Feindesland

Roman
Der Bestseller aus England

(2)
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1952: 12 Jahre ist es her, dass England sich Nazi-Deutschland unterworfen hat. Während der Große Krieg zwischen Deutschland und Russland weitertobt, befinden sich die Engländer unter deutscher Besatzung. Presse, Radio, Fernsehen und die Gerichte werden kontrolliert, auf den Straßen patrouilliert die Militärpolizei, die britischen Juden sehen sich immer größeren Repressalien ausgesetzt. Churchill organisiert im Untergrund seine Widerstandsbewegung. Während sich die Gerüchte mehren, dass der Widerstand einen großen Gegenschlag plant, wird Sarah Fitzgerald, die Frau eines Spions, in die Welt der Widerständler hineingezogen. Die Zukunft Englands liegt plötzlich in den Händen des Widerstands …


Aus dem Englischen von Christine Naegele
Originaltitel: Dominion
Originalverlag: Little, Brown
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-22487-5
Erschienen am  13. Januar 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

"Feindesland" von C. J. Sansom

Von: Fraggle

19.03.2020

Fazit: Einerseits liebe ich Bücher, die sich des Themas eines fiktiven, alternativen Geschichtsverlaufs im Stile eines „Vaterland“ von Robert Harris annehmen, andererseits hatte ich bereits den einen oder anderen Roman von Sansom mit seinem frühneuzeitlichen Ermittler Matthew Shardlake gelesen und war insofern frohen Mutes, dass mir auch „Feindesland“ gut gefallen dürfte. Nur leider war das, trotz der Tatsache, dass sich über Sansoms Roman auch allerlei Gutes sagen lässt, nicht vollständig der Fall. Sansoms Setting beispielsweise hat durchaus eine gewisse Faszination: Die Briten haben sich nicht länger als unbedingt notwendig in den Krieg gestürzt, kapituliert und befinden sich jetzt als eine Art Vasallenstaat, ähnlich wie die meisten anderen Staaten Europas, unter deutscher Herrschaft. Die Deutschen wiederum führen seit über 10 Jahren Krieg mit Russland. Immer dann, wenn sich Sansom dieser Hintergrundgeschichte seines Romans zuwendet, hat dieser seine besonderen Stärken. Nur steht leider eine völlig andere Geschichte im Vordergrund. Der englische Wissenschaftler Frank Munchaster, nach einem Nervenzusammenbruch in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht, gerät in das Visier der Deutschen, der britischen Behörden sowie des Widerstands. Jeder möchte seiner habhaft werden, weil man davon ausgeht, dass er über wichtige Informationen verfügt. Welche das sind, weiß zwar der Leser, aber keiner der Beteiligten so ganz genau. Und diese Geschichte ist es sicherlich auch wert, erzählt zu werden, sie krankt nur leider an einem einfachen, ganz simplen Problem: Sie ist zu lang. Hätte Sansom seine Handlung etwas gestrafft und seinen Roman um eine durchaus nennenswerte Anzahl Seiten eingedampft, dann hätte das Buch dadurch sicherlich profotiert, allein dadurch, dass das Erzähltempo höher gewesen wäre. So jedoch mäandert die Geschichte stellenweise so vor sich hin. Das liegt sicherlich auch zu einem Gutteil an den Charakteren. Denn ähnlich wie für die eigentliche Handlung gilt auch hier, dass die Hintergrundgeschichte, die Sansom seinen Charakteren verpasst, teils spannender wirkt als das, was der Autor seine Charaktere im Hier und Jetzt des Romans erleben lässt. So denke ich, dass man über die geschilderte Kindheit und Jugend von Frank Munchaster, der von seiner der Esoterik zugeneigten Mutter in ein Internat abgeschoben und dort von seinen Mitschülern drangsaliert wird, einen ganz eigenständigen und ziemlich guten Roman hätte schreiben können. In der Gegenwart der Romanhandlung wirken – Frank Munchaster mal außen vor gelassen – Sansoms Charaktere allerdings allesamt eher distanziert. Es fiel mir schwer, wirklich Anteilnahme für sie aufzubringen oder auch nur dafür zu interessieren, was sie da gerade eigentlich tun. Verstärkt wird dieser Eindruck wohl noch von einer, zumindest in meiner Wahrnehmung, ebenfalls eher nüchternen Erzählweise, die ich von C.J. Sansom so nicht gewöhnt bin. Üblicherweise gelingt es ihm, die frühneuzeitliche Welt seiner Shardlake-Reihe detailliert und gelungen zu schildern, hier jedoch passt er sich stilistisch ein wenig der Tristesse an, die zum Zeitpunkt der Handlung herrscht. Sollte das gewollt sein, habe ich allerdings nichts gesagt. „Feindesland“ hat also durchaus seine Highlights. Die Geschichte hinter der Geschichte. Die Geschichte hinter den Charakteren. Und auch die Handlung selbst bietet zwei, drei eindrucksvoll geschilderte Szenen, beispielsweise als die in London bislang vergleichsweise unbehelligt lebenden Juden auf Betreiben der Deutschen doch noch zusammengetrieben und aus der Stadt gebracht werden. Insgesamt hätte „Feindesland“ dann aber doch wesentlich mehr sein können als es dann war. Leider.

