Die Unruhigen

Roman

(8)
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Sehen, sich erinnern, verstehen. Alles hängt davon ab, wo du stehst.

Als sie zum ersten Mal nach Hammars kam, war sie ein knappes Jahr alt und ahnte nichts von der großen und umwälzenden Liebe, die sie dorthin geführt hatte. Im Grunde waren es drei Lieben.

Vater und Tochter sitzen mit einem Aufnahmegerät zwischen sich zusammen. Ihr Plan lautet, das Altern in einem Buch zu dokumentieren, das sie gemeinsam schreiben wollen. Als sie ihn endlich in die Tat umsetzen wollen, hat das Alter ihn in einer Weise eingeholt, die ihre Gespräche unvorhersehbar und unzusammenhängend macht.

"Die Unruhigen" ist ein genreüberschreitender Roman über ein Kind, das es nicht erwarten kann, erwachsen zu werden, und Eltern, die am liebsten Kinder sein wollen, über Erinnerungen und Vergessen und die vielen Geschichten, die ein Leben ausmachen.

»Ein streng durchkomponiertes, wunderschön vor sich hinfließendes, trotz allem tänzelnd endendes Buch.«

Matthias Hannemann / Frankfurter Allgemeine Zeitung (29. November 2018)

Aus dem Norwegischen von Paul Berf
Originaltitel: De Urolige
Originalverlag: Forlaget Oktober
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-20532-4
Erschienen am  11. Juni 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Die Unruhigen

Von: Buchkonfetti

24.11.2018

DIe Unruhigen, wieder ein toller Roman von Linn Ullmann, erschienen in der deutschen Erstausgabe 2018 im Luchterhand Verlag. Nachdem ich "Ein gesegnetes Kind" regelrecht verschlungen habe, habe ich mich sehr auf das Erscheinen des neuen Romans von Linn Ullmann gefreut. Schnell war ich wieder drin in Ullmanns skandinavischer Welt, sehe die Inseln, die Natur bildlich vor mir. Einige Abschnitte scheinen mir bekannt, und verweisen auf autobiographische Sequenzen ihrer anderen Romane. In "Die Unruhigen" geht es um Familie, um die Beziehung zu Ullmanns Mutter und vor allem um die Beziehung zu ihrem Vater, gerade in den letzten Jahren vor seinem Tod. Um ihre Stellung in der Großfamilie, mit vielen Halbgeschwistern und vielen Frauen, um das Leben an unterschiedlichen Orten dieser Welt. Es ist kein klassischer Roman, bei dem die Spannung ins Unermessliche steigt, vielmehr ein sehr intimes Buch. Verletzlich, emotional, sensibel, feinfühlig - fast zerbrechlich.

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Erinnerungen

Von: Frau Lehmann

21.08.2018

"Um über wirkliche Personen zu schreiben wie Eltern, Kinder, Geliebte, Freunde, Feinde, Onkel, Brüder oder zufällige Passanten,ist es notwendig, sie zu fiktionalisieren. Ich glaube, dies ist der einzige Weg, ihnen Leben einzuhauchen." (S. 287) Dies ist das Leitmotiv dieses Buches. Linn Ullmann schreibt über ihr Leben, ihre Erinnerungen, ihre Eltern, die Schauspielerin Liv UIlmann und der Regisseur Ingmar Bergman. Das alles soll fiktiv sein und doch kommt man den Personen näher als jede Biographie das vermocht hätte. Vater und Tochter möchten eine Reihe Tonbandaufnahmen machen, um Gespräche über das Leben und das Altern festzuhalten und daraus ein Buch zu machen. Doch als es soweit ist, ist es eigentlich zu spät, dem Vater sind Worte und Erinnerungen abhanden gekommen. Später wird er seine Tochter nicht mehr erkennen. Das erste Mal aufgefallen ist ihr die schleichende Veränderung des Vaters, als er zu einer Verabredung zu spät kommt und sich nicht entschuldigt. Er, der auf Pünktlichkeit zeitlebens bestand und für den eine verspätete Minute ein Vergehen war, kommt zwanzig Minuten nach der vereinbarten Zeit und merkt es nicht einmal. Es sind diese Kleinigkeiten, die nur Angehörige wissen können, die plötzlich eine große Bedeutung bekommen. Und mit solchen Momenten ist das Buch gefüllt. Erinnerungen an die Besuche beim Vater, die Eltern hatten sich früh getrennt, an die Ferien in Hammars, dem Landsitz des Vaters. Erinnerungen an die Jahre mit der schmerzhaft bewunderten Mutter, der Schauspielerin, die ihre Tochter bei der Oma und wechselnden Kindermädchen parkt und sich doch selbst so sehr nach heiler Welt und Geborgenheit sehnt. Erinnerungen, die so wunderbar klug und feinfühlig niedergeschrieben wurden, dass man die Autorin stellenweise einfach umarmen möchte. Selten habe ich ein Buch gelesen, dass mich so berührt hat, und das ganz ohne Pathos oder Rührseligkeit. Linn Ullmann erinnert sich liebend an ihre Eltern, sie stellt nicht bloß, auch nicht da, wo sie es könnte und vielleicht sogar Grund dazu hätte. Und beschreibt dabei Momente, in denen man Schmerz und Trauer hautnah spüren kann, Momente, in denen mir die Tränen einfach herunterliefen und ich trotzdem lächeln musste, weil Bücher solche Emotionen bei mir nur selten hervorrufen. Und die ganze Zeit habe ich mich gefragt, wieso ich diese ja durchaus nicht unbekannte Autorin erst jetzt entdecke, die so schreiben kann, dass ich hilflos meinen eigenen Gefühlen ausgesetzt bin, dass ich ein vierhundert Seiten starkes Buch über die Vergangenheit anderer Menschen in anderthalb Tagen lese und dabei alles stehen und liegen lasse, was mir vorher wichtig erschien. "Die Unruhigen" ist ein ungeschminktes, sehr ehrliches Buch, eines, das auf sehr leise Art unter die Haut geht und eines, das mich unglaublich beeindruckt hat. aber das hat wohl inzwischen jeder Leser dieser Besprechung schon gemerkt.

