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Die Medusa-Chroniken Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-19300-3

Erschienen: 11.10.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

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Aufbruch zum Jupiter

Bei einem schrecklichen Unfall verlor Commander Howard Falcon einst beinahe sein Leben, nur die hochentwickelte Technologie seiner Zeit konnte ihn damals retten. Nun macht er sich – halb Mensch, halb Maschine – auf eine atemberaubende Reise in die Zukunft, eine Reise durch Raum und Zeit. Es ist der Beginn eines Abenteuers, das die Geschichte des Menschen im Universum neu schreiben wird. Mit Die Medusa-Chroniken haben die beiden Science-Fiction-Ikonen Stephen Baxter und Alastair Reynolds erstmals gemeinsam einen Roman geschrieben – ein Meisterwerk der modernen Science-Fiction.

Stephen Baxter (Autor)

Stephen Baxter, 1957 in Liverpool geboren, studierte Mathematik und Astronomie, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Er zählt zu den international bedeutendsten Autoren wissenschaftlich orientierter Literatur. Etliche seiner Romane wurden mehrfach preisgekrönt und zu internationalen Bestsellern. Stephen Baxter lebt und arbeitet im englischen Buckinghamshire.


Alastair Reynolds (Autor)

Alastair Reynolds wurde 1966 im walisischen Barry geboren. Er studierte Astronomie in Newcastle und St. Andrews und arbeitete lange Jahre als Astrophysiker für die Europäische Raumfahrt-Agentur ESA, bevor er sich als freier Schriftsteller selbstständig machte. Reynolds lebt in der Nähe von Leiden in den Niederlanden.

www.approachingpavonis.blogspot.de

Aus dem Amerikanischen von Peter Robert
Originaltitel: The Medusa Chronicles
Originalverlag: Gollancz

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-19300-3

€ 11,99 [D] | CHF 14,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne

Erschienen: 11.10.2016

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Paperback)

Die Erben Arthur C. Clarkes

Von: ralfreitze Datum: 21.06.2017

https://feinerbuchstoff.wordpress.com/

Arthur C. Clarke gilt neben Isaac Asimov und Robert A. Heinlein als einer der Big Three der Science-Fiction-Autoren. Diese drei haben unbestreitbar das Genre maßgeblich beeinflusst und waren Visionäre des eher wissenschaftlichen Zweiges der Science Fiction. Persönlich hat mich von den dreien eher Isaac Asimov angesprochen, da bei ihm die menschliche Seite noch am stärksten vertreten ist. Heinlein ist mir zu militaristisch, bei Clarke dominiert die nüchterne Beschreibung der wissenschaftlichen Seite sehr.

Allen drei ist gemein, dass ihre Bücher für das breite Publikum sehr gut lesbar sind und auch komplizierte physikalische Sachverhalte gut erklären können, ohne dass für den Leser ein Doktortitel in Physik notwendig ist. Gerade Clarke hat einige wichtige Werke geschrieben, sein wichtigstes, 2001 – Odyssee im Weltraum, entstand in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Stanley Kubrick nach dem Drehbuch, nicht wie meist andersherum. Gerade die opulenten Bilder und die etwas schwierig zu verstehende Schlusssequenz sind mir noch im Kopf. Doch wie das Unfassbare, gottähnliche Wesen oder höhere Dimensionen in Worte fassen?



Stephen Baxter und Alistair Reynolds, beide aktuelle und renommierte SF-Schriftsteller und auch mehr der wissenschaftlichen Seite zugewandt, haben im vorliegenden Band den Versuch unternommen, die 1972 mit dem Nebula Award ausgezeichnete Novelle „A Meeting with Medusa“ als Roman weiterzuführen und im Geiste von Arthur C. Clarke zu schreiben. Das ist ihnen sehr gut gelungen.

A Meeting with Medusa beschreibt in wenigen Kapiteln den Werdegang von Howard Falcon. Als Kapitän eines großen Luftschiffes eingesetzt, kommt er bei einem Unfall desselben fast ums Leben. Die Ärzte können ihn auf Kosten seiner körperlichen Menschlichkeit retten. Mit Ersatzteilen ausgestattet, zum Beispiel Ballonreifen anstelle von Beinen, ähnelt er mehr einem Cyborg als einem Menschen. (vergleichbar mit dem SF-Film RoboCop) In den kurzen Kapiteln der Novelle verliert er immer mehr den Bezug zu den Menschen und lässt sich auf eine Jupitermission ein, bei der er fremdartiges Leben in der Atmosphäre des Jupiters entdeckt. Diese Novelle ist als Anhang an den Roman in diesem Buch abgedruckt.

