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Jemand wird dafür bezahlen müssen Stories

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-15851-4

Erschienen: 23.03.2015
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Der Krieg im Irak lässt die Männer aus der kleinen Stadt Tumalo in Oregon verschwinden – und mit den Männern die Väter, die ihre Söhne verlassen, um zu kämpfen. Zurück bleiben Söhne, deren Tapferkeit und Zuversicht schwinden, während sie zu Hause vor ihren Laptops sitzen und die Mails ihrer Väter von der Front wieder und wieder lesen.

Viele der jungen Männer in Benjamin Percys atemberaubenden Geschichten stammen aus zerbrochenen Familien, finden keinen Halt in ihren Freundeskreisen und müssen das Undenkbare tun, um sich – und allen – zu beweisen, dass sie stark genug sind, um sich dem Schmerz dieser Welt zu stellen. Percy siedelt seine Erzählungen im ländlichen Oregon an, seine Helden kämpfen, jeder für sich. Ihre Gegner sind höchst unterschiedlich: ein verrückter Bär, ein Haus mit einem Keller, der sich in eine Höhle öffnet, ein Unfall, der den geliebten Menschen das Leben kostet, eine Fehlgeburt, die ein Paar sprachlos zurücklässt und einander entfremdet. Eines haben all ihre Kämpfe gemeinsam: Immer sind es die Narben, die ihre Geschichten erzählen, selbst wenn sie unsichtbar sind.

Benjamin Percy (Autor)

Benjamin Percy wuchs im tiefsten Oregon auf. Vor seinem Romandebüt „Wölfe der Nacht“ schrieb er zwei hochgelobte Erzählbände. Er lehrt Creative Writing an der Iowa State University.

www.benjaminpercy.com


Klaus Berr (Übersetzer)

Klaus Berr, geb. 1957 in Schongau, Studium der Germanistik und Anglistik in München, einjähriger Aufenthalt in Wales als "Assistant Teacher", ist der Übersetzer von u.a. Lawrence Ferlinghetti, Tony Parsons, William Owen Roberts, Will Self.

Aus dem Amerikanischen von Klaus Berr
Originaltitel: Refresh Refresh
Originalverlag: Graywolf Press

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-15851-4

€ 15,99 [D] | CHF 19,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

Erschienen: 23.03.2015

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Amerikanische Tristesse in trägen Kurzgeschichten

Von: Detlef M. Plaisier Datum: 22.03.2016

lesekabinettleipzig.com

<em>Benjamin Percy legt in seiner Kurzgeschichten-Sammlung „Jemand wird dafür bezahlen müssen“ Erzählungen über das Erwachsenwerden vor, über die Kämpfe junger Männer mit ihren ganz persönlichen Dämonen, und über die Narben, die danach auf der Seele zurückbleiben. Zehn Geschichten über junge Männer, die glauben, sich und der Welt beweisen zu müssen, dass sie stark, unabhängig und unverletzbar sind – und daran scheitern.</em>

<strong>Das Leben ist kein Kinderspiel</strong>
Angesiedelt in einer ländlichen Gegend in Oregon, in Kleinstädten am Fuße der Cascade Mountains, zeigen Percys Geschichten jene Probleme auf, die sonst gerne totgeschwiegen werden: Es ist die Hoffnungslosigkeit amerikanischer Jugendlicher, die im ländlichen Raum kaum Zugang zu Bildung haben, die sie aus der Kleinstadt entkommen ließe. Es sind die eintönigen Jobs und immer dieselben Hobbys: Jagen, Fischen, Autotuning. Es ist der Irak-Krieg, der vielen Familien die Väter, Brüder und Söhne nimmt oder sie als traumatisierte Veteranen heimkehren lässt. Und es sind die traditionellen Vorstellungen von Ehe und Familie und darüber, wie ein „richtiger Mann“ zu sein hat. Das alles prägt das Leben der Hauptfiguren in Percys Erzählungen. Ob Teenager, deren Väter aus der Tristesse der Kleinstadt in den Irak-Krieg geflohen sind und die nun täglich vergeblich auf Emails hoffen, ob ein verrückter Bär, der einen Jagdausflug zum Alptraum werden lässt, oder eine Fehlgeburt, die ein junges Paar an die Grenzen seiner Belastbarkeit treibt – die Auslöser für die Bewährungsproben sind vielfältig. Und es braucht den ganzen Mut der Protagonisten, damit umzugehen.

