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Junktown Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-19717-9

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Erschienen: 09.05.2017
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Abstinenz ist Hochverrat!

Diese Zukunft ist ein Schlaraffenland: Konsum ist Pflicht, Rauschmittel werden vom Staat verabreicht, und Beamte achten darauf, dass ja keine Langeweile aufkommt. Die Wirklichkeit in »Junktown«, wie die Hauptstadt nur noch genannt wird, sieht anders aus. Eine eiserne Diktatur hält die Menschen im kollektiven Drogenwahn, dem sich niemand entziehen darf, und Biotech-Maschinen beherrschen den Alltag. Als Solomon Cain, Inspektor der Geheimen Maschinenpolizei, zum Tatort eines Mordes gerufen wird, ahnt er noch nicht, dass dieser Fall ihn in die Abgründe von Junktown und an die Grenzen seines Gewissens führen wird. Denn was bleibt vom Menschen, wenn der Tod nur der letzte große Kick ist?

»[…] Auch deshalb wird das Buch in unterrichteten Kreisen inzwischen als bester deutschsprachiger Sci-Fi-Roman seit Dietmar Daths "Pulsarnacht" gehandelt.«

DIE ZEIT (22.06.2017)

Matthias Oden (Autor)

Matthias Oden studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Ethnologie. Nach einem Volontoriat bei der Financial Times Deutschland arbeitete er als Redakteur und übernahm anschließend die Redaktionsleitung des Lifestyle-Magazins Business Punk. Danach war er als stellvertretender Chefredakteur der Werbe- und Kommunikationsfachzeitschrift Werben & Verkaufen tätig. Er ist Träger des Hans-Strothoff- und des Deutschen Journalistenpreises.

»[…] Auch deshalb wird das Buch in unterrichteten Kreisen inzwischen als bester deutschsprachiger Sci-Fi-Roman seit Dietmar Daths "Pulsarnacht" gehandelt.«

DIE ZEIT (22.06.2017)

»Science Fiction auf sprachlich hohem Niveau mit dem gewissen Etwas sorgfältig durchdachter Ideen. Ein grandioses Roman-Debüt!.«

fantasyguide.de

»Mit der Synthese von Technologie, Biologie, Pharmazeutik und totalitärer Politik macht (...) Matthias Oden sein dystopisches Gesellschaftspanorama zu einem einzigartigen Mix. Und zu einem Hammer-Debüt.«

derStandard.at (13.05.2017)

»Galaktisch gut!«

BUNTE (11.05.2017)

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-19717-9

€ 9,99 [D] | CHF 12,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne

NEU
Erschienen: 09.05.2017

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Alle Macht den Drogen

Von: Flaventus Datum: 11.05.2017

https://familieimchaos.blogspot.de/p/bucher.html

Irgendwo auf diesem Planeten in irgendeinem Staat. Nach der Konsumrevolution ist es die Pflicht eines jeden Bürgers zu konsumieren. Und zwar nicht irgendwas, sondern Drogen jeglicher Art. Das klingt nicht nur nach einem Mekka für Liebhaber von Drogenexzessen, sondern auch nach einem sozialkritischem Roman.

Leider verschenkt Oden das Potential dieser außergewöhnlichen Geschichte in einem noch ungewöhnlicherem Setting. Blendet der Leser dieses aus, verbleibt ein mehr oder minder gewöhnlicher Kriminalfall.

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★ Szenario
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Ich mag Geschichten, in die der Leser direkt hereingeworfen wird. Auch wenn er mit Begrifflichkeiten konfrontiert wird, mit denen er zunächst nichts anzufangen weiß. Allerdings mit einer Einschränkung. Im Laufe der Geschichte sollte schon erklärt werden, was es damit auf sich hat.

Dies fehlt in diesem Buch zu großen Teilen. Vieles bleibt unerzählt und der Phantasie des Lesers überlassen. Wie mag wohl ein neben einem Beischlafkabinenhotel des Vergnügungsviertels liegendes Spermabad aussehen oder welche Funktion mag es haben?

