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Ein Diktator zum Dessert Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-15619-0

Erschienen: 16.03.2015
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Politisch unkorrekt, humorvoll und geistreich

Rose ist 105 Jahre alt, eine begnadete Köchin mit einem kleinen Restaurant in Marseille. Sie hat den Genozid an den Armeniern, die Schrecken der Nazizeit und die Auswüchse des Maoismus erlebt. Deshalb hat sie vor nichts und niemandem mehr Angst. Für den Fall, dass ihr jemand blöd kommt, trägt sie immer einen Colt in der Tasche. Sie lässt sich von Mamadou, ihrem jugendlichen Gehilfen im Restaurant, auf dem Motorrad durch Marseille kutschieren, hört Patti Smith, treibt sich im Internet auf Singlebörsen herum und denkt auch im biblischen Alter immer nur an das Eine. Und sie meint, dass sie nun alt genug ist, ihre Memoiren zu schreiben: Um das Leben zu feiern und die Weltgeschichte das Fürchten zu lehren.

"Der Autor Franz-Olivier Giesbert wählt zu der Perspektive der abgeklärten Frau eine erfrischend direkte Sprache. Eine amüsante Streitschrift für mehr Freude am Leben."

People (12.03.2015)

Franz-Olivier Giesbert (Autor)

Franz-Olivier Giesbert, 1949 in Wilmington (USA) geboren, lebt seit seinem dritten Lebensjahr in Frankreich. Nach der Ausbildung zum Journalisten arbeitete er zunächst im Feuilleton von Paris-Normandie, bis er sich 1971 mit dem Nouvelle Observateur dem politischen Journalismus zuwandte. Ab 1998 war er Chefredakteur von Le Figaro, ab 2000 von Le Point. Außerdem hat er literarische Sendungen im Fernsehen. Seit 1977 schreibt er Romane und Biografien, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde, und die in viele Weltsprachen übersetzt wurden.

"Der Autor Franz-Olivier Giesbert wählt zu der Perspektive der abgeklärten Frau eine erfrischend direkte Sprache. Eine amüsante Streitschrift für mehr Freude am Leben."

People (12.03.2015)

"Eine packende Lektüre. Giesbert gelingt es, historische Tiefenschärfe und abgeklärten Humor zusammen zu bringen."

Nordwestradio "Buchpiloten" (22.03.2015)

"Ein ungeheuerliches Werk, so erschütternd wie erheiternd."

Münchner Merkur (13.06.2015)

"Politisch unkorrekt, humorvoll und geistreich."

Vogtland-Anzeiger (22.05.2015)

"'Ein Diktator zum Dessert' von Franz-Olivier Giesbert, ein journalistisch und literarisches Schwergewicht in Frankreich, bietet schaurig-schönes Lesevergnügen mit Tiefsinn, Weisheit und Galgenhumor."

Style Online (19.05.2015)

Aus dem Französischen von Katrin Segerer
Originaltitel: La cuisinière d'Himmler
Originalverlag: Éditions Gallimard, Paris 2013

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-15619-0

€ 8,99 [D] | CHF 11,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: carl's books

Erschienen: 16.03.2015

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"Wenn die Geschichte die Hölle ist, dann ist das Leben das Paradies."

Von: Bettina Schnerr Datum: 07.04.2015

www.laubet.de

Rose ist mittlerweile 105 Jahre alt und ziemlich abgebrüht. Ein wenig aus der Ruhe bringt sie nach vielen ereignislosen Jahren in ihrem Marseiller Restaurant allerdings eine Todesanzeige aus Deutschland. Sie beuaftragt ein 13-jähriges Schlitzohr damit, ihr mit Internetrecherchen über die Tote weiterzuhelfen, während sie selbst damit anfängt, ihre Memoiren zu schreiben. Gleich zu Beginn verrät sie ihre Lebensversicherung, die sie zeitlebens alles und alle überleben ließ: "Damit ist euch hoffentlich von Anfang an klar, dass ich nicht zum Opfer tauge."

