Gullivers Reisen

Roman

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Nie war er aktueller als heute – Swifts «Gulliver» in der gültigen deutschen Übersetzung zum Jubiläum!

Gullivers Reisen nach Lilliput und zu den Riesen kennt jedes Kind. Und doch ist Swifts Fantasy-Saga vor allem ein eindrucksvolles Leseabenteuer für Erwachsene – tiefsinnig, amüsant, subversiv und desillusionierend –, eine zeitlos gültige Generalabrechnung mit menschlicher Dummheit und Selbstüberschätzung, ja eine besonders frühe Form der Polit-Satire: Die mit unerschöpflicher Fabulierlust bis ins Detail realistisch gestalteten Erlebnisse Gullivers in fremden Reichen sind gespickt mit polemischen Seitenhieben auf Staat, Kirche oder Rechtswesen.

Zum 350. Geburtstag des Autors am 30. November 2017 erscheint Christa Schuenkes kongeniale Übersetzung nun in der neu gestalteten Manesse Bibliothek - für alle, die den Menschen immer noch für die Krone der Schöpfung halten. Ein Klassiker, wie er gegenwärtiger gar nicht sein könnte!

»Er hat nicht nur eine grandiose Satire auf zeitgenössische Politik und existenzielle Grundzustände geschrieben, sondern eines der besten Bücher überhaupt. Es ist so irritierend aktuell, dass einem mulmig zumute werden kann.«

Salzburger Nachrichten, Anton Thuswaldner (25. November 2017)

Aus dem Englischen von Christa Schuenke
Mit Nachwort von Dieter Mehl
eBook epub (epub), 8 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-641-22500-1
Erschienen am  20. November 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Der heitere Misanthrop

