Die Flakhelfer

Wie aus Hitlers jüngsten Parteimitgliedern Deutschlands führende Demokraten wurden

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Hitlers langer Schatten

Flakhelfer – das waren Jugendliche vor allem der Jahrgänge 1926 bis 1928, die in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs noch eingezogen wurden, um die Niederlage NS-Deutschlands weiter hinauszuzögern. Manch ein führender Kopf der Bundesrepublik Deutschland, der dieser Generation angehört, wurde in jungen Jahren als NSDAP-Mitglied geführt. Viele haben das verschwiegen oder vergessen, verleugnet oder verdrängt. Malte Herwig hat die 1945 auf abenteuerliche Weise gerettete Mitgliederkartei der Nazi-Partei gründlich gesichtet und ist auf viele bekannte Namen gestoßen. Herwig erzählt die Geschichte einer schuldlos schuldigen Verstrickung mit der NS-Vergangenheit, in der so bedeutende Persönlichkeiten wie Horst Ehmke, Erhard Eppler, Iring Fetscher, Hans-Dietrich Genscher, Günter Grass, Hans Werner Henze, Walter Jens, Siegfried Lenz, Erich Loest, Hermann Lübbe, Niklas Luhmann, Dieter Wellershoff und andere besonders engagierte Demokraten eine zentrale Rolle spielen. Dabei entsteht das aufregende Bild einer von Widersprüchen zerrissenen Generation.

»Es gibt überflüssige Bücher sowie Kann- und Muss-Bücher. Malte Herwigs Studie ist ein Muss-Buch.«

DIE WELT

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ISBN: 978-3-641-09116-3
Erschienen am  13. Mai 2013
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Wie aus Hitlers jüngsten Parteimitgliedern Deutschlands führende Demokraten wurden..

Von: sk

05.09.2018

Zum Cover: Das Cover ist der Thematik angepasst. Es zeigt mehrere Jugendliche oder Kinder, die den Hitlergruß zeigen. Die Darstellung ist in meinen Augen so unfassbar, unrealistisch, und doch war es damals leider üblich.. Zum Inhalt: Dieses Buch thematisiert eine sehr interessante Thematik. Es thematisiert die Generation, die zwischen zwei Welten zerissen scheint. Die Flakhelfer waren noch Kinder, als man sie zugunsten der politischen Ziele verheizte. Scheinbar trieben ihre jugendliche Begeisterung für Hitler und den Nationalsozialismus sie an. Jene, die freiwilig oder auch nicht, auf dem letzten Drücker Teil des NS-Regime geworden sind. Einige dieser so genannten Flakhelfer haben in der jungen Bundesrepublik Karriere gemacht: zu nennen sind da Hans-Dietrich Genscher, Günther Grass oder Hans Werner Henze. Sie taten sich hervor als engagierte Demokraten, ihr Wirken im NS-Regime aber verschwiegen oder verdrängten sie. Es geht nicht um die Bloßstellung von Politikern, sondern um die Aufarbeitung dieser Zeit und Darstellung dieser Flakhelfer-Generation, wobei der Autor auch das Umgehen des Staates kritisch hinterfragt. Zum Schreibstil: Der Autor Malte Herwig versucht dem Leser die Thematik näher zu bringen, ohne dabei die Personen zu bewerten. Sicherlich hat der Autor seine eigene Position zur Thematik, aber sind ihm die Flakhelfer selber nahe - Herwigs Vater war einer von ihnen. Dennoch schafft es der Autor mit Einfühlungsvermögen und einem leichten Humor an die Thematik ranzugehen. Malte Herwig arbeitet heraus, wie vage die Erinnerungen der Beteiligten zu sein scheint und wie groß die Scham, wie unangenehm das Thema fast allen zu sein scheint. Der Autor versucht Linien aufzuzeigen und selber zu verstehen, welche Motive damals jene Personen bewegt haben und warum diese bis heute abgwehrt werden, solange Beweise in Form von Mitgliedsformulare vorliegen. Das Buch hat zu Beginn ein Inhaltsverzeichnis. Neben dem Prolog ist "Die Flakhelfer" in insgesamt acht Kapitel unterteilt und hat zusätzlich ein Nachwort sowie Anmerkungen zur verwendeten Literatur und Quellen oder auch geführten Gesprächen. Gerade Grass und Walser widmet der Autor eigene Kapitel und hat sie zum Thema interviewt. Mein Fazit: Malte Herwig ist mit seinem Buch "Die Flakhelfer" ein sehr notwendiges und zugleich interessantes Buch gelungen. Es soll dem Leser aufzeigen, dass natürlich auch unscheinbare Jugendliche im NS-Regime für politische Zwecke missbraucht worden sind. Aber vor allem soll dieses Buch zeigen, dass der Übergang vom Dritten Reich zur Bundesrepublik, von der Diktatur zur Demokratie nicht nach dem Prinzip der "Stunde null" verlaufen ist. Insgesamt gibt es von mir 5/5 Sterne !

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Vita

Malte Herwig, geboren 1972 in Kassel, studierte Literatur, Geschichte und Politik in Mainz, Harvard und Oxford, wo er 2002 mit einer Arbeit über Thomas Mann am Merton College promovierte. Er war mehrere Jahre Redakteur des »SPIEGEL« und ist heute Autor beim Magazin der »Süddeutschen Zeitung«.

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Zitate

»Er fordert die Wahrheit, ohne anzuklagen – das macht die Qualität seines Buches aus.«

DIE ZEIT

»Ein aufschlussreiches Buch!«

ARD - titel, thesen, temperamente

»Ein Buch über die Gereration der Flakhelfer und ihr Ringen um die eigene Vergangenheit wirft jetzt neue Fragen auf und bringt quälende Gedanken wieder hoch.«

ZDF "heute journal"

»Herwig urteilt nicht aus moralischer Überlegenheit ex post. [...] Auf die notorische Frage nach dem Warum des Schweigens bietet er eine faszinierende Antwort.«

DeutschlandRadio Kultur – Radiofeuilleton (29. Mai 2013)

»Brisantes Material, [das] der Journalist Malte Herwig bei Recherchen für ein Buch über die sogenannte Flakhelfergeneration in Washington eingesehen hat.«

DER SPIEGEL

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