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Ein wilder Schwan Andere Märchen

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-17563-4

Erschienen:  13.11.2017
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Michael Cunningham erzählt die alten Märchen neu – er betrachtet sie aus einem anderen Blickwinkel, hinterfragt sie mit Witz und Verve und zeigt dabei, wie zeitlos sie sind.

Noch nie waren Märchen so lustig und raffiniert, so düster und sexy – und so wahr. Rumpelstilzchen, Hänsel und Gretel, Schneewittchen und Rapunzel – wer erinnert sich nicht an die Gutenachtgeschichten aus der Kindheit, an Märchen, die uns verzauberten und schaudern machten. Einer der begnadetsten amerikanischen Schriftsteller holt nun diese und andere Märchen in unsere Gegenwart und erzählt, was sie verschwiegen oder vergessen haben oder wie es nach dem angeblichen Ende »wirklich« weitergeht. Und welch tiefe Abgründe sich an jeder Ecke auftun können. Die altüberlieferten Mythen über Könige und Prinzessinnen, Flüche, Zauber, Habgier und Verlangen erweisen sich in Michael Cunninghams spielerischen, so ironischen wie klugen Erzählungen als verblüffend modern und menschlich.

»Die Gebrüder Grimm würden wohl erröten - vor Begeistetrung.«

Stern (18.01.2017)

Michael Cunningham (Autor)

Michael Cunningham wurde 1952 in Cincinnati, Ohio, geboren und wuchs in Pasadena, Kalifornien, auf. Er lebt in New York City, lehrt an der Yale University und hat mehrere Romane und Erzählungen veröffentlicht. Sein Roman »Die Stunden« wurde vielfach preisgekrönt, u. a. mit dem Pulitzerpreis und dem PEN/Faulkner-Award, und wurde in 22 Sprachen übersetzt. Die überaus erfolgreiche Verfilmung »The Hours« mit Meryl Streep, Julianne Moore und Nicole Kidman wurde mit einem Oscar ausgezeichnet.

»Die Gebrüder Grimm würden wohl erröten - vor Begeistetrung.«

Stern (18.01.2017)

»Dieses Buch ist in jedem Fall ein Glücksgriff, wenn man ein Herz für Märchenfiguren hat.«

Angela Wittmann / Brigitte (20.12.2017)

»Ein Geniestreich, eine Liebeserklärung an die Fantasie, ein herrlich schräges Werk, reich an mysteriösen Essenzen und rätselhaften Zutaten, die - Vorsicht aber auch! - ziemlichen Suchtfaktor haben.«

Werner Krause / Kleine Zeitung Graz (02.12.2017)

»Cunningham ist ein brillanter Erzähler, der die schmalen Märchen über Außenseiter und Ausgestoßene virtuos in die Gegenwart überträgt.«

Rolf Fath / Badische Neueste Nachrichten (08.12.2017)

»Eine spannende Lektüre für Erwachsene, die das Kind in sich bewahrt haben.«

SonntagsBlick Magazin (19.11.2017)

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Aus dem Englischen von Eva Bonné
Originaltitel: A Wild Swan and Other Tales
Originalverlag: Farrar, Straus & Giroux

eBook (epub), 24 s/w Abbildungen

ISBN: 978-3-641-17563-4

€ 14,99 [D] | CHF 18,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

Erschienen:  13.11.2017

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Ein Blick in den Abgrundunter dem Feenstaub

Von: Ponine T. Datum: 01.06.2018

https://nichtnocheinbeautyblog.com

Michael Cunningham erzählt die alten Märchen neu – er betrachtet sie aus einem anderen Blickwinkel, hinterfragt sie mit Witz und Verve und zeigt dabei, wie zeitlos sie sind.

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In dieses Buch habe ich mich wirklich dank seines Covers verliebt, noch bevor ich wusste, worum es geht. Als mir dann klar wurde, dass hier der Autor von "Die Stunden" sich daran gemacht hat, Märchen neu zu erzählen, war ich erst recht neugierig. Dabei hatte ich keine genaue Vorstellung, was mich eigentlich erwarten würde. Neuinterpretation, bedeutet das, die Geschichten modernisiert zu erzählen? Sie in andere Perspektive zu setzen? Oder über die hinaus zu erzählen? Ich wollte mich also überraschen lassen und habe das Buch dann innerhalb nur einiger Stunden ausgelesen.

