Gott bewahre

Roman

eBook epub
9,99 [D] inkl. MwSt.
CHF 12,00 * (* empf. VK-Preis)

Bestellen Sie mit einem Klick:

Oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler

Hochmoralisch und explizit zugleich

»Da kommt Gott – tut so, als wärt ihr beschäftigt.« Denn Gott ist stinksauer. Nachdem Er sich im Himmel eine einwöchige Auszeit für einen Angelurlaub gegönnt hat, kehrt Er nach etwa vierhundertfünfzig Jahren (ein Tag im Himmel entspricht siebenundfünfzig Erdenjahren) wieder zurück an Seinen Schreibtisch und muss mit ansehen, wie die Erde in der Zwischenzeit den Bach runtergegangen ist. Umweltsünden, Kriege, moralischer Verfall, kirchliche Hassprediger, skrupellose Kommerzialisierung – die Menschen sind auf dem besten Weg, sich selbst zu zerstören. Und so bleibt Gott nichts anderes übrig, als Seinen Sohn Jesus Christus, dem es im Himmel blendend geht und der mit Jimi Hendrix Gitarre spielt und Joints raucht, wieder auf die Erde zu schicken, um Gutes zu tun und das einzig wahre Gebot SEID LIEB zu predigen. Widerwillig landet Jesus in New York und versucht, zunächst erfolglos, als Sänger und Gitarrist in einer Rockband Gehör zu finden. Derweil schart er seine ersten Jünger um sich – Drogenabhängige, Gescheiterte, Obdachlose, denen er zu helfen versucht. Als seine Mission, die Massen zu erreichen, zu scheitern droht, greift er zum letzten Mittel: Er nimmt an einer Castingshow teil. Damit beginnt eine denkwürdige Odyssee quer durch Amerika.


Originaltitel: The Second Coming
Originalverlag: Heineman
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-05650-6
Erschienen am  22. August 2011
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Ein tiefsinniger Roman voller Witz, skurriler Figuren und vor allem voller beklemmender und nackter Wahrheit - ein typischer Niven

