VERLAGSGRUPPE RANDOM HOUSE - BERTELSMANN
Menü
  • facebook
  • google+
  • whatsapp
  • twitter
  • add this

Der weite Raum der Zeit Roman

Bestellen Sie mit einem Klick

oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler.

€ 15,99 [D] inkl. MwSt.
CHF 19,00*
(* empf. VK-Preis)

eBook (epub) ISBN: 978-3-641-16145-3

Erschienen: 11.04.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: Gebundenes Buch

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Anmeldung

  • Info

  • Vita

  • Pressestimmen

  • Service

  • Biblio

Blinde Eifersucht und zerstörerischer Zorn – doch die Zeit heilt alle Wunden

Der Londoner Investmentbanker Leo verdächtigt seine schwangere Frau MiMi, ihn mit seinem Jugendfreund Xeno zu betrügen. In rasender Eifersucht und blind gegenüber allen gegenteiligen Beweisen verstößt er MiMi und seine neugeborene Tochter Perdita. Durch einen glücklichen Zufall findet der Barpianist Shep das Baby und nimmt es mit nach Hause. Jahre später verliebt sich das Mädchen in einen jungen Mann – Xenos einzigen Sohn. Zusammen machen sie sich auf, das Rätsel ihrer Herkunft zu lösen und alte Wunden zu heilen, damit der Bann der Vergangenheit endlich gebrochen wird.

Jeanette Winterson spielt souverän mit Figuren und Handlung aus Shakespeares "Das Wintermärchen" und erzählt eine verblüffend moderne Geschichte über rasende Eifersucht, blinden Selbsthass und die tiefe Sehnsucht in uns, die Fehler der Vergangenheit wieder gut zu machen.

"Die britische Autorin hat die Komödie aus dem 17. Jahrhundert einfallsreich in unser digitales Zeitalter übersetzt - mit einer traumwandlerischen Leichtigkeit, bei der man spürt, dass 'Das Wintermärchen' die Mittfünfzigerin tief berührt."

Radio Bremen/Nordwest Radio, Inken Steen (10.04.2016)

Jeanette Winterson (Autorin)

Jeanette Winterson, geboren 1959, hat bereits zahlreiche Romane sowie Sach- und Kinderbücher veröffentlicht. Sie gilt als eine der profiliertesten Autorinnen und Feministinnen Großbritanniens. Sie wuchs in Manchester auf, wo ihre Adoptiveltern der Pfingstbewegung angehörten und sie streng erzogen. Über diese Erfahrung schrieb Winterson in ihrem ersten Roman "Orangen sind nicht die einzige Frucht" und 27 Jahre später in "Warum glücklich statt einfach nur normal?". Beide Bücher wurden zu Bestsellern.

Shakespeares "Das Wintermärchen" erzählt die Geschichte des Findelkindes Perdita. „Wir alle haben Texte, die wir wie Glücksbringer in uns tragen und die uns tragen. Seit Jahren kreist meine Arbeit immer wieder um dieses Stück.“ Nun erzählt Winterson ihre eigene Version von Shakespeares Klassiker.

"Die britische Autorin hat die Komödie aus dem 17. Jahrhundert einfallsreich in unser digitales Zeitalter übersetzt - mit einer traumwandlerischen Leichtigkeit, bei der man spürt, dass 'Das Wintermärchen' die Mittfünfzigerin tief berührt."

Radio Bremen/Nordwest Radio, Inken Steen (10.04.2016)

"Es ist fantastisch, wie sie (...) diese Geschichte in die moderne Welt umsetzt."

Hessischer Rundfunk, hr2 Kultur, Johannes Kaiser (18.04.2016)

"Das ist gekonnt und rasant geschrieben, also ein großes Vergnügen."

Die Zeit, Susanne Mayer (18.08.2016)

"Die britische Autorin Jeanette Winterson versetzt die Figuren aus Shakespeares 'Wintermärchen' in ihrem Roman 'Der weite Raum der Zeit' in die heutige Zeit. Sprachlich ist sie dem großen Dramatiker durchaus gewachsen."

