Die Spuren der Stadt

Roman

(8)
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Was hören wir, wenn wir der Stadt lauschen? Welche Spuren hinterlässt sie in uns? Wer ist am anderen Ende, wenn wir telefonieren? Kennen wir die, die an der Straßenecke stehen, verzaubert von den Lichtern und Geräuschen der Stadt? Lars Saabye Christensens Roman spielt im Oslo der Nachkriegszeit - er erzählt darin auf berührende, süchtig machende Weise von den Sehnsüchten und Nöten seiner Bewohner, deren Schicksal unauslöschlich mit der Stadt und den Straßen, in denen sie leben, verwoben ist.


Aus dem Norwegischen von Christel Hildebrandt
Originaltitel: BYENS SPOR
Originalverlag: Cappelen Damm
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-23116-3
Erschienen am  02. September 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Großartig geschrieben und sehr unterhaltsam

Von: Mirjam Lutter

02.05.2020

Die Beschreibung auf der Rückseite des Buches trifft es sehr gut: "Das wunderbare Porträt einer Stadt - und der Menschen, die darin leben." Oslo, in den Jahren nach dem 2.Weltkrieg. Wir begleiten mehrere Personen bei ihren alltäglichen Erlebnissen und Sorgen; das junge Ehepaar Kristoffersen und ihren Sohn Jesper, deren verwitwete Nachbarin Frau Vik, den Antiquar Herrn Hall und den einsamen italienischen Pianisten Enzo Zanetti. Den Prolog des Romans fand ich sehr schwierig zu lesen, weil er eigentlich aus einer reinen Aufzählung der Straßen Oslos bestand und ich mich damit so gar nicht auskenne. Aber dann, ab dem ersten Kapitel, hat sich das Buch als eine großartige Lektüre entpuppt. Ich bin absolut hingerissen von der unglaublichen Fähigkeit des Autors, sowohl sehr hochwertig als auch extrem unterhaltsam zu schreiben. Die Geschichte war spannend und trotzdem sehr tiefgründig. Es ging um Einsamkeit, Freundschaft, Liebe, Ängste, Tod und darüber, was im Leben wirklich wichtig ist. Eine der Protagonistinnen war im Roten Kreuz engagiert; von den Tätigkeiten dieser Organisation wurde ebenfalls viel berichtet. Am Ende eines jeden Kapitels war ein Sitzungsprotokoll des Ortsverbandes angehängt, was ich sehr interessant und stimmig fand. Eine ganz große Leseempfehlung und zwar mein erstes, aber bestimmt nicht mein letztes Buch des Autors!

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Entschleunigte Milieustudie aus der Nachkriegszeit

Von: Kati liest

10.02.2020

Mit „Die Spuren der Stadt“ gelingt Christensen eine interessante Milieustudie, die im Oslo der Nachkriegszeit verortet ist. Ich habe gut hundert Seiten gebraucht, um mich an das eher langsame Tempo und die ruhige, unaufgeregte, teils melancholische Erzählweise zu gewöhnen. Zu Beginn störten mich dabei vor allem die Protokolle der Sitzungen des Roten Kreuz, die jedem Kapitel nachgelagert sind. Im Laufe der Lektüre lernte ich sie als weiteres Stilmittel zur Entschleunigung immer mehr zu schätzen, denn sie geben dem Roman einen zeitlichen Rahmen, helfen bei der Einordnung der Geschehnisse und vermitteln einen Eindruck vom Wandel und den Bedürfnissen in den Jahren nach dem Krieg. Im Verlauf der Erzählung lernt der Leser nicht nur die Stadt – ich war bisher leider noch nie in Oslo –, sondern auch die Charaktere immer wieder neu und aus anderer Perspektive kennen. Dabei beeindruckte mich vor allem der stets fließende Übergang zwischen den Figuren innerhalb einzelner Abschnitte. Jede Begegnung und jeder Weg, der sich kreuzt, wird so zu einem erzählerischen Element, denn sie sind immer auch mit einem Perspektivwechsel verbunden. Alle Figuren eint der Einfluss der Kriegsjahre, ein Schwanken zwischen altem und neuem Leben. So wie der 7-jährige, hochsensible Jesper Kristoffersen sich erst im Leben zurecht finden muss, suchen auch seine Mutter Maj, Vater Ewald oder Witwe Frau Vik zwischen den Sorgen des Alltags und in den Wirrungen eines neuen Zeitalters nach Fixpunkten. Auch wenn einen die Lebensgeschichten der Figuren nicht immer direkt packen, schafft Christensen es gleichzeitig mit seiner scharfen Beobachtungsgabe das Bild einer Stadt zu zeichnen, über die der Leser mehr erfahren möchte. Dabei zeigen nicht nur Platz, jede Straße oder jedes Lokal zeigen Norwegens Hauptstadt immer wie neu und anders, sondern auch die Jahres- und Tageszeiten bestimmen die Wahrnehmung einer Stadt, die gelebt und erlebt werden will. Für Oslo-Fans und diejenigen, die es noch werden wollen, ein Muss. Für alle anderen eine entschleunigende Lesereise mit Höhen und Tiefen. Lieblingszitat: „Sie sind noch Kinder, doch der Krieg, an den sich kaum einer von ihnen noch erinnert und den sie dennoch nicht vergessen können, hat einen Schatten auf sie geworfen, der ihr Alter vollkommen durcheinander bringt.“

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Vita

Lars Saabye Christensen, 1953 in Oslo geboren, ist einer der bedeutendsten norwegischen Autoren der Gegenwart. Seine Bücher sind in 36 Sprachen übersetzt und wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Nordischen Literaturpreis, mehrmals mit dem Norwegischen Kritikerpreis, dem Preis des Norwegischen Buchhandels sowie dem Preis des Norwegischen Verlegerverbandes.

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