Emilienne oder die Suche nach der perfekten Frau

Roman

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Liebe, Stil und Lässigkeit à la française - ein moderner Frauenroman von einer der aufregendsten Autorinnen Frankreichs

Für Emilienne ist ihre Nachbarin Julie das leuchtende Vorbild – all das, was sie, der nette Kumpeltyp, niemals sein wird: die perfekte Mutter, die perfekte Karrierefrau, die perfekte Ehefrau, die perfekte Gastgeberin… bis zum perfekten Zusammenbruch. An dem Tag beschließt Emilienne, dass es ihr mit all den an die Frauen herangetragenen Ansprüchen reicht. Gibt es das überhaupt, von dem alle sprechen und nach dem alle trachten: die perfekte Frau? Sie beschließt, sich auf die Suche zu machen.

Anne Berests neuer Roman ist ein gekonntes Spiel mit weiblichen Rollenbildern, Erwartungen und Tabubrüchen, lässig, sinnlich und sehr humorvoll.

»Nonchalant, sinnlich, humorvoll: Anne Berest spielt gekonnt mit den Rollenbildern.«

Migros-Magazin (CH) (06. Februar 2017)

Aus dem Französischen von Gaby Wurster
Originaltitel: Recherche femme parfaite
Originalverlag: Grasset & Fasquelle
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-19437-6
Erschienen am  19. September 2016
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Leseliste für den Winter

Von: Rothaariges

21.11.2016

Leicht und wolkig ist dagegen „Emilienne“. Mit dem Roman spricht Anne Berest alle Frauen an, die ein Stück von dem französischen Charme abhaben und von den Künstlerinnen der Verführung lernen wollen. Frauen, die in Paris leben versprühen Nostalgie, sind belesen, wunderschön, charmant und haben einen trockenen Humor – nahezu perfekt. Was perfekte Frauen ausmacht, ob es sie überhaupt gibt und welche Ansprüche wir an uns selber haben, erzählt die Autorin anhand von Julie. Einer französischen Elfe, die Emilienne immer wieder neidisch erblassen lässt. Wunderbare Frauen-Lektüre!

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durchdacht, vielschichtig, klug