<strong>Das öde Land zwischen den Zeilen</strong>
Benjamin Percy zeigt in seinen Erzählungen Menschen und Situationen, die eintönig, grau und ein hoffnungslos sind. Die Benachteiligung der amerikanischen Kleinstädte ist zwischen den Zeilen greifbar. Schleppend, fast träge lesen sich die Geschichten, immer unaufgeregt und gleichmütig fließen sie dahin. Auch dann, wenn Menschen töten oder verzweifeln – die Sprache bleibt gleich. Durch diese scheinbare Banalisierung schrecklicher Ereignisse wirken diese jedoch umso plastischer und lassen begreifen, warum die Protagonisten so geworden sind, warum sie so leben.

<strong>Mein Fazit</strong>
Der Erzählstil und die Tristesse sind gewöhnungsbedürftig. Die Langsamkeit der Geschichten ließ mich schon einmal ein paar Seiten nach vorne blättern, in der Hoffnung, die Handlung nimmt Fahrt auf. Doch dabei überliest man leicht den entscheidenden Punkt – und beginnt wieder von vorn. Eine Kurzgeschichten-Sammlung für jene, die das stille Grauen unter einer scheinbar biederen Fassade sehen und sich darauf einlassen wollen.

Rezensent Harry Pfliegl ist Autor im Pool von [Der Mann für den Text] Detlef M. Plaisier Leipzig

Dicht gepackte Stories mit archaischen Riten

Von: Ponine T. Datum: 25.01.2016

nichtnocheinbeautyblog.blogspot.de/

Wenn es einen Bundesstaat gibt, der mir bisher in der US-Literatur noch nicht begegnet ist, dann Oregon. Der Staat, der klingt wie italienische Gewürze, liegt im Nordwesten, nicht wirklich weit von der kanadischen Grenze (aber was heißt schon "weit" in den USA) und hat jetzt nicht grade die touristischen Highlights zu bieten abgesehen von unberührter Natur - andere würden es Wildnis nennen - jeder Menge Bären und .... das war es eigentlich schon, selbst das, was meinem amerikanischen Freund eingefallen ist, als ich ihn nach Oregon gefragt habe. Dementsprechend neugierig war ich auch, was Benjamin Percy mir über diesen Staat vermitteln will, sind doch seine zehn Kurzgeschichten alle in Oregon angesiedelt.

Es ist ein Staat der Männer, habe ich als erstes Gefühl. Ein Staat, in dem so ziemlich alle Klischees über männliches Verhalten gelebt werden. Da wird gejagt und geboxt, die Männer ziehen in den Irakkrieg und lassen Söhne zurück, die nicht wissen, wie sie mit ihrer Angt und ihrer Einsamkeit umgehen sollen. Gefühle zeigen ist nicht angesagt, und der Leser sollte definitiv den Willen aufbringen, archaische Blutrituale lesen zu wollen. Denn Blut ist das Thema, dass sich durch die Geschichten zieht, immer wieder, und gegen Ende meinte ichd ann auch irgendwann, diesen metallischen Geruch in die Nase zu bekommen, sobald ich eine Seite umgeblättert habe. Allen Protagonisten ist das Leben aus den Fugen geraten, da ist nichts schönes oder befreiendes mehr, sondern nur noch Leben und Sterben.

So sehr die Geschichten auch auf den ersten Blick stumpf und brutal wirken mögen, sind sie doch sprachliche Meisterwerke, die ich nicht missen möchte in meiner Lektüre. Percy benutzt oftmals kurze und sehr sachliche Sätze, mit denen er die Geschichte in die richtige Richtung lenkt und mich als Leser oft einfach vor vollendete Tatsachen schubst. Da wird in einer Geschichte in zehn Sätzen ein post-atomares Szenario wachgerufen, in dem ich genauso wie die Protagonisten versuchen muss, zurechtzukommen. Noch mehr mitgenommen hat mich die erste Geschiche, in der ich seh fassungslos dem Lebensweg von zwi Jugendlichen gefolgt bin, der dor endet, wo man sie nie sehen wollte.

Ich bin wahnsinnig dankbar, dass ich dieses Buch als kostenloses Rezensionsexemplar bekommen habe, und werde mich definitv nach mehr von Percy umsehen. Endlich mal ein neuer amerikanischer Autor, der mich fesseln konnte und erzählen kann!

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