Die Frauen der Familie Marquardt

Roman

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Köln 1908: Caspar Marquardt herrscht in seinem Kaufhaus wie ein König über die Welt des Luxuskonsums. Da er keine Söhne hat, soll ein entfernter Verwandter sein Erbe werden – eine Provokation für seine älteste Tochter Louisa, die das Geschäft gerne selbst führen möchte. Doch nicht nur ihr Schicksal ist mit dem Kaufhaus verbunden. Während sich die kapriziöse Sophie in einen Konkurrenten ihres Vaters verliebt, sucht die unehelich geborene Mathilda ihren Platz in der Gesellschaft. Folgenschwere Konflikte machen die Schwestern gleichermaßen zu Verbündeten und Rivalinnen ...


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ISBN: 978-3-641-20714-4
Erschienen am  16. Juli 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Starke Frauen in einer Männerwelt

Von: Janesway

17.02.2019

Köln 1908: Caspar Marquardt ist Eigentümer eines großen Kaufhauses, für das er einen fernen Verwandten als männlichen Erben einsetzen will, da er selber nur drei Töchter hat. Tochter Louisa sah sich schon als Erbin und ist erzürnt darüber, dass ihr Vater an dem aus ihrer Sicht überholten Bild der gesellschaftlichen Stellung von Mann und Frau festhält. Tochter Sophie schwelgt im Reichtum ihres Vaters und spielt gern mit den Gefühlen der Männer, bis es einmal andersherum kommt. Mathilda, die dritte und uneheliche Tochter, will Karriere machen, doch bekommt sie in einer von Männern beherrschten Welt dazu Gelegenheit? Die Schwestern sind sich mal einig und unterstützen einander, mal sind sie sich spinnefeind. Sie haben es alle nicht einfach im Leben, denn die Erwartungen an sie und ihre eigenen Wünsche, wie sie ihr Leben gestalten wollen, kollidieren häufig miteinander. Das hohe Ansehen der Familie Marquardt mag ihnen Möglichkeiten eröffnen, die anderen verwehrt bleiben, gleichzeitig stehen sie aber genau deswegen immer im Auge der Öffentlichkeit. Die Entwicklungen und Verwicklungen wissen zwar selten zu überraschen, fügen sich aber wunderbar zusammen. Der Personenkreis ist sehr gering gewählt, was man einer Auflistung vor der eigentlichen Geschichte entnehmen kann und für eine dichte Erzählung sorgt. Die Autorin springt zwischen verschiedenen Perspektivfiguren hin und her (nicht nur zwischen den Schwestern), dafür nutzt sie auch immer einen passenden Moment, doch findet der Wechsel häufig ohne eine einleitende Markierung statt. Von einer Zeile zur anderen geht es auf einmal mit einer anderen Person weiter. Das hätte man leserfreundlicher gestalten können. Es wurden von ihr ein paar altbackene Wörter mit eingestreut, um die Zeit besser abzubilden. Viel Herzblut steckt in den Beschreibungen des Kaufhauses, die es vor den Augen zum Leben erwecken in all seinem Prunk und mit den vielen unterschiedlichen Abteilungen. Wer Köln kennt und liebt, dem reicht wahrscheinlich schon die Erwähnung von Orten wie der Hohe Straße und der Schildergasse, um sich für das Buch zu erwärmen. Tiefer gehend entwickelt sich aber keine genaue Vorstellung davon, wie es dort tatsächlich aussah. Es wird fast kein Kölsch gesprochen und zur Historie fällt kaum mal ein Wort. Hier beschränkt sich die Autorin auf die Darstellung der Frauenrolle zu der Zeit. Vergleicht man die inhaltliche Wiedergabe mit dem Buchcover, fällt auf, dass es sich eigentlich um drei Schwestern handelt, aber nur zwei Frauen auf dem Bild besonders hervorgehoben werden. Auf den ersten Blick macht es den Eindruck, dass es nicht passt, auf den zweiten kann es aber vor, während und nach dem Lesen nachdenklich machen. Für mich habe ich eine schlüssige Erklärung gefunden, mit der das Cover stimmig den Inhalt wiedergibt. Bin gespannt, wie es euch damit geht.

