Im Zeichen des Raben

Roman

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Die Dunkelheit kommt, und die letzte Hoffnung der Menschen ist eine Illusion.

Ryhalt Galharrow ist Hauptmann der Schwarzschwingen. Sie übernehmen im Kampf gegen dämonische Wesen die Drecksarbeit: Kopfgeldjagden, Morde, Einschüchterung, Folter. Ryhalt hat sich dieses Leben nicht ausgesucht, vielmehr trieb ihn sein Pech in diese erbärmlichen Lebensumstände. Und er ist gut in dem was er tut, auch wenn er manchmal seiner Ehre nachtrauert, die er dem Pragmatismus geopfert hat. Da trifft er seine Jugendliebe wieder und er weiß: Für sie will er ein besserer Mensch sein. Doch das Schicksal – und die Götter – haben andere Pläne …


Aus dem Englischen von Ruggero Leò
Originaltitel: Blackwing (Raven's Mark 1)
Originalverlag: Gollancz, London 2017
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-21632-0
Erschienen am  10. Dezember 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Schwarzschwinge

Leserstimmen

Licht und Elend

Von: Phantastikon

28.12.2018

Noch vor einigen Jahren sah es so aus, als könnte die Grimdark-Welle nicht mehr aufgehalten werden. Mittlerweile findet man nur noch wenige relevante Werke in diesem Genre, weil die zunehmende Härte eben nicht bedeutet, dass eine eigene Idee bereits deshalb vernachlässigt werden kann. Ed McDonalds Debüt ist ein Lichtblick am düsteren Himmel der Masse an belanglosen Werken, die uns seit Jahren untergejubelt werden. Zwar haben wir hier auf den ersten Blick eine sehr einfach gestrickte Weltkarte vor uns, die Idee hinter diesem ersten Blackwing-Roman hat aber viel Potenzial für eine Serie, auf deren Entwicklung man gespannt sein darf, weil eben nicht schon alles im ersten Streich zur Gänze abgefeuert und auserzählt wird. McDonald wirft uns hier nicht in die obligatorische Mittelalterwelt, aber auch in keine andere, die ihren Bezugspunkt in einer unserer "realen Epochen" hätte. Am nächsten kommt ihr noch die postapokalyptische Vision, in der Magie von Technik nicht zu trennen ist. Karg ist sie und zweigeteilt. Auf der einen Seite die Stadtstaaten von Dortmark, auf der anderen ein Landstrich, den man Das Elend nennt, kaputte und verdrehte Erde, über der ein Riss im Himmel unheilvoll glänzt wie eine eiternde Narbe, die niemals verheilt. Orientierung ist hier fast unmöglich, nichts ist definitiv und die Gefahr geht von jedem Grashalm aus. Drei Monde in unterschiedlichen Farben sorgen für ein Licht, das wohl eher an einen Drogenrausch erinnert als an eine bewohnbare Welt. Und dieses Licht ist der rätselhafte Energielieferant einer seltsamen Maschine, die als Allheilmittel gegen die Könige aus der Tiefe angesehen wird. Wie diese Maschine jedoch funktioniert, weiß niemand so genau, seit ihr Erbauer verschwunden ist - einer der Namenlosen, die eine Opposition gegen die besagten Könige bilden, deshalb aber nicht weniger skrupellos und unzugänglich sind. Schwarzschwinge In diesem Roman folgen wir dem Kopfgeldjäger und Hauptmann der Schwarzschwingen, eine mysteriöse Organisation, die einer mächtigen alten Wesenheit dient, die zu den Namenlosen gehört. Durch eine Tätowierung auf Ryhalt Galharrows Unterarm kommuniziert sein Gönner Krähfuß mit ihm, um ihm Befehle zu erteilen. Das ist sicherlich kein Zuckerschlecken, denn immer wenn das geschieht, reißt Galharrows Unterarm auf und ein Rabe springt heraus, um seine Botschaft loszuwerden