Joe

Roman

(7)
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Gary Jones schätzt sein eigenes Alter auf etwa fünfzehn. Zusammen mit seinem gewalttätigen Vater, einer apathischen Mutter und seinen beiden Schwestern zieht er obdachlos und ohne Chance auf ein anständiges Leben durch den Süden der USA. Bis er auf den Ex-Häftling Joe Ransom trifft, der sein eigenes Leben auf die Reihe zu bekommen versucht. Joe gibt dem eifrigen Jungen einen Aushilfsjob und nimmt ihn unter seine Fittiche. Doch Garys Vater ist damit alles andere als einverstanden. Bald kommt es zur Konfrontation.

Mit einem exklusivem Nachwort von Marcus Müntefering


Aus dem Amerikanischen von Thomas Gunkel
Originaltitel: Joe
Originalverlag: Algonquin
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-22761-6
Erschienen am  29. Oktober 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Eine besondere Männer-Freundschaft

Von: booksnotdead_13

26.01.2019

[Werbung, da Rezensionsexemplar und Verlinkung] Seit Ewigkeiten liegt „Fay“ von Larry Brown auf meinem SuB. Klappentext und Cover haben mich sehr angesprochen. Gelesen habe ich es bisher trotzdem nicht. Aber „Joe“ habe ich nun gelesen - und das hat mir sehr gefallen. Es ist ein Einblick in das White-Trash-Milieu, welches heute noch genau so zu sein scheint, wie 1991, da erschien „Joe“ nämlich bereits. Eine absolut zeitlose Geschichte. Joe ist ein trinkender Mittvierziger, ein Ex-Häftling, der von allen respektiert und geachtet wird. Er lernt den 15-jährigen Gary Jones kennen, ein fleißiger und arbeitswilliger Teenager, der mit seiner Familie obdachlos durch den Süden Amerikas zieht. Zwischen den beiden Protagonisten entwickelt sich eine Freundschaft, eine schön zu beobachtende Dynamik, die am Ende des Romans krasse Konsequenzen mit sich zieht. Larry Brown schreibt gemütlich und doch intensiv - ich war zu jeder Zeit mitten im Geschehen. Meine Emotionen wechselten von Mitleid zu Hass, von Zufriedenheit zu Unverständnis. Der Roman ist ziemlich leicht zu lesen, aber auch ziemlich schwer zu verdauen. Ich freue mich auf Browns anderen Roman „Fay“ und bedanke mich recht herzlich beim Heyne Hardcore Verlag für das Rezensionsexemplar von „Joe“.

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Trostlos, düster, ohne jegliche Hoffnung und dennoch in widersprüchlicher Weise voller Romantik.

