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Himbeeren mit Sahne im Ritz Erzählungen

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-18203-8

Erschienen: 26.09.2016
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Ein Sensationsfund nun in deutscher Erstübersetzung

Kaum jemand verkörpert den Zeitgeist der Roaring Twenties so wie Zelda Fitzgerald. Sie war der Prototyp des «Flappers»: frech, abenteuerlustig, extravagant. Das Lebensgefühl dieser Ära hat sie in bezaubernden Erzählungen eingefangen, die nun erstmals auf Deutsch zu entdecken sind.

Im Mittelpunkt stehen bei Zelda Fitzgerald stets Frauen: eigensinnige und eigenständige Heldinnen, sich auf einem Ozeandampfer ebenso zu Hause fühlen wie im Ritz oder auf den Champs-Élysées. Die nach der Theaterprobe lieber noch um die Häuser ziehen, als zu Mann und Kind zu eilen. Die es nach Hollywood schaffen und ihre Filmkarriere für die Liebe ihres Lebens wieder aufgeben. Oder die in einem Provinznest in den Südstaaten von der weiten Welt und ihrem großen Auftritt träumen.

Zelda Fitzgerald wirft uns mitten hinein in das glamouröse, schillernde, unstete Bühnenuniversum der Tänzerinnen, Schauspielerinnen und Sängerinnen. Die Lichter des Broadway, Schrankkoffer voller Tüllkleider, Orchideen in onduliertem Haar: In opulenten Details erweckt sie das Jazz Age zum Leben. Ihre hinreißend sinnlichen, atmosphärisch dichten Erzählungen handeln von der hohen Kunst, sich selbst zu inszenieren – und von dem Preis, den man dafür zahlt.

"Glamourös in den Untergang" - deutschlandradiokultur.de

Rezension in wdr5 SCALA

"Aktuelle Belletristik" - Rezension auf wdr.de

Rezension auf monalisablog.de

"Gin und Champagner" - Rezension in culturmag.de

Rezension in aviva-berlin.de

Rezension im Literaturblog AstroLibrium

»Man ist erstaunt über ein ganz eigenes grosses Talent dieser Autorin. ... Dank den besonderen Qualitäten ihrer Texte sollte sie wenigstens postum endlich Fuss fassen dürfen.«

Neue Zürcher Zeitung, Renate Wiggershaus (17.11.2016)

Zelda Fitzgerald (Autorin)

Zelda Fitzgerald, geb. Sayre, wird im Jahr 1900 in Montgomery geboren. Sie macht eine Ballettausbildung und zieht nach der Heirat mit Francis Scott Fitzgerald 1920 nach Frankreich. Am 26. Oktober 1921 bringt sie ihr einziges Kind zur Welt, die Tochter Frances Scott ("Scottie"). Zelda Fitzgerald veröffentlicht in der "Chicago Sunday Tribune" einige Kurzgeschichten, die allerding unter dem Namen ihres Mannes erscheinen. Sie setzt ihre mit achtzehn abgebrochene Ballettausbildung fort, parallel dazu nimmt sie Kunstunterricht. Seit 1930 Schizophrenie diagnostiziert wird, lebt sie in einer Nervenklinik, wo sie 1948 bei einem Brand ums Leben kommt.


Felicitas von Lovenberg (Nachwort)

Felicitas von Lovenberg, 1974 in Münster/Westfalen geboren, studierte Neuere Geschichte in Bristol und am St. Antony's College in Oxford und war von 1998 bis 2016 Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. 2003 wurde sie mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik ausgezeichnet.

»Man ist erstaunt über ein ganz eigenes grosses Talent dieser Autorin. ... Dank den besonderen Qualitäten ihrer Texte sollte sie wenigstens postum endlich Fuss fassen dürfen.«

Neue Zürcher Zeitung, Renate Wiggershaus (17.11.2016)

»Zu lange ist sie nur als Frau des Schriftstellers betrachtet worden. Wie ungerecht das war, zeigen die Erzählungen, die (großartig übersetzt!) erstmals auf Deutsch erscheinen.«

SPIEGEL Online, Claudia Voigt (20.12.2016)

»Die elf Geschichten sind stilistisch betörende Frauenporträts und Stimmungsbilder des Jazz-Age, detailreich, voller Witz und Sinnlichkeit.«

Welt am Sonntag, 20.11.2016

»Endlich unter ihrem Namen: Texte, die zum Teil Scott zugeschrieben wurden. Heinreißend fiebrige Skizzen des rosé-goldenen Ennui der 20er in New York und Südstaatenkäffern.«

Stuttgarter Zeitung, Nicole Golombek (03.12.2016)

»Die unglückliche Gattin von F. Scott Fitzgerald begeistert mit zauberhaften Erzählungen.«

Basler Zeitung (CH), 13.12.2016

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Aus dem Amerikanischen von Eva Bonné

Mit Nachwort von Felicitas von Lovenberg

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-18203-8

€ 19,99 [D] | CHF 24,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Manesse

Erschienen: 26.09.2016

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Juwel der amerikanischen Literaturgeschichte

Von: Thomas Lawall Datum: 25.03.2017

www.querblatt.com

Ganz schön vorlaut, die zwanzigjährige Gracie Axelrod. Beheimatet in Minnesotas New Heidelberg, führt sie die heruntergekommene Lokalität ihres Vaters mit viel Herz und ebenso viel Schnauze. Neben dem Ausschank von alkoholischen Getränken versteht sie sich insbesondere auf die Fähigkeit, Hähnchen von "zweifelhafter Herkunft kunstfertig zu braten." Arbeiten würde sie gerne einmal im Blue Ribbon-Kaufhaus, aber nur, um dort kündigen zu können ...