Auf der anderen Seite füllen plötzlich Informationen zu Drogen oder Regalinhalten Seiten, ohne dass sie zu mehr Klarheit oder Authentizität beitragen können. Hier hätte ich mir mehr gewünscht als ein kreativer Umgang mit der Sprache, der so Begriffe wie "Bedarfspolizeiergänzungsdienst" hervorbringt.

Nur kurz und rudimentär wird im Laufe der Geschichte der Konsumrevolution erläutert, aber die Beschreibungen der Wohniglus und anderer Details lassen den Leser allein, wobei sich aufgrund der Fremdartigkeit des Szenarios kein stimmiges Bild in meinem Kopf bilden wollte. Warum wird z.B. Müll plötzlich zum Konsumgut und warum ist es umso besser, umso vermüllter die Gegend ist, in der man wohnt?

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★ Witz
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Vieles in der Geschichte wirkt überzogen und gleitet ab in das satirisch Witzige. An anderen Stellen, wird der Leser direkt mit einem unverhohlenem Witz konfrontiert. Wie zum Beispiel in der Szene, in der ein Toter mit Schlinge um den Hals gefunden wird. Ein kurzer Auszug aus der Unterhaltung zwischen dem Hauptprotagonisten Cain von der Gemapo (ein gewolltes Kunstwort) und dem Schutzmann Brask:

"Hatte der Tote irgendetwas bei sich?"
"Da wäre die Schlinge."
Cain schloss die Augen.

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★ Charakter
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Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Solomon Cain. Einem Ermittler der Geheimpolizei. Lässt man alle ungewöhnlichen Beschreibungen weg, so übernimmt er einen Mordfall in einem korrupten Staat und begibt sich auf Spurensuche. Dabei nimmt er die klassische Rolle des verschrobenen und gescheiterten Polizisten ein, die es so häufig in Kriminalfällen zu finden gibt.

Das Setting driftet hier zwar wieder ins überzogen komische ab, wenn von einem Mord an einer Brutmutter die Rede ist, aber auch hier kommt wieder zum Tragen, das Oden so wenig die Umgebung erklärt. Denn die Brutmutter ist eine riesige Brutmaschinerie, in der 800 Föten ausgebrütet werden können und deren Größe so gigantisch ist, dass die Ermittler in ihr umherwandeln können.

Erzählt wird von ihr aber wie von einem Menschen, der nicht nur geliebt und geachtet wurde, sondern gleichzeitig auch über ein Bewusstsein verfügte. Irgendwie wollte sich da kein stimmiges Bild in mir bilden.

So ergibt zwar das Bild des Solomon Cain einen (wenn auch gewöhnlichen) Charakter, mit dem der Leser etwas anfangen kann, aber die meisten Nebenfiguren bleiben wie das Gesamtsetting blass.


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★ Fazit
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Junktown ist spielt sicherlich in einem ungewöhnlichen Setting, aus dem man so viel hätte machen können. Aber vieles bleibt aus. Nicht nur die Beschreibung dieser Welt ist unausgereift, auch die Gesellschaftskritik ist lediglich in Ansätzen vorhanden. So, wie das Buch vor allem zum Ende hin geschrieben ist, wollte Oden hier vermutlich viel mehr mit aussagen. Aber er verliert sich in Nebensächlichkeiten.

Schlussendlich verbleibt hier ein Kriminalfall vor einem ungewöhnlichen Setting, der nicht außergewöhnlich ist - weder im Guten, noch im Schlechten.

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Paperback)

Müll aufsammeln verboten

Von: Lena von Awkward Dangos  aus Essen Datum: 17.06.2017

awkward-dangos.blogspot.de/

Matthias Oden hat mit Junktown einen sehr außergewöhnlichen Roman geschaffen, der mich mit gemischten Gefühlen zurücklässt. Hier zeigt sich mal wieder, dass Genialität und Wahnsinn sehr nahe beieinanderliegen. Einige Passagen fand ich schlichtweg genial, andere wiederum zäh oder viel zu übertrieben. Zwischendurch hatte ich das Gefühl, dass der Autor einfach zu hoch hinaus wollte und sich zu oft in Nebensächlichkeiten verliert. Das Buch liest sich tatsächlich wie ein Drogentrip: Unberechenbar, schrill und provokant.