und danach zu verenden. Galharrow ist sicher niemand, den man kennen möchte; ein Säufer und Mörder, der Gnade nicht kennt. Das allein aber wäre kein Protagonist, der tragfähig durch die Geschichte führt. In deren Verlauf entdecken wir immer mehr Menschliches, das sich tief im Innern des Söldners verborgen hält, wir dringen erfolgreich hinter die Maske. Anfangs unterscheidet sich Galharrow nicht von anderen grimmigen Antihelden, aber McDonald hält bewusst eine Menge Details über ihn zurück, um ihn dann, wenn der Hauptkonflikt ins Spiel kommt, von der Leine zu lassen. Galharrow bekommt von Krähfuß den Auftrag, eine eigensinnige Adlige aufzuspüren, die sich in einem abgelegenen Außenposten im Elend versteckt. Als unser Protagonist jedoch an seinem Ziel ankommt, wird seine Crew von einem Angriff der Hörigen der Könige aus der Tiefe überrascht, der eigentlich aufgrund der Schutzmaßnahmen gar nicht möglich sein sollte. Am Ende rettet ihn diese Adlige, die eine der mächtigsten Lichtspinnerinnen ist, die es je gab. Wer den Klappentext gelesen hat, weiß natürlich, dass die beiden sich bereits seit ihrer Jugend kennen. Und beide haben sich seit diesen glücklichen Tagen stark verändert. Jetzt müssen sie gemeinsam die Geheimnisse ihrer Vergangenheit ergründen, um die Herausforderungen und Schrecken der Zukunft zu überleben. Vor einer blödsinnigen Romanze muss sich aber keiner fürchten, die gibt es hier nämlich nicht. Ezabeth Tanza und Ryhalt Galharrow umkreisen und bedingen sich auf eine Weise, die nicht auf eine peinliche Liebesgeschichte hinausläuft, obwohl es sich dennoch um eine handelt. Innerhalb dieses düsteren Settings kann sie aber eben nicht die Schatten anheben und vergangene Missgeschicke vergessen lassen. Das macht die Beziehung der beiden zueinander glaubhaft. Weltenbau, der mehr verspricht Ohne Zweifel ist das Highlight von Im Zeichen des Raben jedoch der Weltenbau. Das Setting fühlt sich fast wie ein Sammelsurium von Elementen aus einer Vielzahl von Genres an, was wahrscheinlich erklärt, warum es so viele verschiedene Interpretationsmöglichkeiten gibt. An die High Fantasy erinnern z.B. all die unglaublichen Magiesysteme, während die öde und karge Landschaft - wie bereits erwähnt - den Ton der Postapokalypse vorzeichnet. Vor allem das Elend ist ein interessanter Landstrich, von dem ich mir persönlich noch mehr versprochen hatte, als dann tatsächlich zu Papier gebracht wurde. Aber bereits die dargestellten Geräusche, Halluzinationen, Geister und Kreaturen führen dazu, auf mehr davon in den nächsten Büchern zu hoffen. Mit den Großen des Grimdark wie Abercrombie, Lawrence, Erikson, Martin oder Bakker kann McDonald noch nicht mithalten, aber er hat hier ein ordentliches Debüt vorgelegt, das Lust auf die nächsten Teile macht. Die Luft nach oben ist da und die Grundlagen sind vielversprechend. Stilistisch muss sich McDonald noch etwas festigen, aber er hat hier ein Repertoire an interessanten Figuren und einen Weltenbau, der einiges für die Zukunft verspricht, trotz der Tempo-Probleme, die der Roman an manchen Stellen nicht verleugnen kann. Blanvalet folgt beim Coverartwork dem englischen Original, was mir persönlich immer das Liebste ist. Deshalb gibt es auch hier nichts zu beanstanden. Die Übersetzung ist - zumindest in den Passagen, die ich verglichen habe - durchaus nah am Text, ein Umstand, der ja nun auch nicht mehr selbstverständlich ist.

