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In der Ferne der Fuji wolkenlos heiter Moderne Tanka. Mit fünf meisterhaften Kalligrafien des Autors

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-22354-0

Erschienen:  19.03.2018
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31 Silben und 5 Zeilen, die die Welt anhalten

Tanka, diese älteste Gedichtform Japans, bannt den Augenblick zu einem lyrischen Schnappschuss des Lebens. Ursprung des Haiku, schließen sich auch beim Tanka Spontanität und tiefe Allgemeingültigkeit nicht aus, wie die vorliegende Auswahl eindrücklich beweist: Sie folgt in über 250 Fünfzeilern dem japanischen Tanka-Großmeister Wakayama Bokusui, zeugt von dessen intensiven Naturbegegnungen, von gelingender und vergehender Liebe und tiefen seelischen Krisen. Radikal subjektiv, doch angenehm unpathetisch im Ton, lassen seine 100 Jahre alten Gedichte einen modernen Zeitgenossen erkennen.

«Den Fluss hinunter
geht es zum Meer: blauwogende
Wellen – die Stadt
gefärbt von aufbrechenden
Knospen der Bergkirschbäume»

Klassiker der japanischen Literatur bei Manesse Zum Special

»Federleichte Verse, hingetuscht gleichsam und doch ins Zeitlose hinein notiert. Eduard Klopfenstein ist Philologe und Dichter in einem. Seine gelehrten Exkurse überzeugen ebenso wie seine genuine Musikalität.«

NZZ am Sonntag, Gundula Ludwig (29.04.2018)

Wakayama Bokusui (Autor)

Wakayama Bokusui (1885–1928) wuchs in einem entlegenen Tal der japanischen Insel Kyūshū auf. Noch während seines Studiums in Tōkyō veröffentlichte er einen ersten Gedichtband und galt schon wenig später als eine der führenden Dichterpersönlichkeiten des Landes. Die heutige Popularität des fünfzeiligen Kurzgedichts Tanka in Japan ist untrennbar mit seinem Namen verknüpft.

»Federleichte Verse, hingetuscht gleichsam und doch ins Zeitlose hinein notiert. Eduard Klopfenstein ist Philologe und Dichter in einem. Seine gelehrten Exkurse überzeugen ebenso wie seine genuine Musikalität.«

NZZ am Sonntag, Gundula Ludwig (29.04.2018)

»Wunderschöne kleine Szenen – das sind die Tanka-Gedichte von Wakayama Bokusui. … Mehrere tausend Tankas hat Bokusui geschrieben. Aus ihnen hat der Japanologe Eduard Klopfenstein nun eine wunderbare Auswahl von knapp 250 Texten zusammengestellt. … Er hat die Texte aus dem Japanischen übersetzt, zeitlich eingeordnet und mit einem ausführlichen, aussagekräftigen und hervorragend zu lesenden Nachwort versehen«

SWR 2 Lesenswert Magazin, Katharina Borchardt (29.07.2018)

»Ein Verdienst um eine besondere japanische Gedichtform, eine feine Beobachtungsgabe für Stimmungen und Ästhetik sowie die Tragik einer viel zu kurzen Schaffenszeit – all dies zusammen macht die Tanka von Wakayama Bokusui wirklich lesenswert.«

japanliteratur.net, Friederike Krempin (28.04.2018)

»Neben der ansprechenden Gestaltung des Bandes, in dem auch einige Kalligrafen Bokusuis abgebildet sind, fasziniert die Modernität seiner Lyrik. ... Spannend, dass durch die sprachlich reduzierte Verschränkung von Ich-Krise und Naturreflexion ausgerechnet die auf jahrhundertalten Traditionen beruhenden japanischen Tanka Wegbereiter der weltliterarischen Moderne waren.“«

Neue Westfälische (05.05.2018)

»Wakayama Bokusui in der Übersetzung von Eduard Klopfenstein – ein schönes Buch, reich ausgestattet und brillant.«

fixpoetry.com, Eric Giebel (26.03.2018)

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Aus dem Japanischen von Eduard Klopfenstein
Originalverlag: .

eBook (epub), ca. 140 Seiten
5 Kalligrafien

ISBN: 978-3-641-22354-0

€ 12,99 [D] | CHF 16,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Manesse

