Die Geschenke meiner Mutter

Roman

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Autobiografisch gefärbter Roman – eine Tochter über die Vergänglichkeit, die Kraft der Familie und die Liebe zu ihrer Mutter

Schon lange fürchtete Cecilie sich vor diesem Tag: ihre an Alzheimer erkrankte Mutter kommt nicht mehr allein zurecht und muss ins Pflegeheim. Beim Ausräumen des Elternhauses findet die Tochter in einer Schublade ein Bündel Zettel, auf denen die Mutter über vierzig Jahre gewissenhaft alle Weihnachtsgeschenke notiert hat, die in der Familie ausgetauscht wurden. An diese umsichtig ausgewählten Gaben sind Cecilies Erinnerungen an geliebte Menschen geknüpft, deren leben aus der Vergangenheit auftauchen – und so erzählt der Roman die wechselvolle Geschichte einer bürgerlichen Familie über ein Jahrhundert.

Ein selten schönes, Trost spendendes Buch über die Vergänglichkeit, über die Liebe einer Tochter zu ihrer Mutter, die Kraft der Familie und über die Freude, die Schenken bereitet.

»Ein Buch, das einen unmerklich gefangen nimmt, bei dem man sich Seite um Seite im Leben der anderen verliert.«


Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs
Originaltitel: MORS GAVER
Originalverlag: Gyldendal
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-13965-0
Erschienen am  01. September 2014
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Beeindruckend und sensibel

Von: Rela

08.03.2017

Dieses Buch mit seinem sehr feinfühligen Inhalt war für mich beim Lesen ein Geschenk. Es zeigt, wenn auch manchmal ganz am Rande, das allmähliche „Verschwinden“ eines lieben Menschen und das Verlorengehen an die Demenz. Der Inhalt zeigt auf sehr liebenswerte Art, wie Erinnerungen an die Kindheit, an die Jugendjahre, auf das Vergangene zurückgeholt werden. Die Mutter lebt nun in einem Altersheim. Beim Ausräumen des Hauses findet die Tochter Aufzeichnungen der Mutter. Aufzeichnungen über all die Weihnachtsgeschenke, die die Mutter im Laufe von Jahrzehnten an die Familie, an Verwandte und Freunde verschenkt hat. Aber auch die erhaltenen Geschenke wurden genau aufgeschrieben. Es ist einfühlsam beschrieben, wie diese Notizen Erinnerungen aufleben lassen. Erinnerungen an Menschen, die es gar nicht mehr gibt, an Erlebnisse, an Geschehnisse in der Familie oder an politische Begebenheiten. Alles wurde wie beiläufig in dem Buch erwähnt, ergibt aber im Ganzen einen stillen und beeindruckenden Roman. Sehr empfehlenswert.

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Ein Buch, das zum Nachdenken anregt

Von: Susanne Edelmann

23.10.2016

Was die Protagonistin Cecilie erlebt, ist eine Situation, vor der sicher viele Menschen in meinem Alter Angst haben: Die eigene Mutter erkrankt an Alzheimer und muss in ein Pflegeheim. Cecilie und ihre beiden Geschwister müssen nun ihr Elternhaus, in dem die Mutter die letzten Jahre allein gelebt hat, ausräumen, das Hab und Gut ihrer Mutter unter sich aufteilen, vieles in den Container werfen, das Haus verkaufen. Cecilie findet dabei ein Bündel Papiere: Offensichtlich hat ihre Mutter über Jahrzehnte hinweg genau Buch geführt über alle Weihnachtsgeschenke, die sie und ihre Familie je erhalten haben und vor allem über die, die sie selbst verschenkt haben. Dazu hat sie Listen angelegt mit langen Spalten voller Namen von Verwandten, Freunden, Nachbarn, Kollegen und anderen Bekannten. Beim Studieren dieser Listen steigen in Cecilie viele Erinnerungen hoch an längst vergangene Weihnachtsfeste, an Menschen, von denen viele inzwischen gestorben sind, an Geschenke, die ihr einmal viel bedeutet haben. Ein Zitat aus dem Buch beschreibt das sehr schön: „Die Listen sind meine Karte der Menschen, die in Mutters Leben aufgetaucht und wieder daraus verschwunden sind.“ Anhand der Geschenkelisten erinnert sich Cecilie an das Leben ihrer Mutter, wie es einst war. Die Mutter entstammte einer Künstlerfamilie, weshalb auf den Geschenkelisten immer wieder Bilder und Skulpturen auftauchen. Die Geschenke erzählen auch vom sozialen Engagement der Mutter, beispielsweise anhand einer Kette mit Holzperlen, die in einem Heim für autistische Jugendliche gefertigt wurde, für das die Mutter sich stark gemacht hat. Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen: Einmal in der Vergangenheit, die Cecilie in ihren Erinnerungen wieder aufleben lässt. Dabei geht sie aber nicht chronologisch vor, also von den 1970er-Jahren bis heute, sondern sie blättert willkürlich durch die Listen und springt so zwischen ihren Kinder-, Teenager- und Erwachsenenjahren hin und her. Die zweite Zeitebene ist die Gegenwart, in der Cecilie ihre Mutter im Heim besucht. Immer wieder versucht sie, anhand der Listen und der daran geknüpften Erinnerungen ihrer zunehmend dementen Mutter eine Reaktion zu entlocken, was immer schwieriger wird, je weiter die Demenz fortschreitet. Der Roman ist das autobiographische Werk der norwegischen Autorin und Journalistin Cecilie Enger. Ich habe mir ein wenig schwer getan mit den vielen norwegischen Orts- und Personennamen. Bei ersteren konnte ich die Orte nicht geographisch einordnen, wusste nicht, wie weit sie voneinander entfernt sind, wenn die Autorin z.B. ganz selbstverständlich schreibt, dass sie von A nach B fährt. Bei den für meine Ohren fremd klingenden Personennamen wusste ich häufig nicht, ob es sich dabei um männliche oder weibliche Personen handelt, das ergab sich oft erst später aus dem Zusammenhang. Außerdem kommen in dem Buch so viele Namen vor, die ich mir nicht auf Anhieb merken konnte, dass ich mich oftmals gefragt habe: „Moment, wer war das jetzt nochmal? War das die Mutter von A? Oder die Schwester von B?“ Eine Ahnentafel im Anhang des Buches hätte ich hilfreich gefunden, um hier den Überblick zu behalten. Was mir das Lesen zudem schwer gemacht hat, ist die Tatsache, dass es hier keinen richtigen Spannungsbogen gibt. Die meisten Romane, die ich in letzter Zeit gelesen habe, arbeiten ja doch auf einen Höhepunkt hin, auf etwas, wo sich die Geschichte zuspitzt. Das ist hier nicht der Fall, es ist vielmehr eine Aneinanderreihung von Episoden, die es mir leicht gemacht hat, das Buch zwischendurch wegzulegen und erst Tage später wieder weiter zu lesen. Andererseits ist es ein Buch, das nachwirkt. Einmal wegen der Demenz der Mutter – ein Thema, das bei mir und meinem Bekanntenkreis immer präsenter wird, schließlich werden die eigenen Eltern ja auch nicht jünger. Zum anderen aber hat mich das Buch dazu gebracht, über die Bedeutung von Geschenken nachzudenken. Die Familie in diesem Buch hat sich gegenseitig nicht mit zig Geschenken überhäuft, sondern meist nur ein, zwei Dinge geschenkt – die aber mit Bedacht ausgesucht und oftmals selbst gemacht waren und somit eine ganz andere Bedeutung hatten als das, was heutzutage häufig unter dem Christbaum liegt. Ich selbst jedenfalls fühle mich nun inspiriert, eine Geschenkeliste für das bevorstehende Weihnachtsfest anzufangen und mir dafür wirklich gründlich Gedanken zu machen. Alles in allem vergebe ich drei Sterne, weil mich das Buch zwar nicht so „gepackt“ hat wie andere Romane, aber dennoch sehr zum Nachdenken angeregt hat.

