Die Brillenmacherin

Historischer Roman

(3)
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England im Jahr 1387. Die Kunst des Brillenmachens beherrschen nur wenige Meister. Als Herren über die Sehkraft haben sie großen Einfluss. Um den Geheimbund der Bedeckten Ritter zu zerschlagen, die für Vernunft und Wissenschaft kämpfen und den vogelfreien Bibelübersetzer Hereford verstecken, will sich der Erzbischof von Canterbury diese Macht zunutze machen. Doch Elias Rowe, der beste Brillenmacher weit und breit, will ihn nicht unterstützen und muss sterben. Um den Mörder zu finden, eignet sich die junge Witwe nun sein Handwerk an. Noch ahnt Catherine Rowe nicht, dass sie das Pfand in einem blutigen Krieg ist.

Für diese Taschenbuchausgabe hat der Autor seinen Roman aus dem Jahre 2005 neu überarbeitet.


Originalverlag: Rütten & Loening/Aufbau
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-22363-2
Erschienen am  13. Januar 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Gelungener Historischer Roman!

Von: miss_lia48

18.09.2020

INHALT: England, 1387: Elias Rowe ist einer der wenigen Brillenmacher im Land. Er versteht sein Handwerk und arbeitet auch für den Ritter Thomas Latimer. Seine Frau Catherine wäre gerne sein Lehrling um noch mehr als die Holzrahmen für die Brillen herzustellen. Doch für Elias ist dies keine Arbeit für eine Frau. Eines Tages findet Catherine ihren geliebten Mann erstochen auf. Sie versteht es nicht: Warum nur musste er sterben? Catherine bleibt nichts anderes übrig, als die Arbeit ihres Mannes fortzuführen. Sie ahnt nicht, in welche Schwierigkeiten sie dadurch noch geraten wird… Doktor Hereford soll aus dem Gefängnis in Rom ausgebrochen sein. Genau wie John Wycliff wurde er von der katholischen Kirche zum Ketzer erklärt und ist ebenfalls dabei, die lateinische Bibel ins Englische zu übersetzen. Doch Wycliff hat dies das Leben gekostet. Und nun ist der Erzbischof Courtenay auch Hereford auf den Fersen, um zu verhindern, dass jeder gewöhnliche Bürger zukünftig die Bibel lesen kann. Gleichzeitig möchte der Geheimbund der Bedeckten Ritter alles Nötige dafür tun, um den Reformatoren Hereford zu schützen. Selbst wenn sie dafür in den Krieg gegen Courtenay ziehen müssen… MEINUNG: Für mich gibt es ja immer zwei Arten von Historischen Romanen. Die, die nur wenige historische Eckpunkte beinhalten und oft eher locker geschrieben sind. Und solche, die mit sehr vielen Fakten und Zahlen bespickt sind und auch mehr altertümliche Bezeichnungen haben. Bei „Die Brillenmacherin“ handelt es sich um die zweite und anspruchsvollere Variante, von der ich noch nicht all zu viele Bücher gelesen habe. Doch ich mag das manchmal ganz gerne, mal über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Am Anfang werden sehr viele Figuren eingeführt und ich musste mich erst einmal orientieren. Ein Personenregister wäre hier hilfreich gewesen. So habe ich etwas gebraucht, bis ich in der Geschichte angekommen war. Doch Titus Müller schaffte es dann, eine durchgehende Spannung aufzubauen, und oft konnte ich das Buch kaum zur Seite legen. Er schreibt recht atmosphärisch, sodass ich mir vieles gut vorstellen konnte. Besonders die Geschichte von Catherine hat es mir angetan. Sie hat es nicht einfach, als plötzlich ihr Mann ermordet wird. Mit ihr konnte ich sehr mitfiebern und habe sie gerne durch die Geschichte begleitet. Verschiedene Perspektiven ergeben nach und nach ein ganzes Bild der Situation. Thematisch hatte ich mir, dafür, dass es im Buchtitel steht, noch mehr über die Brillenherstellung erhofft. Die kurzen Beschreibungen über das Handwerk fand ich nämlich ganz interessant. Ansonsten stehen der Streit zwischen Reformatoren und der Kirche im Mittelpunkt der Handlung, sowie das Leben der Ritter auf und um die Burg herum – Letzteres entspricht weniger meinem Interessensgebiet, trotzdem war es ganz interessant da mal einen Einblick zu bekommen. Gegen Ende empfand ich eine Szene als etwas unrealistisch. Des Weiteren verrät der Klappentext des Buches eine Kleinigkeit zu viel, weshalb ich dazu rate, diesen nicht vor dem Buch zu lesen, dann bleibt es noch spannender! ;) FAZIT: Insgesamt ein gelungener und eher etwas anspruchsvoller Historischer Roman in dessen Mittelpunkt der Streit zwischen Reformatoren und Kirche sowie das Leben der Ritter steht. Wen diese Thematik interessiert, dem kann ich das Buch empfehlen. Das Handwerk der Brillenmacherin fand ich spannend, hätte aber gerne mehr darüber gelesen. So war es thematisch nicht hundertprozentig mein Buch, doch ich konnte mal über meinen Tellerrand hinausschauen, was ich nicht bereut habe. Mein Tipp: Den Klappentext nicht vorher lesen, er verrät eine Kleinigkeit zu viel! Für meine kleineren Kritikpunkte ziehe ich einen Stern ab und vergebe somit gute 4/5 Sterne!