Erschienen:  19.03.2018

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Wunderbar anders

Von: buecherecke Datum: 16.08.2018

buecherecke8.blogspot.de

Inhalt:
31 Silben und 5 Zeilen, die die Welt anhalten

Tanka, diese älteste Gedichtform Japans, bannt den Augenblick zu einem lyrischen Schnappschuss des Lebens. Ursprung des Haiku, schließen sich auch beim Tanka Spontanität und tiefe Allgemeingültigkeit nicht aus, wie die vorliegende Auswahl eindrücklich beweist: Sie folgt in über 250 Fünfzeilern dem japanischen Tanka-Großmeister Wakayama Bokusui, zeugt von dessen intensiven Naturbegegnungen, von gelingender und vergehender Liebe und tiefen seelischen Krisen. Radikal subjektiv, doch angenehm unpathetisch im Ton, lassen seine 100 Jahre alten Gedichte einen modernen Zeitgenossen erkennen.

Mein Lieblingszitat:


Meine Meinung:
Für dieses kleine Büchlein habe ich mich erwärmen können, weil ich mich sehr für japanische Kultur und Literatur interessiere. Über einige Jahre (Anfang des 20. Jahrhunderts) schrieb Wakayama Bokusui Tankas, fünfzeilige Gedichte, von denen eine kleine Auswahl hier abgedruckt werden. Thema seiner Gedichte ist meist die Natur, die die jeweilige Jahreszeit wiederspiegelt. So tauchen die Motive Berg, Wald und Fluss sehr oft in seinen Fünfzeilern auf.
Eduard Klopfenstein, der die Gedichte auswählte und übersetzte hat klugerweise das zugehörige Datum der Werke beigefügt, sodass erkennbar wird, dass die Literatur Bokusuis nicht nur die Natur, sondern ebenfalls seine entsprechende Lebenssituation zeigt. So wird sichtbar, wenn für ihn eine Liebe zuende geht, wenn seine Kinder geboren werden oder er lange andauernd Reisen unternimmt. Die Sprache und die Satzstellung unterscheiden sich von herkömmlichen Gedichten, machen das ganze aber noch interssanter. Beim Lesen konnte ich über viele Zeilen nachdenken und habe erst einmal inne gehalten.
Gefallen hat mir außerdem, dass der Band in fünf Kapitel eingeteilt wurde, um einen besseren Überblick in das Leben des Autors zu bringen. Auch wurden teilweise die Originalfassung der Gedichte abgedruckt, sowohl als Schriftzeichen, als auch als Wortlaut, was die Stimmung der Werke japanischer gefärbt hat. Zum Schluss gibt der Autor eine Zusammenfassung des Lebens von Wakayama Bokusui und zeichnet ein kleines Porträt der damaligen Kultur Japans nach, sodass auch ein bisschen Hintergrundswissen beim Leser ankommt.

Mein Fazit:
Für Interessenten der japanischen Kultur absolut zu empfehlen!

Vielen Dank an den Manesse Verlag für die Bereitstellung des Buches!

In der Ferne der Fuji wolkenlos heiter bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Noch unübersetzbarer als Lyrik allgemein? Moderne Tanka von Wakayama Bokusui

Von: Sören Heim Datum: 09.08.2018

https://diekolumnisten.de/Kolumnen/heimspiel/

Vor einigen Jahren begann ich, mich mit der an den Universitäten abseits der Sinologie leider sträflich vernachlässigten chinesischen Literatur auseinander zusetzen. Ein Leseerfahrung, wie man sie sonst eigentlich nur in den frühen Zwanzigern hat, wenn man herausfindet, was die literarische Welt abseits dröger Schullektüre, Scott O'Dell, Böll und Grass noch so alles zu bieten hat. Besonders die klassische chinesische Lyrik dürfte in großer Breite Werke hervorgebracht haben, die zu den ästhetisch gelungensten der gesamten Weltliteratur gehören. Folgendermaßen umschrieb ich die Erfahrung der Auseinandersetzung einmal gegenüber der Literaturzeitschrift Experimenta:

„Wie kann ein Ganzes sein, ohne dass dem Einzelnen Gewalt angetan wird“, formuliert Adorno die „Frage aller Musik“. Ich denke man kann das auf alle Künste übertragen. Mir scheint die strenge Form klassischer chinesischer Lyrik, die doch so frei schwebende Klänge hervorbringt (was dann ja auch zum Beispiel vor allem englischsprachige europäische Modernisten und den Beat inspirierte – so schließen sich Kreise), gibt zumindest eine Ahnung davon, was das heißen könnte. Das stellt dann natürlich wieder Fragen an das eigene Schreiben, die man ästhetisch so gut es geht zu beantworten versucht.“
Sehr grundlegende Übersetzungsproblematik