Von: Lector in fabula

19.12.2018

Manche Klassiker der Weltliteratur sind scheinbar so populär und allgegenwärtig, dass sie an ihrem Erfolg zu ersticken drohen. Jeder glaubt, sie zu kennen oder gelesen zu haben, ihre Fabeln und Figuren sind längst eingegangen in das Gedächtnis unserer Kultur. Doch der Eindruck täuscht. Wer hat schon Don Quijote wirklich gelesen, diesen ersten modernen Roman der europäischen Literatur, der bis heute Maßstäbe für episches Erzählen setzt? Oder Moby Dick, die einzige wirkliche Great American Novel, die je geschrieben wurde? Oder die Lederstrumpf-Romane des James Fenimore Cooper, neben deren erhabener Schönheit der Kitsch des Möchtegern-Cowboys Karl May unerträglich bieder daherkommt? Wenn diese Texte überhaupt noch als Lesestoff existieren, dann als Bearbeitungen für Kinder (meistens Jungs) – gekürzt und vereinfacht, reduziert zu bloßen ‘Abenteuerromanen’ und damit aller Kraft, Herbheit und Größe beraubt. In Ermangelung wirklicher Kinder- und Jugendbücher wollte man damit in vergangenen Zeiten junge Leser zur Literatur hinführen. Aber das ist längst Geschichte. Dumbledore schlägt Captain Ahab um Längen. Ein Schicksal ruhmvoller Vergessenheit erleidet auch das wohl wichtigste Werk des irischen Satirikers, Essayisten und Aufklärers Jonathan Swift (1667-1745). Mit dem Titel Gullivers Reisen (engl. Travels into Several Remote Nations of the World, 1726) dürften selbst diejenigen etwas anzufangen wissen, denen Bücher – wenn überhaupt – als Raumdekoration dienen. Geschildert werden die Irrfahrten des Arztes Lemuel Gulliver, der als Schiffsmediziner anheuert und zur See fährt. Mehrfach erleidet er Schiffbruch und strandet in fernen Ländern, von denen kein Mensch zuvor jemals gehört hat. Auf der Insel Liliput, die von nur sechs Zoll kleinen Menschen bewohnt wird, muss er sich mit den im wahrsten Wortsinn kleinlichen Problemen der dortigen Gesellschaft auseinandersetzen. Denn die Liliputaner sind tief gespalten. Die Parteien der ‘Trackmesan’ (tragen hohe Schuhabsätze) und der ‘Slackmesan’ (tragen niedrige Absätze) liegen so heftig miteinander im Streit, dass kein Diskurs mehr möglich ist. Außerdem droht Krieg mit der Nachbarinsel Blefuscu, wo man aus reiner Infamie sein Frühstücksei von der anderen Seite aufschlägt als auf Liliput. Weil Gulliver jedoch einen Brandanschlag der gegnerischen Nachbarn auf den liliputanischen Königspalast vereitelt, indem er das Feuer mit seinem Urin löscht, verurteilt man ihn wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses zum Tode. Gerade noch rechtzeitig kann Gulliver von der Insel fliehen und wird gerettet. Wenig später verschlägt ein erneuter Schiffbruch den Arzt nach Brobdingnag, einer von Riesen bevölkerten Insel. Als er dem dortigen König das britische Gesellschaftssystem zu erklären versucht, wendet sich dieser voll Ekel ab: “Aber nach allem, was ich deinen Erzählungen entnehmen konnte […], kann ich daraus nichts anderes schließen, als dass die Eingeborenen bei euch zur übergroßen Mehrheit das zäheste und widerwärtigste kleine Gewürm sein müssen, dass die Natur jemals auf dieser Erde hat kriechen lassen.” Weitere Unglücksfälle auf hoher See führen Lemuel Gulliver unter anderem in ein Land, dessen Bevölkerung verelendet, während die akademische Elite sich mit vorgeblich revolutionären, in Wahrheit aber völlig abstrusen Forschungen beschäftigt. Man arbeitet dort etwa an der Rückverwandlung von Kot in menschliche Nahrung und der Extraktion von Sonnenlicht aus Gurken. Swift hält mit seiner bitterbösen Satire der zeitgenössischen Gesellschaft einen Spiegel vor, in dem sich alles zur Karikatur verzerrt. Politische Parteien, Konfessionen, eitle Macht- und Herrschsucht, der Fortschrittsoptimismus der Wissenschaften – all das wird auf höchst unterhaltsame Weise durch den Kakao gezogen. Allerdings machte sich der Schriftsteller mit derlei Späßen nicht nur Freunde. Schon als Theologiestudent am Trinity College in Dublin eckte Swift so häufig an, dass er sein Examen 1686 trotz überdurchschnittlicher Leistungen nur ‘by special grace’, also gnadenhalber, bestand. 