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Ikarus Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-16259-7

Erschienen: 15.06.2015
Dieser Titel ist lieferbar.

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Volles Risiko

Auf einer Welt im Tau-Ceti-System, mehr als zwölf Lichtjahre von der Erde entfernt, hat sich eine fortschrittliche Zivilisation entwickelt. Doch die Menschen, die dort leben, sind nicht frei – sie leben unter der strengen Beobachtung der Regulatoren, einer mächtigen außerirdischen Spezies. Die einzige Hoffnung auf Freiheit ist ein Geheimprojekt namens Ikarus, das der Regierungsrat Takeder vorangebracht hat. Doch der ist gerade ermordet worden. Ein Katz-und-Maus-Spiel von galaktischen Ausmaßen beginnt …

Andreas Brandhorst (Autor)

Andreas Brandhorst, geboren 1956 im norddeutschen Sielhorst, hat mit seinen Romanen die deutsche Science-Fiction-Literatur des letzten Jahrzehnts entscheidend mitgeprägt. Mit dem erfolgreichen „Kantaki“-Zyklus – bestehend aus „Diamant“, „Der Metamorph“, „Der Zeitkrieg“, „Feuervögel“, „Feuerstürme“ und „Feuerträume“ - gelang ihm Anfang der 2000er Jahre der Durchbruch. Seither sind spektakuläre Zukunftsvisionen verbunden mit einem atemberaubenden Thrillerplot zu seinem Markenzeichen geworden. Außerdem liegen von ihm die Mystery-Thriller "Äon", "Die Stadt" und "Seelenfänger" vor. Andreas Brandhorst hat viele Jahre in Italien gelebt und ist inzwischen in seine alte Heimat in Norddeutschland zurückgekehrt.

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-16259-7

€ 11,99 [D] | CHF 14,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne

Erschienen: 15.06.2015

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Eine Kopie jagt den Mörder seines Originals

Von: Karin Wenz-Langhans Datum: 24.07.2015

Als der einflußreiche Holder Jamo Jamis Takeder von Tayfun zu sich kommt, erfährt er, daß er lediglich ein Kopiat mit den Erinnerungen des Holders ist, da dieser vor wenigen Stunden ermordet wurde. In seinem Testament hat er verfügt, daß er als Kopiat das Recht hat, seinen eigenen Mord aufzuklären – dafür hat er 20 Tage Zeit, bevor sein Kopiatenkörper zerfällt. Aber es geht nicht nur um die Suche nach dem Mörder, sondern auch um das Geheimnis von Ikarus.

Mit Ikarus führt der Autor die Leser auf den Planeten Tayfun, einer von siebzehn von Menschen besiedelten Planeten, die sich zur Independenz zusammengeschlossen haben. Die Menschen sind allerdings nicht unabhängig, sondern werden seit vierhundert Jahren von den mächtigen Regulatoren kontrolliert. Die menschliche Gesellschaft auf Tayfun unterteilt sich in Kreditoren (Gläubiger) und Debitoren (Schuldner). Auf der Kreditorenseite wollen einige der mächtigen und einflußreichen Holder die Kontrolle der Regulatoren durchbrechen, während auf der Debitorenseite die sogenannten Liberisten im Untergrund dafür kämpfen, das Kreditoren-/Debitorensystem zu überwinden.

Der Leser erlebt Tayfun aus der Sicht des erwachten Kopiaten Takeders und seinen Erinnerungen, die jedoch lückenhaft sind, wie sich bald herausstellt. Man wird in eine unbekannte Welt geworfen und vieles hört sich erstmal unbekannt an, aber im Laufe der Lektüre werden die Fragen nach und nach beantwortet. Sehr hilfreich ist in dem Zusammenhang auch das Glossar am Ende des Buches. Mir hat das Kennenlernen von Tayfun und die Suche nach Takeders Mörder und Ikarus wieder sehr viel Unterhaltung und Spannung bereitet.

Jamo Jamis Takeder besticht nicht unbedingt durch seine sympathische und menschenfreundliche Art. Vielmehr erscheint er zynisch, seine Ehe und sein Verhältnis zu seinem Sohn sind miserabel, die Debitoren sind ihm nur gut genug, wenn sie seinen Zielen dienen, die Liberisten sieht er als Verbrecherbande an. Allerdings muß er als Kopiat bald feststellen, daß er eben kein Mensch mehr ist und damit deutlich weniger Rechte und Ansehen geniesst als die Debitoren.