Im Junktown der Zukunft finden wir eine sehr verdrehte Welt vor. Konsum wird hier großgeschrieben, Müll ist ein Zeichen von Wohlstand und alle müssen ihr monatliches Pensum an Drogenzufuhr erfüllen, bevor es zum Bluttest geht. Menschen werden in gigantischen Maschinenkomplexen namens Brutmutter gezüchtet, die sogar denken und Gefühle empfinden können. Der Roman beginnt mit einem Mord an einer dieser Maschinen. Eigentlich eine faszinierende Idee mit tollem Setting, doch der Einstieg gestaltete sich für mich eher schwierig.

Leider konnte ich mir schon von Beginn an vieles einfach nicht bildlich vorstellen. Der Autor verwendet einfach viel zu viele Fachbegriffe, Bezeichnungen und Abkürzungen, die sich aneinanderreihen und nur sehr dürftig erklärt werden, weshalb es trotz Glossar oftmals kompliziert und verwirrend wird. Dies hängt aber auch mit der Ausdrucksweise des Autors zusammen. Der Roman ist sprachlich auf einem hohem Niveau, aber an vielen Stellen wurden mir die Metaphern und Vergleiche einfach zu abgefahren, zu abstrakt. Oden hat sein Augenmerk, meiner Meinung nach, zu stark auf kreative Wortneuschöpfungen gelegt, anstatt diese zu erklären oder ausreichend auf die Hintergründe der Revolution einzugehen. Die Geschichte dieser wird nur sehr knapp erklärt. Auf der anderen Seite hält er sich mit ausschweifenden Ausführungen sehr lange an überflüssigen Dingen auf.

Was mich aber wirklich von Anfang an bei der Stange gehalten hat, ist der unglaublich spannende Kriminalfall rund um die tote Brutmutter. Hier zeigt sich, dass hinter dem zähen Einstieg eigentlich eine fantasiereiche, gut durchdachte Sci-Fi/ Dystopie steckt. Der Fall nimmt immer größere Ausmaße an, wird sehr komplex, gefährlich und zeichnet sich durch viele ungeahnte Wendungen aus. Der Ermittler Solomon Cain rutscht dabei in eine Sache, die eigentlich drei Nummern zu groß für ihn ist, aber seine Hartnäckigkeit, die Wahrheit ans Licht zu bringen, hat mich wirklich beeindruckt. Die Charaktere sind an sich eher unsympathisch und natürlich alle hoffnungslos verlorene Junkies, sodass ich auch den Protagonisten nicht so wirklich mochte, aber sein Humor war wirklich unterhaltsam. Es handelt sich um einen intelligenten, zeitweise schwarzen Humor, der oft satirische Ausmaße annimmt und Kritik an unserer Konsumgesellschaft ausübt. An vielen Stellen war mir das aber doch zu viel des Guten.

Der Roman liest sich leider in großen Teilen viel zu überzogen. Viele Darstellungen der übermäßigen Konsumgesellschaft und ihrer Konsequenzen kamen mir persönlich einfach zu abstoßend und übertrieben daher. Ja, die Charaktere sind alle ständig im Rausch und nehmen so auch kein Blatt vor den Mund, aber der Autor hat sich da wirklich in seiner Fantasie verloren. Ich wollte nämlich überhaupt nicht wissen, wo Cain überall der Schweiß runterläuft oder wie jetzt genau das Fruchtwasser im Tank der Brutmutter riecht. Vielleicht ist dies ja einfach ein Männerbuch, aber einiges hat nun mal nicht meinen persönlichen Geschmack getroffen, was sehr schade ist.

Fazit: Matthias Odens Debütroman ist ein wirklich außergewöhnliches Werk, aber an vielen Stellen schießt es meines Erachtens über die Ziellinie hinaus. Dennoch hat Junktown seine wirklich guten, spannenden Passagen und wurde zum Ende hin immer besser. Eine lesenswerte, abgedrehte Dystopie mit einem mutigen Ende.

3,5/5

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