1694 wurde Swift zum Reverend der Church of Ireland ordiniert. Später engagierte er sich auch in der Politik, zunächst bei den liberal-progressiven ‘Whigs’, dann bei den konservativen ‘Tories’. Als deren Stern rapide sank, kehrte Swift der Politik den Rücken und wurde schließlich zum Dekan von St. Patrick in Dublin ernannt. Seine regelmäßig publizierten Satiren, mit denen er unter anderem die Ausbeutung der irischen Bevölkerung durch die englischen Gutsbesitzer anprangerte, brachten Swift mehrmals in ernsthafte Schwierigkeiten mit Justiz und Klerus. Den Vorwurf seines Bischofs, er würde mit seiner Scharfzüngigkeit das Volk aufwiegeln, erwiderte er gelassen mit den Worten: ‘Ich bräuchte nur meinen kleinen Finger rühren und Sie würden in Stücke gerissen.’ Auch Gullivers Reisen ist in erster Linie eine bissige, politisch-gesellschaftliche Satire und weniger ein Roman. Charaktere und Handlung sind hauptsächlich Aufhänger für Swifts erfindungsreichen Spott. Doch bei allem Witz, den der Text auch heute noch versprüht, durchzieht das ganze Werk doch eine ernste, fast melancholische Grundmelodie. Denn Swift bringt der menschlichen Natur ein abgrundtiefes Misstrauen entgegen. Vor allem der letzte Teil des Buches, der Gullivers Erlebnisse im Land der Houyhnhnms schildert, ist an Misanthropie kaum noch zu überbieten. Dort leben keine Menschen, sondern ausschließlich vernunftbegabte und zivilisierte Pferde – die Houyhnhnms -, sowie eine weitere Spezies, die haarig, hässlich und dumm erscheint. Diese ‘Yahoo’ genannten Wesen haben menschliche Züge, wie Gulliver entsetzt feststellt. Rasch identifizieren ihn die klugen Pferde mit diesen niedrigen Geschöpfen und sperren ihn ein. Mühsam muss Gulliver das Vertrauen der Houyhnhnms erlangen, was ihm zunächst auch gelingt. Doch mit der Zeit muss Gulliver einsehen, dass er als Mensch den Yahoos ähnlicher ist als den weisen und friedlichen Pferden. Schlussendlich muss er die Insel wieder verlassen und kehrt zurück in seine Heimat. Doch dort kann Gulliver sich nicht mehr einfügen, alles Menschliche stößt ihn fortan ab und führt ihm den großen zivilisatorischen Abstand vor Augen, der seine Spezies von den edlen Houyhnhnms trennt. Der Mensch, so lautet die Einsicht dieses letzten Teils von Gullivers Reisen, ist zu einer wirklich moralischen und friedlichen Existenz schlicht unfähig. Dieses Fazit überrascht, vor allem, wenn man Swift im Kontext seiner Zeit als einen Autor der Aufklärung versteht. Aber diese Einschätzung ist eben nur die halbe Wahrheit. Denn die Aufklärung von Voltaire und Rousseau über Hume und Kant bis hin zu Marx hat den Menschen stets als ein Wesen verstanden, das grundsätzlich zur Vervollkommnung fähig ist. Wenn wir uns nur kräftig genug anstrengen, wenn wir uns aller inneren und äußeren Hindernisse entledigen und unsere Vernunft zur vollen Entfaltung bringen – dann können wir als Menschen unter Menschen gut und richtig leben. Der Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit ist möglich. Swift widerspricht diesem Kerngedanken weitgehend, er würzt die fortschrittsgläubige Aufklärung mit einer gehörigen Portion Skepsis. Nein, wir Menschen sind nicht gut, und Staat und Gesellschaft, diese Hervorbringungen unserer stolzen Kultur, sind es erst recht nicht. Wir sind schlecht gezähmte Yahoos, die einander die Butter auf dem Brot missgönnen und ihresgleichen bedenkenlos wegen nichts und wieder nichts abschlachten. Mit dieser Ansicht steht Swift pessimistischen Philosophen wie Schopenhauer und Nietzsche deutlich näher als seinen schier grenzenlos zuversichtlichen Zeitgenossen. Es ist nicht verkehrt, gerade heute dem heiteren Misanthropen Jonathan Swift wieder eine angemessene Würdigung zuteil werden zu lassen. Die maßstabsetzende Übersetzung von Christa Schuenke, die den Text sanft aktualisiert ohne seinen Entstehungskontext zu verleugnen und überdies mit hilfreichen Anmerkungen daherkommt, macht dies möglich.