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Gottes Wort schenkt den Durchblick

Von: Henrik Mohn

07.08.2020

Wir schreiben das Jahr 1387. In England ist der Kampf um die Glaubensfreiheit entbrannt. Vereinzelt kommen Teile der Bibel in englischer Übersetzung unter das Volk. Das versucht die katholische Geistlichkeit zu verhindern. Titus Müller, Mitglied des Pen-Clubs und ausgezeichnet mit dem C. S. Lewis-Preis und Sir Walter-Scott-Preis, nimmt seine Leser in „Die Brillenmacherin“ mit in den Strudel der Auseinandersetzung hinein. „England im Jahr 1387. Die Kunst des Brillenmachens beherrschen nur wenige Meister. Als Herren über die Sehkraft haben sie großen Einfluss. Um den Geheimbund der Bedeckten Ritter zu zerschlagen, die für Vernunft und Wissenschaft kämpfen und den vogelfreien Bibelübersetzer Hereford verstecken, will sich der Erzbischof von Canterbury diese Macht zunutze machen. Doch Elias Rowe, der beste Brillenmacher weit und breit, will ihn nicht unterstützen und muss sterben. Um den Mörder zu finden, eignet sich die junge Witwe nun sein Handwerk an. Noch ahnt Catherine Rowe nicht, dass sie das Pfand in einem blutigen Krieg ist.“ (Verlagtext) Mit seinem dritten Buch schlägt der Autor eher leise statt laute Töne an. Einfühlsam, behutsam und ausdrucksstark nimmt Müller seine Leser mit ins mittelalterliche England. Die Kunst des Brillenmachens ist allerdings nach den ersten Seiten schon erläutert und es schließt sich der Kampf um die christliche Glaubensfreiheit an. Das was Deutschland im 16. Jahrhundert durch die Reformation erlebte, passierte in England schon zwei Jahrhunderte zuvor: die Bibel in der Landessprache lesen können. Faszinierende Einblicke in die Glaubenskriege und -kämpfe des historischen Englands vermittelt Müller in seiner sprachlichen Gewandtheit. So ist die Bereitschaft der sogenannten Ketzer für die Wahrheit zu sterben, und ihr Wunsch Gottes Wort in einer für alle verständlichen Sprache weiterzugeben, dem Leser eindrücklich und intensiv vor Augen gemalt. Allerdings muss man zu Beginn sehr aufpassen, um die Flut an Namen zu bewältigen. Die einzelnen Charaktere sind vielschichtig angelegt. Die Handlung ist kurzweilig und spannend, wobei die Protagonistin des Öfteren mit vielen Windungen zurechtkommen muss. Hier wäre weniger mehr gewesen. Gelungen ist die Darstellung der Gebräuche und Sitten des 14. Jahrhunderts wie zum Beispiel die mühselige Herstellung einer Brille oder die Belagerung einer Burg. Dadurch kann sich der Leser Schauplätze und Personen bildlich vorzustellen. Auch die Herausstellung der christlichen Botschaft und der Frage: Worum es beim Glauben geht?, reihen sich gut in den historischen Rahmen der Erzählung ein. Dabei ist Müller nie aufdringlich, aber verzichtet nicht auf pointierte Hinweise. „Die Bibel lässt keine Zweifel offen. […] Der Tod, Catherine, ist der Triumph Satans. Er ist die Strafe für unseren Fall für unsere Abkehr von Gott. Der Böse hat uns dazu verführt, und wir sind ihm gefolgt. […] Der Tod ist unsere Schande, aber auch unsere Hoffnung. Denn Christus hat ihn genommen und mit ihm den Feind besiegt“. Insgesamt liegt ein gut recherchierter historischer Roman vor, der das damalige Zeitgeschehen in bildhafter Schreibweise, dichter Atmosphäre und greifbarer Lebendigkeit fesselnd und unterhaltend darstellt. Rund um die reale Figur des John Wycliff, der die Bibel aus dem Lateinischen ins Englische übersetzte, schreibt Müller mit der fiktiven Figur Catherine Rowe einen packenden Roman um Macht und Intrige. Dieser bietet alles, was man sich von einem genretypischen Werk erwarten darf. Mehr Rezensionen unter www.lesendglauben.de

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Vita

Titus Müller, geboren 1977, studierte Literatur, Mittelalterliche Geschichte, Publizistik und Kommunikationswissenschaften. Mit 21 Jahren gründete er die Literaturzeitschrift Federwelt, ein Jahr später veröffentlichte er seinen ersten historischen Roman, Der Kalligraph des Bischofs. Titus Müller ist Mitglied des PEN-Club und wurde u.a. mit dem C. S.-Lewis-Preis und dem Sir-Walter-Scott-Preis ausgezeichnet. Für den Roman Nachtauge(Blessing, 2013) wurde Titus Müller 2014 im Rahmen einer Histo-Couch-Umfrage zum Histo-König des Jahres gewählt. Zuletzt erschienen die Romane Berlin Feuerland und Der Tag X.

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Events

16. Dez. 2020

Lesung mit Titus Müller

18:30 - 20:45 Uhr | Wilhelmshaven | Lesungen
Titus Müller
Die goldenen Jahre des Franz Tausend

29. Jan. 2021

Lesung mit Titus Müller

Donaustauf | Lesungen
Titus Müller
Die goldenen Jahre des Franz Tausend

25. März 2021

Lesung mit Titus Müller

19:30 Uhr | Tharandt | Lesungen
Titus Müller
Die goldenen Jahre des Franz Tausend

06. Mai 2021

Lesung und Gespäch mit Titus Müller

19:00 Uhr | Nassau | Lesungen
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Die goldenen Jahre des Franz Tausend

21. Mai 2021

Livestream-Lesung mit Titus Müller

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