Von: Eva-Maria Obermann

21.11.2016

Emilienne ist Fotografin und wäre gerne Künstlerin. Die geschiedene Mutter ist Künstlertochter und bewundert ihre Nachbarin Julie dafür, die perfekte Frau zu sein. Bis Julie einen Nervenzusammenbruch nach der Geburt ihres Sohnes erleidet. Um sich keifend, dass die Welt an Frauen nur unerfüllbare Anforderungen stellt, bringt sie Julie auf die Idee, eine Fotoserie zu der perfekten Frau zu machen und verschiedene Frauen dazu zu fotografieren und zu interviewen. Leichter gesagt als getan, stellt sich bereits Emiliennes erste Station als pädophile Pastorenwitwe heraus. Doch dann trifft Emilienne eine Frau, in die sie sich Hals über Kopf verliebt. Die perfekte Frau, die am nächsten Tag aus ihrem Leben verschwindet. Und Emilienne beginnt zu suchen. Ich gestehe, ich hätte Fassaden erwartet, hinter denen es kriselt und knarzt. Doch hier tun sich Abgründe auf. Prostitution, Verführung Minderjähriger, Abhängigkeiten und immer wieder die absolute Aufopferung der Frau, bis sie sich selbst keinen anderen Lebensinhalt mehr zugesteht. Es geht um den Verfall von äußerer Schönheit und das Wachsen von Begierde. Neben kulturellen und gesellschaftlichen Ressentiments werden so alltägliche Frauenbilder wie beispielsweise in der Werbung angesprochen. Das passiert so nebenbei, dass es zum Geschehen passt und die Handlung vorantreibt, aber auch zum Nachdenken anregt. Die eigentliche Handlung ist dann eher die Suche nach Georgia als die Suche nach dem Bild der perfekten Frau. Auch das ist gut gemacht, zeigt es doch, dass Perfektion im Auge des Betrachters entsteht. Für mich waren nämlich auch die Zuschreibungen, die Emilienne als Erzählerin an Georgia vergibt, keineswegs so perfekt, dennoch wird es für Emilienne geradezu zur Obsession, „ihre“ perfekte Frau noch einmal wieder zu sehen. Der auf der einen Seite durch Emotionen verklärte Blick auf die Frau wird also auf anderer Seite wieder dekonstruiert und das finde ich sehr gut. Wie tief das reicht und dass es nicht etwa „von selbst“ passiert zeigt eine Stelle gut. Emilienne hat mit einer ehemaligen Prostituierten, die nun erfolgreich Luxusdessous kreiert, ein Interview für einen Fernsehsender geführt und dabei über ihre kulturelle Prägung (sie ist Muslima) und ihre Sicht auf die Weiblichkeit gesprochen. Der Sender protestiert. Das könne nicht verwendet werden. Mit neuen, geschönten Fragen wird das Interview wiederholt und nun dreht sich alles um die Dessous an sich. Emiliennes Zusammentreffen mit den unterschiedlichen Frauen sorgt auch für einen generationsübergreifenden Blick. Der ist geschickt und vielfältig gemacht. Der jugendlichen Anhalterin wird beispielsweise die erste Freundin des Sohnes gegenüber gestellt. Der Pastorenwitwe die Angestellte des Exmannes, Emilienne selbst steht gegenüber ihrer erfolgsbesessenen Nachbarin. Natürlich spielt der Roman dabei mit Extremen, aber immer mit solchen, die durch und durch vielschichtig und glaubwürdig bleiben. Gerade Emiliennes Selbsteinschätzung ist bezeichnend für den Roman. Sie „ist“ einfach, behauptet sie und achtet doch genau darauf, wie sie sich verhält. Ihrem Sohn gegenüber versuchst sie beispielsweise Distanz zu wahren, damit er nicht mehr, wie sehr sie ihn braucht. Es misslingt. Auf einem gemeinsamen Foto, umarmt er sie, zeigt offen die Verbindung, die Emilienne so fürchtet. Der Roman mag auf den ersten Blick leicht und federnd sein, die Geschichte einer Frau nach der Frau, in die sie sich verliebt hat. Tatsächlich ist er aber durchdacht und tief, voller Momente, die nachwirken und erst am Schluss ihr Potential offenbaren. Der perfekten Frau per se wird schlicht kein Bild gegeben, sie wird heruntergebrochen auf Möglichkeiten, die sich stets als Sackgasse entpuppen. Und als wandelnder Imperfekt quasi macht sich ausgerechnet Emilienne auf diese Suche. Wunderbar. Ich wage fast zu sagen: perfekt.

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Vita

Anne Berest, geboren 1979, ist Theaterregisseurin. „Traurig bin ich schon lange nicht mehr“ ist ihr erster Roman. Er wurde von der französischen Kritik begeistert begrüßt und für den „Prix Goncourt Premier Roman“ nominiert.

Zur AUTORENSEITE

Zitate

»(...) der wunderbar leicht und klug geschriebene Roman beginnt mit einem Nervenzusammenbruch, eben dem einer perfekten Französin«

Brigitte Woman (06. September 2016)

»Die Sache mit der französischen Leichtigkeit«

»In ihrem neuen Buch ‚Emilienne oder die Suche nach der perfekten Frau‘ thematisiert Berest nun – sehr amüsant! – die überzogenen Erwartungen an die perfekte Frau.«

ELLE (10. Oktober 2016)

»Amüsant, schlau und sehr französisch!«

»Unterhaltung mit Tiefgang«

Cosmopolitan (01. Februar 2017)

»Der Roman ist eine komödiantische Tour de France, ein Reigen unplanbarer Begegnungen. (…) Erzählt wird davon mit schöner Skrupellosigkeit und Sinn fürs selbstironisch Skurrile.«

Berliner Zeitung, Carmen Böker (14. Januar 2017)

»Eine Komödie in Form eines Reigens – wie gemacht für den nächsten französischen Sommerfilm.«

Augsburger Allgemeine, Stefanie Wirsching (14. Dezember 2016)

»En passant gelingen somit berührende biografische Vignetten, die durch den scharfzüngigen Ton der Ich-Erzählerin Emilienne pointiert und zugleich mit erfrischendem Humor zur Geltung kommen.«

WeiberDiwan - die feministische Rezensionszeitschrift (A)

»Auch ihr neues Buch gibt kluge Denkanstöße und ist gleichzeitig höchst unterhaltsam.«

»'Emilienne oder die Suche nach der perfekten Frau' von Anne Berest ist ein kluges Spiel mit weiblichen Rollenbildern.«

Münchner Merkur (19. November 2016)

»Leicht, ironisch und unterhaltsam.«

Bielefelder (02. Februar 2017)

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