Von: Wolfgang Brunner - Buchwelten

27.12.2018

Joe Ransoms Leben besteht aus regelmäßigem Alkoholkonsum, einer kaputten Ehe und Gewalttätigkeiten. Als er dem fünfzehnjährigen Gary einen Job in seinem Forstbetrieb anbietet, erwacht der Beschützerinstinkt in Joe. Denn Garys Eltern sind alkohol- und drogensüchtige Herumtreiber, die keinerlei Rücksicht auf das Wohl ihrer Kinder nehmen. Joe fühlt sich immer mehr verpflichtet, sich um Gary zu kümmern, damit dieser eventuell einen besseren Weg als seine Eltern einschlagen kann … . Larry Browns zweiter ins Deutsche übersetzte Roman „Joe“ kann in der gleichen Art wie sein Vorgänger „Fay“ von der ersten Seite an uneingeschränkt überzeugen. Brown schafft schon bei seinen ersten Kapiteln eine unglaublich dichte und realitätsnahe Atmosphäre, der man sich absolut nicht mehr entziehen kann. man fühlt mit den Protagonisten und möchte wissen, wie es ihnen weiter ergeht, wie sie es schaffen, in ihrer rauen Welt zu überleben. Wahnsinn, wie intensiv Larry Brown die Gedankenwelt seiner Protagonisten und die Umgebung, in der sie leben, beschreibt. Man riecht den Dreck, spürt die unangenehmen Seiten eines solchen Lebens während des Lesens und möchte nur allzu gerne in die Handlung eingreifen und seine Hilfe anbieten. „Joe“ schließt sich nahtlos in seiner Machart an „Fay“ an, der mich übrigens seinerzeit in gleicher Weise begeistert hat. Larry Brown wirft seine Leser in eine triste, unangenehme Welt voller Alkohol- und Gewaltexszesse, in der man sich dennoch unglaublich wohl fühlt, weil man eine ungeheuerliche Nähe zu den Personen (den Vater einmal ausgenommen) bekommt. „Joe“ ist ein äußerst deprimierendes Werk, das im Grunde genommen trostloser nicht sein kann. Larry Browns brutale, asoziale Welt beinhaltet aber auch auf wundersame Weise Romantik, Nostalgie und auch irgendwie Hoffnung, wenngleich diese sehr schwer aus den Zeilen herauszulesen ist. Letztendlich überwiegt die schonungslose Hoffnungslosigkeit in dieser Geschichte. Und am Ende weiß man, dass es niemals so etwas wie ein Happy End für die Protagonisten geben wird. „Joe“ ist aber auch eine Geschichte über „falsche“, unfähige Eltern und einen Mann, der versucht, seine eigenen Fehler wieder gut zu machen, in dem er einem Jungen hilft, der ein besseres Leben verdient hat. Es ist erstaunlich, wie detailliert und bildhaft Larry Brown die Welt der untersten Schicht darstellen kann, so dass man ihm jedes, wirklich jedes, Wort und Geschehen abnimmt. Die Dialoge zwischen den Personen wirken teilweise so realitätsnah, dass man meint, einen Tatsachenbericht zu lesen. Es ist schon verwunderlich, dass Romane wie dieser und Autoren wie Larry Brown relativ erfolglos sind. Vor allem durch den sehr direkten, aber wunderbar flüssigen Schreibstil und die hervorragende Ausarbeitung seiner Charaktere hätte Brown ein Millionenpublikum verdient. Ebenso wie übrigens die kongeniale Verfilmung dieses Romans durch Regisseur David Gordon Green mit Nicholas Cage in der Rolle des Joe Ransom. Cage ist diese Rolle wie auf den Leib geschrieben und vielleicht hatte Larry Brown ihn sogar vor Augen, als er seinen Roman schrieb, denn angeblich war Cage sein Lieblingsschauspieler. Roman und Film ergänzen sich hervorragend und vermitteln beide das gleiche trostlose Bild jener unteren Bevölkerungsschicht, in der nur das eigene Überleben und Wohlergehen zählt. Ich freue mich wahnsinnig, dass Heyne diesen wunderbaren Schriftsteller entdeckt hat und in ihrer Reihe „Heyne Hardcore“ veröffentlicht. Larry Brown macht, trotz seiner deprimierenden Geschichten, einfach süchtig und ich hoffe, dass uns der Verlag noch viele seiner Bücher beschert. Ein paar Romane und einige Kurzgeschichten hat er schließlich verfasst, die darauf warten, ins Deutsche übersetzt zu werden. Die immer wiederkehrenden Vergleiche mit William Faulkner oder Flannery O’Connor kann man ohne weiteres auf gewisse Art und Weise bestätigen, aber letztendlich besitzt Larry Brown einen unvergleichlichen, eigenen Stil, der seinesgleichen sucht. Interessant ist übrigens auch die Verbindung zwischen „Joe“ und „Fay“, die Browns Universum sozusagen ergänzt, erweitert, ja vervollkommnet. Ich bin schon wirklich sehr auf weitere Werke dieses leider viel zu früh verstorbenen Autors gespannt. . Fazit: Trostlos, düster, ohne jegliche Hoffnung und dennoch in widersprüchlicher Weise voller Romantik. © 2018 Wolfgang Brunner für Buchwelten

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Vita

Larry Brown, geboren 1951 in Oxford, Mississippi, begann seine Schriftstellerkarriere als schreibender Feuerwehrmann. Nachdem er jahrelang erfolglos versucht hatte, seine Kurzgeschichten und Romane veröffentlicht zu bekommen, erschien 1988 unter dem Titel Facing The Music seine erste Kurzgeschichtensammlung. Weitere Short Storys und fünf Romane komplettieren das Werk des Mannes aus Mississippi, der auch außerhalb der Südstaaten Kultstatus besaß und vielfach ausgezeichnet wurde. Mit seinem Werk beeinflusste er viele Songwriter, von denen einige ihm nach seinem Tod infolge eines Herzinfarkts im November 2004 mit dem Tribute-Album Just One More die Ehre erwiesen. Fay war 2017 der erste ins Deutsche übersetzte Roman.

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Thomas Gunkel

Thomas Gunkel, 1956 in Treysa geboren, arbeitete mehrere Jahre als Erzieher. Nach seinem Studium der Germanistik und Geografie in Marburg/Lahn wurde er 1991 Literaturübersetzer. Zu den von ihm übersetzten Autoren gehören u.a. Larry Brown, John Cheever, Stewart O'Nan, William Trevor und Richard Yates.

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