Von: Pink Anemone

07.03.2019

Kaum hat Gott sich im Himmel eine kleine Auszeit gegönnt und seinem Sohn Jesus Christus die Geschäftsführung überlassen, schon herrscht auf Erden das nackte Chaos. Bürgerkriege, Umweltsünden, Armut, Hassprediger, tödliche Krankheiten, moralischer Verfall und gnadenloser Kommerz, so weit das Auge reicht. Was wurde aus der Menschenliebe und dem einzig wahren Gebot: »SEID LIEB«? Gott denkt nach und findet nur eine Lösung – sein Sohn Jesus muss erneut auf die Erde zurückkehren, um Gutes zu tun. Doch werden die Menschen auf JC hören?... (Klappentext) ✞✞✞✞✞ ">>Aber....aber, das sind Tiere da unten. Sie werden den Jungen in Stücke reißen. Beim letzten Mal war es ja schon schlimm genug. Aber heutzutage? Dagegen werden die Römer Sozialarbeiter aussehen<<" (S. 69) Stellt Euch vor, um Gott und den Himmel ist es ganz anders bestellt als wir bisher dachten, bzw. als uns weis gemacht wurde. Gott ist ein alter Hippie, trinkt gerne Scotch und raucht auch gerne mal einen Joint. Die 10 Gebote sind einzig alleine auf dem Mist von Moses gewachsen, da er mal wieder übertreiben musste und Gott hält von dem ganzen Religionsmist so gar nichts. Gott liebt alle Menschen, egal welcher Farbe oder sexueller Orientierung. Tja, wenn er gewusst hätte wie sich die Menschheit entwickelt, hätte er wohl keinen Urlaub genommen, um angeln zu gehen und schon gar nicht hätte er alles in die Hände von Jesus gelegt. Dieser zupft lieber mit Jimi Hendrix auf der Gitarre herum und zieht sich dabei einen Joint nach dem anderen rein. Kein Wunder, ist er seit der Sache mit den Römern nicht allzu gut auf die Menschen zu sprechen. Als Gott 2010 vom Urlaub zurück kommt, trifft ihn fast der Schlag. Was wurde nur aus seiner Welt? Religionskriege, Intoleranz wohin man nur blickt und dieses Fernsehen und die Sucht nach Fame...grauenhaft! Am besten wäre es einen Meteoriten auf diesen Misthaufen von Erde zu werfen und nochmals von vorne anzufangen. Doch Jesus ein weiteres Mal auf die Erde zu schicken, um die Menschen zur Vernunft zu bringen scheint dann doch eine bessere Idee zu sein. Und schwups...wandelt Jesus wieder auf der Erde und versucht Gutes zu verkünden. Als Gitarrist und Sänger einer Indie-Rockband geht das am besten und zwar bei einer so vertrottelten Castingshow, der Millionen von Menschen gebannt folgen. Seid bereit für die wahre Geschichte und höret auf den Propheten, der ein weiteres Mal seine Jünger um sich schart. ">>Ich sag Ihnen mal was<<, fährt die Frau entrüstet fort. ICH SAG IHNEN MAL WAS ist in der Regel ein ziemlich guter Indikator dafür, dass man kurz davor steht, sich einen Haufen Blödsinn anhören zu müssen. >>Ich bete jeden Morgen und jeden Abend zu unserem Herr....<< >>Wissen Sie was Lady?<<, seufzt Jesus, >>Sie können auch jeden Abend einen Hund als Superman verkleiden. Der kleine Scheißer wird trotzdem nicht herumfliegen und die Welt retten.<<" (S. 188) Das Buch ist in 6 Themen-Kapitel unterteilt. Man beginnt im Himmel, blickt dabei hinter die Kulissen und was Gott von all dem hält, dann begleitet man Jesus auf Erden, lernt ihn dabei näher kennen und begibt sich mit ihm und seinen Freunden auf einen abgefahrenen Roadtrip und schließlich in die Welt der Castinshows. Hierbei treffen John Niven-Leser auf einen bekannten Protagonisten. Wer sonst könnte der macht- und geldgeile Boss der Castingshow sein als Steven Stelfox? Diesen kennen manche bereits aus "Kill your friends". Er ist natürlich immer noch der Arsch wie wir ihn kennen und jetzt stellt Euch vor er trifft auf Jesus. "Die beiden Männer reichen sich die Hände - Stelfox' Griff ist kalt, unmenschlich, und sehen sich einen Moment lang an: Stelfox blickt in Augen, blau wie Kornblumen, die auf dem Pazifik treiben. Jesus dagegen blickt in Augen, die schwarz sind wie das All, bodenlose Löcher des Nichts, Fledermäuse kreisen in den Brunnen der Pupillen, stürzen in das Vakuum der Seele. Ein kalter Schauer läuft Jesus über den Rücken. Auch Stelfox empfindet etwas Ungewohntes [...] Er spürt die Gegenwart eines Widersachers. (S. 221) Im nächsten Teil begeben wir uns mit Jesus in das weite flache Land Texas, wo sie Land und eine Ranch kaufen, um als Selbstversorger zu leben und die Welt zumindest dort etwas besser zu machen. Irgendwo muss man ja anfangen. Das so eine Hippie-Kommune im streng konservativen Amerika nicht gern gesehen ist, muss ich wohl nicht erwähnen. Wieder hat Jesus zu kämpfen, wieder läuft alles aus dem Ruder und es droht sich alles zu wiederholen. John Niven hat mit diesem Buch wieder eine total abgefahrene Story kreiert. Die Werke dieses Autors beinhalten immer Gesellschaftskritik und Milieustudie in einem, doch hier hat er die ganze Menschheit im Visier. Diese kommt hier nicht allzu gut weg. Tja, und recht hat er. Doch wer sonst als Niven kann einem während des Lesens zum Lachen und gleichzeitig zum Nachdenken bringen? Ja, es ist sowohl beklemmend und auch traurig uns Menschen einmal aus einer anderen Perspektive zu sehen. Es ist aber auch absolut zum Schreien komisch. Diese Story enthält so viel Witz und noch viel mehr nackte Wahrheit und einmal mehr wird einem klar, dass ein Meteorit nicht unbedingt die schlechteste Idee wäre. Der Roman könnte auch als 2. Teil der Stelfox-Reihe gelten, kann jedoch durchaus eigenständig gelesen werden. Fazit: Hier liegt wieder ein Niven vor mir, der mich begeistert, aber auch nachdenklich zurück lässt. Kein anderer Autor schafft es Humor, skurrile Figuren und die bittere Wahrheit an den Leser zu bringen wie er. Derb, direkt und doch mit einer Sprachgewalt die einem mitreißt, zum Nachdenken anregt und noch lange nachhallt. Schottische Literatur vom Feinsten! © Pink Anemone (inkl. Leseprobe, John Niven über das Buch, passendem Sound und Autoren-Info)