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Guter historischer Roman für Einsteiger in das Genre

Von: Lina Lovegood

16.10.2018

Wir starten direkt mitten im Geschehen in die Geschichte, während Caspar Marquardt, der Besitzer eines großen Kaufhauses in Köln im Jahr 1908 seiner Tochter eröffnet, dass er sein Kaufhaus nach seinem Tod einem entfernten Verwandten vererben will. Seine Tochter Louisa, die sich immer für die Belange des Kaufhauses interessierte und davon ausging, dass sie es einmal leiten solle, wird übergangen, da sie eine Frau ist und es zur damaligen Zeit nicht Gang und Gäbe war, dass eine Frau eine so hohe Position bekleiden sollte. Nun reist noch am selben Tage Max von Frankfurt nach Köln, der in die Geschäfte des Kaufhauses eingeführt werden soll, um so auf die spätere Leitung vorbereitet zu werden. Louisa und er streiten sich durch diese Umstände ständig, da sie die Entscheidung ihres Vaters nicht akzeptieren kann und sich selbst für die Position geeigneter hält als jemanden, der das Kaufhaus nicht so gut kennt wie sie selbst. Aber auch ein neuer Konkurrent für die Familie Marquardt und ihr Kaufhaus tritt auf: Arjen Verhoeven, der Sohn eines erfolgreichen niederländischen Unternehmers, will auf der gegenüberliegenden Straßenseite sein eigenes Kaufhaus eröffnen. Sophie und er nähern sich, zum Unmut von Caspar Marquardt, einander an. Was Mathilda mit den Konflikten zu tun hat, müsst ihr natürlich selbst lesen. Mir hat die Geschichte ganz gut gefallen, auch wenn die erste Hälfte des Buches ein wenig schleppend war, weil die Konflikte sich noch nicht stark abzeichneten und es größtenteils um das Kaufhaus ging. Alles wurde sehr genau beschrieben, was einerseits sehr gut war, da man sich das Kaufhaus so sehr gut vorstellen konnte, es aber teilweise auch einfach etwas zu viel des Guten war und es sich somit sehr in die Länge zog. Als dann endlich ersichtlich wurde, was geschehen wird, ging es dann etwas rasanter zu, auch wenn ich die Konflikte schon vorausgeahnt habe. In Louisas Handlungsstrang hätte ich mir noch ein wenig mehr Drama durch ihren Vater oder die Schwestern gewünscht, war aber dennoch zufrieden mit dem Ausgang der Geschichte. Sophie wurde mir leider nicht sympathisch, was sich auch bis zur letzten Seite nicht geändert hat. Die Geschichte um Mathilda war ein wenig unabgeschlossen, aber genau das macht den Reiz hinter der Figur aus. Auch der Figur der Olga konnte ich recht viel abgewinnen, da sie ein interessanter Charakter mit einer Vergangenheit ist, zu ihren Träumen steht und alles daransetzt, diese auch in Erfüllung gehen zu lassen, auch wenn sie dabei den ein oder anderen Fehler macht. Schlussendlich sieht man aber, dass sie ein guter Charakter ist, der kaum jemanden schaden will und ihr eigenes Glück dem von anderen unterordnen kann. Der Schreibstil war sehr flüssig, auch wenn er eher an die Sprache des frühen 20. Jahrhunderts erinnert hat. Dennoch ließ sich das Buch sehr schnell lesen und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Besonders gefallen haben mir die kölschen Sätze der Arbeiterschicht auf der Straße. Da ich selbst in der Nähe von Köln wohne und mein Vater und meine Mutter viel kölsch zuhause sprechen, fand ich diesen Aspekt wirklich großartig, auch wenn er ein wenig zu kurz kam und der kölsche Dialekt gerne noch öfter hätte verwendet werden können. Besonders interessant fand ich in dem Buch auch die sich wandelnde Rolle der Frau zu der Zeit, während das patriarchale Machtgefüge noch sehr stark in der Gesellschaft verankert war, die Frauen sich jedoch schon langsam zu wehren wussten und ihre Träume nicht aufgeben wollten. Man kann es fast schon als Wende hin zu mehr Frauenrechten ansehen. Dieser Aspekt in der Geschichte hat mir besonders gut gefallen und allein deshalb ist es das Buch schon wert, gelesen zu werden. Alles in allem fand ich das Buch gut, auch wenn es keine herausragende oder brillante Geschichte war. Dennoch konnte sie mich gut unterhalten und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Wer in das Genre der historischen Romane einsteigen möchte, sich aber noch nicht ganz traut, für den wird dieses Buch genau das richtige sein.

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Vita

Nora Elias ist das Pseudonym einer im Rheinland lebenden Autorin historischer Romane. Zum Schreiben kam sie bereits als Studentin; nun widmet sie sich vermehrt der Geschichte ihrer Wahlheimat. Sie liebt Reisen und lange Wanderungen. Ihr Roman »Antonias Tochter« wurde mit dem begehrten DELIA-Literaturpreis 2018 ausgezeichnet.

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