Deutschlandfunk "Büchermarkt", Tanya Lieske (17.08.2016)

"Faszinierendes Projekt zum vierhundersten Todestag von William Shakespeare: Acht bekannte Autoren machen aus seinen Theaterstücken jeweils einen neuen Roman."

F.A.Z. (07.04.2016)

mehr anzeigen

Aus dem Englischen von Sabine Schwenk
Originaltitel: The Gap of Time
Originalverlag: Hogarth

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-16145-3

€ 15,99 [D] | CHF 19,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Knaus

Erschienen: 11.04.2016

  • Leserstimmen

  • Rezension verfassen

Ein Buch, das mich positiv überrascht hat - ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen

Von: Ramona | El Tragalibros Datum: 02.03.2017

www.eltragalibros.de/

#Shakespeare400: Das Wintermärchen – das Original

Mit William Shakespears „Das Wintermärchen“ beschäftigt sich die britische Schriftstellerin Jeanette Winterson im Rahmen des Projekts #Shakespeare400 und erschafft dabei mit ihrem Roman „Der weite Raum der Zeit“ eine moderne Familiengeschichte. „Das Wintermärchen“ entstand Anfang des 17. Jahrhunderts und erzählt die Geschichte des von Eifersucht und Neid getriebenen sizilianischen Königs Leontes, der seine schwangere Frau der Untreue bezichtigt.

#Shakespeare400: Der weite Raum der Zeit

Leo ist Investmentbanker und er hat alles, was man sich nur wünschen kann: neben viel Geld und Macht ist er Vater eines kleinen Sohnes, den er abgöttisch liebt. Seine Frau erwartet das zweite gemeinsame Kind und Leos Leben könnte problemlos sein, wäre da nicht dieser nagende Zweifel an der Treue seiner Ehefrau MiMi, der sich in Eifersucht verwandelt. Ehe sich Leo versieht, hat seine entbrannte Paranoia nicht nur seine Frau schwer verletzt, seinen besten Freund vertrieben sondern auch seine neu geborene Tochter Perdita in die unbekannte Fremde entsandt. Sie bliebt spurlos verschwunden.

Das Wüten eines Mannes: die Zerstörung einer Familie – #Shakespeare400

In blinder Wut zerstört Leo seine gesamte Familie und nicht nur das, auch seinen besten Freund aus Jugendtagen, Xeno, verliert er mit den haltlosen Anschuldigungen. Realität und Wahn verschwimmen aus Leos Perspektive und werden zu einem Gemisch aus Lug und Trug. Seine Eifersucht auf andere macht ihn rasend. Für die Argumente seiner Freunde, wie etwa der lebensfrohen und loyalen Pauline, ist er nicht mehr offen. Mit seiner unüberlegten, aber durchaus perfide geplanten Tat zerstört er nicht nur sein eigenes Lebens, sondern stürzt alle Figuren seiner näheren Umgebung in Chaos, hinterlässt Trauer und Verlust.

Das Schicksal: der Beginn einer neuen Familie – #Shakespeare400

Doch aus Lügen, Wahn und Neid kann auch etwas Gutes entstehen. Zufällig oder schicksalhaft sind der klavierspielende Shep, der ein dunkles Geheimnis mit sich herumträgt, und sein Sohn Clo Zeugen als ein Mann mitten auf der Straße zu Tode geprügelt wird. In der nahen Babyklappe liegt ein Mädchen mit einem Koffer voller Geld. Shep nimmt sich der kleinen Perdita an und eine neue Familie entsteht, die dank des Geldes ein besseres Leben führen können.

Über Glauben und Moral: die Vergangenheit

Die Vergangenheit ist ein wichtiges Element in Jeanette Wintersons Roman, denn „Der weite Raum der Zeit“ erzählt die Geschichte von unterschiedlichsten Figuren, deren Vergangenheit und Gegenwart miteinander kollidieren. Jede Figur hat ihre Persönlichkeit im Laufe dieser Zeitspanne verändert, wie etwa Leo, der von einem draufgängerischen Jugendlichen, der seine wahre Sexualität sucht, zu einem paranoiden Mann geworden ist und im Zuge seiner Taten eine Kettenreaktion ausgelöst hat; er bliebt einsam zurück. Ereignisse der Vergangenheit interpretiert er in einer Art und Weise, die sein Handeln dazu in logische Konsequenz setzen.