Stephen Baxter und Alistair Reynolds setzen am Ende dieser Geschichte auf und spinnen diese im Geiste von Arthur C. Clarke bis ins Jahr 2850, wo sie ein 2001-Odyssee artiges Ende inszenieren. Das verbindende Element in diesen über 800 Jahren ist – Howard Falcon. Durch lebensverlängernde Maßnahmen bleibt er der Charakter, der die Jahrhunderte als Beobachter und Mediator erlebt. Als halb künstliches, halb menschliches Geschöpf sieht er beide Seiten. Denn natürlich entwickeln sich die Maschinen in diesen 800 Jahren von bloßen Erfüllungsobjekten zu eigenständig denkenden Wesen.

„Falcon, der weniger dazu neigte, eine Kluft zwischen biologischem und künstlichem Bewusstsein zu sehen, hatte eine simple Diagnose. Er hatte ähnliche Reaktionen bei den Menschen erlebt, die er durch die Welt der Medusen geführt hatte. Selbst der alte Geoff Webster hatte sie in gewissem Maße gezeigt – an seinen guten Tagen. Ehrfurcht. Das war es, was Orpheus empfand. Ehrfurcht.“

Orpheus war eine Maschine auf dem Weg zum Jupiterkern und sendete am Ende seiner Reise einige unverständliche Berichte, bevor ihn der atmosphärische Druck zerbrach.

Howard Falcon hält zwar das Buch als überlebende Person zusammen, aber bei über 800 Jahren kann nicht auf jedes Detail eingegangen werden. Politische und wirtschaftliche Entwicklungen werden in knappen Zusammenfassungen aufgearbeitet, Howard selbst behält trotz manchmal jahrzehntelanger selbstgewählter Einsamkeit seinen menschlichen Verstand. Auch Howard ist, wie bei Clarkes Zeiten und Raum umspannenden Büchern, ein Charakter, auf den nicht besonders tief eingegangen wird. Er wirkt eher wie ein zeitloser Soldat, den man bei Bedarf aus dem Tiefschlaf holen kann.

Am Ende läuten dann, ganz Clarke-typisch, die Gottes-Glocken und die Streicher setzen zu einem glorreichen metaphysischen Ende ein. Alles Pathos will ich haben und das bitteschön sofort. Baxter und Reynolds haben einen typischen Clarke-SF geschrieben, der dem alten Meister zur Ehre gereicht. Mir persönlich hat dies gut gefallen, und ich war überrascht, wie adäquat die beiden Schriftsteller die Stärken – aber auch die Schwächen Clarkes – in ein neues Buch einweben konnten. Neu erfunden wird das Genre durch dieses Buch sicherlich nicht. Durch die digitale Revolution hat sich in der Denkweise und der Art des Schreibens gerade in der SF einiges geändert. Doch ist er wissenschaftlich fundiert und kann mit einigen netten Ideen aufwarten. Als Kind hätte ich das Buch sicherlich geliebt. Vielleicht findet es ja einige jugendlichen Fans. Auf jeden Fall ein Leseereignis für Freunde des Genres.

Ruhig und melancholisch mit einem atemberaubenden, visionären Ende. Ein Meisterwerk zweier Meister!

Von: Wolfgang Brunner - Buchwelten Datum: 16.04.2017

https://buchwelten.wordpress.com/

Bei einem Unfall verliert Commander Howard Falcon beinahe sein Leben. Nur durch hoch entwickelte Technologien und außergewöhnlicher Maßnahmen kann er gerettet werden. Aber der größte Teil seines menschlichen Körpers muss maschinellen Teilen weichen, so dass sich Falcon zu einer menschlichen Maschine entwickelt. Im Laufe von Jahrhunderten wird er immer mehr zu einer intelligenten Maschine, während er dennoch seine Menschlichkeit behält. Als Künstliche Intelligenzen die Macht an sich reißen wollen, begibt sich Falcon als Vermittler auf eine gefährliche, aber auch faszinierende Reise zum Jupiter.