Helena, vom Gelde verwöhnt, plagen ganz andere Sorgen. Es ist die langsam aufkeimende Langeweile und Gleichgültigkeit gesellschaftlichen Verpflichtungen gegenüber. Man hat ja kaum noch Zeit für etwas anderes. Hauptsache, es reicht zum regelmäßigen Besuch des Golfplatzes, wo ihr Anblick an "saubere Wäsche, die im Märzwind an der Leine flattert" erinnert.

Der materielle Wohlstand ist aber kein Garant für ein glückliches Leben, weshalb eine gewisse Tragik und Melancholie stets mitschwingen. So umgaben den reichen Barry und die arme Caroline bereits zu Beginn ihrer Beziehung eine "tragische Aura". "Sie waren einfach zu perfekt." Auch Larry und Lola, den beiden Musikern, scheint das Glück mit zunehmendem Reichtum zu entschwinden.

Generell scheint die "phosphoreszierende Rosigkeit der Reichen und Schönen etwas unendlich Verstörendes" zu haben. Und mit dem "ganzen importierten Aristokratenpack", auf jener Yacht in "Zwei Verrückte", scheint es nicht anders zu sein. Unüberhörbar auch die Ironie in der letzten Geschichte, wobei die Nachhilfelektion in "französischem Taktgefühl" einen interessanten Kontrast hierzu bildet.

Zeldas merkwürdig-markanter Stil erlaubt keine allzu weitläufigen Charakterisierungen, Beweggründe oder Geschichte ihrer Hauptdarstellerinnen. Das benötigen diese auch gar nicht. Sie leben in und durch ihre Besonderheit, welche kein Aufbegehren, sondern einfach neue und andere Tatsachen sind. Hin und wieder bricht sie aber aus dem Muster aus, um jene Helena zu beschreiben, welche eine Party nach der anderen zu feiern beliebt, ihr Leben dennoch als öde beklagt: "Die lebhafte Aufregung ... konnte zu einem schwefeligen Leuchten hinter blassen Wimpern abkühlen und in den wachsamen gelbbraunen Augen weiterglimmen, als habe sie nichts mit Helena zu tun."

Männer spielen eine marginale Rolle. Sie bereiten allenfalls die Bühne, auf denen sich ihre mehr oder weniger angebeteten Selbstdarstellerinnen bewegen und stellen den materiellen Rahmen. Ein reales Traumtheater ohne eigentlichen Zusammenhang. Was im Moment gelebt und getan wird, ist das Maß. Selbst geniale Väter (und finanzielle Wegbereiter) oder der "berühmteste junge Mann Englands" bleiben gesichts- und namenlos, während die Beschreibung der New Yorker Abenddämmerung in "Das Mädchen und der Millionär" weitaus mehr Beachtung findet. Allein jene belohnt übrigens dafür, das Buch in die Hand genommen zu haben!

Ob Zelda Fitzgerald nun wirklich den Zeitgeist der Zwanziger Jahre getroffen hat, wie es der Klappentext verspricht, sei dahingestellt. Das mag für gewisse Kreise gelten, zumindest für solche, die sich einen gewissen Lebensstil leisten konnten. Und wenn, wie auch im Hause Fitzgerald, nicht einmal die gut gefüllte Haushaltskasse ausreichte, dann feierte man halt auf Pump weiter. Ein "Lebensgefühl", von dem ein Großteil der Bevölkerung, welches in Geschichten wie "Ein Mädchen aus einfachen Verhältnissen" oder "Miss Ella" immerhin gestreift wird, hüben wie drüben sicherlich nur träumen konnte.

Derlei Überlegungen vermögen dennoch nicht den Genuss der Lektüre zu schmälern. Trotz manch einer holprigen, wiederholten und unausgewogenen Passage, wie die einer "sehr jungen Frau mit sehr sauberen Ohren", bleibt eine quicklebendige Erinnerung an die Frau an F. Scott Fitzgeralds Seite und an zwei Menschen, die einst dachten, selbst nur Romanfiguren zu sein. Zelda Fitzgerald erfährt eine späte Würdigung ihres literarischen Schaffens, und zwar nicht nur, weil ihr Werk nunmehr unter ihrem eigenen Namen erscheint. Immerhin, und ein Juwel der amerikanischen Literaturgeschichte sowieso.

