Die Telefonistin – Mrs. Dalton hört mit

Roman

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Niemand kennt die Einwohner einer beschaulichen Kleinstadt in Ohio so gut wie Telefonistin Vivian Dalton. Sie verbindet Telefonleitungen und Leben. Zuhören darf sie zwar streng genommen nicht, doch sie tut es trotzdem. Eines Nachts belauscht sie ein Gespräch und erfährt, dass ihr Mann angeblich mit einer weiteren Frau verheiratet sein soll. Empört will Vivian beweisen, dass an diesem Gerücht nichts dran ist – das wäre ja ein Skandal! Schon bald merkt sie aber, dass in einer Kleinstadt immer ein Geheimnis zum nächsten führt …

  • USA 1950: Eine Kleinstadt, eine neugierige Telefonistin und ein unerhörtes Gerücht, das ihre ganze Welt verändert

  • Inspiriert vom Leben ihrer Großmutter schreibt Gretchen Berg einen Roman voll 1950er-Jahre-Flair, Petticoats, knallrotem Lippenstift und pikanter Skandale

  • Für Fans von The Marvelous Mrs. Maisel, Ku´damm 56 und Cable Girls


Aus dem Amerikanischen von Janine Malz
Originaltitel: The Operator
Originalverlag: William Morrow
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-24975-5
Erschienen am  11. Mai 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Gesellschaftsbild der 1950er Jahre in den USA

Von: Marlen Blume

25.05.2020

Vivian Dalton kann eine ganz schöne Nervensäge sein. Sie ist das stilisierte Bild einer neugierigen Ehefrau in den 1950er Jahren, deren größte Sorge es ist, dass immer der schöne Schein gewahrt wird – egal wie bröckelig die Fassade ist. Vivian ist „das Frollein vom Amt“ und verbindet Telefongespräche. Eigentlich ist es eine Schande, dass sie überhaupt arbeiten muss, während Betty Miller vom anderen Ende der Stadt einfach nur Ehefrau ist! Aus dem Leser unerfindlichen Gründen hat Vivian sich die besagte Betty Miller als „Vorbild“ genommen und eifert der viel besser situierten Frau nach. Natürlich nicht, ohne dabei ordentlich Gift zu versprühen. Mit einem recht oberflächlichen Blick auf das Leben der anderen Frau neidet sie dieser ihr vermeintlich besseres Leben. Als Vivian ein Telefongespräch zu Betty Miller verbindet, lauscht sie heimlich – wie immer. Und wie das so ist („Der Lauscher an der Wand hört seine eig’ne Schand“), erfährt sie etwas, das an den Grundfesten ihrer Ehe rüttelt. Das Wichtigste für Vivian ist nun nicht etwa – wie man vermuten könnte – herauszufinden, ob das Getratsche der Wahrheit entspricht, sondern den guten Ruf zu wahren. Und so setzt Vivian ohne Rücksicht auf Verluste so einiges in Gang, um den Imageschaden zu begrenzen. Dabei verrennt sie sich allerdings öfters in ihren eigenen Vorurteilen. Sie steigert sich regelrecht manisch in die Geschichte hinein und interpretiert zum Beispiel Versöhnungsversuche ihres Mannes als reine „Gewissensberuhigung“. Ich muss zugeben, ich hätte mir unter diesem Buch und der Hauptfigur etwas ganz anderes vorgestellt. Eine vorwitzige Telefonistin, die mit den ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten im wahrsten Sinne des Wortes die Strippen zieht und die halbe Kleinstadt verkuppelt. Oder so ähnlich. Statt dessen bekam ich eine frustrierte Ehefrau, die sich selbst ziemlich wichtig nimmt und sich einer besonderen Menschenkenntnis rühmt, während sie von einem Vorurteil ins Nächste stolpert. Kurz: ich mochte Viv nicht besonders. Der Roman selbst dreht sich auch nicht um ihre Arbeit als Telefonistin, diese ist vielmehr nur auslösendes Moment für ein Porträt der Scheinheiligkeit in amerikanischen Familien der 1950er Jahre. Der Ehemann hat als guter Verdiener und Versorger dazustehen und die Frau als repräsentierendes, schmückendes Beiwerk, das für ein gemütliches Heim sorgt. Und wehe, die Wahrheit entsprach nicht diesem Bild – da wurde zurechtgebogen, was nur zu biegen ging… Mich hat etwas gestört, dass die Frauen in diesem Buch ihre Rolle überhaupt nicht hinterfragen und kaum versuchen, sich zu emanzipieren. Vivian stellt trotz der Geschehnisse ihre Ehe zu keinem Zeitpunkt in Frage und auch Betty Miller negiert die Rolle ihres Vaters, der sich als (Geschäfts-)Mann nicht mit Ruhm bekleckert. Letztlich habe ich mich deshalb gefragt, was mir das Buch eigentlich sagen wollte...!? Mir war da zu wenig Entwicklung und die Erzählweise erschien mir aufgrund der verschiedenen Handlungsstränge, die erst ganz zum Schluss zusammengeführt werden, irgendwie konfus. Deshalb kann ich für dieses Gesellschaftsporträt leider „nur“ 3 Sterne vergeben.

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Vita

Gretchen Berg wurde an der Ostküste der USA geboren und wuchs im Mittleren Westen auf. Sie lehrte Englisch in Südkorea und im Nordirak und bereiste alle sieben Kontinente. Heute lebt sie in Chicago, Illinois. Ihr Debutroman »Die Telefonistin. Mrs. Dalton hört mit« ist inspiriert von der Geschichte ihrer Großmutter, die in den 1950er-Jahren in einer Telefonvermittlung arbeitete.

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