Lesen Sie weiter

Moses ist schuld

Von: Thomas Lawall

15.07.2017

An allem ist eigentlich Moses schuld. Dass er ein "paar Schrauben locker" hat, wussten alle. Doch die Sache mit den Geboten war dann der Gipfel. Gott liebt Sprüche und ganz besonders den von den Schwulen. "Seid lieb" heißt die einfache Botschaft und diese wäre gleichzeitig der Schlüssel zur Lösung aller Probleme dieser Welt. Genau deshalb erkor der Chef auch jenen Spruch "zu seinem ersten und alleinigen Gebot", ohne jedoch zu ahnen, dass Moses zehn eigene entwerfen würde. Was hatte er sich von jenen "gruseligen Vorschriften" versprochen? Das genau herauszufinden ist Gottes vordringlichste Aufgabe, weshalb er eine Konferenz mit allen "leitenden Heiligen" abhalten möchte ... Auf der Erde ist die Hölle los. Nur eine Woche war Gott in einem Angelurlaub, doch auf der Erde vergingen inzwischen Jahrhunderte. Hass, Verfolgung, Krieg, religiöser Fanatismus, Umweltzerstörung, profitgierige Systeme und bescheuerte TV-Produktionen sind nur die Spitze des Eisbergs. Es muss etwas geschehen und zwar sofort. Folgerichtig entscheidet Gott, Jesus noch einmal auf die Erde zu schicken, um dem einzigen wahren Gebot Nachdruck zu verleihen. Natürlich glaubt niemand, dass er Gottes Sohn ist, was zu erwarten war. Das letzte Mal war es ja nicht anders. Neben philosophischen und existenzialistischen Erwägungen oder all den Greueltaten, die im Namen Gottes begangen wurden und immer noch begangen werden, ist diese ernste Angelegenheit natürlich auch mit allerhand Situationskomik verbunden, wobei die Gaudi ja eigentlich schon im Himmel beginnt ... John Niven entwickelt im Zusammenhang mit diesem Szenario ein Füllhorn an komischen Momenten, die im krassen Gegensatz zur jeweiligen Thematik stehen. Alle Religionen bekommen ihr Fett weg, dicht gefolgt von den Mächtigen dieser Welt und deren Handlangern, sowie gesellschaftlichen Strukturen, die sich zwangsläufig so und nicht anders entwickeln mussten. In einer Konfrontation auf allen Ebenen hält John Niven nahezu dem gesamten Planeten den Spiegel vor die Nase. An Unverschämtheit ist er ebenso wenig zu überbieten wie an scharfsinniger Lässigkeit, weshalb er keineswegs auf brachiales Vokabular aus der Fäkal- und Vulgärsprache verzichtet. "Gott" sei Dank! Dennoch sind, wie man hört, einige Passagen aus dem Originalmanuskript offensichtlich gestrichen worden. Der "Rest" an knackigen Respektlosigkeiten kann sich dennoch sehen lassen und überrascht ebenso durch Spontanität wie Vehemenz im Ausdruck. Auch die Dialoge erfreuen sich einer herzerfrischenden Direktheit, die ebenso auf den Punkt kommt, wie auch den (irdischen) Zeitgeist markiert. Jesus schläft bei genannter Konferenz ein, wahrscheinlich "vom Marihuanaqualm der zahlreichen Joints" betäubt ... und Gott ruft ungehalten: "Hey, Dumpfbacke!" Jesus: "Häh, was ist los?" Nach dieser wahrhaft gehaltvollen und geistreichen Lektüre bleibt die Frage, wie es wohl auf dem Planeten aussehen würde, wenn alle so cool drauf wären wie Gott und jener, der sich ernsthaft für Jesus Christus hält. Blasphemie auf höchstem Niveau. Ein Jahrhundertwerk. Schräge Anleitung für den Weltfrieden. Derzeit aber nicht praktikabel. Interessierten Lesern bleibt am Ende nur eine Frage: "Flucht Gott echt so rum?"

Lesen Sie weiter
Alle anzeigen

Vita

John Niven, geboren in Ayrshire im Südwesten Schottlands, spielte in den Achtzigern Gitarre bei der Indieband The Wishing Stones, studierte dann Englische Literatur in Glasgow und arbeitete schließlich in den Neunzigern als A&R-Manager einer Plattenfirma, bevor er sich 2002 dem Schreiben zuwandte. 2006 erschien sein erstes Buch, die halbfiktionale Novelle Music from Big Pink über Bob Dylan und The Band in Woodstock; 2008 landete er mit dem Roman Kill Your Friends – einer rabenschwarzen Satire auf die Musikindustrie – einen internationalen Bestseller. Es folgten die Romane Coma, Gott bewahre, Das Gebot der Rache, Straight White Male, Old School, Alte Freunde und Kill 'em all. John Niven schreibt außerdem Drehbücher. Er lebt derzeit in Buckinghamshire, England.

Zur AUTORENSEITE

Videos

Links