem Aspekte-Literaturpreis ausgezeichnet.

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Pressestimmen

»Selten konnte man einen solch detailreichen und analytischen und zugleich aberwitzig komischen und unterhaltsamen Roman über die menschlichen Abgründe des Kapitalismus lesen. ... Die Neuübersetzung von Bernhard Robben: ist mehr als gelungen! Sie ist großartig, modern ohne modernistisch zu sein, gegenwärtig ohne auf Aktualität zu schielen, sprachlich brillant und vor allem: wahnsinnig witzig. ... Unbedingt lesenswert.«

»Steinbecks Roman ist ein großartiges Spiel mit Hoffnungen und Wünschen.«

Mannheimer Morgen, Ulrich Rüdenauer (17. Dezember 2018)

»Wunderbare Sprache, ... großartige Dialoge. Man gleitet regelrecht durch diesen tollen Roman und kann dabei kaum innehalten.«

»John Steinbecks letzter Roman aus dem Jahre 1961 ist ein Lehrstück über den rücksichtslosen Kapitalismus jener Zeit in den USA.«

Hellweger Anzeiger, Ulrich Rubens-Laarmann (24. November 2018)

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