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Die Macht der Geheimdienste

Agenten, Spione und Spitzel vom Mittelalter bis zum Cyberwar
Ein SPIEGEL-Buch

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Die Geschichte der Geheimdienste vom Mittelalter bis heute

Geheimdienste haben ein schillerndes Image: Es changiert zwischen dem Glamour von James Bond, der Verruchtheit von Mata Hari und der Skrupellosigkeit des Mossad. Da Spione und ihre Organisationen auch in demokratischen Ländern der Kontrolle durch die Öffentlichkeit weitgehend entzogen sind, entfalten sie ihre Macht vor allem im Verborgenen – und agieren nicht selten an der Grenze der Legalität. SPIEGEL-Autoren und Geheimdienstexperten enthüllen anhand von berühmten Agenten und spektakulären, mitunter auch spektakulär gescheiterten, Missionen die Geschichte der Geheimdienste von den Höfen der Könige und Kaiser bis zum Cyberwar der Zukunft. Dabei zeigen sie auch, wie diese Organisationen seit dem 20. Jahrhundert so mächtig werden konnten wie niemals zuvor.

»›Wissen ist Macht‹ ist nicht ein bekanntes Sprichwort, sondern, was diese Lektüre zeigt, vor allem auch eines: wahr.«

Standort38 (11. September 2020)

eBook epub (epub)
mit Abbildungen
ISBN: 978-3-641-26154-2
Erschienen am  21. April 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Spannende Fälle, regt zum weiteren Recherchieren an

Von: lenislesestunden

19.05.2020

Geheimdienste finde ich seit jeher faszinierend und damit bin ich scheinbar nicht die Einzige! 😁 Frisch erschienen zu diesem Thema ist das Sachbuch "Die Macht der Geheimdienste". Entgegen meiner Annahme handelt es sich hierbei nicht um eine detaillierte Zusammenfassung der Geschichte der Geheimdienste, sondern um einzelne Artikel, die 2019 bereits in einem "Spiegel Geschichte" Magazin erschienen sind. Diese Info hätte man meiner Meinung nach etwas prominenter platzieren können als lediglich in Form einer kurzen Anmerkung bei den bibliographischen Angaben vorne im Buch. So könnte ich mir vorstellen, dass manche Leser*innen unter Umständen enttäuscht sind, wenn sie das Buch kaufen und die Texte schon aus der Zeitschrift kennen. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ In den Artikeln werden Hintergründe und ausgewählte Fälle der Spionage-Geschichte erläutert. Diese reichen von bekannteren, wie zum Beispiel dem "Chef-Spion" von Elizabeth I., Francis Walsingham (1570), Mata Hari und ihrer Führungsoffizierin (Erster Weltkrieg), französischen Agentinnen im Dienste Großbritanniens (Zweiter Weltkrieg) oder der Entstehung des BND bis hin zu unbekannteren Geschichten: ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Wusstet ihr zum Beispiel, dass das amerikanische "Office of Strategic Services", Vorläufer der CIA, 1944 die deutsche Bevölkerung, die mit den Alliierten sympathisierte, dazu aufrief, den Arbeitsalltag des Hitler-Regimes zu erschweren? Empfohlen wurde unter anderem das Verstopfen von Toiletten, der Austausch von Straßenschildern und "Telefonterror" bei den Behörden. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Das Buch bietet spannende Einblicke, die zwar aufgrund der Kürze der Artikel etwas an der Oberfläche bleiben und komprimiert sehr viele Informationen vermitteln (ich musste einige geschichtliche Fakten nachschlagen), jedoch zum weiteren Recherchieren anregen. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Eine Kleinigkeit: Was mir etwas negativ ins Auge gestochen ist, ist dass im Vorwort die Spionage als "das älteste Gewerbe der Welt" bezeichnet wird, direkt im ersten Artikel dann aber als "angeblich zweitältestes Gewerbe der Welt". Das Nachwort ist unterzeichnet mit "Im Winter 2020" - auch das hat mich etwas stutzig gemacht 😅

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(Geheimes) Wissen festigt Macht