In den elf Märchen im Buch bietet Michael Cunningham alle drei Variationen der Neuinterpretation auf. So erfahren wir, wie es dem jüngsten Prinzen mit dem Schwanenflügel ergeht. Wir lernen die Lebensgeschichte einer Frau kennen, die am Ende in einem Lebkuchenhaus im Wald ermordet werden wird, und begegnen einem Rumpelstilzchen, dessen Motivaton plötzlich so viel mehr ist als nur "heute back ich, morgen brau ich" singend ums Lagerfeuer tanzen zu können. Das wirkt auf die erste Beschreibung nett und irgendwie charmant, aber Cunningham ist ein Sezierer. Er leuchtet gnadenlos hinein in die tiefen Abgründe, über denen ein Hauch Feenstaub schwebt, der den Gestank von verwesenden Träumen mühsam überdeckt. Dieses Lesegefüh fangen auch die Illustrationen ein, die von einer japanischen Zeichnerin im Stil japanischer Schattenrisse angefertigt sind.

Das Hauptmotiv der Märchensammlung ist weniger das Märchen an sich, sondern die Frage danach, wieviel Märchen unsere Wirklichkeit verträgt. Können wir Menschen das überhaupt je erreichen, ein "und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage", und ist es erstrebenswert, dieses Ziel zu verfolgen? Auf den ersten Blick bietet Cunningham dazu eher deprimierende Antworten. Seine Figuren scheitern an der Realität, sie sind nicht geschaffen für eine moderne Welt. Dieses Aufeinanderprallend er Kulturen lässt die reale Welt umso vulgärer und bösartiger erscheinen, aber liegt es nicht vielmehr an der Patina aus Hoffnung und Erwartung der Märchen, die unsere Gegenwart so bedrückend wirken lässt? Cunningham philosophiert in seinen Märchen nicht direkt, sondern zeigt uns nur diese Alternativwwelt, in der Märchen tatsächlich wahr werden können. Und das wirkt sehr schonungslos und trist und mitunter vulgär bis über die Geschmacksgrenzen hinaus, ist aber auch gerade deshalb gut.

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

fairy tales of the special kind

Von: Miss Cooper Datum: 29.06.2018

https://misscoopers.wixsite.com/misscooper

Als ich noch ein Kind war, kam meine Mutter jeden Abend in mein Zimmer, setzte sich zu mir ans Bett und las mir ein Märchen vor, immer ein anderes, aber immer begannen sie mit „Es war einmal…“ und endeten mit dem hoffnungsvollen Satz „…und sie lebten Glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende.“ Ich kann mich noch genau an ihre Stimme beim vorlesen erinnern, sie war dann immer etwas sanfter und weicher als gewöhnlich - ein paar Nuancen schriller wurde sie nur, wenn Hexen oder böse Stiefmütter auf der Bildfläche erschienen. Ich liebte die Welt der Märchen und in meiner Kindlichen Naivität war es für mich ganz selbstverständlich das Tiere und Pflanzen sprechen konnten, das alle Probleme, erschienen sie auch noch so groß, überwunden werden konnten und jeder, egal wie schwach, arm oder dumm, wenn er nur mutig genug war, glücklich werden konnte.
Nachdem mich meine Mutter zugedeckt und das Licht gelöscht hatte, lag ich oft noch eine weile wach und dachte darüber nach
was geschieht, nachdem der Prinz das Dornröschen wachgeküsst hatte, der verzauberte Frosch endlich kein Frosch mehr sein musste, oder Aschenputtel auf das Schloss des Prinzen zog. Lebten sie wirklich so glücklich miteinander, gab es niemanden der ihnen ihr Glück neidete, gibt es nur diese eine Geschichte die sie ihren Kindern und Enkeln später erzählen und wäre dieses ewige Glück nicht furchtbar langweilig. Eine Antwort darauf fand ich nie, bis jetzt, denn Michael Cunningham nimmt neun dieser teilweise Jahrhunderte alten Märchen, bringt sie in die heutige Zeit, interpretiert sie neu und lies „Ein wilder Swan“ entstehen.