Rose erlebte das Jahrhundert der Mörder hautnah: Geboren als Armenierin überlebte sie als Einzige ihrer Familie den Genozid durch die Türken, mit dem hohen Preis, danach jahrelang sexuell missbraucht zu werden. Später durchleidet sie die Judenverfolgung in Frankreich, danach die zerstörerische Politik von Mao Zedong. Immer wieder verliert sie liebgewonnene Menschen, Familie und Freunde durch diktatorische Politik, um danach bei Null anfangen zu müssen. In den Phasen der Normalität dazwischen (die sie von Beginn an nur als trügerische Sicherheit wahrnehmen kann) nimmt sie ihre persönliche Rache an Übeltätern aus der Vergangenheit, denn Rache ist das einzige Ventil, mit dem Rose inneren Frieden findet.

Rose sollte man als Botschafterin verstehen - wer sie als Mensch oder Romanfigur auffassen wil, wird schnell merken, dass sie dazu viel zu dick aufgetragen ist. Mit vielen prominenten Bekanntschaften auf der einen Seite, aber eben auch einem unsäglichen Leid auf der anderen. Mit einem Colt in der Tasche und einer rüstigen Gesundheit. Dabei ist sie als Rächerin keine wirkliche Sympathieträgerin und obendrein eine distanzierte Erzählerin.

Irgendwie ist es wohl Mode, nicht nur Romane mit viel Essen in der Handlung zu schreiben, sondern auch noch deren Rezepte anzuhängen. So geschehen auch hier; vier der Rezepte, die Rose mit wichtigen Personen aus ihrem Leben verbindet, stecken zum Nachkochen im Anhang.

Was den Roman interessant macht, sind die zahlreichen Markierungen mit interessanten Textpassagen, die den Roman jetzt zieren. Was ihn ebenfalls interessant macht, ist die politische Botschaft hinter dem historischen Konstrukt, die implizite Ermahnung, Augenmaß zu wahren und extremistische Auswüchse besser zu kontrollieren. Das zwanzigste Jahrhundert bietet ausreichend Anschauungsmaterial, um uns daran zu erinnern. Giesbert baut am Ende des Romans Zahlen ein und erinnert an zahlreiche verheerende politische Entscheidungen mit über 231 Mio. Toten. Ein humorvoller Roman ist es nicht geworden, trotz der frechen Schnauze von Rose, trotz ihrer Unbeirrbarkeit. Es ist einer, der uns mahnt und einer, der uns daran erinnert, das zu genießen, was wir haben: "Wenn die Geschichte die Hölle ist, dann ist das Leben das Paradies."

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Paperback)

Im Kochtopf der Geschichte

Von: Claudia Marina Datum: 16.07.2015

www.buecher-mond-und-sterne.de

"Die Geschichte ist eine Sauerei. Sie hat mir alles genommen. [...] Ich kann diese absurde Ehrfurcht nicht verstehen, die ihr die Menschen seit jeher entgegenbringen."

Eine 105-jährige Protagonistin ist an sich schon ziemlich ungewöhnlich - wenn auch seit Jonas Jonassons Roman um einen umtriebigen Jahrhundertalten nicht mehr unmöglich - aber diese hier, mit Namen Rose, ist noch mal ein ganz anderes Kaliber.

Rose betreibt ein kleines Restaurant in Marseille, bedroht uneinsichtige Kriminelle auch mal mit der eigenen Waffe und hat in ihrem zarten Alter beschlossen, dass sie nun nicht mehr zu jung ist, um ihre Memoiren niederzuschreiben.

