Jesolo

Roman

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Kinder sind kein Thema für Andrea. Sie hat einen Job, der okay ist. Sie führt seit vielen Jahren eine Beziehung mit Georg, die okay ist. Jedes Jahr verbringen sie einen netten Urlaub in Jesolo. Was die Zukunft betrifft, will Andrea sich nicht festlegen, aber Georg will ein Fundament für ein gemeinsames Leben. Aus dem Dilemma scheint es keinen Ausweg zu geben.

Als sie aus dem gemeinsamen Urlaub zurückkommen, ändert sich alles – Andrea ist schwanger. Hin- und hergerissen entscheidet sie sich für das Kind – und geht damit einen Kompromiss nach dem anderen ein: Sie nimmt einen Kredit auf, obwohl sie nie einen Kredit aufnehmen wollte; sie zieht ins Haus ihrer Schwiegereltern, obwohl sie nie mit ihnen unter einem Dach leben wollte. Von allen Seiten prasseln Ratschläge auf Andrea nieder, und sie wird in eine Mutterrolle gedrängt, mit der sie sich nicht identifizieren kann.

Ein bewegender Roman über zehn Monate im Leben einer jungen Frau, der nicht nur Beziehung, Schwangerschaft und Familie in ihrer ganzen Ambivalenz zeigt, sondern auch, wie schwierig es ist, wie unmöglich fast, sich angesichts gesellschaftlicher Rollenzuschreibungen als Individuum zu behaupten.

»Tanja Raich schreibt in knappen Sätzen mit viel Verständnis für alle ihre Figuren von der Zerrissenheit, die sich im Laufe des Erwachsenseins breit macht.«

SPIEGEL ONLINE (15. März 2019)

eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-23876-6
Erschienen am  04. März 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Stellt charmant die Frage nach dem Lebensglück in Familien

Von: vomlesenundschreiben

09.10.2019

Andrea, genannt Andi, und Georg in Tanja Raichs “Jesolo” sind schon seit ihrer Jugend zusammen. Mittlerweile sind beide in den Dreißigern und sie treten in ihrer Beziehung auf der Stelle. Andi gefällt das so, Georg möchte den nächsten Schritt gehen. Und dann wird Andi unerwartet schwanger. Erwartet habe ich die Geschichte einer Frau, die nicht schwanger werden wollte. Bekommen habe ich eben das, gepaart mit einer so profanen wie präzisen Kritik an der bürgerlichen Lebenswelt auf dem Dorf, dass mir die Treffsicherheit der Autorin wirklich die Sprache verschlagen hat. Gleichzeitig erzählt Raich aber auch die Geschichte einer Frau, die Familie so scheut, weil sie selbst nie eine richtige hatte. Die Autorin hinterfragt die Konventionen der Gesellschaft zum Glücklichsein, bricht sie in letzter Konsequenz aber nicht auf. Aufgefallen ist das Buch durch seine sehr konstante Erzählform: Parataktische Struktur, elliptische Sätze. Das war sehr angenehm zu lesen, führte aber dazu, dass die Erzählung weitestgehend ohne Höhepunkt blieb. Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, die Geschichte hätte aber Potential zu mehr gehabt. Vielleicht lebt das Buch aber auch gerade von dem Konflikt, sich in den bürgerlichen Strukturen unwohl zu fühlen, ohne diese aufbrechen zu können. Und auch wenn die Erzählung sicher anders konstruiert war, hinterließ sie bei mir doch das Gefühl: Hach, irgendwie ist Familie doch was schönes.