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Spannung pur!

Von: Magische Bücherwelt

27.12.2018

Ein wirklich fantastisches Fantasy-Debüt, welches mich in seinen Bann gezogen hat. Ich habe schon wirklich viel über dieses wunderbare Buch gehört, weshalb ich es dann auch unbedingt lesen musste. Auch das Cover ist ein Highlight und hat mir auf Anhieb gut gefallen. Den Schreibstil des Autors Ed McDonald muss man wirklich mögen. Er benutzt einige vulgäre Wörter, die meiner Meinung nach der Geschichte Authentizität verleihen. Denn es handelt sich hier um eine gewaltige Geschichte, in der es um Kriege, Macht und Götter geht. Dieses Buch ist also wirklich nicht für jeden gedacht und man sollte gut abwägen, ob sie etwas für einen ist. Mir jedenfalls hat sie sehr zugesagt, da sie wirklich authentisch ist und der Autor Ed McDonald eine fantastische Idee gut umgesetzt hat. Ich muss sagen, dass hier also wirklich viele Faktoren zusammenkommen. Denn ein Ereignis jagt das nächste und an Ideenreichtum hat es dem Autor definitiv nicht gefehlt. Jedenfalls ist die Geschichte von Anfang an spannend, auch wenn ich erst in diese finden musste. Es war zwar nicht ganz leicht, direkt einen Draht zum Buch aufzubauen, es ist mir aber nach ein paar Seiten dann doch gelungen. Wenn ich dieses Buch mit einem Wort beschreiben müsste, würde ich wohl abgefahren wählen. Sie ist nämlich wirklich abgefahren verrückt, aber durchaus gut durchdacht. Die Welt, in der Ryhalt Galharrow lebt, ist zutiefst verstörend und kaputt. Durch den bildlichen und detailreichen Schreibstil des Autors konnte ich mir diese sehr gut vorstellen. Auch, weshalb Ryhalt so ist, wie er hier ist. Diese Welt mag ein Grund für seine vulgäre Aussprache sein. Doch auch Gewalt steht ganz oben an der Tagesordnung. Es lassen sich einige schreckliche Ereignisse finden. Ryhalt Galharrow als Protagonist hat mir sehr gut gefallen. Er wirkt eben durch seine Aussprache sehr authentisch für die Welt, in der er lebt. Irgendwie muss er sich durchsetzen und verhält sich deshalb oftmals gewalttätig und verstörend. Für seine Jugendliebe, die ebenfalls einen sehr interessanten Charakter aufweist, möchte er sich bessern. Dabei enttarnen sie beide wirklich magische Dinge und begeben sich auf eine gefährliche Reise. Zum Ende hin nimmt die Geschichte noch mehr Fahrt auf und es passiert noch einmal richtig viel, sodass ich dieses förmlich verschlungen habe. Hier konnte ich keine Pause mehr einlegen und musste das Buch beenden. Fazit Es handelt sich bei diesem Buch um eine durchaus ideenreiche und gut durchdachte Geschichte. Zwar lassen sich einige vulgäre Wörter finden, diese verleihen ihr aber nur entsprechende Authentizität. Wer also eine Geschichte über Götter, Magie, Krieg und Macht lesen möchte, ist mit diesem Buch gut bedient. Mir jedenfalls hat es sehr gut gefallen und mich gut unterhalten.

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Vita

Ed McDonald hat viele Jahre lang zwischen verschiedenen Berufen, Städten und Ländern gewechselt, und das Einzige, was ihnen gemeinsam war, ist, dass sie ihm genug Zeit zum Schreiben gelassen haben. Derzeit lebt er mit seiner Frau in London, einer Stadt, die ihn ständig inspiriert und wo er als Universitätsdozent arbeitet. Wenn er nicht schreibt oder sich mit schlechten Handlungssträngen abmüht, kann man ihm beim Fechten antreffen – mit Langschwertern, Rapiers und Langäxten.

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