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Sozialsatire par excellence

Von: Petrissa

05.11.2018

In dieser Ausgabe vom Manesse Verlag handelt es sich um die Originalausgabe von 1726, die wenig mit der Kindergeschichte zu tun hat. Swift (1667 – 1745) hat ein sehr sozialkritisches Buch geschrieben, dass die Missstände der herrschenden Oberklasse und später der Menschen im Allgemeinen anprangert. Eine Satire der Extraklasse. Gulliver begibt sich viermal auf eine Schiffsreise und jedes mal kommt es zu einem Unglück und er strandet alleine auf einer Insel. Hier erlebt er die unterschiedlichsten Völker, von denen niemand sonst in Gullivers Welt ahnt. Als erstes strandet Gulliver in Lilliput, wo er ein Riese ist. Nachdem er verspricht, sie an alle Gesetze und Paragraphen zu halten, wird er von seinen Fesseln befreit und lernt in Folge die Sprache der Lilliputaner, um sich mit ihnen austauschen zu können. Die Kaiserin von Lilliput steht vermutlich für Königin Anna von Großbritannien, während der Kaiser von Lilliput für König Georg I. steht, den Swift verachtete. In Swifts satirischer Darstellung bekommt der Kaiser von Lilliput all jene Eigenschaften, die König Georg I. nicht besaß. Beeindruckend fand ich, mit welchen subtilen Stilmittel Swift hier seine damalige Regierung anprangerte. So steht Gullivers Leibesvisitation durch die Lilliputaner für die systematischen Hausdurchsuchungen der Whig-Regierung an den Tory-Anhängern. (Beides Parteien im Parlament von Großbritannien zu Swifts Lebezeiten.) Diese ganzen Feinheiten werden einen natürlich nur durch die zahlreichen Fußnoten und Anmerkungen des Verlages deutlich. Erziehung: Gut gefallen hat mir bei den Lilliputanern, dass sie der Ansicht sind, dass Kinder ihren Eltern nicht dankbar sein müssen, da „[...] der Grund, der Mann und Frau dazu bewegt, sich zu vereinigen, ebenso wie bei anderen Tieren auch, die sinnliche Begierde ist und dass die Zärtlichkeit, welche sie ihren Jungen schenken, auf das nämliche Naturgesetz zurückgeht, weshalb sie es auch durchaus abwegig finden, dass ein Kind dem Vater etwa für seine Zeugung dankbar zu sein habe oder seiner Mutter dafür, dass sie es auf die Welt gebracht, weil dies in Anbetracht des mannigfachen Elends in der Menschen Leben weder eine Wohltat an sich bedeutet, noch die Eltern, deren Gedanken bei ihren Liebesvereinigung schließlich auf anderes gerichtet waren, etwa die Absicht hatten, eine solche zu vollbringen.“ So ein Gedanke ist ja heute noch revolutionär. Auch erziehen die Lilliputaner die Mädchen und Jungen (fast) gleich. Generell merkt man im Laufe des Buches allerdings schon, dass auch Swift nur ein Kind seiner Zeit ist und bei Frauen, Dienern und anderen Ethnien die zu seiner Zeit herrschenden Denkmuster hat. Schließlich kommt es auf Lilliput zu einem Vorfall, bei dem Gulliver etwas tut, um das Leben der Königsfamilie zu retten und mit der Art, wie er es tut, gleichzeitig des Königs ganze Wut auf sich zieht. Swift hätte wohl keine bessere Metapher finden können, um seine Verachtung gegen die herrschenden Klasse auszudrücken. Seine zweite Reise führt ihn nach Brobdingnag, ins Land der Riesen. Hier ist Gulliver nicht größer als ein Käfer. Die Geschichte hat mir großen Spaß gemacht, denn es war eine echte Hirnleistung, sich immer wieder die Maße vorzustellen. Das Gefühl, auf etwas hinunter zu schauen, wie in Lilliput, das ist uns vertraut. Aber nach oben zu schauen und selber klein zu sein, ist etwas ganz anderes. Sich vorzustellen, man ist nur ein kleines Tier und kann jederzeit unter den Schuh geraten, empfand ich immer wieder als akrobatisches Hirntraining, was mir aber großes Vergnügen bereitet hat. Hier erklärt Gulliver dem König wie das politische System daheim aufgebaut ist. Der König kann das alles nicht verstehen. „Alsdann begehrte er [der König] zu wissen, was für Kniffe denn bei der Wahl von denen angewendeten würden, die ich die Bürgerlichen nannte. Ob nicht vielleicht ein Fremdling mit prallen Beutel Einfluss auf die einfachen Wähler nehmen könnte, damit sie ihm den Vorzug gäben vor ihrem eigenen Gutsbesitzer oder dem Manne, der in ihrer Gegend das höchste Ansehen genieße, Wie es wohl komme, dass die Leute so ungemein darauf erpicht seien, in diese Ratsversammlung zu gelangen, obwohl die Mitgliedschaft darin einem doch, wie ich selber eingeräumt hätte, nichts als Verdruss und Kosten einbringe[...].“ Hier bedient sich Swift dem stilistischem Mittel, dass Gulliver den König unbedingt davon überzeugen möchte, dass die Politik daheim bei ihm gut ist und der König ihm aber immer widerspricht. Der König ist der Meinung, so ein kleines Hirn kann nichts Großes hervorbringen. Und um so mehr Gulliver versucht den König zu überzeugen, um so mehr scheitert er. Dieses Land hat mir mit dem letzten am Besten gefallen! Reflexion: Das Buch ist nicht leicht zu lesen, das merkt Ihr an meinen Zitaten. Die Sätze sind lang und verschachtelt und man muss sich sehr konzentrieren. Dabei sind Lilliput und das Land der Riesen noch der leichtere Teil. Den dritten Teil fand ich persönlich am schwierigsten. Der vierte Teil hat mich am meisten beeindruckt. Ich werde nicht verraten, was die Besonderheiten dieses Landes sind. Doch dieser Abschnitt hat am deutlichsten gemacht, wie die Menschen sich verhalten, wie sie tief im Inneren ticken. Mit solch einer schonungslosen Ehrlichkeit, dass man nur stumm mit dem Kopf nicken kann. Obwohl es schwer zu lesen ist, hat mir das Buch Spaß gemacht. Ich fand es beeindruckend, mit welchen stilistischen Mitteln Swift etwas sagte, ohne es direkt zu sagen. Er hatte auch einen schöpferischen Einfall, der damals eine Neuerfindung war. Es gibt ein Vorwort, das von einem fiktivem Verleger geschrieben wurde, der sich als Übermittler der Manuskripte ausgab. Viele Menschen glaubten damals, Gulliver gäbe es wirklich und manche behaupteten sogar, ihn zu kennen. Wie Swift an manchen Stellen über „die Weiber“ redete oder über Afrikaner, ist mir schon sehr gegen den Strich gegangen. Zum Glück hielten sich solche Abschnitte in Grenzen. Die Anmerkungen sind Gold wert!! Hier erfährt man nicht nur die Anspielungen und Metaphern, sondern auch, dass in anderen Ausgaben nicht unbedingt alles ganz genau so abgedruckt wurde, wie in dieser und warum es so war. Es ist ein ganz anderes Lesen, als wir es heute üblicherweise gewohnt sind. Angefangen von Satzbau und Tempo, bis hin zu eben der Analyse, was Swift wirklich sagen wollte. Doch genau darin lag für mich der Reiz. Die neue Ausgabe des Manesse Verlages ist optisch und haptisch ein wahres Schmuckstück. Unter anderem mit einer bunten Fadenheftung und dem anspruchsvollem Umschlag. Das Buch beinhaltet auch historische Abbildungen. Dazu gibt es, neben dem wunderbaren Anhang, in dem die Fußnoten erklärt werden, ein Nachwort von Dieter Mehl, einem deutschen Anglist, der einige Dinge zu Swift erklärt und wie Gullivers Reisen damals bei den Menschen angekommen ist. Danach folgt ein Abschnitt der Übersetzerin Christa Schuenke. Zu kritisieren ist, dass die Schrift doch sehr klein ist. Obwohl ich weitsichtig bin, hat es mich ganz schön angestrengt. Fazit Ein tolles Leseerlebnis, wenn man sich auf die Sprache und die Satire samt „Übersetzung“ einlassen kann.