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Vita

Cecilie Enger

Cecilie Enger, Jahrgang 1963, studierte Geschichte, Norwegisch und Journalismus und arbeitet als Journalistin bei einer der führenden norwegischen Zeitungen. 1994 legte sie ihr Romandebüt vor, das mit dem Nota-Bene-Buchpreis ausgezeichnet wurde. 2000 war sie für den Brage-Preis nominiert, 2008 erhielt sie den Amalie-Skram-Preis. "Die Geschenke meiner Mutter" ist ihr siebtes Buch, wurde für den Kritikerpreis nominiert, mit dem Buchhändler-Preis ausgezeichnet und war ein Bestseller in Norwegen.

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Gabriele Haefs

Dr. Gabriele Haefs studierte in Bonn und Hamburg Sprachwissenschaft. Seit 25 Jahren übersetzt sie u.a. aus dem Dänischen, Englischen, Niederländischen und Walisischen. Sie wurde dafür u.a. mit dem Gustav- Heinemann-Friedenspreis und dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet, zuletzt 2008 mit dem Sonderpreis für ihr übersetzerisches Gesamtwerk. Sie hat u.a. Werke von Jostein Gaarder, Håkan Nesser und Anne Holt übersetzt. Zusammen mit Dagmar Mißfeldt und Christel Hildebrandt hat sie schon mehrere Anthologien skandinavischer Schriftsteller herausgegeben.

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Pressestimmen

»Leise und melancholisch.«

HÖRZU (26. September 2014)

»Randvoll mit Gefühlen.«

Hellweger Anzeiger, 20.12.2014

»Die Warmherzigkeit, mit der Enger erzählt, fordert dazu auf, eigene Erinnerungen hervorzuholen. [...] In einem einfühlsamen Sprachduktus, der die Würde und die Distanz des Beschreibens wahrt.«

Wetterauer Zeitung (30. August 2014)

"Kraftvoll und mit einem Blick für Details erzählt Cecilie Enger von einer Familie und deren verlorene Erinnerungen."

Klassekampen

"Cecilie Enger hat eine starke, ergreifende Geschichte geschrieben. Das ist eines der schönsten Bücher, das ich seit langem gelesen habe!"

Dagens Naeringsliv

„Engers neuer Roman ist gleichzeitig eine aufschlussreiche Kulturgeschichte und ein ergreifend wunderschönes Porträt einer Mutter.“

Aftenposten

"Ein schönes und doch schmerzhaftes Porträt - die existenzielle Geschichte eines Schicksals, das auch das unsere sein könnte."

Dagbladet (14. Oktober 2013)

"Dieser Familienroman ist selbst ein Geschenk!"

Verdens Gang

»Die Liebe einer Mutter stirbt nie, auch wenn die Erinnerungen ausgelöscht sind. Gut und intensiv geschrieben.«

vonmainbergsbuechertipps.wordpress.com, 29.09.2014