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Was wäre geschehen, wenn...?

Von: Elke Heid-Paulus

06.02.2020

Wie hätte sich die Historie entwickelt, wenn Nazi-Deutschland den Krieg gewonnen hätte? Diese Frage scheint im englischsprachigen Raum so manchen Autor zu beschäftigen, man denke nur an Robert Harris‘ „Vaterland“. Nun also auch C.J. Sansom, den Lesern hierzulande vor allem durch seine Tudor-Krimis mit Matthew-Shardlake bekannt. „Feindesland“ spielt in England Anfang der fünfziger Jahre. Noch ist die Welt nicht aufgeteilt, Russland befindet sich noch immer im Krieg mit Deutschland. England hingegen hat kapituliert und steht unter deutscher Besatzung. Deren Kontrolle ist allgegenwärtig, die Repressalien nehmen zu, nicht nur gegenüber der jüdischen Bevölkerung. Die Regierung hat keinerlei Entscheidungsbefugnis mehr, ihre Vertreter verkommen zu Marionetten der Nationalsozialisten. Einzig Winston Churchill will sich mit diesen Umständen nicht abfinden. Er ergreift die Initiative und organisiert im Geheimen den Widerstand. Immer mehr Menschen scharen sich um ihn, auch ein Beamter der Regierung, nicht wissend, dass ihnen bereits die Häscher der Nazis auf den Fersen sind. Sansoms Romane, sowohl die Shardlake-Reihe als auch „Winter in Madrid“, zeichnen sich immer wieder durch die atmosphärischen Beschreibungen aus, und bereits nach wenigen Seiten fühlt man sich an den jeweiligen Handlungsort versetzt. So auch hier, zumal der Autor auch reale Ereignisse wie z.B. den Londoner „Todesnebel“ von 1952 einbezieht, wodurch die Schilderungen wesentlich anschaulicher erlebt werden. Auch die verschiedenen Protagonisten und ihre Motivationen sind allesamt sehr gut und detailliert ausgearbeitet, jeder mit seiner besonderen Geschichte und Funktion in diesem Roman. Ob das nun der desillusionierte Beamte ist, der zum Spion wird, seine Frau, die um jeden Preis ein Geheimnis bewahren muss, der in der Psychiatrie festgehaltene Freund, dessen Wissen, so es denn in falsche Hände gerät, verheerende Folgen haben könnte, oder der Menschenjäger der Gestapo, der sie aufspüren soll. Die Geschichte ist nicht linear erzählt, sondern wechselt zwischen einzelnen Personen, Ereignissen und Zeit hin und her. Zum einen erfordert das die erhöhte Konzentration des Lesers, zum anderen hemmt es leider auch immer wieder den Erzählfluss. Aber das ist Mäkeln auf hohem Niveau, denn alles in allem ist „Feindesland“ ein spannender und interessanter Roman darüber, inwieweit bestimmte Entscheidungen den Lauf der Historie beeinflussen und gegebenenfalls ins Gegenteil hätten verkehren können.

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Vita

C. J. Sansom, geboren 1952 in Edinburgh, zählt in England zu den erfolgreichsten historischen Romanciers. Sansom studierte an der University of Birmingham und arbeitete unter anderem als Rechtsanwalt für Benachteiligte, bevor er sich dem Schreiben zuwandte. Bekannt wurde er mit der international erfolgreichen »Shardlake«-Serie. »Winter in Madrid« wurde von Kritik und Publikum gleichermaßen als Meisterwerk klassischer Erzählkunst gefeiert. Sansom lebt in Sussex.

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