Der letzte Ort

Roman

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Ein literarischer Thriller über Freundschaft und Verrat.

Die Welt um Albert, einen deutschen Aussteiger, ist geschrumpft, seit er im Irak entführt wurde. Sie besteht nur noch aus dem, was der Zwischenraum zwischen den roh gezimmerten und doch unüberwindlichen Holzlatten des Verschlags zeigt, in den seine Entführer ihn eingeschlossen haben. Nie hätte er sich ausmalen können, wie sich das anfühlt: die Angst, gefesselt in einem Stall zu verrecken, umschwirrt von Fliegen, getrennt von seinem Übersetzer Osama, seiner Brücke in die fremde Kultur.

Längst ist Osama, ein Einheimischer, der aus einer liberalen Familie stammt, zum Freund geworden. In der Gefangenschaft, der Willkür ihrer Entführer ausgesetzt, die sie mal getrennt, mal zusammen, von Ort zu Ort schleppen, begannen sie zu reden: über den Hass zwischen den Kulturen, der mit dem Denken beginnt, und über ihre eigenen Leben. Albert wird bewusst, wie wenig Osama, der sein Land im Krieg erlebt hatte und nun als Verräter gefangen gehalten wird, mit seinen Geschichten anfangen kann. Und doch ist das Reden das einzige, was ihnen bleibt am vielleicht letzten Ort ihres Lebens, an dem das Leben der anderen weiter geht, als wäre nichts geschehen.

Sherko Fatah erzählt die Entführung von Albert und Osama als atemberaubenden literarischen Thriller und sensibles Psychogramm beider Figuren. Beide geraten in der aussichtlosen Situation an ihre Grenzen und verlieren sich in ihrer eigenen Angst und im wachsenden Misstrauen gegen den anderen. Als ihnen die Flucht gelingt, ist zwischen ihnen nichts mehr wie zuvor.

"Sherko Fatah erzählt die spannendsten und spannungsreichsten Geschichten in der deutschen Literatur der Gegenwart."

Volker Weidermann / Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (17. August 2014)

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ISBN: 978-3-641-12376-5
Erschienen am  11. August 2014
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Grossartig.

Von: Christian Puille aus Hamburg

30.01.2018

Ich habe "Der letzte Ort" zufällig in der Bücherhalle ausgesucht, als ich eigentlich auf der Suche nach Leon de Winters "Geronimo" war und daher für das Thema einer Entführung im Nahen Osten aufgeschlossen war. Ich hatte zuvor nicht von Sherko Fatah gehört. Ich habe sein Buch in wenigen Tagen gelesen, obwohl es längst nicht dünn ist - ich wollte es nicht mehr weglegen. Ich war sofort fasziniert von der aussergewöhnlich schönen, kunstvollen Sprache Fatahs, mit der er diese sehr spannende Geschichte beeindruckend plastisch und lebendig erzählt. Ich bin den Figuren mit grösster Faszination gefolgt. Die Orte, Begebenheiten, Figuren und Gedanken, die mir dabei gezeigt wurden, waren meisterhaft geschildert. Ein aussergewöhnliches, auf viele Weise unterhaltsames, fesselndes, wundervolles Buch. Grossartig!

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Vita

Sherko Fatah

Sherko Fatah wurde 1964 in Ost-Berlin als Sohn eines irakischen Kurden und einer Deutschen geboren. Er wuchs in der DDR auf und siedelte 1975 mit seiner Familie über Wien nach West-Berlin über. Er studierte Philosophie und Kunstgeschichte. Für sein erzählerisches Werk hat er zahlreiche Auszeichnungen erhalten, zuletzt den Großer Kunstpreis Berlin der Akademie der Künste und den Adelbert-von-Chamisso-Preis 2015, außerdem den Aspekte-Literaturpreis für den Roman "Im Grenzland". Er wurde mehrfach für den Preis der Leipziger Buchmesse (2008 mit "Das dunkle Schiff", 2012 mit "Ein weißes Land") nominiert und mit "Das dunkle Schiff" auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2008 gewählt.

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27. März 2019

Lesung und Gespräch

19:30 Uhr | Köln | Lesungen & Events
Sherko Fatah
Der letzte Ort

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Pressestimmen

"Sherko Fatah ist einer der politisch hellsichtigsten deutschen Schriftsteller."

DIE ZEIT (28. August 2014)

"Sherko Fatah hat - Stichwort ISIS im Irak - wieder einmal sein fast unheimliches Gespür für die drängenden Themen unserer Gegenwart bewiesen."

NDR Kultur (13. August 2014)

""Der letzte Ort" ist einer der fesselndsten, faszinierendsten und erhellendsten Romane des Jahres."

Martin Ebel / Tages-Anzeiger (Zürich) (12. November 2014)

"Dieser Schriftsteller weiß, wie man Prosa mit Verben so präpariert, dass er die Leser buchstäblich zum Vibrieren bringt. Großartig!"

Ulf Heise / MDR Figaro (11. November 2014)

""Der letzte Ort" ist eines der aufregendsten Bücher des vergangenen Jahres."

Paul Jandl / Die Welt (03. Januar 2015)

"Wer verstehen will, warum die barbarischen Fundamentalisten des Islamischen Staates, kurz IS, gerade weite Teile des Iraks und Syriens unter Kontrolle bringen, muss ihn lesen."

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