In einer seiner Geschichten wird das Leben der Pfefferkuchen Hexe aus Hänsel und Gretel betrachtet, bevor sie sich ein Haus aus Süßigkeiten zusammenzimmerte. Eine äußerst extrovertierte Frau die nach dem vierten verschlissenen Ehemann und diversen Liebschaften beschließt lieber für sich allein zu leben. Sie kauft sich ein Grundstück im Wald und baut dieses uns allen allzu bekannte Haus. Dort, in dieser völligen Einsamkeit lebt sie nun viele viele Jahre und wartet sehnlichst auf Besucher. Eine andere erzählt von Rumpelstilzchens innigstem Wunsch seine liebe einem Kind zu schenken, da es mit den Frauen nicht recht klappten will und eine Adoption für ihn nicht in Frage kommt, schminkt er sich das Thema Kinder ab. Doch als er als einziger der Müllerstochter aus der patsche helfen kann, indem er für sie das Stroh zu Gold spinnt, sieht er seine Chance gekommen doch noch an ein Kind zu gelangen. Und ergreift sie. Eine weitere handelt von Schneewittchen die, auch nachdem sie von dem Prinzen erlöst wurde, zu seinem Vergnügen jeden Abend in den Gläsernen Sarg steigen soll.

So oder so ähnlich sind all die „Märchen“ aufgebaut denen sich Michael Cunningham gewidmet hat.
Manchmal ist es die Vorgeschichte zu dem jeweiligen Märchen, manchmal die Fortsetzung, einige sind auch völlig verfremdet. Doch wie auch in den Originalen gibt es auch hier am Ende einer jeden Geschichte eine Moral. Das man schätzen sollte was man hat, oder Äußerlichkeiten nicht das wichtigste an einer Person sind. Er lässt ganz alltägliche menschliche Probleme von Märchenfiguren erleben. Sie sind plötzlich nicht mehr aus einer abstrakten magischen Welt, sondern ganz normal, mit ganz gewöhnlichen Charakterzügen, Ängsten und Vorstellungen vom Leben. Ich kann nicht gerade behaupten das mir Cunninghams Werk restlos gefallen hat, ich habe mich in der Vorstellung das Prinzen in einer Bar rumhängen oder Prinzessinnen mit dem Fahrstuhl fahren völlig verheddert, für mich gehören sie einfach in eine andere Welt. Wobei - das muss ich wirklich zugeben, ich seinen Schreibstil sehr interessant finde, teilweise spricht er den Hauptprotagonisten mit DU an, dann schreibt Cunningham wieder in der ER oder SIE form, oder einem einzigen Dialog. Es wirkt als hätte er eine persönliche Beziehung zu seinen Charakteren und würde ihre Taten wertend darlegen, um dann über sie zu richten.

„Du hattest nicht viel zu tun. Irgendwann hast du angefangen, den Zuckerguss und die Lutscher öfter als notwendig auszutauschen, einfach nur, weil du eine Aufgabe gebraucht hast und weil du (es war ein bisschen verrückt, aber für deine Verrücktheit hast du dich nie geschämt) dich gefragt hast, ob eine bessere Ausführung - ein noch intensiverer Keksduft, Zuckerzeug von anderen Herstellern in noch leuchtenden Farben und Mustern - die Lösung wäre.“

Doch mein ganz persönliches Highlight in dem Buch waren die fantastischen Illustrationen von Yuko Shimizu. Kontrastreiche schwarz/weiße Linienzeichnungen, die die Gesichten in ihrer düsteren Stimmung mehr als nur unterstützen. Sie ziehen einen in ihren Bann.

„Ein wilder Schwan“ hat meine Kindliche Seifenblase ganz schön zum platzen gebracht und mir den Zauber und die Illusion wie es nach dem „… und wenn sie nicht gestorben sind…“ weitergeht, genommen. Es war mir einfach ein zu großes durcheinander, moderner Schreibstil und alte Geschichten funktionieren auf diese Art einfach nicht für mich.

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