Von: Eva Krafczyk

11.05.2020

Wissen ist Macht, lautet bekanntlich ein Sprichwort. Wie geheim erworbenes Wissen Macht festigt, Einfluss verstärkt und womöglich sogar Kriege gewinnt, schildert das von Uwe Klußmann und Eva-Mariea Schnurr herausgegebene Buch "Die Macht der Geheimdienste". Ein Buch, das auf knapp 240 Seiten einen Abriss der Geschichte der Spitzen, Agenten und Spione vom Mittelalter bis zum Cyberage gibt, kann nicht mehr als eine geraffte Darstellung sein - allerdings liegt in der Kürze der einzelnen Kapitel auch durchaus die erzählerische Würze. Geschrieben ist das Buch von Spiegel-Autoren, und auch Umfang und Tiefe der einzelnen Abschnitte entspricht in etwa einem längeren Magazinartikel. Wer es genauer wissen will, findet einen Literaturanhang, um vertiefter in die Lektüre einzusteigen. Die Jahrhunderte lange Vorgeschichte von Spionagen und Geheimdiensten fällt eher knapp und überschaubar aus, dass es auch in der Antike durchaus geheim gesuchtes Wissen gab, wird gerade mal in ein paar Nebensätzen erwähnt - der Schwerpunkt liegt auf dem 20. Jahrhundert und der Gegenwart. Wie ist sie also, die Welt der "Schlapphüte"? Dass der Glamour eines James Bond nicht so ganz dem wirklichen Agentenleben entsprechen kann, ist natürlich klar. John Le Carrés George Smiley, der oft genug mit den Fallstricken der Bürokratie und seinen Vorgesetzten hadert, wirkt da schon glaubwürdiger. Doch das die "Geheimen" tatsächlich Einblick in ihre Geheimnisse geben - das wäre, abgesehen von den Enthüllungen von Whistleblowern, eher Wunschdenken. Bleibt also, sich auf das zu beschränken, was aus bereits zugänglichen Archiven, aus zeitgenössischen Memoiren und der Geschichtsschreibung bereits bekannt und offiziell ist (natürlich könnte man sich beim Thema Geheimdienste und Geheimdienstgeschichte immer auch die Frage stellen, wie viel von der offiziellen Wahrheit auch die ganze Wahrheit ist): Mata Hari, die berühmte, wenn auch glücklose Agentin aus dem Ersten Weltkrieg darf nicht fehlen - wobei noch viel spannender ihre Agentenführerin war, die als preußische Offizierstochter einen eigenen Kopf hatte und sehr selbstbewusst eigene Wege ging. Oder natürlich das Kapitel Enigma, über das Katz- und Maus-Spiel britischer Entschlüsselungsexperten und deutscher Codierer im Zweiten Weltkrieg. Über die Dechiffriermaschine Engima und über die Arbeit in Bletchley Park gibt es mittlerweile mehrere Kinofilme, eine Fernsehserie und zahlreiche Bücher. Ob die fast schon in Vergessenheit geratene Iran-Contra-Affäre, die im Rückblick kontraproduktive Finanzierung der Mudschahedin in Afghanistan durch die USA (einschließlich eines gewissen Osama bin Laden) oder den in einem PR-Desaster endenden Anschlag franzöischer Geheimdienstler auf das Greepeace-Schiff "Rainbow Warrior" - all das wird episodenhaft-überschaubar berichtet. Schwerpunkt des Buches ist die internationale Auslandsspionage - wobei interssant gewesen wäre zu erfahren, wie etwa die diversen Geheim- und Sicherheitsdienste sowohl international und national etwa das Jahr 1989 mit seinen umwälzenden Entwicklungen oder etwa den Arabischen Frühling einschätzten. Gerade beim Kapitel über die Finanzierung der afghanischen Mudschahedin wäre es spannend gewesen, den jahrelang nicht ausreichend wahrgenommenen oder ernst genommenen Aufstieg islamistischer Terrororganisationen näher darzustellen - so wird eher angelegentlich auf die Anschläge auf die US-Botschaften in Nairobi und Dar-es-Salaam von 1999 hingewiesen, die heute als die ersten Al Quaida-Anschläge gelten. Der Lesbarkeit schadet das nichts. Und ein gutes Sachbuch ist ja durchaus auch ein Apetitanreger - mit dem Lesen wächst die Lust, mehr zu erfahren.

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Vita

Uwe Klußmann

Uwe Klußmann, geboren 1961, ist seit 1990 Redakteur des SPIEGEL. Von 1999 bis 2009 lebte er als Korrespondent in Moskau. Zu den Schwerpunkten des Historikers gehören die deutsche, russische und sowjetische Geschichte. Bei DVA hat er unter anderem die SPIEGEL-Bücher »Die Hohenzollern« (2011), »Die Herrschaft der Zaren« (2012) und »Die Weimarer Republik« (2015) herausgegeben.

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Eva-Maria Schnurr, geboren 1974, ist seit 2013 Redakteurin beim SPIEGEL und verantwortet seit 2017 die Heftreihe SPIEGEL Geschichte. Zuvor arbeitete die promovierte Historikerin als freie Journalistin, u. a. für Zeit und Stern. Sie ist Herausgeberin zahlreicher SPIEGEL-Bücher, unter anderem »Englands Krone« (2014), »Das Christentum« (2018) und »Als Deutschland sich neu erfand« (2019).

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