Das fehlende Sahnehäubchen

Von: Bri Datum: 19.03.2017

www.feinerbuchstoff.wordpress.com

Zelda Fitzgerald erging es lange wie vielen Frauen vor ihr: Zunächst als schmückendes Beiwerk des großen F. Scott Fitzgerald, dann als dessen Klotz am Bein und Auslöser seiner Trunksucht und bis hin zur „Kreativitätsbremse“ betrachtet, billigte man ihr kaum eigene ernstzunehmende Kreativität zu. Sicher, eine schillernde Persönlichkeit. Anmut und Charme wurden ihr bescheinigt. Mit Kunst erfolgreich zu sein eher nicht. Und das obwohl sie das war, was man damals, einen Flapper nannte. Und genau unter dieser Diskrepanz scheint sie – zu ihrer eigenen seelisch meist nicht ausgeglichenen Lage – so sehr beschäftigt zu haben, dass sie es in diversen Kurzgeschichten verarbeiten musste.

Kurzgeschichten, deren Hauptfiguren – zumindest was die in dem wunderschön gestalteten Band Himbeeren mit Sahne im Ritz angeht – immer Frauen sind, die neben dem Hang sich zu nehmen, was sie möchten, auch unter einem enormen Druck stehen. Unter dem Druck, den Frauen seit Jahrhunderten kennen: Perfektionismus, dem Drang zu gefallen und dem Wunsch dabei als intellektuelles Wesen wahrgenommen zu werden. Ganz ehrlich: welche Frau erkennt diese Muster, zumindest nicht ab und an, auch bei sich selbst?

Da wegen des aufwändigen Lebensstils der Fitzgeralds – wie gewonnen, so zerronnen – ein kontinuierlicher Geldfluss vonnöten war, Zeldas Geschichten aber, weil sie von Zelda und nicht von Scott stammten, keine größeren Beträge erzielt hätten, erschienen sie teilweise unter dem Namen des Meisters der Roaring Twenties. Dass nicht auffiel, dass die Geschichten nicht von ihm stammten, ist mir ein kleines Rätsel. Denn auch wenn beider Erzählungen viel Menschliches zum Inhalt haben, so ist sprachlich und konzeptionell doch ein Unterschied zu vermerken. Während bei Scotts Kurzgeschichten (ich gebe zu, ich bin eine glühende Verehrerin) alles leicht und trotzdem mit Tiefe hingeworfen, die Konzeption perfekt durchdacht scheint, weisen Zeldas Geschichten Schwächen auf. Sicher, sie war keine solch professionelle Autorin, wie ihr Mann. Sie war interessiert an vielen Dingen und meist wird Scott für ihren kürzeren Atem an gewissen Projekten festzuhalten die Schuld gegeben. Aber eben das gehört zu einer Meisterschaft dazu: das Durchhalten, das immer von Neuem anfangen und weitermachen. Im besten Fall mit einer positiven Weiterentwicklung.

Himbeeren mit Sahne im Ritz versammelt elf Erzählungen Zelda Fitzgeralds, die durchaus ihre funkelnden Momente besitzen. Es finden sich großartige Sätze darin

„Sie gönnte sich Masseure, die sie jeden Morgen behandelten, zu viele Sidecars vor dem Mittagessen und Unterwäsche, in der man tot aufgefunden werden wollte.“

und doch stellt sich keine wirkliche Verbindung zwischen Text und LeserIn ein. Zumindest erging es mir an manchen Stellen so. Vielleicht liegt das nicht so sehr an der handwerklichen Fähigkeit der Zelda Fitzgerald, der man durchaus Talent attestieren kann, sondern an der Umsetzung der eigenen Wünsche und Träume, die eben nicht ohne das auskommt, was sie gleichzeitig als erdrückend empfindet: Männer und ihren Einfluß. Letztendlich gelingt es keiner ihrer Protagonistinnen, die sehr wohl talentiert, jung und gut aussehend sind, ihr Glück ohne einen Mann und dessen Erfolg, respektive Geld, zu finden. Tragische Heldinnen sind es, fast wie bei Scott, dessen Helden ja auch meist tragisch sind. Doch hier ist es wie im Leben: Tragische Helden vermögen es manchmal sogar im Untergang zu erstrahlen, während ihre weiblichen Pendants sich ihrer Pflicht bewußt sind und sich fügen.

Hervorzuheben sind – neben der sehr schönen Gestaltung des Bandes – die wunderbare Übertragung in die deutsche Sprache, für die Eva Bonné verantwortlich zeichnet und das kluge und einfühlsame Nachwort von Felicitas von Lovenberg.

Zelda selbst wollte oder / und konnte sich nicht fügen. Immer auf der Suche nach etwas, das sie selbst ausmachte, verlor sie sich letztendlich. Und ich frage mich, ob ihre Texte mich so kalt lassen, weil sie eben Zelda Fitzgerald war. Ganz genau werde ich das nie sagen können – und so bleibt bezüglich meines Leseeindrucks ein unentschiedenes Gefühl: Für mich waren es Himbeeren, aber ohne Sahnehäubchen und das schon gar nicht im Ritz.

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