Im Herbst

Mit Bildern von Vanessa Baird

(6)
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Die Jahreszeiten-Bände von Karl Ove Knausgård: "Im Herbst" ist der erste Teil einer aus vier Bänden bestehenden grandiosen Liebeserklärung an das Leben und die sinnlich erfahrbare Welt. Enthalten: Briefe an eine ungeborene Tochter, Reflektionen über alltägliche Phänomene.

Ein Kind wird zur Welt kommen. Und ein Vater setzt sich hin, um ihm zu schreiben. Er will dem Kind zeigen, was es erwartet, die Myriade von Phänomenen und Materie, Tieren und Menschen, die wir die Welt nennen. Er schreibt über die Sonne und den Dachs, über die Thermoskanne und Urin, über das Bett und die Einsamkeit, während das Kind im Dunkeln wächst.

„All das Fantastische, dem du bald begegnen wirst, das du bald sehen darfst, verliert man so leicht aus den Augen, und es gibt fast so viele Arten, dies zu tun, wie es Menschen gibt. Deshalb schreibe dieses Buch für dich. Ich will dir die Welt zeigen, wie sie ist und wie sie uns umgibt, die ganze Zeit. Nur indem ich das tue, kann ich selbst sie sehen. Was macht das Leben lebenswert?“





»Wer Knausgård liebt (und das sind inzwischen nicht wenige), wird glücklich sein, dass ihm dieses helle Buch gelang.«

Burkhard Müller / Süddeutsche Zeitung (10. Oktober 2017)

Aus dem Norwegischen von Paul Berf
Originaltitel: Om høsten
Originalverlag: Forlaget Oktober
eBook epub (epub), 8 farbige Abbildungen
ISBN: 978-3-641-18746-0
Erschienen am  18. September 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Die Jahreszeiten-Bände

Leserstimmen

Im Herbst beginnt das Leben

Von: Franziska_J

17.10.2018

Ein Mann erwartet sein viertes Kind und beginnt ihm zu schreiben. In Briefen und kurzen Betrachtungen über die unendliche Vielfältigkeit des Lebens werden die ‚kleinen Dinge‘ poetisch aus dem Schatten geholt und in ein neues Licht gerückt. Im Herbst ist der erste Band der Jahreszeiten- Bände von Karl Ove Knausgård, der durch sein autobiographisches Projekt in sechs Bänden berühmt wurde und inzwischen zu den bedeutendsten Gegenwartsautoren Norwegens zählt. In poetischer Prosa mit erfrischenden, humorvollen Vergleichen und Metaphern beschreibt Knausgård die scheinbaren Nebensächlichkeiten des Lebens. So heißt es zum Beispiel im Kapitel Wespen: „Das gelbschwarze Muster, die glänzende Oberfläche und die abgerundete Kegelform lassen den hinteren Teil aussehen wie ein kleines Osterei oder vielleicht auch wie ein winziges Fabergé-Ei.“ Seine Betrachtungen reichen dabei von Äpfeln über Toilettenschüsseln bis hin zu abstrakten Dingen wie Schmerz und Einsamkeit. Es sind eben jene kleinen Dinge, die wir im Alltag übersehen und die in der Gewohnheit untergehen. Knausgård beweist, dass gerade diese nicht mehr wahrgenommenen Nebensächlichkeiten die elementarsten Dinge überhaupt sind. Es ist keine leichte Aufgabe, das Unsichtbare wieder sichtbar zu machen, doch hier ist es gelungen und wo Worte nicht mehr beschreiben können, da helfen die teils abstrakten Bilder von Vanessa Baird dem Leser dabei, seinen ganz eigenen Weg zu den Dingen zu finden. Das Buch ist der Beginn eines Versuchs, uns die kleinkindliche Fähigkeit des Wunderns und des Staunens wieder zu lehren, die wir im Laufe des Lebens immer mehr verloren haben. Während wir nämlich auf große Wunder hoffen, haben wir die Kleinen aus dem Blick verloren. Im Herbst – ein Buch, das dazu anregt, wieder mit offeneren Augen durch die Welt zu gehen und sie wieder in all ihrer Intensität und Vielfältigkeit zu spüren. Man darf gespannt sein auf den nächsten Teil der Jahreszeiten- Reihe.