Aus der einstigen Freundschaft zwischen Leo und Xeno wird ein tödliches Spiel, das auch Xenos Familie zu einer unglücklichen Familie werden lässt. Zu seinem Sohn hat er nur wenig Kontakt, denn seine dauernde Abwesenheit hat die einst gute Beziehung immens getrübt. Stattdessen arbeitet er als Entwickler schon seit Jahren an einem Spiel mit dem Titel „Der weite Raum der Zeit“. Mit diesem Spiel verarbeitet er die Vergangenheit auf, vermischt Fiktion und Realität und lässt die Figuren seines Lebens in Rollen schlüpfen.

Perdita hingegen wächst behütet am anderen Ende der Welt auf. Mit ihrem Vater und Bruder führt sie ein gutes Leben, bis sie sich in Xenos Sohn verliebt und die Wahrheit über ihre Herkunft herausfindet. „Der weite Raum der Zeit“ ist ein Spiel der Figuren, der Vergangenheit und – natürlich – auch der Zeit. Bestimmte Momente und Entscheidungen dehnen sich wie eine zähe Masse, lassen das Leben aus den Fugen geraten und der Rückblick auf diese vergangenen Zeitpunkte erscheinen als unveränderliche Gegenwart.

Jeanette Wintersons Roman „Der weite Raum der Zeit“ ist ein spannendes Buch, denn es besteht aus mehreren Ebenen und hat tiefgründige Figuren. Keine von ihnen ist schwarz oder weiß, gut oder böse, sie alle sind eine graue Mischung – abgesehen vielleicht von Wintersons Liebespaar, die durch ihre Jugend in das Chaos ihrer Familien hineingeboren wurden. Aber von einer klassischen Liebesgeschichte kann bei „Der weite Raum der Zeit“ nicht die Rede sein, denn Winterson verpackt ihren Roman in ein Familiendrama in der Vergangenheit und lässt die Figuren in der Gegenwart aus dem angerichteten Chaos herauskriechen – jede auf ihre Art. Eine gewisse Sogwirkung entwickelt sich dabei, wenn der Leser die vorangestellten Ereignisse so langsam in den Kontext der Gegenwart setzen kann – spannend, verwickelt und durchaus lesenswert. Mich hat „Der weite Raum der Zeit“ auf sehr positive Weise überrascht. Ich bin in das Buch hineingestolpert und konnte es am Ende nicht mehr weglegen.

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Rezension: Jeanette Winterson, Der weite Raum der Zeit

Von: Tina / Kill Monotony Datum: 24.04.2017

www.killmonotony.wordpress.com

Manchmal ist es egal, dass es irgendeine Zeit gab vor dieser Zeit. Manchmal ist es egal, ob Nacht ist oder Tag oder jetzt oder damals. Manchmal ist das, wo du bist, genug. Es ist nicht so, dass die Zeit stehen bleibt oder nie begonnen hat. Das hier ist Zeit. Du bist hier. Dieser erhaschte Moment, der in ein Leben mündet.