Was beim ersten Lesen recht lustig klingt, ist es nicht wirklich, denn Roses Lebensgeschichte ist geprägt von all den Abscheulichkeiten, die das zwanzigste Jahrhundert zum Jahrhundert der Mörder gemacht haben. Als gebürtige Armenierin erlebt sie den Genozid an Landsleuten und Familie; sie erlebt die Schrecken des Nationalsozialismus und des Maoismus. Sie erlebt Tod und Vertreibung, aber auch Liebe und Geborgenheit. All dies kann man in einer Rezension gar nicht erwähnen - 105 Jahre sind immerhin eine lange Zeit - es würde den Rahmen sprengen und zu viel vorweg nehmen. Darum nur so viel: Sie überlebt. Und sie liebt und lebt noch immer, auch wenn Vergeltung für sie kein Fremdwort ist. Vielleicht lebt sie auch gerade deswegen so gut und lange.

Franz-Olivier Giesberts Roman lässt beim Lesen des Klappentextes auf eine lustige Reise durch ein Jahrhundert hoffen, an den Hundertjährigen von Jonasson denken; fröhlich-leichter Lesespaß, eine schrullige Alte, Witze über Gebisse und Rollatoren wird man hier jedoch nicht finden. Vermissen allerdings auch nicht, denn Roses Geschichte ist eine Reise durch ein Jahrhundert, dass vor allem durch seine Gräueltaten charakterisiert werden könnte. Eine Geschichtsstunde, bei der das Lachen eher im Halse steckenbleibt, als laut heraus zu poltern.

Trotz allem Ernst schafft Ein Diktator zum Dessert aber, was nicht viele Romane schaffen, die sich der Themen Genozid und Nationalsozialismus annehmen, er schafft den Spagat zwischen gut recherchierter Ernsthaftigkeit und Unterhaltung, die ab und an auch schmunzeln lässt. Ein Roman, dessen Humor sehr subtil daherkommt, der sehr fein ist - ebenso wie Roses Köstlichkeiten, mit denen sie sich durch das Jahrhundert kocht. Kochen ist nicht nur Roses Leidenschaft, sondern zieht sich auch als roter Faden durch den gesamten Roman - inklusive Rezepte im Anhang.

Rose ist nicht die lustige Alte, auf die der Klappentext hoffen lässt, aber das ist gar nicht schade, denn Rose ist so viel mehr als das. Auch wenn sie "nur" eine fiktive Person ist, kann man sie guten Gewissens als Zeitzeugin betrachten, die Ungeheures und ungeheuer viel erlebt und überlebt hat - und die trotz allem ihre Lebensfreue nie verloren hat und immer Ja zum Leben sagen wird.




Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Paperback)

Von: Doris Oberauer aus Grieskirchen Datum: 26.05.2015

Buchhandlung: Thalia.at

Lustig, spannend mit einer bemerkenswerten Protagonistin.

Von: Nicole Pienkoß aus Potsdam Datum: 26.05.2015

Buchhandlung: Bornstedts kleine Bücherstube

Das Risiko des Vergleichs mit dem Hundertjährigen war natürlich groß. Umso schöner fand ich es, dass Rose uns eine ganz andere Geschichte mit vielen persönlichen Aspekten präsentiert und dabei die Grausamkeiten und Unmenschlichkeiten des letzten Jahrhunderts Revue passieren lässt. Die Geschichte hat es nicht immer gut mit Rose und ihrer Familie, ihren Freunden gemeint. Die kleinen Racheakte zwischendurch haben sie am Leben erhalten und nehmen ein wenig die Traurigkeit aus den Geschehnissen, die der Leser miterleben muss.
Das ganz wird mit dem trockenen Humor einer lebenserfahrenen, leicht verbitterten aber nie verzweifelten Dame erzählt. Dabei lernt man viel über Roses Leben, die Geschichte und vor allen Dingen die Widerstandskraft des Menschen.
Dieses Buch macht Spaß ohne plump zu sein und ist dennoch stellenweise traurig und nachdenklich ohne zu schwülstig, depressiv zu wirken.
Eine gelungene Gradwanderung und ein außergewöhnliches Leseerlebnis.

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