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Von: BuboBubo

20.11.2017

Ein Vater schreibt seiner ungeborenen Tochter Briefe und erklärt in einer phantastischen Sprache das Alltägliche, was es in der Welt zu entdecken gibt. Er will ihr zeigen, was sie alles entdecken kann wenn sie den Bauch ihrer liebevollen Mutter und Frau von Karl Ove Knausgård verlässt. "Im Herbst" ist der erste Teil des Jahreszeitenzyklus, eingeteilt in einzelne Monate finden wir hier kurze Essays über verschiedenste Dinge. Er philosophiert und erklärt - er beschreibt und interpretiert. Über Blut, Frösche, Schamlippen, Konservendosen und ganz vielen Dingen, denen wir in unserem Leben begegnen. Er zeigt und neue Blickwinkel und Gedankengänge. Er zeigt seiner Tochter seine Welt. Es wird keine zusammenhängende Geschichte erzählt, die einzelnen Passagen laden dazu ein, immer mal wieder einen kurzen Abschnitt zu lesen um das Buch dann wieder zur Seite zu legen. Leider sind mir die Gedankengänge des Autors manchmal etwas zu sprunghaft. Viele Abschnitte haben mir gefallen, aber einige konnten mich leider weniger überzeugen. Die Idee, der ungeborenen Tochter die Welt zu zeigen finde ich grandios. Doch leider fehlt mir manchmal die Leichtigkeit und die Tiefgründigkeit mancher Texte wirkte manchmal zu aufgesetzt. Zudem haben mir die Bilder von der Künstlerin Vanessa Baird wenig zugesagt, da sie für mich wenig zum Kontext gepasst haben. Dennoch werde ich die Reihe weiterverfolgen um mir ein besseres Bild zu Karl Ove Knausgård machen zu können. Mehr kann ich zu diesem doch sehr außergewöhnlichen Buch nicht sagen, außer dass ihr es euch selbst anschauen müsst und euch die Welt nochmal neu von dem Autor zeigen lasst.

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Vita

Karl Ove Knausgård wurde 1968 geboren und gilt als wichtigster norwegischer Autor der Gegenwart. Die Romane seines sechsbändigen, autobiographischen Projektes wurden weltweit zur Sensation. Sie sind in über 30 Sprachen übersetzt und vielfach preisgekrönt. 2015 erhielt Karl Ove Knausgård den WELT-Literaturpreis, 2017 den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur. Er lebt mit seiner Familie an der schwedischen Südküste.

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Paul Berf

Paul Berf, geboren 1963 in Frechen bei Köln, lebt nach seinem Skandinavistikstudium als freier Übersetzer in Köln. Er übertrug u. a. Henning Mankell, Kjell Westö, Aris Fioretos und Selma Lagerlöf ins Deutsche. 2005 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Schwedischen Akademie ausgezeichnet.

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Links

Zitate

»Knausgård ist tatsächlich Gott, wie sich nun zeigt. Indem er die Welt beschreibt, erschafft er sie auf seine Weise noch einmal neu.«

Frank Junghänel / Frankfurter Rundschau (13. Oktober 2017)

»Ein einziger Absatz genügt, und schon ist er wieder da, dieser typische Knausgård-Sound.«

Bettina Baltchev / MDR Kultur (21. September 2017)

»Knausgård zeigt sich als empfindsamer und melancholischer Mensch, der sich lieber hundert Gedanken zu viele macht als keine.«

Alexandra Stahl / dpa (24. Oktober 2017)

»Das passende Buch für trübe Herbsttage.«

Hörzu (03. November 2017)

»An den kleinen Dingen erkundet er lesenswert das große Ganze.«

News (03. November 2017)