Andreas Brandhorst entwickelt eine spannende und rätselhafte Geschichte und mir schwirrten während des Lesens viele mögliche Theorien durch den Kopf, von denen höchstens Bruchstücke zutreffend waren. Bis zum Schluß wurde ich immer wieder mit neuen Wahrheiten verblüfft. Das Ende finde ich sehr gelungen, weniger Action, sondern eher ein ruhiger Abschluß.

Insgesamt ist Ikarus wieder ein sehr gelungener Science-Fiction-Roman des Autors, der mir viele spannende Stunden beschert hat.

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Paperback)

Ikarus, vorsicht Spoiler

Von: Splashbooks Datum: 06.10.2015

www.splashbooks.de

"Das Kosmotop" war ein gelungenes Paradebeispiel für epische Science Fiction. Der Autor Andreas Brandhorst hatte mit diesem Roman ein unvergleichliches Meisterwerk geschrieben. Und jetzt liegt mit "Ikarus" sein neuster Roman vor.

Jamo Jamis Takeder war Zeit seines Lebens ein wichtiger Politiker auf seinem Planeten Tayfun. Er hatte vor allem mit der sogenannten Independenz zu tun, einer Gruppierung von Aliens, die die Welt und andere menschliche Kolonien vom Rest der Galaxie abschirmen und beherrschen. Takeder hatte etwas entdeckt und wurde daraufhin umgebracht. Doch vor seinem Ableben hinterließ er eine Verfügung, sein Bewusstsein in einen Klon, einen sogenannten Kopiaten zu übertragen.

Dieser hat jetzt den Auftrag, den Mörder des Originals zu finden. Doch dafür hat er nur 20 Tage Zeit. Danach schaltet er sich selber aus. Und gleichzeitig wird ihm klar, dass es um mehr geht, als einen simplen Mord. Der Plan "Ikarus" spielt eine wichtige Rolle. Nur worum es sich dabei handelt, weiß er nicht.

Zuerst wirkt es wie normaler Mordfall, nur eben unter SciFi-Umständen. Doch dann, im Laufe des Romans, wird die Sache immer epischer. Und dies geschieht fast unmerklich. Irgendwann hat die Handlung von "Ikarus" enorme Ausmaße erreicht. Und wenn man das merkt, ist man erstaunt.

Keine Zweifel: Andreas Brandhorst stellt mit "Ikarus" erneut sein Können unter Beweis. Die Handlung, die er zu Papier bringt, ist spannend und offeriert wiederholt Plottwists. Und zwar vom Anfang bis zum Ende. Selbst kurz vor dem Finale gibt es eine Wendung der Handlung, die man so nicht hat kommen sehen. Und die trotzdem noch logisch und nachvollziehbar ist.

Das Schöne an dem Buch sind die Charaktere, die alle enorm abwechslungsreich sind. Takeder, der Kopiat, ist dabei bemitleidenswert. Er steht unter Druck und nicht alles läuft nach Plan. Wiederholt wird ihm bei den Ermittlungen der Boden unter den Füßen weggezogen. Angefangen von der Erkenntnis, dass er nicht alle Rechte seines Originals besitzt bis hin zu dem Moment, wo er komplett rechtelos wird.

Wobei es aber auch Szenen gibt, in denen deutlich wird, dass er und sein Original alles andere als Waisenknaben sind. So sieht er verächtlich auf seinen Sohn herab und hat sich einige Sachen erlaubt, die so nicht in Ordnung waren. Und trotzdem wirkt er sympathisch, was vor allem an seiner glaubwürdig dargestellten Wandlung vom Saulus zum Paulus wirkt. Denn er beginnt gegen die Independenz vorzugehen, obwohl er jahrelang mit ihnen zusammengearbeitet hat.

Eine andere Handlungsebene sind die Rebellen, vor allem Mercurio und Nadja. Das faszinierende an ihren Erlebnissen ist, dass diese nicht immer in der Realität stattfinden, sondern in der Virtualität. Hier beschreibt der Autor die Konsequenzen einer stark verschachtelten virtuellen Realität, die sich auf Körper und Seele auswirken. Doch wer jetzt meint, dass hier mit dem Konzept der Wirklichkeit gespielt wird, der wird enttäuscht sein. Aber es würde auch nicht zu dem Buch passen, wenn all das, was geschrieben wird, stets in Zweifel gezogen werden würde. Vor allem würde es sich mit den anderen Handlungsebenen beißen, weshalb das schon eine gute und richtige Entscheidung des Autors war.

"Ikarus" ist ein Roman, dessen Komplexität und Epik erst nach und nach sichtbar werden. Aber genau das ist auch der Grund, weshalb der Band so einen Spaß beim Lesen macht. Und aus diesem Grund ist das Buch ein "Klassiker" und ein "Splashhit".

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