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Als großer Stephen Baxter-Fan war ich natürlich neugierig, wie eine Zusammenarbeit zwischen ihm und einem weiteren meiner Lieblingsautoren, nämlich Alastair Reynolds, wohl funktionieren würde. Das Ergebnis kann sich absolut sehen lassen und entführt den Leser in, von beiden Autoren gewohnt, visionäre Welten. An manchen Stellen erkennt man eindeutig Baxters Handschrift, an anderen Stellen liest man Reynolds‘ heraus, aber insgesamt verschmelzen die beiden Schreibstile der beiden Autoren zu einem außergewöhnlichen Ganzen.
Inspiriert von Arthur C. Clarkes Kurzgeschichte „Ein Treffen mit Medusa“, die übrigens im Buch als Anhang enthalten ist, führen Baxter und Reynolds die Geschichte (und vor allem den Geist der Geschichte im Sinne von Clarke) so perfekt weiter, das es eine wahre Freude ist.

Anfangs ist es ein wenig gewöhnungsbedürftig, wenn man Jahrhunderte immer nur in kurzen Geschichten erlebt. Lässt man sich auf dieses Spiel allerdings ein, bekommt man im Laufe des Romans ein unglaublich intensives Bild von Falcons Leben und den Geschehnissen, die in diesen Zeitspannen in der Welt(politik) passiert sind. Es erscheint wie ein Puzzle, bei dem man erst am Ende ein gesamtes Bild zu sehen bekommt. Erst am Ende begreift man, welch einem ereignisreichen Leben und epischen Entwicklungen der Menschheitsgeschichte man beigewohnt hat. Mit visionären Ideen zeigen die beiden Starautoren realistisch, wie unsere Zukunft aussehen könnte. Es ist atemberaubend, wie perfekt sich die Einzelgeschichten aus dem Leben des Protagonisten am Ende zu einem Gesamten zusammenfügen, das einen dermaßen mitreißt, das man die Welt und die Zeit um sich herum vergisst.

Schreibtechnisch bewegen sich „Die Medusa Chroniken“ auf sehr hohem Niveau und beide Autoren schaffen es, unglaublich erscheinende Begebenheiten absolut glaubwürdig darzustellen. Durch den sozusagen unsterblichen Maschinen-Menschen Howard Falcon haben die beiden einen Protagonisten erschaffen, mit dem zusammen der Leser Zeitzeuge einer über siebenhundert Jahre dauernden Entwicklung auf der Erde und im Weltraum wird. Der Aufbau des Romans ist grandios, wenn man am Ende nochmal auf die Ereignisse zurückblickt und den Plot Revue passieren lässt.
Atemlos macht einen aber das Finale, das wohl hauptsächlich aus der Feder (oder zumindest aus dem Kopf) von Stephen Baxter stammt, denn wie in so vielen von Baxters Science Fiction-Visionen, überschreitet auch hier der Protagonist die Grenzen menschlichen Vorstellungsvermögens. Das Ende der Geschichte gleicht einer Achterbahnfahrt, die man mit angehaltenem Atem verschlingt und sich dabei immer wieder fragt, wie jemand auf solch genialen Ideen kommen kann. „Die Medusa Chroniken“ bleiben im Gedächtnis haften. Sie führen eine preisgekrönte Kurzgeschichte von Arthur C. Clarke kultverdächtig fort und erschaffen ein Kopfkino der Extraklasse.
Wer allerdings Weltraumschlachten und Alien-Invasionen erwartet, wird wohl enttäuscht sein, denn die Herren Baxter und Reynolds haben einen melancholischen, nichtsdestoweniger epischen, Blick auf die Zukunft der Menschheit und das lange Leben eines im Grunde genommen einsamen Mannes entworfen. Für mich ein Meisterwerk, das mich oft auch an die grandiosen Romane des deutschen Schriftstellers Andreas Brandhorst erinnert hat.

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Fazit: Ruhig und melancholisch mit einem atemberaubenden, visionären Ende. Ein Meisterwerk zweier Meister!

© 2017 Wolfgang Brunner für Buchwelten

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