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Vita

Jonathan Swift

Jonathan Swift (1667–1745) studierte Theologie in Dublin und wurde anglikanischer Geistlicher. Mit zahlreichen Flugschriften und ersten satirischen Erzählungen nahm er Stellung zu kirchlichen und politischen Themen. «Gulliver's Travels», die 1726 zunächst anonym erschienen, wurden zu einem überwältigenden Publikumserfolg und machten ihn zum bis heute bedeutendsten englischsprachigen Satiriker.

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Christa Schuenke

Christa Schuenke, geboren 1948 in Weimar, studierte Englisch und Französisch in Leipzig und absolvierte ein Philosophiestudium in Berlin. Sie ist seit 1978 als literarische Übersetzerin aus dem Englischen und Amerikanischen aktiv. Einen Namen machte sie sich vor allem mit Klassikerübertragungen, darunter William Shakespeare, John Donne, Herman Melville, John Keats oder Edgar Allan Poe. Dafür wurde sie u.a. mit dem Christoph-Martin-Wieland-Preis und dem Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW ausgezeichnet. Christa Schuenke lebt in Berlin.

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Pressestimmen

»Der Manesse-Verlag hat der 2006 entstandenen, feinsinnigen Neuübersetzung von Christa Schuenke nun aus Anlass des 350. Geburtstags von Jonathan Swift eine edel gestaltete Neuausgabe gegönnt. Die ist im praktischen Liliput-Format aufgelegt und somit geeignet fürs Mitführen in (fast) allen Taschen.«

Weser Kurier, Iris Hetscher (30. November 2017)

»Aktuell wie eh und jeh und in einem heute noch beeindruckenden und aufrüttelnden Stil.«

DIE FURCHE (A), Brigitte Schwens-Harrant (30. November 2017)

»Was kann, was darf Satire ? Wenn sie, wie Swifts federleichte Prosa, von so überbordend wildem Witz, so scharfem Spott auf Kirche, Staat, Verwaltung und Justiz ist, einfach alles. Damit weitet sich Sozialsatire schlüssig bissig zur global genialisch gültigen Menschheitssatire. Er bleibt konkurrenzlos eine reine Lesefreude.«

Mannheimer Morgen, Erika Deiss (12. Januar 2018)

»Feinster Lesestoff, schönste Aufmachung. ... Die wundervollen Bände von Manesse begeistern die Leser seit Jahren, nicht anders ist es bei Gulliver, der vor fast 300 Jahren erstmals die Welt verzauberte.«

»Eine bissige Satire, mit der Swift seiner Zeit den Spiegel vorhält.«

Nürnberger Zeitung, Inga Kilian (29. Dezember 2017)

»Dieser Klassiker gehört in jeden Haushalt.«

HAZ Hannoversche Allgemeine Zeitung, Martina Sulner (09. Dezember 2017)

»Großartiger hätte man diesen so gegenwärtigen Klassiker kaum gestalten können als mit dieser Fassung aus der Manesse-Bibliothek.“«

Wilhelmshavener Zeitung (15. Dezember 2017)

»Es gelingt der Spagat einer historisierenden Übersetzung, bei der die rhythmisch angeordneten Worte keine Stolpersteine bilden, sondern einen Satzfluss generieren, der heutigen Lesern leicht von den Lippen geht. Komplettiert wird das Werk durch ein Nachwort Dieter Mehls, der den genialen Satiriker und sein Werk porträtiert und so den Geist des Werks final konzentriert. Zum 350. Geburtstag Swifts ist somit eine Ausgabe erschienen, die das Erbe eines Misanthropen mit Hang zur Nächstenliebe zum Lesevergnügen werden lässt.«

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