Zuletzt habe ich versucht, ob sich ähnliches auch für japanische Literatur wiederholen lässt. Bisher, auch jetzt mit dem Neuübersetzungen der Tanka von Wakayama Bokusui, weitgehend erfolglos. Das mag in einer besonderen Form von lyrischer Sprachbarriere begründet liegen. Auch die chinesische Literatur leidet fast zwangsläufig unter entstellender Übersetzung, sei es durch typisch deutsche Leierreime oder durch formlose, an Glückskekssprüche gemahnende Übertragung. Doch mit etwas Mühe kann sich auch der, der der chinesischen Sprache nicht mächtig ist, zumindest den Reiz der gleichzeitig so streng gewebten und so frei klingenden Klangstrukturen erarbeiten. Etwa durch die Kombination aus Übertragungslektüre, Annotationen, Hörbeispiele und Mitlesen der Umschrift. Über das japanische Dichtungsideal aber berichten übereinstimmend die Norton Anthologie of international Literature und Wikipedia, dass der Reim nicht nur ein irrelevantes, sondern sogar ein verachtetes Stilmittel sei. Stattdessen geschätzt wurden ursprünglich Spiele mit der Bedeutung der aus dem chinesischen entlehnten Zeichen und ihrer neueren Bedeutung im Japanischen sowie später allgemein Wortspiele. Das lässt sich nicht nur kaum übertragen, da hilft auch das Hören auf Klangstrukturen im Original nicht weiter und selbst erklärende Fußnoten würden dem Ganzen höchstens den Reiz eines erklärten Witzes verleihen – also keinen.

Erschwerend kommt allerdings hinzu, dass die Umschriften von Haiku und Tanka mir als nicht Kundigem durchaus immer wieder nahe legen, dass Klang eben doch eine größere Bedeutung haben könnte. Etwa das in der Wakayama-Ausgabe von Manesse dem Buch vorangestellter Gedicht:

Shiratori wa
kanashikarazu ya
sora no ao
umi no ao ni mo
somazu tadayou

Selbst wenn man voraussetzt, dass aufgrund mir unbekannter Ausspracheregeln hier tatsächlich keine Reime vorkommen, sollte man nicht zumindest voraussetzen, dass das dichte Netz der Assonanzen eine literarische Funktion hat, der sich auch der muttersprachliche Leser nicht entziehen kann, selbst wenn offiziell der Reim in der japanischen Lyrik keine Rolle spielen soll? Und wie kann eine Übersetzung damit umgehen?
Zwiespältiges Bild

Entsprechend möchte ich diesen Text auch nicht als Rezension begriffen wissen. Der Band In der Ferne der Fuji wolkenlos heiter enthält mehr als 250 Tanka des Dichters Wakayama Bokusui, der im ausführlichen und instruktiven Nachwort als der vielleicht bedeutendste Dichter der frühen japanischen Moderne vorgestellt wird. Tanka unterscheiden sich von dem viel später entstandenen Haiku durch ihre größere Länge, wobei die letzten beiden Zeilen in der typischen Übersetzungsschreibweise (im japanischen werden die Texte oft in einer Zeile geschrieben) das ursprüngliche Bild in vielen Fällen überraschend wenden. Einige der in diesen kurzen Gedichten entworfenenen Bilder sind wirklich stark und die Wendungen sehr gelungen. So etwa das sicher nicht zufällig für den Klappentext ausgewählte:

Den Fluss hinunter
geht es zum Meer: blauwogende
Wellen – die Stadt
gefärbt von aufbrechenden
Knospen der Bergkirschbäume

Viele andere Texte aber kommen in der deutschen Übersetzung kaum über Tagebucheinträge und Sinnsprüche heraus. Das ist, wie gesagt, glaube ich, weder Schuld des Dichters, noch des Übersetzers, sondern der „(lyrischen) Sprachbarriere“. So wirklich empfehlen kann ich den Band daher allerdings nur Lesern, die wissen, worauf sie sich einlassen, sowie solchen, die bereit sind zahlreiche nette Betrachtungen nach einigen auch im deutschen leuchtenden Perlen zu durchforsten.

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