Jeanette Winterson erzählt im Zuge des Hogarth Shakespeare Projekts „Das Wintermärchen“ von Shakespeare neu. Das Original habe ich nicht gelesen, aber Winterson macht es einem leicht und fügt vor ihrer Neuerzählung noch eine knappe Zusammenfassung der Geschehnisse des Originals bei. Und dann geht es auch schon spannend los: Shep und sein Sohn Clo werden Zeuge eines Überfalls auf einen alten Mann, der scheinbar verfolgt wurde und von zwei Männern brutal zusammengeschlagen wird. Diesen Überfall vorausahnend, hat der Mann einige Augenblicke vorher ein Baby samt Aktenkoffer in der naheliegenden Babyklappe deponiert, mit der Absicht, es später wieder zu holen. Doch so weit kommt es leider nicht. Der Mann stirbt am Ort des Überfalls und kurzerhand birgt Shep das Baby sowie den Aktenkoffer aus der Babyklappe, nicht ahnend, dass es dabei noch zu einigen Verstrickungen kommen wird. Zu einem früheren Zeitpunkt in England lässt der paranoide Leo Überwachungskameras in das Schlafzimmer seiner schwangeren Frau MiMi einbauen, denn er hat sie im Verdacht, eine Affäre mit seinem besten und ältesten (und schwulen) Freund Xeno zu haben. Als das Baby später zur Welt kommt, verfällt Leo in eine wilde Raserei, tötet Xeno beinahe und entreißt MiMi in einem durchgeplanten Akt dann das Baby, um es von seinem Angestellten Tony in die USA zu Xenos Anwesen zu bringen, da er der Meinung ist, ebendieser sollte sich gefälligst um sein Kind kümmern. Das Baby schafft es jedoch nie zu Xeno, und hier treffen sich die beiden Erzählstränge. Der weitere Teil der Geschichte spielt 16 Jahre später und das Baby, zur 16-Jährigen Perdita herangewachsen, beginnt Fragen zu ihrer Herkunft zu stellen. Sie lernt über Umwege den jungen Zel kennen, der zufälligerweise der Sohn Xenos ist, und gemeinsam machen die beiden sich auf den Weg nach England, um ihren Vater ausfindig zu machen.

In der Woche nach seiner Geburt kamen wir nicht aus dem Bett. Wir schiefen und aßen, das Baby zwischen uns. Die ganze Woche mussten wir ihn immerzu anschauen. Wir hatten ihn gemacht. Ohne Qualifikationen oder Fortbildungen, ohne College-Diplome oder Fortschungsdollars hatten wir einen Menschen gemacht. Was ist das für eine verrückte, unbekümmerte Welt, in der wir Menschen machen können?

Winterson erzählt hier in einer wahnsinnig tollen, leichten und aktuellen Sprache das „Wintermärchen“ neu. Da ich das Original nicht gelesen habe, war dies für mich eine komplett neue Geschichte. So verwirrend die Namensgebung anfangs doch war, so spannend war es doch, die Handlung zu verfolgen, vom Überfall auf Tony bis hin zur Familien-Reunion (mehr dazu später). Unglaublich witzige und wortgewandte Dialoge haben mir viel Freude beim Lesen bereitet, unter anderem wurde die Geschichte des Ödipus, neu frisiert, erzählt. Auch die zahlreichen Anspielungen auf Shakespeare oder „Das Wintermärchen“ fand ich richtig gelungen! �� Die Charaktere waren ausreichend ausgefleischt, wenn teilweise auch etwas übertrieben dargestellt, zum Beispiel der doch sehr wahnsinnige Leo oder das gerissene Schlitzohr Autolycus.

Vergebung ist ein Wort wie Tiger: Es gibt Bilder von ihm, und seine Existenz ist eindeutig bewiesen, doch nur wenige von uns haben wirklich aus der Nähe Bekanntschaft mit diesem wilden Tier gemacht.

Insgesamt fand ich die Geschichte sehr gut, Winterson hat ihre Neuinterpretation hervorragend erzählt, jedoch fand ich die letzten Kapitel, in denen es um die Familienzusammenkunft ging, etwas übereilt. Ich weiß nicht, wie es im Original gehandhabt wurde, aber alle waren meiner Meinung nach viel zu schnell „heile Familie“ und haben sich ziemlich schnell zusammengerauft, was angesichts Leos und Perditas Beziehung zueinander doch sehr ungewöhnlich schien. Alles in allem war es aber ein gelungenes Spekakel und ich kann diese Shakespeare-Neuerzählung eigentlich nur jedem ans Herz legen, der ein bisschen Spannung, viel Witz und eine tolle Schreibe schätzt! ��

Voransicht

  • Weitere Bücher der Autorin