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Lebensplanung mit 30

Von: Lotta

26.09.2019

Mit 30 spätestens muss man sich dann doch irgendwann entscheiden, was man sich vom restlichen Leben erwartet. Familie und Kinder, Karriere, Reisen oder etwas ganz Anderes? Andi hingegen schiebt die Entscheidung immer weit von sich. Irgendwie ist sie mit ihrem kinderlosen Leben recht zufrieden und es ist bequem, weswegen sie auch klaglos alljährlich den immer gleichen Urlaub in "Jesolo" hinnimmt. Der Job ist nicht perfekt, der Freund eigentlich auch nicht so der Passende, aber um an der Situation etwas ändern zu wollen, reicht es nicht. Freund Georg hingegen drängt seit längerer Zeit darauf, dass sie endlich Entscheidungen treffen soll. Zu ihm stehen, zu ihm ziehen und eine Familie gründen. Nach dem gemeinsamen Urlaub stehen alle Zeichen auf Trennung. Doch dann merkt sie, dass sie schwanger ist. Möchte sie das Kind oder nicht? Möchte sie es mit dem Vater gemeinsam aufziehen oder nicht? Ist sie bereit auf das Leben in der Stadt zu verzichten und mit Georg auf dem Land in das Haus seiner Eltern dazuzuziehen? Und ehe Andi sich versieht, hat sie einen Kredit aufgenommen, die Wohnung bei den Schwiegereltern in spe renoviert und bezogen und muss sich in ihrer Rolle als Mutter finden, die sie sich so nie gewünscht hat. Während für die Menschen um sie herum alles so klar zu sein scheint und es nur einen "richtigen" Weg gibt, hadert Andi mit ihrem Schicksal und ficht innerlich mit sich. Dabei malt sie sich zu allen Szenarien mehrere mögliche Ausgänge aus - und man spürt als Leser so nachvollziehbar ihre Unsicherheit und innere Zerrissenheit, dass man sie so gerne in den Arm nehmen und ihr versichern möchte, dass alles gut wird. Eigentlich schlimm, wie das gesellschaftliche Rollenbild der Frau heute immer noch klar diktiert, welche Werte ab 30 wirklich wichtig sein müssten und welcher Lebensentwurf als wahr und regelkonform festgelegt ist. Für mich als Frau im gleichen Alter beklemmend, absolut nachvollziehbar und sehr ehrlich dieser Roman. Großartiges Erstlingswerk von Tanja Raich.

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Vita

Tanja Raich wurde 1986 in Meran geboren und hat Germanistik und Geschichte studiert. Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften (Kolik, Lichtungen, Die Rampe u.a.) und Anthologien. Verschiedene Preise und Stipendien, u.a. 2. Platz beim Münchner Kurzgeschichtenwettbewerb 2015, Finalistin beim 20. MDR-Literaturwettbewerb, Rom-Stipendium des Bundeskanzleramtes Österreich, Exil-Literaturpreis 2014. Tanja Raich lebt in Wien. Jesolo ist ihr erster Roman. Er ist auf der aktuellen Shortlist Debüt für den Österreichischen Buchpreis.

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Events

19. Okt. 2019

Literaturbahnhof: Lesung mit Tanja Raich im Rahmen der Frankfurter Buchmesse

14:00 - 14:45 Uhr | Frankfurt am Main | Lesungen
Tanja Raich
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23. Okt. 2019

Vorstellung und Lesung mit Tanja Raich im Rahmen des Österreichischen Buchpreises für bestes Debüt

19:00 Uhr | Wien | Lesungen
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08. Nov. 2019

Lesung mit Tanja Raich im Literatursalon im Palais in Wien

19:00 Uhr | Wien | Lesungen
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10. Nov. 2019

Lesung mit Tanja Raich im Rahmen der BUCH Wien

13:30 - 14:00 Uhr | Wien | Lesungen
Tanja Raich
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Videos

Pressestimmen

»ein ehrliches, emanzipiertes Buch«

EMOTION (04. März 2019)

»Ein kraftvoller Debütroman, der aufzeigt, dass eine Veränderung der althergebrachten Rollenverteilung längst überfällig ist«

GALORE (28. März 2019)

»Sehr klar und mit bitterbösem Blick auf diese konforme Gesellschaft«

Der Standard (Mia Eidlhuber) (04. März 2019)

»Beklemmend und erhellend«

ORF III "erLesen" (28. Mai 2019)