Kein Roman

Texte 1992 bis 2018

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»Die brillanteste europäische Autorin meiner Generation« Neel Mukherjee

Jenny Erpenbeck versammelt in diesem Band neben bisher nicht publizierten autobiografischen Texten verschiedenste Beiträge und Reden zu Literatur, Kunst, Musik und Politik. Was ihr am Werk anderer Anregung ist, wo sie anknüpft, wozu sie sich bekennt, erfahren wir in Texten zu Wagners »Götterdämmerung«, zum Werk Thomas Manns, Heimito von Doderers oder der Brüder Grimm. In diesem parallel zu den Romanen entstandenen essayistischen Werk reflektiert sie auch ihr eigenes Schreiben und Leben und gibt so Einblick in ihre Gedankenwelt und die Hintergründe ihres künstlerischen Schaffens.

»Die Klugheit dieser Texte, die das Musik- und Kunstverständnis, die lebenszugewandte Art, die Fähigkeit zur Freundschaft und die Liebe zur Literatur zum Ausdruck bringen, ist unbedingt lesenswert.«


eBook epub (epub), 12 farbige Abbildungen
ISBN: 978-3-641-23422-5
Erschienen am  24. September 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Feiner geht kaum

Von: Timo Brandt

27.10.2018

Jenny Erpenbeck ist ein Unikum. Ich kenne keine Autorin (und keinen Autor) der auf so feine, distinktive Art und Weise den Dingen beim Schreiben auf den Grund geht, sie abtastet und um Ecken herum falsifiziert und gleichermaßen zur Faszination emporhebt. Dies vorweg, um klar zu machen, dass meine Bewunderung für die Autorin schon vorher bestand – und durch diesen Band bestätigt und nicht im Mindesten erschüttert wurde. Gegliedert ist das Buch in sechs Teile mit den Titeln: „Leben“, „Wege“, „Schreiben und Literatur“, „Musik“, „Bilder“ und zuletzt „Gesellschaft“. Der erste Abschnitt enthält (wie auch der dritte) viele Reden, die Erpenbeck zur Aufnahme bei Institutionen oder bei der Verleihung von Preisen gehalten hat. Es sind aber nicht die allzu üblichen, manierlichen Ausbreitungen oder ästhetisch-prinzipielle Höhenflügen, die wir von ihr zu hören/lesen kriegen, sondern Selbstbefragungen, Überlegungsbahnen, auf denen sie kreist, und die mehr an Gewissheit abstoßen, entgehen lassen, als sie anziehen. Erpenbeck macht zumeist früh klar, dass sie im Unauslotbaren schwimmt und auch nicht tiefer tauchen kann als andere, es nur regelmäßiger tut – es zieht sie in die Tiefen, aber auch sie ist nicht die natürliche Bewohnerin dieser Tiefe, auch sie ist nur Besucherin, Taucherin. Der Trend der Selbstbefragung zieht sich durchs ganze Buch. Die Texte erweisen sich nicht als Wegweiser, sondern als Labyrinthe ohne Sackgassen, aber auch ohne Ausgang; als Verästelungen, die mit der Zeit, durch ihre Sprache, durch ihre Feinheit, eine große einnehmende Kraft erzeugen, die einen zu allen Erscheinungen in diesen Texten hinzieht. Man merkt schon, dass mir meine Sprache kaum ausreicht und ich habe das Gefühl, meine Worte werden den Worten Erpenbecks, die sie so gut und gleichsam ohne Rücksicht zu wählen weiß, nicht gerecht. Ihre Sprache ist nicht artistisch, aber so gewunden und direkt, dass sie in ihren Auswüchsen plötzlich schmerzt und gleichsam vollendet zu zieren scheint. „Kein Roman“ ist ein Buch, dessen Reichtum aus jedem einzelnen Text neu hervorgeht. Wer ein paar klare Thesen will, der ist hier falsch aufgehoben. Erpenbecks Sprache geht nicht den Weg der offenkundigen Widerstände und Debatten, sondern der Anklänge, des Unwägbaren, des nicht Abgeholten. Beeindruckend, berückend, bedrückend mitunter, ist die Erfahrung, faszinierend und fesselnd.

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Vita

Jenny Erpenbeck, geboren 1967 in Berlin, debütierte 1999 mit der Novelle »Geschichte vom alten Kind«. Es folgten zahlreiche Veröffentlichungen, darunter Romane, Erzählungen und Theaterstücke. Ihr Roman »Aller Tage Abend« wurde von Lesern und Kritik gleichermaßen gefeiert und vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Joseph-Breitbach-Preis und dem Independent Foreign Fiction Prize. Für »Gehen, ging, gegangen« erhielt sie u.a. den Thomas-Mann-Preis. 2017 gewann Jenny Erpenbeck den Premio Strega Europeo und wurde mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

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Kein Roman