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Vita

LINN ULLMANN ist eine der bedeutendsten Autorinnen Skandinaviens. Ihre Romane sind vielfach preisgekrönt und in 30 Sprachen übersetzt, 2017 erhielt sie von der Schwedischen Akademie den Doubloug -Preis für ihr Gesamtwerk. Bei Luchterhand erschien zuletzt „Das Verschwiegene“ – unter dem Titel „The Cold Song“ u.a. auf der Jahresbestenliste der New York Times und eines der Lieblingsbücher von James Wood (New Yorker). Für „Die Unruhigen“ erhielt sie den Hörerpreis des Norwegischen Rundfunks, der Roman war für den Kritikerpreis und den Nordischen Literaturpreis nominiert. Eine Bühnenfassung wird im Herbst 2018 am Königlichen Dramatischen Theater Stockholm unter der Regie von Pernilla August ihre Uraufführung haben.

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Paul Berf

Paul Berf, geboren 1963 in Frechen bei Köln, lebt nach seinem Skandinavistikstudium als freier Übersetzer in Köln. Er übertrug u. a. Henning Mankell, Kjell Westö, Aris Fioretos und Selma Lagerlöf ins Deutsche. 2005 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Schwedischen Akademie ausgezeichnet.

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Zitate

»Ein Meisterwerk«

Peter Pisa / Kurier (24. Juni 2018)

»›Die Unruhigen‹, ein autofiktionaler Roman, ist Ullmanns brillanter Versuch, aus Kompromissen, Teilstücken, Subjektivem sowie literarischen, poetologischen Zweifeln ein Bild der Kindheitssommer auf Farö zu zeichnen.«

Stefan Mesch / Deutschlandfunk Kultur (21. Juni 2018)

»Assoziativ das alles, einfühlsam, liebevoll, und gleichzeitig ein Buch von hinreißender poetischer Intensität.«

Jutta Duhm-Heitzmann / WDR 5 (12. Juni 2018)

»Die Norwegerin Linn Ullmann, Jahrgang 1966, gehört zu den Superstars der skandinavischen Literatur. In ihrem neuen Roman ›Die Unruhigen‹ nähert sie sich ihrer Kindheit.«

Dirk van Versendaal / stern (07. Juni 2018)

»›Viel mehr als das Porträt einer berühmten Familie. Linn Ullmann geht es um die Frage: Wie werden wir zu dem, was wir sind?«

Nadine Kreuzahler / rbb inforadio (10. Juni 2018)

»Linn Ullmanns Roman gelingt Widersprüchliches: Er verweigert sich dem bloß Realen, erschafft aber etwas Authentisches. ›Die Unruhigen‹ löst Leben in Bilder auf.«

Carsten Hueck / Deutschlandfunk Kultur (08. Juni 2018)

»Es ist das bisher emotionalste Buch der Norwegerin, die nach eigenen Aussagen versucht hat ›so ehrlich wie möglich zu sein‹.«

Suzanne Forsström / Nordis (01. Juni 2018)

»Basierend auf Erinnerungen, Tonaufnahmen von Gesprächen und ihrem anarchisch-poetischen Zugriff, ist ›Die Unruhigen‹ Familiengeschichte und Sittenbild, ein Buch über das Erwachsenwerden und das Altern.«

Petra Kohse / Berliner Zeitung (04. Juni 2018)

»Sprachlich brillant und tiefgründig erkundet Linn Ullmann auf der Suche ›nach dem innersten Punkt der Geborgenheit‹ das Wesen ihrer Eltern und damit letztlich ihr eigenes.«

Nicola Bardola / Abendzeitung (04. Juni 2018)

»Immer wieder vermischen sich Film und Erinnerung, Fiktion und Wahrheit in Linn Ullmanns neuem, deutlich autobiografischen Roman ›Die Unruhigen‹.«

Salomé Meier / Süddeutsche Zeitung (30. Mai 2018)

»Linn Ullmanns Roman über ihre Kindheit mit weltberühmten und überforderten Eltern erwies sich als unwiderstehliche Lektüre.«

Thomas Borchert / Frankfurter Rundschau (08. Juli 2017)

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